Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung: Vorschau und Call for Papers

Die Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung sind die älteste Publikation des DIW Berlin, sie erscheinen bereits seit 1926. Seitdem hat sich viel verändert, auch die Vierteljahrshefte: Seit 2008 erscheinen sie mit neuem Konzept und frischer Aufmachung.

Die Grundidee bleibt aber gleich: Aktuelle Themen aus der Wirtschaftspolitik werden hier aufgegriffen und von Autoren am DIW Berlin und darüber hinaus erläutert und diskutiert. Angesammeltes Forscher- und Expertenwissen wird auf wirtschaftspolitische Probleme angewandt. Die Vierteljahrshefte bieten Orientierungshilfe zu komplexen wirtschaftspolitischen Themen und zeigen neue Perspektiven und Lösungsvorschläge auf.

HerausgeberInnen: Andreas Pfingsten und Dorothea Schäfer

Förderbanken sind in den letzten Jahren sowohl in Deutschland als auch in Europa immer wichtiger geworden. Über zehn Jahre nach Ausbruch der Großen Finanzkrise, bald zehn Jahre seit Beginn der Europäischen Staatsschuldenkrise und mitten in der gesellschaftlichen Diskussion um die notwendigen Investitionen zur Begrenzung des Klimawandels und zur Verbesserung von Infrastrukturen ist es notwendig, Rolle und Bedeutung der Förderbanken für Wirtschaft und Gesellschaft sowie deren Zukunft eingehend zu beleuchten und wirtschaftspolitische Empfehlungen über die Gestaltung der Rolle von Förderbanken im Wirtschaftsleben herauszuarbeiten.

In diesen Vierteljahrsheften geht es um die ursprüngliche und möglicherweise in den letzten zehn Jahren gewandelte Rolle der Förderbanken, die ökonomischen und gesellschaftlichen Gründe für Förderbanken, die Nutzen dieses Banktyps, diverse Gestaltungsformen und ihre angemessene Regulierung. Zentrale Themen können u.a. sein:

  • Ökonomische und gesellschaftliche Gründe für die Einrichtung von Förderbanken (historisch und in der Gegenwart)
  • Förderbanken und Finanzkrisen (z.B Rolle von Fannie Mae, Freddie Mac für das Entstehen der Großen Finanzkrise)
  • Entwicklung der Förderbanken auf nationaler und europäischer Ebene
  • Finanzierungsbeschränkungen und Förderbanken (mögliches Marktversagen und eingeschränkter Zugang zu Krediten und Beteiligungsfinanzierung für Unternehmen und bei Krediten auch für Privathaushalte)
  • Förderbanken und Green/Sustainable Finance („grüne“ und nachhaltige Anleihen, „grüne“ Kreditvergabe von Geschäftsbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken)
  • Förderbanken und Innovation
  • Förderbanken und das Entstehen und die Förderung neuer Produkte und Märkte
  • Zusammenhang zwischen Förderbanken und Wirtschaftswachstum
  • Förderbanken und ihre Bedeutung für die Europäische Union bzw. die Eurozone
  • Rolle von supranationalen Förderbanken (Weltbank, Europäische Investitionsbank etc)
  • Effizienz und Kosten von Förderbanken im Vergleich zur anderen staatlichen Hilfsprogrammen
  • Dienstleistungen von Förderbanken und strategische Aktionsfelder für die Verbesserung des Förderinstrumentariums in Zeiten von sehr niedrigen bzw. sogar negativen Zinssätzen
  • Förderbanken und die Internationalisierung von Unternehmen
  • Rolle von Förderbanken in Transformations- und Entwicklungsländern
  • Förderbanken und Geldpolitik (Niedrigzinsphase, Liquiditätsüberfluss)
  • Förderbanken und Kommunalfinanzierung
  • Förderbanken und ihre Rolle für die unterschiedlichen Bankengruppen (Sparkassen, Geschäftsbanken und Genossenschaftsbanken)
  • Förderbanken und Kapitalmarktunion

Willkommen sind theoretische und empirisch fundierte Beiträge, inklusive verallgemeinerbaren Case Studies. Politische Implikationen der Analysen sollen vorgestellt und diskutiert werden. Auch Positionspapiere aus Verbänden, Politik und Wirtschaft können eingereicht werden.

