„Stark steigende Baupreise verdeutlichen auch politischen Handlungsbedarf“

Statement vom 10. Oktober 2017

Das Statistische Bundesamt hat heute bekannt gegeben, dass die Baupreise in Deutschland im August um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen sind. Das ist der stärkste Anstieg seit 2008. Die Entwicklung kommentiert DIW-Bauökonom Claus Michelsen wie folgt:

BlockquoteDass die Preise für Bauleistungen im August dieses Jahres so stark gestiegen sind wie seit knapp zehn Jahren nicht, ist ein klares Zeichen dafür, dass die Bauwirtschaft weiter an der Kapazitätsgrenze arbeitet. Insbesondere der Wohnungsbau brummt. Die Auslastung ist höher als während des Baubooms nach der Wiedervereinigung und die Auftragsbücher sind nach wie vor prall gefüllt. Das sind gute Nachrichten für die Bauwirtschaft und deren Beschäftigte. BauherrInnen sollten sich allerdings auch in der nächsten Zeit auf Verzögerungen im Bauablauf einstellen – und auf weitere Preissteigerungen: Denn die Einkaufspreise in den wichtigen Bereichen Öl, Stahl und für Betonfertigteile zogen zuletzt deutlich an, was sich nach und nach in höheren Baupreisen niederschlagen wird. Die Bauwirtschaft ist gefordert, ihre Kapazitäten auszuweiten. Seit Jahren hält sich die Branche mit der Anschaffung neuer Maschinen und Geräte zurück. Auch die Zahl der Beschäftigten hält nicht mit der Nachfrage schritt. Die Politik kann die Rahmenbedingungen hierfür verbessern. BauunternehmerInnen weiten dann ihre Kapazitäten aus, wenn sie mit einer stabilen Auftragslage rechnen können. Es dürfte sich daher positiv auswirken, wenn die öffentliche Hand Investitionsbereitschaft signalisiert und zudem die Kapazitäten in der Bauverwaltung und Planung aufstockt. Auch hier ist es zu Engpässen gekommen.