„Die EZB lässt sich alle Optionen offen, um auf die vielen Risiken reagieren zu können“

Statement vom 6. Juni 2019

Zu den heutigen Ankündigungen der Europäischen Zentralbank (EZB) äußert sich DIW-Präsident Marcel Fratzscher wie folgt:

BlockquoteDie Europäische Zentralbank (EZB) lässt sich alle Optionen offen, um flexibel auf die vielen Risiken reagieren zu können. Die Risiken für die europäische Wirtschaft sind ungewöhnlich hoch und haben zuletzt weiter zugenommen. Die Inflation ist zu gering und die Wirtschaft der Eurozone wächst nur schwach. Gleichzeitig erhält die EZB wenig Unterstützung aus der Politik, die mit einer aktiven Struktur- und Finanzpolitik die Wirtschaft unterstützen und wichtige europäische Reformen voranbringen müsste. Ich erwarte keine größeren Veränderungen in der Geldpolitik der EZB vor dem Personalwechsel im Direktorium bis Ende 2019. Mit der Ausgestaltung des Liquiditätsprogramms TLTRO III, den negativen Einlagezinsen und mit ihrer Kommunikation schafft sich die EZB aber genügend Freiraum, um auf Risiken in der Zukunft reagieren zu können. Die größte Gefahr für die EZB sind die nur schwach verankerten Inflationserwartungen.