Autorinnen und Autoren, die einen Beitrag einreichen möchten (in Deutsch oder Englisch), schicken bitte bis zum 15. November 2019 eine Zusammenfassung oder ein (englischsprachiges) Abstract über den geplanten Beitrag (maximal 1 Seite) an Andreas Pfingsten und Dorothea Schäfer (Andreas.Pfingsten@wiwi.uni-muenster.de & dschaefer@diw.de ). Die Autorinnen und Autoren erhalten spätestens am 15. Dezember 2019 eine Rückmeldung, ob der Beitrag vorläufig (s.u.) angenommen wird. Die fertigen Beiträge, die eine Länge von ca. 30.000 Zeichen nicht überschreiten sollen, müssen bis zum 15. April 2020 eingereicht werden. Es schließt sich ein mehrstufiger Lektorats- und Überarbeitungsprozess an, in dem über die endgültige Annahme entschieden wird. Bitte beachten Sie, dass Manuskripte nur im Word-Format eingereicht werden können. AutorInnen von englischsprachigen Beiträgen bitten wir, das finale Manuskript vor Wiedereinreichung professionell Korrekturlesen zu lassen. Die beiden Bände des Vierteljahrshefts sollen voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 erscheinen.

Die Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung sind die älteste Publikation des DIW Berlin, sie erscheinen bereits seit 1926. Angesammeltes ForscherInnen- und ExpertInnenwissen wird auf wirtschaftspolitische Probleme angewandt.  Die DIW Vierteljahrshefte bringen Praktikerinnen und Praktiker aus Wirtschaft und Politik mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am DIW Berlin und weit darüber hinaus zusammen. Jedes Heft greift ein aktuelles Thema aus der Wirtschaftspolitik auf. So bietet die Zeitschrift wichtige Orientierungshilfe zu komplexen wirtschaftspolitischen Themen und zeigt neue Perspektiven und Lösungsvorschläge auf.

HerausgeberInnen: Peter Hennecke, Doris Neuberger und Dorothea Schäfer

Achtung: Die Einreichungsfrist für die Zusammenfassung eines geplanten Beitrages läuft bis zum 15. April 2019/The deadline for Abstracts has been extended to 15 April.

Über zehn Jahre nach Ausbruch der Großen Finanzkrise und bald zehn Jahre seit Beginn der Europäi­schen Staatsschuldenkrise sind Fragen zu den Chancen und Risiken der Verschuldung und Debatten über Schuldenbremsen akut geblieben.

Schulden sind die treibende Kraft von Investitionen, Wirtschaftswachstum und Wohlstand: ohne Verschuldung von privaten Haushalten, Unternehmen und Staaten keine verzinslichen Anlagen, in die Sparer investieren können. Reale Zinsen werden durch produktive Investitionen in der Realwirtschaft gene­riert. Die aktuellen Niedrigzinsen deuten auf zu geringe Investitionstätigkeit und Sparüberhang hin. Andererseits war die globale Finanzkrise eine Krise der Überschuldung, entstanden aus unproduktiven Investitionen in nicht werthaltige Finanzinstrumente. Überschuldete Banken mussten ihre Schulden abbauen, reorganisiert oder vom Staat gerettet werden. Staaten, die sich dafür an den internationalen Kapitalmärkten verschuldeten, mussten höhere Zinsen zahlen, gerieten in eine Krise und erhielten neue Schulden durch „Rettungspakete“. Gleichzeitig stellen Schuldenobergrenzen ein Hindernis bei der Überwindung von Krisen durch kreditfinanzierte Investitionen dar. Ähnlich auf der Ebene der privaten Haushalte: einerseits brauchen sie Kredite für die produktive Teilhabe am Wirtschaftsleben wie für Existenzgründungen, zum anderen sind gerade einkommens- oder liquiditätsschwächere Verbraucher dem Risiko der Überschuldung ausgesetzt.  Zur Vermeidung der Insolvenz müssen sie oft Umschul­dungskredite oder Kettenkredite mit teuren Restschuldversicherungen annehmen, die ihre Schulden­last weiter erhöhen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, inwieweit Verbraucher von einer unverantwortlichen oder wucherischen Kreditvergabe betroffen sind und welche regulatorischen Maßnahmen notwendig sind, um dies zu verhindern. Marktversagen auf Kreditmärkten, sei es durch Wucher, Ausschluss von Kundengruppen oder spekulative Übertreibungen bei der Preisbildung von Anleihen, kann durch staatliche Eingriffe wohlfahrtssteigernd korrigiert werden.

