DIW Konjunkturbarometer Februar: Industrie überwindet Flaute, Rezession droht nicht

Pressemitteilung vom 27. Februar 2019

Im Februar hat sich das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) spürbar erholt, bleibt mit etwa 99 Punkten aber noch knapp unter der 100-Punkte-Schwelle, die für einen durchschnittlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung steht. „Das konjunkturelle Bild ist nicht so trüb, wie es zuletzt häufig gezeichnet wurde“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. „Eine Rezession droht nicht. Schon allein wegen der Einkommensspritze, die die Regierung den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zum Jahresbeginn verpasst hat, dürfte der Jahresauftakt kräftig ausfallen.“ Die Zeiten der Hochkonjunktur seien jedoch vorbei, künftig werde sich die Wirtschaft etwas gemächlicher entwickeln. Im ersten Vierteljahr dürfte die deutsche Wirtschaft im Vergleich zum Vorquartal um ein halbes Prozent wachsen, angesichts vieler globaler Risiken – etwa die mit dem Brexit und drohenden Handelskonflikten verbundenen Unsicherheiten – und einer sich graduell abschwächenden Auslandsnachfrage dann aber an Fahrt verlieren.

Die Produktion der deutschen Industrie legt im ersten Quartal wohl kräftig zu. „Die Umsätze sind in wichtigen Bereichen zuletzt in die Höhe geschnellt – in der Automobilindustrie, die aufgrund von Zertifizierungsproblemen in der zweiten Jahreshälfte 2018 ins Schleudern geraten war, wie auch in der Chemie- und Pharmabranche, deren Produktionsketten durch die niedrigen Rheinpegel zeitweilig stockten“, sagt DIW-Ökonom Simon Junker. Das Nachholen ausgefallener Produktion wird die deutsche Wirtschaft wohl insgesamt in der ersten Jahreshälfte deutlich anschieben.


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Themen: Konjunktur

Simon Junker

Stellvertretender Abteilungsleiter in der Abteilung Konjunkturpolitik

Claus Michelsen

Abteilungsleiter in der Abteilung Konjunkturpolitik