Statement

Statement vom 15.05.2018 von Dr. Ferdinand Fichtner

„Das Wachstum der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal wurde von temporären Faktoren gedämpft“

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Zum BIP-Wachstum der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal meint Ferdinand Fichtner, Leiter der Abteilung Konjunkturpolitik am DIW Berlin:

Das Wachstumstempo der deutschen Wirtschaft hat zum Jahresauftakt deutlich an Schwung verloren. Das ist aber kein Grund zur Beunruhigung, sondern zeichnete sich schon länger ab. Es waren wohl vor allem temporäre Faktoren, die dämpfend gewirkt haben: Die Grippewelle war dieses Jahr besonders ausgeprägt und hat für einen hohen Krankenstand gesorgt. Außerdem waren mancherorts die Schulferien ein paar Tage länger als üblich; deswegen waren viele Menschen länger im Urlaub. Hinzu kamen dann noch die recht umfangreichen Streiks in der Metall- und Elektroindustrie. Zusammen genommen haben all diese Einflüsse das Wachstum vorübergehend spürbar geschmälert. Nach vorne blickend zeichnet sich aber wieder ein höheres Tempo ab. Unser DIW Konjunkturbarometer zeigt für das zweite Quartal ein Wachstum an, das locker wieder an die kräftige zweite Jahreshälfte 2017 anknüpfen kann. Insgesamt steht die deutsche Wirtschaft sehr gut da: Die gute Lage am Arbeitsmarkt und insgesamt recht kräftige Lohnsteigerungen stützen den Verbrauch im Inland. Und auch der Export läuft gut, denn vor allem aus dem Euroraum ist die Nachfrage kräftig. Trotzdem gibt es natürlich Risiken: Nach wie vor schwelt der Streit mit der US-Regierung über die Einführung von Strafzöllen; ein eskalierender Handelskrieg würde die deutsche Wirtschaft unsanft ausbremsen. Auch die politischen Unwägbarkeiten in Europa - Brexit, Italien - bergen immer noch Gefahren, vor allem falls wieder Spannungen an den Finanzmärkten aufkeimen sollten.

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