In diesem Vierteljahrsheft geht es um die ökonomischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Verschuldung und ihre angemessene Regulierung. Zentrale Fragen können u.a. sein:

  • Ökonomische und gesellschaftliche Auswirkungen der Verschuldung des privaten Sektors (Haushalte, nicht-finanzielle und finanzielle Unternehmen) und des Staates
  • Entwicklung der globalen Verschuldung
  • Gibt es einen optimalen Verschuldungsgrad und wenn ja, warum?
  • Müssen Schulden begrenzt werden und welche Auswirkungen haben Schuldenbremsen? Soll sich der Staat wie eine „schwäbische Hausfrau“ verhalten?
  • Marktversagen auf Kreditmärkten und Korrekturmöglichkeiten: Wucher, Marktmacht, Rationierung, Ausschluss, Diskriminierung, spekulative Übertreibungen
  • Einfluss privater Verschuldung (Haushalte und Unternehmen) auf Investitionen und Konsum
  • Zusammenhang zwischen Schuldenwachstum, Vermögenspreisen und Finanzstabilität
  • Zusammenhang zwischen Staatsverschuldung und Wirtschaftswachstum
  • Schuldentragfähigkeit privater Haushalte, Unternehmen und Staaten
  • Überschuldung: Ursachen, Probleme und Lösungsmöglichkeiten
  • Verantwortliche vs. wucherische Kreditvergabe
  • Transaktionsorientierte vs. beziehungsorientierte Kreditvergabe, Rolle langfristiger Kreditbeziehungen
  • Verschuldung von Banken im Vergleich zu nicht-finanziellen Unternehmen, Regulierung der Bankverschuldung
  • Auswirkungen von Entschuldung und Schuldenrestrukturierung
  • Geldpolitik und Staatsverschuldung, Verschuldung von Notenbanken
  • Einfluss der Niedrigzinsphase und unkonventionellen Geldpolitik auf die Verschuldung und Schuldentragfähigkeit im öffentlichen und privaten Sektor
  • Ökonomische Denkgeschichte der Verschuldung, Modern Monetary Theory
  • Wirtschaftsgeschichte: Entstehung von Geld durch Schulden, Kreditzyklen

Willkommen sind theoretische und empirisch fundierte Beiträge. Politische Implikationen der Analy­sen sollen vorgestellt und diskutiert werden. Auch Positionspapiere aus Verbänden, Politik und Wirtschaft können eingereicht werden.

Autorinnen und Autoren, die einen Beitrag einreichen möchten (in Deutsch oder Englisch), schicken bitte bis zum 15. April einen Abstract über den geplanten Beitrag (maximal 1 Seite) an Peter Hennecke, Doris Neuberger & Dorothea Schäfer (peter.hennecke@fom-net.de, doris.neuberger@uni-rostock.de,dschaefer@diw.de). Die Autorinnen und Autoren erhalten eine Rückmeldung, ob der Beitrag angenommen wird. Die fertigen Beiträge, die eine Länge von ca. 30.000 Zeichen nicht überschreiten sollen, müssen bis zum 1. September eingereicht werden. Es schließt sich ein mehrstufiger Lektorats- und Überarbeitungsprozess an. Das Vierteljahrsheft soll voraussichtlich Ende 2019 erscheinen.

Call for Papers: Schulden - Segen oder Fluch? | PDF, 80.6 KB

HerausgeberInnen: Claudia Kemfert, Dorothea Schäfer, Willi Semmler und  Aleksandar Zaklan

