„Wichtiges Signal, dass die Fed dem Druck von US-Präsident Trump standhält“

Statement vom 26. September 2018

Die US-Notenbank Fed hat zum dritten Mal in diesem Jahr den Leitzins erhöht. Dazu eine Einschätzung von Marcel Fratzscher, Präsident des DIW Berlin:

BlockquoteDie US-Notenbank hat, wie erwartet, die Zinsen erneut erhöht. Das wichtigste Signal ist, dass die Fed dem Druck von US-Präsident Trump standhält und sich nicht von ihrem Kurs abbringen lässt. Genauso notwendig wie eine Abkühlung der amerikanischen Wirtschaft durch das graduelle Anziehen der geldpolitischen Zügel ist, dass die Fed ihre Unabhängigkeit gegenüber der Politik wahrt und somit auch ihre Glaubwürdigkeit schützt. Das hat sie mit dieser Entscheidung getan. Die Sorge um eine Überhitzung der US-Wirtschaft bleibt trotz der Zinserhöhung bestehen - und damit auch eine erhebliche Wahrscheinlichkeit, dass sich die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten in ein bis zwei Jahren deutlich abschwächt. Ich erwarte mindestens vier weitere Erhöhungen des amerikanischen Leitzinses bis Ende 2019. Dies ist auch dahingehend wichtig, dass die amerikanische Notenbank wieder mehr Spielraum für Zinssenkungen in der nächsten Rezession gewinnt, die früher kommen könnte als von vielen erwartet. Die höheren Zinsen in den USA könnten die Arbeit der EZB erschweren, denn dies wird den Druck hin zu höheren Zinsen im Euroraum erhöhen, wodurch die europäische Wirtschaft weniger stark unterstützt würde als es zur Zeit noch notwendig ist.