Statement

Statement vom 11.01.2018 von Dr. Ferdinand Fichtner

„Im Jahr 2017 lief es gut für die deutsche Wirtschaft, aber bei der Beschäftigung ist das Ende der Fahnenstange in Sicht“

DIW Berlin / F. Schuh (Copyright) Ferdinand Fichtner
Copyright: DIW Berlin / F. Schuh

Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte vorläufige Wachstumszahl für das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Jahr 2017 kommentiert Ferdinand Fichtner, Leiter der Abteilung Konjunkturpolitik am DIW Berlin, wie folgt: 

Im Jahr 2017 lief es gut für die deutsche Wirtschaft: Kräftige Exporte und - dank gutem Arbeitsmarkt und steigender Löhne - eine dynamische Konsumnachfrage im Inland haben die Konjunktur angekurbelt. Sogar die lange Zeit lahmende Investitionstätigkeit hat allmählich Fahrt aufgenommen - und zwar nicht nur im Wohnungsbau, sondern auch die Unternehmen haben ihre Investitionszurückhaltung etwas abgelegt. In diesem Jahr dürfte die Wirtschaft noch mal mit ähnlichem Tempo zulegen, ab kommenden Jahr dann aber wieder etwas an Schwung verlieren. Dafür sind zum einen belastende Faktoren aus dem Ausland verantwortlich: In China lässt das Wirtschaftswachstum spürbar nach und auch im Euroraum dürfte das Tempo geringer ausfallen als zuletzt, denn die Zeit der kräftigen Erholung von der Krise ist erstmal vorbei. Vor allem aber ist bei der Beschäftigung in Deutschland allmählich das Ende der Fahnenstange erreicht: Die demographische Entwicklung wird in den nächsten Jahren mehr und mehr zur Wachstumsbremse und uns gehen in Deutschland die Arbeitskräfte aus. Die Politik muss alles daran setzen, so viele Menschen so produktiv wie möglich in Arbeit zu bringen. Gute (Aus-) Bildungschancen und eine moderne Infrastruktur sind daher das Gebot der Stunde; die künftige neue Regierung darf keine Zeit vertrödeln, denn die Situation wird nicht lange so günstig bleiben, wie sie es im Moment ist.

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