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UNCTAD-VI, Gelegenheit für ein Liberalisierungsangebot der Industrieländer

DIW Wochenbericht 21 / 1983, S. 273-277

Uta Möbius, Siegfried Schultz, Dieter Schumacher

Abstract

Auf der vom 6. bis 30. Juni in Belgrad stattfindenden Konferenz für Handel und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCTAD-VI) werden die Entwicklungsländer wieder Ansprüche im Bereich der internationalen Handels-, Finanz- und Währungspolitik geltend machen. Den Forderungen der Dritten Welt nach höheren Deviseneinnahmen - Anhebung und Stabilisierung der Rohstofferlöse, erleichtertem Zugang zu den Märkten der Industrieländer, Ausweitung der Finanzierungsmöglichkeiten - dürfte nur ein geringes Verhandlungsangebot der Industrieländer gegenüberstehen. Über die Nützlichkeit und Realisierungschancen der von den Entwicklungsländern im einzelnen vorgeschlagenen Maßnahmen kann sicherlich kontrovers diskutiert werden. Um den vielfach auf einen verstärkten Dirigismus in der Weltwirtschaft hinauslaufenden Vorstellungen eine Alternative gegenüberzustellen, sollten sich die westlichen Industrieländer- der "Osthandel" der Entwicklungsländer fällt mit kaum 5 vH für sie nicht ins Gewicht - in der Handelspolitik dazu durchringen, den geforderten Abbau der Protektion anzubieten. Hier steht das Verhalten der Industrieländer in eklatantem Widerspruch zu ihren wiederholten Bekenntnissen zum Freihandel und ihrer grundsätzlich eher marktwirtschaftlich orientierten Wirtschaftsordnung. Chancen für eine Liberalisierungsinitiative dürften sich am ehesten im Bereich der Industriewaren ergeben. Im folgenden werden die wichtigsten Handelshemmnisse der westlichen Industrieländer bei industriellen Fertigwaren aus Entwicklungsländern dargestellt und Möglichkeiten für ihren Abbau skizziert.

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