„Überfälliger Baustein einer modernen Arbeitszeitpolitik“

Statement vom 13. Juni 2018

Das Bundeskabinett hat heute den Gesetzentwurf zur sogenannten Brückenteilzeit, also dem Rückkehrrecht von einer Teilzeit- in eine Vollzeitstelle, beschlossen. Der Ökonom Kai-Uwe Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Staat des DIW Berlin, äußert sich dazu wie folgt:

BlockquoteDer Rechtsanspruch auf die Rückkehr von einer Teilzeit- in eine Vollzeitstelle ist ein längst überfälliger Baustein einer moderneren Arbeitszeitpolitik. Die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit mit anderen Tätigkeiten wie Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen erfordert es, die Arbeitszeit in bestimmten Lebensphasen zu reduzieren. Das sollte aber niemandem zum Verhängnis werden und nicht in die sogenannte Teilzeitfalle führen. Insbesondere Frauen werden von dem Gesetz, dass nun noch vom Bundestag beschlossen werden muss, profitieren, denn überwiegend sind sie es, die in Teilzeit arbeiten, ihre Arbeitszeit aber gerne aufstocken würden. Unternehmen sollten neben den unbestreitbaren Kosten auch die damit verbundenen Chancen in den Blick nehmen. Durch innovative Arbeitszeitstrategien können beispielsweis qualifizierte Fachkräfte langfristig an das Unternehmen gebunden werden. Das Rückkehrrecht ist allerdings nur ein einzelner wichtiger Baustein in einer arbeitsmarkt- und familienpolitischen Gesamtstrategie. Die Erwartungen an diese Maßnahme sollten schon allein deswegen nicht überzogen sein, weil sie lediglich ein spezifisches Problem der Arbeitszeit- und Gleichstellungspolitik angeht. Auf diesem Weg sind zukünftig aber noch weitere Hürden aus dem Weg zu räumen.

Kai-Uwe Müller

Leiter der FIS Nachwuchsgruppe Zeitpolitik in der Abteilung Staat

Pressestelle

Leiter der FIS Nachwuchsgruppe Zeitpolitik