Welche Faktoren führen dazu, dass Menschen anfällig (vulnerabel) oder widerstandsfähig (resilient) gegenüber Risikofaktoren für die psychische Gesundheit sind? Dieser Frage gingen die Wissenschaftler*innen in der mittlerweile geschlossenen interdisziplinären Nachwuchsgruppe „Social and Psychological Determinants of Mental Health in the Life Course“ (SocPsych-MH) nach. Dabei wurde vor allem das Zusammenspiel zwischen strukturellen Faktoren und individuellen psychologischen Merkmalen in den Blick genommen. Die Nachwuchsgruppe gliederte sich in drei Projekte:
In dem SOEP-basierten Projekt „Sozio-oekonomische Lebensverläufe nach der Wiedervereinigung – Brüche, Kontinuität und die Auswirkung auf das psychisches Wohlbefinden“ (ein Teilprojekt von DDR-Psych, Laufzeit: 04/2019 – 07/2023) untersuchten die Forschenden durch systematische Vergleiche, inwieweit insbesondere in der Zeit nach der Wiedervereinigung unterschiedliche soziale und wirtschaftliche Entwicklungen im Lebensverlauf sowie Umzüge von Ost nach West und umgekehrt die psychische Gesundheit von Ost- und Westdeutschen erklären können.
Das zweite Projekt „Dynamics of Mental Health of Migrants – Analyzing dynamics of resilience and vulnerabilities using a synthesis of socio-structural and psychological approaches (DMHM)“ (Laufzeit: 05/2019 – 04/2024) verfolgte einen ähnlichen Ansatz. Die psychische Gesundheit von Migrant*nnen in vier Ländern (Großbritannien, Australien, Deutschland und den USA) wurde aus einer Längsschnittperspektive analysiert. In diesen Ländern leben Gemeinschaften von Migrant*innen, die eine sehr unterschiedliche Geschichte mitbringen und sich sehr unterschiedlich zusammensetzen. Ziel des Projekts war es zu prüfen, unter welchen Umständen Persönlichkeitsmerkmale und Familienstrukturen zu Quellen von Vulnerabilität oder Resilienz in Bezug auf psychische Gesundheit werden können.
Im dritten Projekt „Longitudinal Aspects of the Interaction between Health and Integration of Refugees in Germany (LARGE)“ (Laufzeit 03/2020 – 02/2025) analysierten die Forschenden auf Grundlage der IAB-BAMF-SOEP Befragung Geflüchteter die physische und psychische Gesundheit Geflüchteter. Darüber hinaus untersuchen sie, welche Rolle diese für die Integration der Geflüchteten in die deutsche Gesellschaft spielen. Das LARGE-Projekt war Teil der DFG-Forschungsgruppe „Refugee migration to Germany: a magnifying glass for broader public health challenges (PH-LENS)“.