Nach der industriellen Revolution stiegen Bevölkerung, Einkommen und Verbrauch in vielen Ländern exponentiell an. Die Volkswirtschaften wurden zunehmend abhängig von fossilen Brennstoffen. Der wachsende Verbrauch von fossilen Energien hat zu einem Anstieg von Treibhausgasemissionen und somit zu einem globalen Temperaturanstieg und Klimawandel geführt.  Der globale Klimawandel führt zu  einem steigende Meeresspiegel und somit erhöhten Überschwemmungsrisiken, häufigeren Hitzewellen und zunehmenden Brandrisiken.  Die globale Erwärmung muss auf 2 Grad Celsius relativ zum vorindustriellen Niveau beschränkt bleiben, um diese Risiken auf einem Niveau zu halten, auf dem sie noch als beherrschbar gelten.   Dies kann nur gelingen mit einer deutlichen Reduktion der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen (THG) und einer nahezu vollständigen Dekarbonisierung der Wirtschaft, dies bedeutet in erster Linie der Ausbau der erneuerbaren Energien, nachhaltige Mobilität und verstärktes Energiesparen. Die politischen Entscheidungsträger setzen unter anderem auf marktbasierte Politikinstrumente zur Internalisierung der Kosten von THG-Emissionen, dazu gehört unter anderem Carbon Pricing. Der Übergang zu grünen Technologien kann jedoch nicht allein durch den CO2-Handel bewerkstelligt werden.  Die Europäische Union (EU) hat durch die 2050-Dekarbonisierungsziele den Übergang zu einer nachhaltigen CO2-Wirtschaft vorgezeichnet. In Zukunft sollen Nachhaltigkeitsaspekte, ESG-Kriterien (Environmental, Social, and Governance) für die Entscheidung von Investoren innerhalb der EU eine wichtige Rolle spielen. Z.B. soll die Gesetzgebung in Zukunft von Vermögensverwaltern verlangen, ESG-Fragen bei ihren Anlageentscheidungen zu berücksichtigen. Das derzeitige Fehlen eines universellen Klassifizierungssystems für grüne Investitionen ist eines der wesentlichen Hindernisse für Investoren. Im Rahmen der Schaffung einer EU-Kapitalmarktunion plant die EU-Kommission einen offiziellen europäischen Standard für grüne Anleihen zu schaffen. Nachhaltigkeitskriterien sollen auch in der EU-Regulierung des Finanzsektors eine Rolle spielen.

Das Ziel des geplanten Vierteljahrsheftes ist es, Erfahrungen mit der Umstellung auf einen grünen Kapitalmarkt bzw. ein grünes Finanzsystem zu präsentieren und den Fragen einer möglichen Implementation von ESG Kriterien und deren Herausforderungen nachzugehen. Hierbei sollen alle relevanten Aspekte beleuchtet werden, so unter anderem auch der Stand von Standardisierung und Benchmarking von nachhaltigen Energieinvestitionen, Projektbewertungs- und Risikobewertungsinstrumente, standardisierte Finanzinstrumente zur Finanzierung von ESG Investitionen,  Green Bonds, die Rolle von Verbriefungen für nachhaltige Investitionen, die Rolle von Ratingagenturen und von institutionellen Investoren, die Rolle von öffentlicher Förderung für die Entwicklung eines grünen Finanzmarktes, das Spannungsverhältnis von Finanzmarktregulierung und Investitionsförderung, die Rolle von Fondsmanagern und Private Equity,  wettbewerbsrechtliche Implikationen, Implikationen des Brexits und die Bedeutung von Klimarisiken für die Stabilität und Krisenwahrscheinlichkeit im Finanzmarkt. Andere, hier nicht genannte Forschungsfragen/beiträge zu Green Finance sind ebenfalls willkommen. Gewünscht werden konzeptionelle, explorative wie auch empirisch fundierte Beiträge, z.B. auch komparative Länderanalysen. Politische Implikationen der Analysen sollen vorgestellt und diskutiert werden. Auch Positionspapiere aus Verbänden, Politik und Wirtschaft können eingereicht werden.

Für das Vierteljahrsheft zeichnet das Heft-Herausgeberteam verantwortlich.  Autorinnen und Autoren, die einen Beitrag einreichen möchten (in Deutsch oder Englisch), schicken bitte bis zum 15. Oktober 2018 eine Zusammenfassung über den geplanten Beitrag (maximal 1 Seite) an Claudia Kemfert und Dorothea Schäfer (sekretariat-evu@diw.de und dschaefer@diw.de ). Die Autorinnen und Autoren erhalten kurzfristig eine Rückmeldung ob der Beitrag angenommen wird. Die fertigen Beiträge, die eine Länge von ca. 30.000 Zeichen nicht überschreiten sollen, müssen bis zum 30. April eingereicht werden. Es schließt sich ein mehrstufiger Lektorats- und Überarbeitungsprozess an. Die Vierteljahrshefte sollen voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 erscheinen.

