Vor dem Covid-19-Virus sind nicht alle Erwerbstätigen gleich

13. Mai 2020 – Die Corona-Pandemie und die politischen Entscheidungen zu ihrer Eindämmung verändern derzeit die Situation vieler Erwerbstätiger in Deutschland. Viele abhängig Beschäftigte arbeiten im Homeoffice, befinden sich in Kurzarbeit, fürchten um ihren Job oder haben diesen bereits verloren. Selbständige verzeichnen Umsatz- und Gewinneinbußen und sehen sich in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Erwerbstätige mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen sind besonders belastet, da Betreuungs- und Pflegedienste weggebrochen sind. Damit ist offensichtlich: Vor dem Virus sind nicht alle gleich. Und mit den ungleichen ökonomischen und alltäglichen Lebenssituationen entstehen und wachsen auch die Sorgen in unterschiedlicher Weise. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass einzelne Bevölkerungsgruppen die Krise leichter bewältigen werden als andere.

In der folgenden Analyse zeigen wir, wie die Corona-Pandemie aktuell die Situation der Erwerbstätigen des Jahres 2019 verändert. Dazu wurden verschiedene objektive Indikatoren (Arbeitseinkommen, Arbeitszeit, Tätigkeit im Homeoffice etc.) sowie subjektive Indikatoren (Sorgen) herangezogen. Wir haben dabei auf Informationen aus der Langzeitbefragung des Sozio-oekonomischen Panels zurückgegriffen, die in den vergangenen fünf Jahren regelmäßig erhoben wurden und diese um Befragungsergebnisse der SOEP-CoV-Studie, einer seit dem 1. April laufenden telefonischen Zusatzbefragung aller SOEP-Haushalte ergänzt.[1]  Nähere Information zu SOEP-CoV finden sich unter www.soep-cov.de.

Rund 35 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten im Homeoffice – darunter vor allem besser Verdienende

Die von der Bundesregierung im März 2020 beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie führten dazu, dass viele Erwerbstätige vermehrt von zu Hause aus arbeiteten.[2] Rund 35 Prozent aller in der SOEP-CoV-Studie befragten Erwerbstätigen berichten, aktuell teilweise oder vollständig im Homeoffice zu arbeiten (vgl. Tabelle 1). Diese Möglichkeit wird vor allem von Erwerbstätigen im oberen Terzil der Verteilungen des Bruttoerwerbseinkommens und des bedarfsgewichteten verfügbaren Haushaltseinkommens des Jahres 2019 sowie Erwerbstätigen mit hohen Bildungsabschlüssen[3] häufiger genutzt (vgl. Tabelle 2). Dies legt nahe, dass Erwerbstätige mit höheren Bruttoerwerbseinkommen häufiger eine Tätigkeit ausüben[4], die auch im Homeoffice erbracht werden kann und, dass Erwerbstätige mit größeren materiellen Ressourcen größere (räumliche und technische) Möglichkeiten zur Einrichtung eines Homeoffices besitzen. Das bedeutet aber auch, dass diejenigen Beschäftigten, die geringere Einkommen haben und weniger gebildet sind, geringere Möglichkeiten haben, das Ansteckungsrisiko bei der Arbeit zu verringern.

Die Arbeit im Homeoffice kann sich auf die Produktivität der Erwerbstätigen auswirken. Immerhin zehn Prozent der Erwerbstätigen von 2019, die dort arbeiten, berichten, dass sie viel produktiver seien als in ihrem normalen Arbeitsumfeld.[5] Möglicherweise steigt im Homeoffice je nach Wohnsituation die Konzentration auf die Ausführung beruflicher Tätigkeiten, möglicherweise führen aber auch kürzere Pendelzeiten zu einer höheren Produktivität.[6] Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass diese Erwerbstätigen ihren Arbeitseinsatz erhöht haben, um den Arbeitgeber*innen zu signalisieren, dass diese ihnen vertrauen können. Allerdings geben rund 40 Prozent an, im Homeoffice weniger produktiv zu sein.[7] Dies dürfte gerade bei Eltern mit kleinen Kindern der Fall sein, denen externe Betreuungsmöglichkeiten fehlen. Inwieweit sich dies mit der Dauer des „Lockdowns“ noch verstärkt, wird zu analysieren sein.

