Rund ein Drittel der Menschen in Deutschland spendete 2016 für Geflüchtete, zehn Prozent halfen vor Ort – immer mehr äußern aber auch Sorgen

DIW Wochenbericht 17 / 2017, S. 347-358

Jannes Jacobsen, Philipp Eisnecker, Jürgen Schupp

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Abstract

Die Präsenz Geflüchteter in Deutschland sowie die Herausforderungen ihrer Integration beschäftigen die Öffentlichkeit seit nunmehr zwei Jahren. Neuesten Zahlen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) zufolge machten sich im vergangenen Jahr weitaus mehr Menschen in Deutschland Sorgen aufgrund von Zuwanderung sowie Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass als noch im Jahr 2013. Weitere repräsentative Ergebnisse eines eigens erhobenen Stimmungsbarometers zu Geflüchteten in Deutschland im Jahr 2016 und der aktuellen SOEP-Welle deuten darüber hinaus darauf hin, dass die Befragten in der Fluchtzuwanderung eher Risiken als Chancen sehen. Gleichzeitig engagierte sich 2016 rund ein Drittel der Bevölkerung nach eigenen Angaben in Form von Geld- oder Sachspenden für Geflüchtete und rund zehn Prozent halfen vor Ort, etwa indem sie Geflüchtete bei Behördengängen begleiteten oder Sprachkurse gaben. Eine höhere formale Bildung sowie bisheriges ehrenamtliches Engagement machen einen solchen Einsatz für Geflüchtete vor Ort wahrscheinlicher. Im Jahresverlauf nahm die in der Umfrage geäußerte Absicht, sich künftig zu engagieren, jedoch ab.

Jannes Jacobsen

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Philipp Eisnecker

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Jürgen Schupp

Wissenschaftler in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel



JEL-Classification: A13;D64;I31
Keywords: Refugee, Public Opinion, Civil Engagement
Frei zugängliche Version: (econstor)
http://hdl.handle.net/10419/157888