Einseitig alternativ? Zur Frage des Alternativen im Geld- und Finanzsystem

Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung 2 / 2016, S. 35-48

Georg Hechenberger

get_appAufsatz Download (Verlag)

Abstract

Konsum- und Geschäftsmodelle können nur bedingt als alternativ gelten, so lange sie über das bestehende Geld- und Finanzsystem abgewickelt werden. Denn dieses steht schon in den beiden grundlegendsten (Deduktions-)Dimensionen – Raum und Zeit – für das Große und Schnelle und somit für das Gegenteil dessen, was Alternativ gemeinhin definiert. Um dies darzulegen, wird eingangs ein stufenweiser Entkoppelungs- beziehungsweise Abstrahierungsprozess des Geldes nachgezeichnet. Die dadurch erst möglichen strukturellen Eigenschaften des Geldes werden anschließend auf ihre räumlichen und zeitlichen Wirkungen hin beschrieben. Abschließend wird erklärt, warum dieselben Strukturen alternative Geld- und Finanzsysteme nur schwer durchsetzbar machen. Die Verstärkung kritischer, finanzieller Bildung ist eine anzuratende Konsequenz daraus.

The paper shows that models of consumption and business can hardly be considered alternative as long as they are carried out over the established money and finance system. Cause this system stands — already in the basic dimensions of space and time — for the big and the fast and as such for the opposite of what is defined as alternative on a most general basis. Doing so, first of all a process of money decoupling and abstracting is retraced. Money-qualities resulting from this process are subsequently described regarding theirtime-space-effects. Following that it’s explained why the same structures are responsible for a harder implementation of alternative models. In any case what finally remains is a recommendation for more qualified and critical financial education.



JEL-Classification: A14;G00;E49
Keywords: Sociology, finance, money, alternative, systemtheory
DOI:
https://doi.org/10.3790/vjh.85.2.35
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/171746