Zum Stand des Umweltschutzes in der UdSSR

DIW Wochenbericht 29 / 1986, S. 361-366

Ulrich Weißenburger

Abstract

Seit 1975 ist der Umweltschutz in der Sowjetunion Bestandteil der Volkswirtschaftspläne. Damit wurde die Konsequenz aus der Erkenntnis gezogen, daß die Belastung der natürlichen Umwelt mehr als nur vereinzelte Maßnahmen auf lokaler Ebene erforderlich macht. Es ist jedoch nicht gelungen, die Effizienz der staatlichen Umweltpolitik wesentlich zu erhöhen. Verstöße gegen die Umweltschutzgesetze sind, wie der Oberste Sowjet im Juli 1985 feststellte, in der Energiewirtschaft, der Eisen- und Buntmetallurgie, der Chemieindustrie, der Zellulose- und Papierindustrie und der Landwirtschaft an der Tagesordnung. Die Umweltschutzmaßnahmen bleiben ständig hinter den Planungen zurück. Nach wie vor ist, wie Michail Gorbatschow auf dem 27. Parteitag der KPdSU (Februar/März 1986) einräumte, der Zustand der Umwelt in einer Reihe von Regionen besorgniserregend. Der Reaktorunfall von Tschernobyl hat die sowjetische Umweltpolitik zudem mit völlig neuen Problemen konfrontiert.

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