Vor allem weniger gebildete Beschäftigte arbeiten in Kurzarbeit

Viele Unternehmen und Betriebe reagieren in der aktuellen Krise mit Kurzarbeit. Von allen abhängig Beschäftigten des Jahres 2019 arbeiten im April 2020 rund 17 Prozent in Kurzarbeit (18 Prozent, wenn Beamte nicht berücksichtigt werden).[8] Dieser Anteilswert variiert nicht systematisch über die Einkommensterzile, jedoch über die Bildungsgruppen. Bei Erwerbstätigen mit niedriger Bildung beobachten wir einen doppelt so hohen Anteilswert wie bei den Hochgebildeten. Parallel dazu hat auch die berichtete wöchentliche Arbeitszeit im Durchschnitt um mehr als vier Stunden pro Woche abgenommen. Der Rückgang fällt je nach Einkommenskonzept unterschiedlich aus. Sortiert man nach dem Bruttoerwerbseinkommen des Vorjahres, wirkt sich der Rückgang mit mehr als sechs Stunden (mehr als 15 Prozent) im obersten Terzil am stärksten aus, während bei den anderen beiden Terzilen nur etwa drei Stunden weniger gearbeitet wird. Nach den Terzilen des Haushaltsnettoeinkommens des Jahres 2019 sind dagegen sowohl das unterste als auch das oberste Terzil mit einem Rückgang der Arbeitszeit von knapp 20 Prozent am stärksten betroffen, zu gerade einem Rückgang von knapp fünf Prozent im mittleren Terzil.

Zieht man stattdessen das Bildungsniveau der Erwerbstätigen heran, so findet sich der stärkste Rückgang der Arbeitszeit bei Personen mit dem geringsten Bildungsniveau mit etwa acht Stunden, während in den anderen Bildungskategorien die Rückgänge mit drei bis fünf Stunden geringer ausfallen. Es ist davon auszugehen, dass je nach Branche und ausgeübter Tätigkeit die Veränderungen der Arbeitszeit deutlich unterschiedlich ausfallen. Die geringen Fallzahlen der ersten Tranche der SOEP-CoV Befragung erlauben aber noch nicht eine entsprechende tiefergehende Analyse.

Das Kurzarbeitergeld gleicht den Verdienstausfall nicht vollständig aus, da in der Regel nur 60 bzw. 67 Prozent des Nettoverdiensts gezahlt wird, wenn ein Kind mit im Haushalt lebt. Deshalb wurde Ende April im Rahmen des Sozialschutzpakets II vom Bundeskabinett beschlossen, ab 1. Mai 2020 das Kurzarbeitergeld bei längerer Bezugsdauer schrittweise um 10 bzw. 20 Prozent zu erhöhen. Auch die staatlichen Kompensationen für Selbständige dürften die üblichen Verdienste i.d.R. nicht voll ausgleichen. Entsprechend berichten etwa 20 Prozent der Erwerbstätigen des Jahres 2019, dass ihr Erwerbseinkommen im Zuge der Krise gesunken sei. Mehr als drei Viertel antworten, ihr Erwerbseinkommen sei in etwa unverändert geblieben. Ein Verlust des Erwerbseinkommens wird zu einem Viertel etwas häufiger von den Erwerbstätigen im unteren bzw. oberen Terzil im Vergleich zum mittleren Terzil (ca. 16 Prozent) angegeben.

Tabelle 1: Merkmale der Erwerbstätigen im Frühjahr 2020

Quelle: SOEP-CoV, Tranche 1, Erwerbstätige des Jahres 2019, hochgerechnet mit Personengewichten.
© DIW Berlin

Tabelle 2: Merkmale der Erwerbstätigen im Frühjahr 2020
Merkmale Erwerbstätige im Frühjahr 2020 differenziert nach Einkommen und Bildung 

Quelle: SOEP-CoV, Tranche 1, Erwerbstätige des Jahres 2019, hochgerechnet mit Personengewichten.
© DIW Berlin

Die angespannte gesamtwirtschaftliche Situation spiegelt sich auch in den Sorgen der Erwerbstätigen (vgl. Abbildung 1). Der Anteil derjenigen, die sich zwischen 2015 und 2019 große Sorgen um die gesamtwirtschaftliche Lage machte, lag stabil bei knapp über zehn Prozent – einem im Vergleich zu vergangenen Jahren sehr niedrigen Niveau[9]. Nach Ausbruch der Corona-Pandemie steigt dieser Anteil sprunghaft: auf rund 35 Prozent im April 2020. Diese Einschätzung deckt sich mit der Stimmung bei den deutschen Unternehmen: Der ifo Geschäftsklimaindex ist im April 2020 auf ein historisch niedriges Niveau gesunken.[10] Bemerkenswert ist, dass die Sorge um die gesamtwirtschaftliche Lage unabhängig ist von der Einkommenssituation im Vorjahr und vom Bildungsgrad (vgl. Abbildung 2) der Befragten.

Die Beschäftigten sorgen sich um die gesamtwirtschaftliche Situation, aber nicht um die eigene wirtschaftliche Lage

Auffällig ist auch, dass sich dieser Anstieg der Sorgen um die gesamtwirtschaftliche Situation (noch) nicht in größeren Sorgen um die eigene wirtschaftliche Lage ausdrückt. Der Anteil derjenigen, der sich große Sorgen um die eigene wirtschaftliche Lage macht, schwankt vor wie nach der Pandemie um einen Wert von ungefähr zehn Prozent. Dabei machen sich die höher Gebildeten die geringsten Sorgen, während sich die weniger Gebildeten etwas mehr Sorgen machen (Abbildung 2). Möglicherweise fühlen sie sich weniger gewappnet dafür, mögliche persönliche Folgen der Krise – etwa Einkommenseinbußen oder einen Arbeitsplatzverlust – bewältigen zu können.

Der Befund einer unterschiedlichen Intensität von Sorgen gilt auch über die Verteilung des Haushaltsnettoeinkommens hinweg (Abbildung 3). Die umfangreichen staatlichen Finanzpakete sowohl im Rahmen der Sozialschutzpakete I und II als auch zur Stabilisierung der Wirtschaft dürften hier einen stabilisierenden Beitrag geleistet haben. Für diese Vermutung spricht, dass auch in der Finanzmarktkrise 2008/09 die Sorgen um die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung stark angestiegen sind, während sich die Sorgen um die eigene wirtschaftliche Situation kaum änderten (vgl. Grabka et al., 2019). Auch damals wurde die starke Rezession der Volkswirtschaft über ein umfangreiches staatliches Maßnahmenpaket inkl. flexibler Regelungen zur Kurzarbeit und Konjunkturprogrammen abgefedert.

Abbildung 1:   Entwicklung der Sorgen um die allgemeine und eigene wirtschaftliche Situation
Anteil der Befragten in Prozent

SOEPv35, SOEP-Daten des Jahres 2019 sowie SOEP-CoV, Tranche 1. Alle Werte gewichtet mit individuellen Hoch-rechnungsfaktoren.
© DIW Berlin

Abbildung 2: Entwicklung der Sorgen um die allgemeine und eigene wirtschaftliche Situation                      differenziert nach Bildungsgruppen
Anteil der Befragten in Prozent

 

© DIW Berlin

Abbildung 3: Entwicklung der Sorgen um die allgemeine und eigene wirtschaftliche Situation                      differenziert nach Einkommensgruppen
Anteil der Befragten in Prozent

© DIW Berlin

Fazit: Einzelne Bevölkerungsgruppen werden die Krise leichter bewältigen als andere

Vieles spricht dafür, dass die Corona-Pandemie Deutschland im Jahr 2020 in die schwerste Rezession seit Bestehen der Bundesrepublik stürzen wird. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie prognostiziert einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.[11] Das zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung erstmals nach vielen Jahren in einem April wieder gestiegen. Die Zahl der Kurzarbeiter*innen ist auf ein nie dagewesenes Niveau von voraussichtlich mehr als zehn Millionen gestiegen. Die Arbeitsnachfrage ist bis auf wenige Wirtschaftsbereiche vollständig eingebrochen.[12]

Diese starke Eintrübung der wirtschaftlichen Lage spiegelt sich auch in wachsenden Sorgen der Erwerbstätigen wider: Sie schätzen die gesamtwirtschaftliche Lage im April 2020 wesentlich schlechter ein als im Vorjahr. Bemerkenswert ist, dass diese Einschätzung unabhängig von der eigenen Einkommenssituation und auch vom Bildungsgrad erfolgt.