Hier gibt es den Call for Papers: Herausforderungen und Chancen von "Green Finance" als Download | PDF, 275.14 KB .

Herausgeber: Timm Bönke, Markus M. Grabka und Carsten Schroeder 
(DIW Berlin / FU Berlin)

Das Arbeitsministerium hat im Mai 2018 die Rentenkommission "Verlässlicher Generationenvertrag" einberufen. Ziel dieser Kommission ist es „Wege zu einer nachhaltigen Sicherung und Fortentwicklung der Alterssicherungssysteme ab dem Jahr 2025 zu finden und damit das Fundament zu schaffen für einen neuen, verlässlichen Generationenvertrag“.

Dabei sind die Herausforderungen für die Alterssicherung in Deutschland groß. Das Rentenniveau in der Gesetzlichen Rentenversicherung liegt bereits heute unter 50 Prozent und soll bis 2030 auf 43 Prozent weiter sinken. Parallel dazu wird nach Angaben des Statistischen Bundesamtes der Altenquotient – d.h. die Quote der 60-Jährigen und Älteren zu den 20- bis unter 60-Jährigen – von 49,7 in 2013 auf 74,5 in 2030 deutlich steigen. Dabei belaufen sich die Bundesmittel zur Finanzierung der Gesetzlichen Rentenversicherung in 2017 bereits auf etwa 91 Mrd. Euro und sind damit der größte Posten innerhalb des Haushalts des Arbeitsministeriums.

In der Vergangenheit wurde mit der Rürup-Kommission Weichen für eine ausgewogenere Finanzierung von Alterssicherungsleistungen über verschiedene Generationen hinweg eingeleitet. Insbesondere wurde eine Neujustierung des 3-Säulen Modells der Alterssicherung in Deutschland beschlossen und mit der Einführung der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge, den so genannten Riester- und Rürup-Rentenversicherungen, etabliert. Zwar ist die Zahl der abgeschlossenen Riester-Verträge auf zuletzt rund 16,5 Mio. gestiegen. Aber es gibt eine grundlegende Kritik gegen diese Form der Altersvorsorge, da die Produkte sehr komplex, die Renditen gering und gleichzeitig die Verwaltungskosten relativ hoch sind. Zudem werden die unteren Einkommensschichten, die von späterer Altersarmut zunehmend bedroht sind, nicht ausreichend erreicht. Viele Analysten bewerten daher die Maßnahmen zur Förderung der privaten Altersvorsorge als unzureichend. Andererseits besteht weiterhin ein Interesse daran, neben einer umlagebasierten Säule der Alterssicherung auch einen starken und ertragreichen kapitalgedeckten Pfeiler der Alterssicherung in Deutschland zu haben.

Ein mögliches Instrument, die Alterssicherung auf eine breitere Basis zu stellen sind Staatsfonds in der Form von Pensionsfonds. Hier lohnt sich der Blick ins Ausland. In vielen Ländern wurden Staatsfonds (Sovereign Wealth Funds, SWF) zu diesem Zweck etabliert. Pensionsfonds investieren in Kapitalmärkten, um mit der Rendite einen Teil der steigenden Rentenzahlungen in der Zukunft zu decken und so den Folgen des demografischen Wandels entgegenzuwirken. Die seit Ende der 1990er Jahre gegründeten Versorgungsrücklagen des Bundes und der einzelnen Bundesländer zum Ausgleich der steigenden Pensionsforderungen bei Beamten sind bereits existierende Ansätze dieses Pensionsfondstypus in Deutschland.

Ein anderer Weg ist es, ein staatlich verwaltetes oder staatlich reguliertes Standardprodukt zu schaffen, um zu möglichst geringen Verwaltungskosten einen transparenten und einfachen Zugang zum Kapitalmarkt zu ermöglichen und gleichzeitig eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Auch hier existieren zahlreiche Vorbilder im Ausland (bspw. Schweden).

