Dynamics of Mental Health of Migrants (DMHM)

Aktuelles Projekt

Projektleitung

Hannes Kröger

Projektzeitraum

1. April 2019 - 1. April 2022

Auftraggeber

DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kooperationspartner

Universitätsmedizin der JGU Mainz

Theoretische Modelle akkulturativen Stresses heben die große Bedeutung der Veränderung psychischer Gesundheit von Migrantinenn und Migranten über längere Zeiträume hinweg. Innerhalb des Migrationsregimes des Aufnahmelandes ist die Entwicklung der psychischen Gesundheit dabei durch Stressoren und Resilienzfaktoren beeinflusst. Persönlichkeitsmerkmale und Familienbeziehungen und -struktur sind zwei wichtige Determinanten psychischer Gesundheit, die bisher nicht in einer längsschnittlichen, auf Veränderung fokussierten Analyse untersucht wurden. Das DMHM-Projekt zielt darauf ab diese Lücke in der Forschungsliteratur zu schließen.

DIW Team

Projektbeschreibung

Wir werden die Entwicklung der psychischen Gesundheit von Personen mit Migrationshintergrund mit repräsentativen Längsschnittdaten aus Befragungen in vier verschiedenen Ländern analysieren (Ntotal > 83,000; Nmigrants > 25,000).

Das Projekt trägt in sechs wichtigen Punkten zu Weiterentwicklung des Forschungsstands bei:

  • Erstens wird es durch das längsschnittliche Design der Surveys möglich sein, Veränderungen und ihr Effekt auf die psychische Gesundheit in der Post-Migrationsphase zu analysieren.
  • Zweitens werden wir einen Vergleich zwischen vier Ländern mit jeweils unterschiedlichen Migrationsregimen durchführen können (Deutschland, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten von Amerika und Australien).
  • Drittens werden wir im Gegensatz zum Großteil der vorangegangen Literatur sowohl Stressoren als auch Resilienzfaktoren in Bezug auf psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von Migrantinnen und Migranten untersuchen.
  • Viertens werden wir die Dualität bestimmter Determinanten psychischer Gesundheit illustrieren, indem wir die spezifische Rolle von familiären Beziehungen und Persönlichkeitsmerkmalen sowohl als Stressoren als auch Resilienzfaktoren untersuchen.
  • Fünftens wird das Projekt mehrere methodische Beiträge zur Forschung leisten. Insbesondere werden die Konstrukte psychischer Gesundheit, die in der vier Surveys erhoben werden, auf Messinvarianz getestet, was eine zentrale Bedingung ist, um sinnvolle Vergleiche über verschiedene Kontexte hinweg zu ziehen.
  • Schließlich wird durch den gemeinsamen Ansatz aus Psychologie und Soziologie innerhalb eines theoretischen und analytischen Frameworks eine flexible Analysestrategie entwickelt für die Entwicklung der psychischen Gesundheit bei Personen mit Migrationshintergrund. Durch diesen gemeinsamen Ansatz können empirisch überprüfbare Hypothesen abgeleitet werden, die der Komplexität des Themas im soziologischen wie psychologischen Sinne gerecht werden, und er kann als Grundlage für die Weiterentwicklung von Theorie, empirischer Analyse und praktischer Hilfe im Bereich Migration und psychische Gesundheit dienen.

Kontakt

Anja Bahr

Wissenschaftliche Projektkoordinatorin in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Partner