Gleichwohl hat sich das Arbeitsumfeld der Erwerbstätigen verändert: Viele Erwerbstätige haben im April 2020 im Vergleich zum Vorjahr ihre Arbeitszeit reduziert und arbeiten im Homeoffice. Von den Erwerbstätigen im Homeoffice geben rund die Hälfte an, dass sich dadurch ihre Arbeitsproduktivität nicht verändert habe, bei rund 40 Prozent ist sie gesunken. Überraschenderweise geben rund zehn Prozent an, dass sich ihre Produktivität stark erhöht habe.

Vor allem Erwerbstätige mit höheren Einkommen sowie höherer Bildung nutzen die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Damit können sie auch eher Kontakte zu Kolleg*innen reduzieren und so sich und ihre Familien schützen. Menschen mit geringerer Bildung gehen hingegen viel häufiger in Kurzarbeit.

Rund 20 Prozent der befragten Beschäftigten berichten von Einkommensrückgängen. Dabei wird im untersten Einkommens-Terzil der Verteilung des Vorjahres in etwa genauso häufig von Einkommensrückgängen berichtet wie in höheren Terzilen. Das ist sozialpolitisch besonders bedenklich, weil für Menschen mit einem geringeren Einkommen die finanziellen Spielräume viel enger sind.

Schon jetzt zeichnet sich also ab, dass einzelne Bevölkerungsgruppen die Krise leichter bewältigen werden als andere. Schon vor der Corona-Krise bestanden starke Ungleichheiten in unserer Gesellschaft, etwa was das Einkommen oder die Bildung betrifft. Diese Ungleichheiten können sich durch die Corona-Krise noch weiter verschärfen.

Nichtsdestoweniger schätzen die Erwerbstätigen – und insbesondere die höher Gebildeten – die eigene wirtschaftliche Lage derzeit positiv ein. Vermutlich auch deshalb, weil viele von ihnen im April 2020 noch keine Einkommenseinschnitte hinnehmen mussten. Es bleibt zu beobachten, ob sich diese positive Einschätzung in den nächsten Monaten verfestigen wird, wenn die Zahl der Arbeitslosen steigt und erste Betriebe in die Insolvenz gehen.

Fußnoten

[1] Das SOEP ist eine repräsentative jährliche Wiederholungsbefragung privater Haushalte, die seit 1984 durchgeführt wird (vgl. Goebel et al., 2019). Das SOEP enthält eine Vielzahl an Informationen zu den Befragten – auf Individual- und Haushaltsebene. Hierzu zählen neben soziodemografischen Charakteristika (Haushaltszusammensetzung, Wohnort, Alter und Geschlecht der Haushaltsmitglieder, Einkommen etc.) Informationen zum Erwerbsstatus (Arbeitszeit, Branche, Erwerbseinkommen, Anzahl der Mitarbeiter im Betrieb, etc.) sowie Fragen zu Gesundheit, Sorgen oder Lebenszufriedenheit. Für die Beschreibung der Situation der Erwerbstätigen während der Corona-Pandemie im April 2020 werden Daten der ersten Tranche der sogenannten SOEP-CoV-Studie verwendet. Diese Studie basiert auf telefonisch durchgeführten Interviews von SOEP-Befragten während der Corona-Pandemie (01.04.2020 bis 16.04.2020; Tranche 1 der Befragung). Sie enthält neben ausgewählten SOEP-Items auch verschiedene Informationen zum Corona-Themenkomplex. So wird der eigene, gegenwärtige Gesundheitszustand (inkl. Covid-19-Infektion) ebenso abgefragt wie die Betroffenheit von Kurzarbeit, Arbeit im Homeoffice oder aktuelle Sorgen.

[2] Die Datengrundlage der folgenden Analysen bildet die ersten Tranche von mehr als 1.600 SOEP-Befragten, die im Zeitraum 01.04.2020 bis 16.4.2020 im Rahmen der SOEP-CoV Befragung zu ihrer aktuellen Lebenssituation zu Zeiten der Corona-Pandemie befragt wurden, wovon ungewichtet 919 im Jahr 2019 erwerbstätig waren und damit in die folgenden Analysen eingehen.

