Evaluierung und Weiterentwicklung des EU-Emissionshandels aus ökonomischer Perspektive für die Zeit nach 2020 (EU-ETS-7): Abschlussbericht

Monographien/ Sammelwerke extern , 82 S.

Verena Graichen; Hannah Förster, Jakob Graichen, Sean Healy, Julia Repenning, Katja Schumacher, Vicki Duscha, Nele Friedrichsen, Sascha Lehmann, Gizem Erdogmus, Ines Haug, Solbin Kim, Aleksandar Zaklan, Jochen Diekmann

Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt, 2018, 82 S.
(Climate Change ; 2018, 29)

Abstract

Das 2003 eingeführte europäische Emissionshandelssystem (EU-ETS) ist ein zentrales Instrument der nationalen und europäischen Klimapolitik. Seit der 3. Handelsperiode (2013-2020) wird die Obergrenze der Emissionen (das „Cap“) nun EU-weit festgelegt, ein großer Teil der Emissionsberechtigungen wird versteigert und für die kostenlose Zuteilung gelten in allen EU-Mitgliedstaaten dieselben Regeln. Die kostenlose Zuteilung insbesondere an Anlagen aus Sektoren, die stark im internationalen Wettbewerb stehen, ist auch in der 4. Handelsperiode (2021-2030) vorgesehen, um die Verlagerung von Produktion und den damit verbundenen Emissionen in Länder mit weniger stringenten Klimapolitiken (Carbon Leakage) zu verhindern. Gleichzeitig wurde im Herbst 2014 durch Beschluss des Europäischen Rates eine Anpassung des ETS-Caps an die EU-weiten Reduktionsziele bis 2030, und damit eine Verschärfung der jährlichen Absenkung des Caps von derzeit 1,74% auf 2,2% ab 2021 festgelegt. Damit sinkt auch die Menge an Zertifikaten, die für die kostenlose Zuteilung zur Verfügung steht und die Wahrscheinlichkeit einer pauschalen sektorübergreifenden Kürzung der kostenlosen Zuteilung durch den sogenannten Korrekturfaktor nimmt zu. Aus diesem Grund ist eine Aktualisierung der Zuteilungsparameter aus der 3. Handelsperiode geboten, um die technologische Entwicklung und die Veränderung der Produktionsmengen zur Basisperiode abzubilden sowie die Carbon Leakage Regeln stärker zu fokussieren...

The European emissions trading system (EU ETS) introduced in 2003 is a central instrument of national and European climate policy. Since the 3rd trading period (2013-2020), the upper limit of emissions (the "cap") has been set at EU-level, a large proportion of emission allowances are auctioned and the same rules apply to free allocation in all EU member states. Free allocation, in particular to installations in sectors that are subject to strong international competition, is also planned for the fourth trading period (2021-2030) in order to prevent the relocation of production and the associated emissions to countries with less stringent climate policies (carbon leakage). At the same time, the European Council decided in autumn 2014 to adjust the ETS cap to the EU-wide reduction targets by 2030, thus tightening the annual reduction of the cap from currently 1.74% to 2.2% from 2021. This will also reduce the quantity of allowances available for free allocation and increase the probability of a flat-rate reduction in free allocation through the so-called cross-sectoral correction factor. As a consequence, it is necessary to update the allocation parameters from the 3rd trading period in order to reflect technological developments and changes in production volumes compared with the base period and to focus carbon leakage rules more strongly on those sectors most at risk...

Aleksandar Zaklan

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt