Europäische Kapitalmärkte und makroökonomische Stabilität: Die Rolle von Eigen- und Fremdkapital

Aktuelles Projekt

Abteilung

Makroökonomie

Projektleitung

Dr. Franziska Bremus

Projektzeitraum

1. Juni 2017 - 31. Dezember 2020

Zuwendungsgeber

Leibniz Gemeinschaft, Leibniz Wettbewerb 2017

Europäische Regulierer und politische Entscheidungsträger stehen vor der Herausforderung, widerstandsfähige Kapitalmarktstruktur zu schaffen. Nach der Einführung der Bankenunion sind nun tiefere und besser integrierte Kapitalmärkte im Rahmen einer Europäischen Kapitalmarktunion in den Fokus gerückt. Mit der Hilfe von einzel- und gesamtwirtschaftlichen Daten werden in diesem Projekt die Barrieren für eine bessere Kapitalmarktintegration, europäische Kapitalmarktstrukturen und das Potenzial für eine verbesserte marktbasierte Risikoteilung untersucht. Der Fokus liegt dabei auf der unterschiedlichen Bedeutung von Fremd- und Eigenkapitalmärkten. Die Projektergebnisse sollen zur aktuellen Debatte über europäische Finanzmarktstrukturen und deren Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft beitragen.

Europäische Kapitalmärkte Website

DIW Team

Forschungsprogramm

Regulierer und politische Entscheidungsträger stehen vor der Herausforderung, widerstandsfähige Finanzmarktstrukturen zu schaffen, die Wachstum und wirtschaftliche Stabilität gewährleisten. Die europäische Finanz- und Schuldenkrise offenbarte eine kritische Schwachstelle: Als das Bankensystem unter Stress geriet, wurden Kredite schwerer zugänglich. Damit wurden Investitionen und Wachstum erschwert, denn die externe Finanzierung über Bankkredite spielt in Europa eine wesentliche Rolle.

Dementsprechend wird seit der Krise in Politik und Wissenschaft die Rolle von zusätzlichen, alternativen Finanzquellen für europäische Firmen diskutiert. Die bekannteste Initiative in diesem Bereich ist der Plan, im Rahmen einer Europäischen Kapitalmarktunion tiefere und besser integrierte Kapitalmärkte in Europa zu fördern.

Da das europäische Finanzsystem bankbasiert ist, konzentrierten sich die Debatten und Analysen im Nachgang der Finanzkrise zunächst darauf, wie man das Bankensystem krisenfester gestalten kann. In diesem Projekt wird der Fokus auf der Bedeutung des Kapitalmarkts für die makroökonomische Stabilität liegen, und speziell auf der unterschiedlichen Bedeutung von Fremd- und Eigenkapitalmärkten.

Das Projektteam untersucht Verbindungen zwischen Finanzmarktstrukturen und makroökonomischer Stabilität anhand von drei Forschungsmodulen:

Das erste Modul beginnt mit einer Diagnose der Bestimmungsfaktoren von Fremd- und Eigenkapitalpositionen über verschiedene Länder hinweg. Des Weiteren werden Barrieren identifiziert, die die Integration von Kapitalmärkten in Europa erschweren.

In einem zweiten Schritt sollen potenzielle Implikationen eines tiefer integrierten Kapitalmarkts und einer Veränderung der Bedeutung von  Fremd- und Eigenkapitalfinanzierung für Marktstrukturen und makroökonomische Stabilität analysiert werden. Die Idee ist, dass eine Veränderung des Mixes von Eigen-und Fremdkapital Marktstrukturen wie z.B. die Marktkonzentration beeinflussen kann. Veränderungen der Markkonzentration sind wiederum bedeutend für die makroökonomische Stabilität.

Im dritten Modul soll ein wichtiger Wirkungskanal, über den Kapitalmärkte die wirtschaftliche Stabilität beeinflussen, untersucht werden: die internationale Risikoteilung durch Kapitalmarktintegration. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die Risikoteilung in Europa schwächer ausgeprägt ist als in anderen Industriestaaten. Um einschätzen zu können, welches Potenzial für eine bessere Risikoteilung in Europa über verschiedene Kapitalmarktsegmente besteht, sollen daher die Verbindungen zwischen Finanzmarktstrukturen, Institutionen und dem Grad der Risikoteilung analysiert werden.

Veranstaltungen / Vorträge

Workshop for Women in Macroeconomics, Finance, and Economic History
Workshop am DIW Berlin
Berlin, 17.06-18.06.2019

Präsentation des Finanzstabilitätsberichts der Bundesbank
Vortrag am DIW Berlin
Berlin, 27.03.2019

Financial Cycles and Regulation
Gemeinsame Konferenz
Frankfurt am Main, 05.11-06.11.2018

The Financial Accelerator, Wages and Optimal Monetary Policy
Tobias König
Royal Economic Society Symposium of Junior Researchers 2019 an der Warwick Universität
Coventry, Großbritannien, 18.04.2019

Capital Markets Union and Cross-Border Risk Sharing
Franziska Bremus
Vortrag Capital Markets Union - International Banking Research Network Workshop, Banque de France
Paris, Frankreich, 28.02.2019

The Financial Accelerator, Wages and Optimal Monetary Policy
Tobias König
50th Money, Macro & Finance Annual Conference an der Heriot-Watt Universität
Edinburgh, Schottland, 05.09.2018-09.09.2018

Drivers of Countries' External Debt-Equity Mix: A Sectoral Analysis
Franziska Bremus, Tatsiana Kliatskova
Vortrag Digitale Wirtschaft: Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik 2018
Freiburg, 02.09.2018-05.09.2018

Discussion of "Eliminating the Tax Shield through Allowances for Corporate Equity: Cross-Border Credit Supply Effects" by S. Biswas, F. Gomez, B.L. Horvath, W. Zhai
Franziska Bremus
Vortrag 4th IWH-FIN-FIRE Workshop on "Challenges to Financial Stability": Veranstaltungsreihe der Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock
Halle, Salle, 20.08.2018-21.08.2018

The Financial Accelerator, Wages and Optimal Monetary Policy
Tobias König
14th Dynare Conferece in der Europäischen Zentralbank
Frankfurt am Main, 05.07.2018-06.07.2018

Drivers of Countries' External Debt-Equity Mix: A Sectoral Analysis
Franziska Bremus, Tatsiana Kliatskova
Empirical Macroeconomics: Workshop des Forschungsschwerpunkts Statistik und Ökonometrie der FU Berlin
Berlin, 25.01.2018

Bankenkonsolidierung in Europa: Chancen und Risiken
Franziska Bremus
Hintergrundgespräch, Leibniz im Bundestag 2019
Berlin, 04.06.2019

Kapitalmarktunion: Rechtliche Harmonisierung, Integration und Risikoteilung
Franziska Bremus
Besuchergruppe des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Berlin, 14.05.2019

Kontakt

Franziska Bremus

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Makroökonomie

Partner