[3] Zur Abgrenzung der Bildungsabschlüsse wird die Comparative Analysis of Social Mobility in Industrial Nations-Klassifikation genutzt. Demnach werden solche ohne Schulabschluss oder Hauptschulabschluss (mit oder ohne berufliche Ausbildung) als „niedrig“ eingestuft. Diejenigen, die mittlere Reife oder (Fach-)Hochschulreife haben (mit oder ohne berufliche Ausbildung) werden als „mittel“ eingestuft. Letztlich werden diejenigen, die einen (Fach-)Hochschulabschluss haben, als „hoch“ eingestuft.

[4] Von Gaudecker et al. (2020) zeigen, dass die Möglichkeit zur Tätigkeit im Homeoffice stärker von denjenigen Erwerbstätigen wahrgenommen wird, die Bürotätigkeiten oder Non-routine-Tasks ausüben (von Gaudecker, H.-M., Holler, R., Janys, L., Siflinger, B., und C. Zimpelmann (2020): Labour Supply in the Early Stages of the COVID-19 Pandemic: Empirical Evidence on Hours, Home Office, and Expectations, IZA Discussion Paper, 13158).

[5] Hierbei ist zu beachten, dass die Zahl der Beobachtungen in der niedrigsten Bildungskategorie, die berichten in Homeoffice zu arbeiten sehr klein ausfällt, womit deren Interpretation eingeschränkt ist.

[6] Zu Produktivitätseffekten im Homeoffice vgl. auch Bloom et al. (2015).

[7] Es sei darauf hingewiesen, dass die Kategorien bei der Abfrage nach der Produktivität nicht symmetrisch sind. Konkret wird differenziert zwischen „viel produktiver“, „etwa genauso produktiv“ und „weniger produktiv“.

[8] Von Anfang März bis zum 26. April 2020 sind bei der Bundesagentur für Arbeit 751.000 Anzeigen von Betrieben auf Kurzarbeit für 10,1 Millionen Beschäftigte eingegangen.

[9] Vgl. zur Entwicklung der im SOEP erfragten Sorgenbereiche Priem et al. (2020).

[10] Daten zum ifo Geschäftsklima: https://www.ifo.de/node/54705.

[11] Vgl. https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2020/20200429-altmaier-corona-pandemie-fuehrt-wirtschaft-in-rezession.html.

[12] Vgl. https://www.arbeitsagentur.de/presse/2020-27-der-arbeitsmarkt-im-april-2020.

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Abstract

Die Corona-Pandemie und die politischen Entscheidungen zu ihrer Eindämmung verändern derzeit die Situation vieler Erwerbstätiger in Deutschland. Viele abhängig Beschäftigte arbeiten im Homeoffice, befinden sich in Kurzarbeit, fürchten um ihren Job oder haben diesen bereits verloren. Selbständige verzeichnen Umsatz- und Gewinneinbußen und sehen sich in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Erwerbstätige mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen sind besonders belastet, da Betreuungs- und Pflegedienste weggebrochen sind. Damit ist offensichtlich: Vor dem Virus sind nicht alle gleich. Und mit den ungleichen ökonomischen und alltäglichen Lebenssituationen entstehen und wachsen auch die Sorgen in unterschiedlicher Weise. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass einzelne Bevölkerungsgruppen die Krise leichter bewältigen werden als andere.

Theresa Entringer

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Sabine Zinn

Direktorium SOEP und Bereichsleitung Surveymethodik und -management in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Johannes Seebauer

Doktorand in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Stefan Liebig

Direktorium in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Hannes Kröger

Leiter der Nachwuchsgruppe SocPsych-MH in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Daniel Graeber

Doktorand in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Carsten Schröder

Vize-Direktor SOEP und Bereichsleitung Angewandte Panelanalysen in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Jan Goebel

Direktorium SOEP und Bereichsleitung Data-Operation und Forschungsdatenzentrum in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Markus M. Grabka

Direktorium SOEP und kommissarische Bereichsleitung Wissenstransfer in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Martin Kroh

Senior Research Fellow in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

Jürgen Schupp

Wissenschaftler in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel