„Deutschland kann von steigenden Zinsen profitieren“

Statement vom 14. Dezember 2017

Die jüngste Zinserhöhung durch die US Federal Reserve kommentiert Max Hanisch, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Weltwirtschaft am DIW Berlin, wie folgt:

BlockquoteUm den wirtschaftlichen Aufschwung in den USA zu begleiten und eine Überhitzung der Wirtschaft vorzubeugen, hat die Fed wie erwartet ihren Leitzins auf 1,5% angehoben. Häufig wird befürchtet, steigende Zinsen in den USA würden eine dämpfende Wirkung im Rest der Welt haben und den Aufschwung im Euroraum drosseln. Neue Forschungsergebnisse zeigen aber, dass die Euromitgliedsstaaten – und insbesondere Deutschland – von steigenden US-Zinsen sogar profitieren können, zumindest kurzfristig, und zwar über die Wechselkurse: Steigende Zinsen werden voraussichtlich eine Aufwertung des US-Dollars und Abwertung des Euros zur Folge haben. Das wiederum verbessert die Wettbewerbsfähigkeit der Euroländer und sorgt für zusätzliche Nachfrage nach Exportgütern. Dieser Effekt, der allerdings nur temporär ist, ist besonders kräftig für das exportorientierte Deutschland. Der Schritt der Fed, der Bestandteil einer erwarteten Normalisierung der Geldpolitik ist, soll also kein Anlass zur Sorge sein.

Max Hanisch

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Weltwirtschaft