Deutsche Wirtschaft trotz unsicherer Weltkonjunktur auf Kurs: Frühjahrsgrundlinien 2016

DIW Wochenbericht 11 / 2016, S. 212-230

Ferdinand Fichtner, Guido Baldi, Franziska Bremus, Karl Brenke, Simon Junker, Claus Michelsen, Maximilian Podstawski, Thore Schlaak, Kristina van Deuverden

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Abstract

Die deutsche Wirtschaft entwickelt sich trotz eines eingetrübten weltwirtschaftlichen Umfelds robust. Auf vielen ausländischen Absatzmärkten lief die Nachfrage zuletzt schwach, weshalb die deutsche Industrieproduktion im zweiten Halbjahr 2015 rückläufig war. Bereits zum Jahresauftakt hat sie aber wieder zugelegt. Im Prognosezeitraum dürften die Exporte von einer sich allmählich aufhellenden weltwirtschaftlichen Entwicklung profitieren. Maßgeblich zum Wachstum trägt die kräftige Binnenkonjunktur bei, die vor allem durch den kräftigen privaten Verbrauch befeuert wird. So setzt sich der Beschäftigungsaufbau fort und die Lohnsteigerungen bleiben spürbar. Auch die Ausgaben für Unterbringung, Versorgung und Integration der Geflüchteten schieben den Konsum an. Die Kosten im Zuge der Flüchtlingsmigration sind beträchtlich, dennoch wird der öffentliche Gesamthaushalt weiterhin hohe Überschüsse erzielen. Im Prognosezeitraum werden die Finanzierungsspielräume aber enger. Die deutsche Wirtschaft dürfte in diesem Jahr um 1,6 Prozent wachsen, im kommenden Jahr um 1,5 Prozent.

The global economy is stalling. Global production increased by only 3.3 percent last year—the lowest growth rate since the financial crisis—and is expected to rise by only 3.3 percent in 2016 as well, which is lower than originally predicted. The reason for the sluggish growth lies primarily in the changes taking place in the emerging countries: the Chinese economy continues to lose momentum, and low export revenues in the commodity- exporting countries are hindering economic activity. In the industrialized countries, however, the moderate pace of growth continues, not least due to increased purchasing power, which is in turn partly due to the decreased energy costs. In these countries, consumption remains an important pillar of growth, and thus the labor market situation is also improving. By contrast, investment remains subdued and only minor stimuli are expected from net exports since the momentum in the emerging countries is likely to increase only slightly in the coming year. The risks to the global economy are skewed to the downside. Increased uncertainty in the financial markets could worsen financing conditions. The euro area is facing the risk of deflation.

Thore Schlaak

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Konjunkturpolitik

Claus Michelsen

Abteilungsleiter in der Abteilung Konjunkturpolitik

Simon Junker

Stellvertretender Abteilungsleiter in der Abteilung Konjunkturpolitik

Franziska Bremus

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Makroökonomie

Themen: Konjunktur



JEL-Classification: E32;E66;F01
Keywords: Business cycle forecast, economic outlook
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/129771