Konjunkturelle Effekte der Finanzpolitik 1974 bis 1981: Ergebnisse ökonometrischer Simulationsrechnungen

DIW Wochenbericht 19 / 1982, S. 249-258

Dieter Vesper, Rudolf Zwiener

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Abstract

Ohne Zweifel sind die einstmals hochgesteckten Erwartungen in die Stabilisierungsfähigkeit der Finanzpolitik durch die Erfahrungen der Siebziger Jahre relativiert worden. Im ersten Jahrfünft waren es vor allem akzelerierende Inflationsraten, dann die zunehmenden Beschäftigungsprobleme. Dennoch überrascht die Intensität, mit der in jüngster Zeit die Ineffizienz der Finanzpolitik in bezug auf Konjunktur, Wachstum und Beschäftigung behauptet wird. Sie steht in auffälligem Kontrast zur empirischen Basis der Argumentation. In dieser Untersuchung werden die konjunkturellen Effekte der Finanzpolitik für die Jahre 1974 bis 1981 anhand von Simulationsrechnungen auf Basis der neuesten DIW-Version des Konjunkturmodells der Forschungsinstitute dargestellt und diskutiert. Die Finanzpolitik hat in diesem Zeitraum durchaus Wirkungen gezeigt. Freilich war die Dosierung überwiegend gering, die Politik zudem kurzfristig angelegt und in der Struktur nicht besonders effizient. In den Jahren 1976/77 und 1980/81 gingen von ihr keine expansiven Effekte, sondern - entgegen den konjunkturpolitischen Erfordernissen - spürbare kontraktive Effekte aus. Der Einfluß auf das Zinsniveau war im Untersuchungszeitraum von untergeordneter Bedeutung.


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