„Europäische Zentralbank muss schwierigen Spagat meistern“

Statement vom 25. Januar 2018

Zu den Ergebnissen der heutigen Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank äußert sich DIW-Präsident Marcel Fratzscher wie folgt:

BlockquoteDie Europäische Zentralbank steht vor einem schwierigen Spagat: Einerseits muss sie die Märkte auf einen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik vorbereiten, andererseits sich jedoch die Option offen halten, notfalls weiterhin Anleihen zu kaufen. Die größte Herausforderung für die EZB ist jedoch nach wie vor, dass sie ihrem Mandat entsprechend die Preisstabilität gewährleistet. Dieses Ziel ist noch immer nicht ausreichend erreicht, trotz der wirtschaftlichen Erholung im Euroraum. Gerade der stärkere Euro und die damit verbundene schwächere Inflation macht der EZB das Leben nicht leichter. Ein Ende der Anleihekäufe im Oktober 2018 ist heute nicht wahrscheinlicher geworden. Selbst wenn es doch noch dazu käme, sollte man jedoch nicht den Fehler begehen, auch einen frühzeitigen Ausstieg aus der Nullzinspolitik zu erwarten. Der Leitzins dürfte frühestens Ende 2019 das erste Mal angehoben werden.

Themen: Europa, Geldpolitik