Gefährliche Nachbarschaft? Welches Bild von Kriminalität die deutsche lokale und regionale Tagespresse zeichnet: Ergebnisse einer standardisierten Inhaltsanalyse

Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung 2 / 2015, S. 27-44

Holger Ihle, Uli Bernhard, Marco Dohle

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Abstract

Kriminalität kann in der Regel nicht unmittelbar wahrgenommen werden, sondern nur mittelbar über die Medienberichterstattung. Im Hinblick auf die wahrgenommene Bedrohungslage kommt insbesondere den lokalen und regionalen Abonnementzeitungen eine hohe Bedeutung zu. Im Mittelpunkt des Beitrags steht deshalb die Frage,wie die deutsche lokale und regionale Tagespresse über Kriminalität berichtet. Um diese Frage zu beantworten, wurde eine standardisierte Inhaltsanalyse von 31 Abonnementzeitungen durchgeführt. Die Befunde zeigen, dass Artikel mit Kriminalitätsbezug im Vergleich zur gesamten Lokal- und Regionalberichterstattung zwar nur einen eher geringen, dennoch aber deutlich wahrnehmbaren Raum einnehmen. Bemerkenswert ist zudem, dass schwere Straftaten wie Rohheitsdelikte oder Straftatengegen das Leben im Vergleich zur offiziellen Statistik deutlich überrepräsentiert sind. Bezogen auf die Häufigkeit der Behandlung spezifischer Deliktsbereiche sind zum Teil merkliche Unterschiede zwischen den Zeitungsausgaben mit städtischem und ländlichem Verbreitungsgebiet erkennbar. Die Befunde werden abschließend diskutiert und eingeordnet.

Generally, crime cannot be perceived directly, but rather only indirectly through media coverage. In terms of the perceived threat, local and regional newspapers are of particular importance. Therefore, the focus of the present article is on how local and regional German newspapers report crime. To answer this question, a standardisedcontent analysis of 31 newspapers was conducted. The findings show that newspa- per articles about crime take up a small, yet clearly perceivable space relative to the total space allotted to local and regional coverage. Moreover, it is noteworthy that serious criminal offenses, such as acts of violence and homicides, are clearly overrepresented in comparison to the official statistics. Newspapers with urban and rural distribution areas diverge significantly when it comes to the frequency of coverage about specific offences. The findings of the study are discussed at the end of the paper.

Themen: Digitalisierung



JEL-Classification: K14;R19;H56;H79;H80;L82
Keywords: Crime, perceived threat, media coverage, newspapers, content analysis
DOI:
https://doi.org/10.3790/vjh.84.2.27
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/149580