„Viele Beschäftigte, die einen Anspruch darauf hätten, bekommen den Mindestlohn nicht“

Statement vom 26. Juni 2018

Die Empfehlung der Mindestlohnkommission zur Erhöhung des Mindestlohns kommentiert DIW-Expertin Alexandra Fedorets wie folgt: 

BlockquoteDurch die Einführung des Mindestlohns im Jahr 2015 sind Stundenlöhne im unteren Lohnsegment deutlich gewachsen. Die angekündigte Erhöhung in zwei Stufen dürfte den Stundenlöhnen in den kommenden Jahren einen zusätzlichen Schub geben. Allerdings zeigen Analysen, dass das Mindestlohngesetz nicht überall eingehalten wird: Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die darauf einen Anspruch hätten, werden immer noch unter dem Mindestlohn bezahlt. Eine höhere Kontrollintensität sowie verschärfte Aufzeichnungspflichten könnten dem entgegenwirken. Außerdem bringt das Wachstum der Stundenlöhne nicht automatisch höhere Monatseinkommen mit sich, weil viele Menschen, gerade geringfügig Beschäftigte, weniger Stunden arbeiten – und das meistens unfreiwillig.

Links

  • Pressemitteilung vom 6. Dezember 2017 "Rund 1,8 Million Beschäftigte, die einen Anspruch auf den Mindestlohn haben, bekommen weniger"
  • Interview mit Alexandra Fedorets: "Mindestlohn noch längst nicht für alle Anspruchberechtigten" (Print und
    O-Ton von Alexandra Fedorets
    Mindestlohn noch längst nicht für alle Anspruchsberechtigten - Interview mit Alexandra Fedorets
  • DIW Wochenbericht 49/2017 (PDF, 2.6 MB)
Alexandra Fedorets

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel