Rentenreform 1984: neue Probleme schaffen, ohne die alten zu lösen? Stellungnahme zu den Vorschlägen der Kommission für die Soziale Sicherung der Frau und der Hinterbliebenen

DIW Wochenbericht 40/41 / 1979, S. 417-424

Ellen Kirner, Hans-Jürgen Krupp

Abstract

Die Sachverständigenkommission für die soziale Sicherung der Frau und der Hinterbliebenen (84er-Kommission) hat unlängst ein Bündel von Vorschlägen vorgelegt, die breiten Spielraum für die politische Entscheidung bieten. Die bisherigen Reaktionen im politischen Raum lassen befürchten, daß es zu Lösungen kommt, die zu erheblichen finanziellen Mehrbelastungen des Systems der sozialen Sicherung führen, ohne daß die Bereiche der Unterversorgung beseitigt werden. Eine Vergrößerung der finanziellen Lasten ist nicht vertretbar. Auch wenn die Rentenfinanzierung im nächsten Jahrzehnt als gesichert angesehen werden kann, ist langfristig allein aufgrund der demographischen Entwicklung mit erheblichen Finanzierungsproblemen zu rechnen. Wenn es daraufhin spätestens nach der Jahrtausendwende zu Senkungen des Rentenniveaus käme, würde sich die Situation im Bereich kleiner Renten weiter verschlechtern. Aufgabe der 84er-Kommission war, Vorschläge für den Aufbau einer eigenständigen sozialen Sicherung der Frau zu machen. Dies ist allenfalls in Ansätzen gelungen. Nur ein konsequenter Ausbau der eigenständigen sozialen Sicherung der Frau würde jedoch den Wegfall der Rentenkumulation erlauben und so zu kostenneutralen Lösungen führen.

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