„Deutschland und Frankreich müssen sich für schnelle Hilfen in der EU einsetzen“

Statement vom 8. April 2020

Der Deutsch-Französische Rat der Wirtschaftsexperten schlägt den Wirtschafts- und Finanzministern vor, sich für Corona-Hilfen einzusetzen. DIW Präsident und Co-Autor des Vorschlags Marcel Fratzscher kommentiert:

BlockquoteEuropa steht aktuell vor einer ernormen Herausforderung. Die wirtschaftlichen und finanziellen Folgen der Corona-Krise zu bewältigen, kann nicht allein durch nationale Anstrengungen gelingen. Deshalb schlagen wir als deutsch-französischer Rat der Wirtschaftsexperten, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, dem französischen Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire und Bundesfinanzminister Olaf Scholz vor, sich für drei konkrete Maßnahmen auf europäischer Ebene einzusetzen. Erstens sollten Deutschland und Frankreich sich für eine zweckgebundene Kreditlinie des Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM, eine sogenannte Covid Credit Line, einsetzen. Mit dieser könnten die Risiken für die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität aller EU-Staaten reduziert werden. Zweitens sollte der von der Europäischen Kommission veröffentlichte SURE-Vorschlag genutzt werden, um Arbeitslosenprogramme zu finanzieren. Drittens sollte ein Investitionsfonds, ein Post Covid Investment Fund, aufgesetzt werden. Dieser würde den Wiederaufbau einer nachhaltigeren und widerstandsfähigeren europäischen Wirtschaft finanzieren. Alle EU-Länder durch diese Maßnahmen zu unterstützen ist nicht nur ein Akt der Solidarität, sondern liegt im Eigeninteresse Deutschlands und Frankreichs. Den gemeinsamen Vorschlag (auf Englisch) von Agnès Bénassy Quéré, Nicola Fuchs-Schündeln, Clemens Fuest, Marcel Fratzscher, Christian Gollier, Philippe Martin, Xavier Ragot, Christoph Schmidt, Katheline Schubert können Sie unter "Links" lesen und herunterladen.