Das Ziel des geplanten Vierteljahrshefts ist es, Erfahrungen sowohl mit kapitalgedeckten Staatsfonds und individuellen Vermögenskonten als auch mit Mischformen in unterschiedlichen Ländern zu präsentieren, und der Frage einer möglichen Implementation und deren Herausforderungen in Deutschland nachzugehen. Hierbei sollen Aspekte beleuchtet werden, wie der des abgedeckten Personenkreises, die Notwendigkeit einer obligatorischen Teilnahme und die Finanzierungsgrundlage, Renditen und Anlagestrategien, Verwaltung, Rechtssicherheit und wettbewerbsrechtliche Implikationen, etc.

Willkommen sind theoretische wie auch empirisch fundierte Beiträge. Politische Implikationen der Analysen sollen vorgestellt und diskutiert werden. Auch Positionspapiere aus Verbänden, Politik und Wirtschaft können eingereicht werden. Von Interesse sind vorrangig konkrete Beispiele von aktuellen oder ehemals existierenden Staatsfonds und individuellen Vermögenskonten.

Für das Vierteljahrsheft zeichnet das Herausgeberteam verantwortlich. Autorinnen und Autoren, die einen Beitrag einreichen möchten (in Deutsch oder Englisch), schicken bitte bis zum 31. August 2018 einen Abstrakt über den geplanten Beitrag (maximal 1 Seite) an Markus M. Grabka (mgrabka@diw.de). Die Autorinnen und Autoren erhalten kurzfristig eine Rückmeldung ob der Beitrag angenommen wird. Die fertigen Beiträge, die eine Länge von ca. 30.000 Zeichen nicht überschreiten sollen, müssen bis zum 15. Dezember 2018 eingereicht werden. Es schließt sich ein mehrstufiger Lektorats- und Überarbeitungsprozess an. Das Vierteljahrsheft soll voraussichtlich im ersten Halbjahr 2019 erscheinen.

Call for Papers VjH 1/2019 

Editors: Timm Bönke, Markus M. Grabka and Carsten Schröder

In May 2018, the German Federal Ministry of Labour and Social Affairs duly convened the pension commission “reliable inter-generational contract (Verlässlicher Generationenvertrag)”. In brief, the ambitious mission is to present “a roadmap to ensure a sustainable safeguard and advancement the old age security systems for 2025 and beyond and to build the foundation for a new and reliable inter-generational contract”.

The challenges for the German old age-security system are large. The replacement rate of the statutory pension insurance (Gesetzlichen Rentenversicherung) is today already less than 50 percent and scheduled to decline even further to 43 percent in 2030. According to estimation of the Federal Statistical Office, the old-age dependency ratio – the ratio of persons 60 and older to persons between 20 and 60 – will distinctly rise form 49.7 in 2013 to 74.5 in 2030. A development at a time where the federal grant to support the budget of the statutory pension insurance is around 91 billion Euro and hence the largest position within the annual budget of the German Federal Ministry of Labour and Social Affairs.

In the past, the Rürup-Commission introduced a course for an inter-generational balanced financing of public, company and private based old age benefits. In particular, an adjustment of the German 3-pillar-system (public, company, and private old age provisions) was agreed to and with the introduction of subsidies for private old-age provisions – the so-called Riester- and Rürup-contracts – established. Albeit the number of Riester-contracts reached 16.5 million, the effectivity of Riester products is questionable and subject to fundamental critic: the products are deemed to complex, realize only low rate of returns and administrative costs are high. Further, low-income earners, a group especially threatened by old-age poverty in the future, show very modest participation rates. Therefore, many analyst assess the policies to stimulate private old age savings as insufficient. However, there is a pronounced interest to have a strong and profitable capital funded pillar next to unfunded public pillar in the German old age security system.

One possibility to broaden the basis for old age security are sovereign wealth funds in the form of pension funds. Here, the view abroad is revealing. Many countries established sovereign wealth funds for this purpose. Pension funds invest in capital markets in order to supplement rising future pension obligations due to demographic change with the realized returns from the investments. Since the 1990, several reserve funds were established at the state and federal level in Germany to counter rising pension obligation for civil servants. These pension reserve funds can be regarded as first beginnings of pension funds in Germany. 
Another path is to establish government administrated individual retirement accounts or government regulated standard old age savings products to ensure easy access to capital markets while simultaneously keeping costs to a minimum, ensuring transparency and yield high rate of returns. Again, several international role models exist (e.g. Sweden).

