„Integration von Geflüchteten muss so früh wie möglich beginnen“

Statement vom 27. Dezember 2017

Ein Kommentar von DIW-Vorstandsmitglied Gert G. Wagner zum Interview des Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, mit der Deutschen Presse-Agentur. In diesem fordert Scheele ein Einwanderungsgesetz für Deutschland und die Ausweitung von Fördermaßnahmen auf geduldete Geflüchtete.

BlockquoteWir sollten möglichst früh anfangen, alle Menschen, die gekommen sind und aller Wahrscheinlichkeit nach nicht wieder gehen, zu integrieren. Dies gilt sowohl für anerkannte als auch für lediglich geduldete Flüchtlinge. Detlef Scheele, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, hat dazu sehr gute Vorschläge gemacht. Des Weiteren sollten wir alle endlich akzeptieren, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Dies ist nicht mehr änderbar und bereichert unsere Gesellschaft – was Probleme natürlich nicht ausschließt. Ein Einwanderungsgesetz ist deswegen sinnvoll, da es erlaubt, gezielt qualifizierte Menschen nach Deutschland zu holen. Es wäre aber naiv zu glauben, man könne die Diskussion um Einwanderung durch ein solches Gesetz beenden. Wichtiger ist es, den Menschen in Deutschland ihre Ängste zu nehmen und zu vermeiden, dass es zu wachsender Segregation innerhalb der Gesellschaft kommt. Wir müssen Menschen das Gefühl geben, dass es ihren Kindern besser gehen wird. Bildung und die Aussicht auf sichere Arbeitsplätze spielen hier eine zentrale Rolle. Wenn wir uns von der ersten Stunde an systematisch um die Integration von Einwanderern und Geflüchteten kümmern, geben wir auch ihren Kindern faire Chancen. Und davon profitiert die gesamte Gesellschaft.

Gert G. Wagner

Senior Research Fellow in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Themen: Migration