Statement

Statement vom 07.03.2019 von Prof. Marcel Fratzscher, Ph.D.

„Die Geldpolitik der EZB wird deutlich länger expansiv bleiben müssen, als von vielen in Deutschland wahrgenommen“

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DIW-Präsident Marcel Fratzscher äußert sich zu den heutigen Änkündigungen der Europäischen Zentralbank:

Die EZB und ihr Präsident Draghi haben heute ein überraschend klares Warnsignal gesendet: Die Wirtschaft des Euroraums schwächt sich merklich ab, die Risiken werden größer. Folglich macht die EZB die Geldpolitik nochmals expansiver. Ich halte diese Entscheidung für klug und notwendig, um die drohende wirtschaftliche Abkühlung etwas abmildern zu können. Die Bekanntgabe eines neuen Kreditprogramms (TLTRO-III) kommt früher und ist deutlich expansiver als erwartet. Ich erwarte, dass sich die EZB nur bei einer weiteren wirtschaftlichen Abkühlung durch eine sogenannte "forward guidance" auf einen Zinspfad festlegt. Die Geldpolitik der EZB wird deutlich länger expansiv bleiben müssen, als dies in der deutschen Öffentlichkeit noch immer wahrgenommen wird. Ich sehe einen Zinsanstieg frühestens Ende 2020. Meine größte Sorge ist die noch immer unzureichende Verankerung der Inflationserwartungen, sodass die Preisstabilität wohl frühestens Ende 2020 wieder erreicht wird.

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