Aim of the envisioned Quarterly Journal of Economic Research issue is to present experiences with capital funded sovereign wealth funds and individual retirement accounts as well as hybrids of both and to establish, which international role models provide interesting solutions for the German context and what are the challenges of an implementation in Germany. Scrutinized aspects are covered individuals, the necessity for obligatory participation and basis of funding, rate of returns and investment strategies, administration, etc.

Welcome are both empirical and theoretical contributions. Political implications of presented findings should be explained and discussed. In addition, we are interested in position papers from organization, policy makers and business. The emphasis is on examples of currently existing or former sovereign wealth funds and capital funded individual retirement account schemes. 

The editorial team is responsible for the issue of the Quarterly Journal of Economic Research. Authors who consider a contribution (German or English) are asked to submit an abstract (maximum 1 page) until August 31, 2018 to Markus M. Grabka (mgrabka@diw.de). Authors will receive a timely response if the contribution will be considered. Final contributions should not exceed 30.000 characters and have to be submitted by December 15, 2018. Final contributions will be subject to copyediting and a review process. The issue is scheduled to be published in spring 2019.

In ecology, bio-diverse systems are considered to be particularly resilient. Biodiversity increases the ability to absorb shocks as well as the likelihood of returning to stable conditions without external interventions. Shock absorption is also essential to the banking system (Haldane & May 2011). Thus, it is worth examining if the paradigm of diversity also applies to the landscapes of European banking. Is a credit system, consisting of only a few, highly diversified and capital-market-oriented big banks, more efficient and stable than a system in which large banks share the market with numerous medium and small, largely deposit-financed, banks? Is a diversity of different banking types and a competitive, contested banking industry two sides of the same coin? At the height of the 2008 financial crisis, the European Parliament held in a resolution that, "the diversity of legal models and business objectives of the financial entities in the retail banking sector (banks, savings banks, cooperatives, etc.) is a fundamental asset to the EU's economy which enriches the sector, corresponds to the pluralist structure of the market and helps to increase competition in the internal market…."

Ten years after the Great Financial Crisis started, the question of how institutional diversity affects bank stability, competition, quality of client services, and the financing of small and medium-sized enterprises (SMEs) is still open and under-researched. However, finding an answer is increasingly pressing as doubts about the performance of a highly concentrated banking sectors have grown. A forthcoming issue of DIW-Vierteljahrshefte addresses these research gaps. For the issue, articles addressing, in a comparative perspective, the topics listed below are welcome. Contributions (in English) may be submitted in particular, but not exclusively, on the following topics:

  • The term diversity and its measurement: what does diversity in the banking sector mean? Which measuring concepts are available and how can they be used?
  • Taking stock: How diverse is the EU banking landscape and what are the root causes for distinct levels of diversity?
  • Is structural diversity and the stability of the banking sector linked?
  • How is diversity of the banking landscape related to competition in the banking sector?
  • What impact does financial innovation and digitization of banking have on structural diversity?
  • How is diversity in the banking sector related to bank-based financial systems? Are diversity and bank-based two sides of the same coin?
  • How did the banking crisis and banking regulation affect structural diversity?
  • What role does institutional diversity play in the access of SMEs to funds?
  • How important are public-sector owned banks? How important are savings and cooperative banks for SME finance and sector stability?
  • Business diversification within banks or diversity of different types of banks: what is better for stability and growth?
  • Big banks and small banks: complementarity or conflicted?
  • What structural policy for the EU banking landscapes?


Authors wishing to submit a contribution/an article should send a summary of the planned contribution (maximum 1 page) to Hans-Helmut Kotz & Dorothea Schäfer by June 15, 2018 (dschaefer@diw.de & kotz@fas.harvard.edu). Authors will receive feedback on whether the proposal is accepted no later than July 15, 2018. The final article, which should not exceed a length of 30,000 characters, must be submitted by December 31, 2018.

Submission is followed by a multi-stage editing and revising process. In March 2019 a workshop with authors will take place. The Vierteljahrsheft-Issue "European banking landscape between diversity, competition and concentration" is expected to be published in the first half of 2019. The publication and the workshop are part of the research project “Banking Sector Diversity: Does it matter for sector stability and SME financing?” funded by the Wissenschaftsförderung der Sparkassen-Finanzgruppe e. V. Further information for authors can be found here.

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