Die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Ungleichheit und die Wirkung des Rentensystems: Empirische Analysen auf Basis von administrativen Daten und einem dynamischen strukturellen Lebenszyklusmodell

Aktuelles Projekt

Abteilung

Staat

Projektleitung

Peter Haan

Projektzeitraum

1. November 2017 - 31. Oktober 2020

Auftraggeber

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Der demografische Wandel stellt für die Gesellschaften in den Industrieländern eine große Herausforderung dar. Insbesondere die zunehmende Langlebigkeit und die damit verbundene Alterung der Gesellschaften wirken sich auf die Organisation und die Finanzierung des Wohlfahrtsstaates aus. Daher haben die meisten Regierungen Reformen des Rentensystems implementiert. Gleichzeitig hat die zunehmende Lebenserwartung wichtige Verteilungseffekte und Konsequenzen für die Ungleichheit einer Gesellschaft. Erstens gibt es klare Evidenz, dass sich die Lebenserwartung und auch die Zunahme der Lebenserwartung stark zwischen Individuen unterscheiden, unter anderem nach Gesundheit, Einkommen, Bildung oder nach der Erwerbshistorie. Zweitens können sich die Auswirkungen der Rentenreformen, die auf Grund des demografischen Wandels eingeführt wurden, zwischen diesen Gruppen stark unterscheiden. Einige Personen können ihre Erwerbstätigkeit anpassen oder als Reaktion auf Reformen ihr Vorsorgeverhalten (Altersparen) verändern. Im Gegensatz dazu könnten andere Personen Probleme haben,  ihr Arbeitsleben zu verlängern oder zusätzliches privates Vermögen zu akkumulieren. Für diese Personen könnte zum Beispiel die Erhöhung des Rentenalters zu negativen Beschäftigungseffekten und längerer Arbeitslosigkeit und damit zu einer beträchtlichen Verringerung des Nettoeinkommens in der Rente führen.
Es ist das Ziel dieses Forschungsprojektes,  die Auswirkungen der Erhöhung der Lebenserwartung und die Effekte von Rentenreformen, die im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel eingeführt und diskutiert werden, auf die Einkommensungleichheit zu untersuchen. Insbesondere, verknüpfen wir in diesem Projekt administrative Sozialversicherungsdaten mit den Paneldaten des Sozio-oekonomischen Panels,  um die Interdependenz von heterogener Lebenserwartung, Rentenreformen und Einkommensungleichheit zu untersuchen.  Im Mittelpunkt des Projekts wird ein strukturelles Lebenszyklusmodell entwickelt und empirisch geschätzt, das es erlaubt, die Folgen der zunehmenden Lebenserwartung auf die Ungleichheit zu untersuchen und die verteilungspolitischen Auswirkungen verschiedener Rentenreformen zu analysieren. Zusätzlich untersuchen wir auf Basis der Daten der Rentenversicherung, wie sich die Heterogenität in der Lebenserwartung zwischen Kohorten entwickelt hat. In einem dritten Teil untersuchen wir die potentiell heterogenen Auswirkungen von  Rentenreformen; insbesondere analysieren wir ob sich die kausalen Beschäftigungseffekte von Rentenreformen zwischen Firmen und Berufen und nach unterschiedlichen Haushaltsmerkmalen unterscheiden.

DIW Team

Kontakt

Anna Hammerschmid

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Staat