DIW Konjunkturbarometer September 2016: Deutsche Wirtschaft setzt Aufwärtsbewegung fort

Pressemitteilung vom 28. September 2016

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) sinkt im September von 100 auf 98 Punkte. Damit signalisiert es nur noch knapp einen durchschnittlichen Zuwachs der Wirtschaftsleistung im dritten Vierteljahr. Diese Abschwächung dürfte allerdings die Entwicklung im dritten Quartal unterschätzen, denn sie ist wohl vor allem den deutlichen Rückgängen bei der Industrieproduktion und bei den Ausfuhren geschuldet. Diese dürften wiederum maßgeblich der frühen Lage der Werksferien bei einigen Unternehmen geschuldet sein – diese fanden dieses Jahr bereits im Juli statt. Es gibt bereits Anzeichen, dass die Ausfälle im August aufgeholt wurden. Daher dürfte das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im zu Ende gehenden dritten Quartal wohl unterm Strich mit einem Zuwachs von knapp 0,3 Prozent nur geringfügig schwächer ausfallen als im zweiten Quartal; in diesem war das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent gestiegen. Die deutsche Wirtschaft folgt damit weiter ihrem stabilen Aufwärtstrend.

Die Dynamik in der Industrie ist allerdings seit geraumer Zeit verhalten. Die Stimmung in den Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes ist aber nach wie vor zuversichtlich und hat sich jüngst sogar weiter aufgehellt. Die Industrie dürfte daher im Schlussquartal wieder auf einen Aufwärtstrend einschwenken, der – mit Blick auf die eher verhaltene Entwicklung der Auftragseingänge – aber wohl moderat ausfallen wird. Dämpfend dürfte sich die anhaltend schwache Entwicklung der Unternehmensinvestitionen auswirken, und auch die Exporte werden wohl nur gemächlich zunehmen, zumal die Brexit-Entscheidung der britischen Bevölkerung die Nachfrage insbesondere nach Investitionsgütern belasten dürfte.

Die Entwicklung in den konsumnahen Dienstleistungsbereichen dürfte dagegen weiter schwungvoll bleiben. Getragen von einem anhaltend kräftigen Beschäftigungsaufbau dürfte der private Verbrauch merklich ausgeweitet werden. Im dritten Quartal hat voraussichtlich die spürbare Rentenerhöhung zusätzlichen Schub gegeben und auch die Ausgaben im Zusammenhang mit der Flüchtlingsmigration stützen den Konsum. Nichtsdestotrotz zeichnet sich auch beim Konsum eine etwas langsamere Gangart ab, da die Lohnentwicklung sich in der Summe etwas abschwächt, vor allem aber dämpft die aufgekommene Inflation – auch im Zuge der zuletzt anziehenden Energiepreise – die Realeinkommen stärker als in den vergangenen Quartalen. Der Preisauftrieb dürfte aber dennoch verhalten bleiben.

Themen: Konjunktur