Auswirkungen der Ort-Zeit-Flexibilisierung von Erwerbsarbeit auf informelle Sorgearbeit im Zuge der Digitalisierung

Abgeschlossenes Projekt

Abteilung

Staat

Projektleitung

Kai-Uwe Müller

Projektzeitraum

1. Oktober - 20. Dezember 2019

Auftraggeber

Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. im Rahmen des Dritten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung

Kooperationspartner

Yvonne Lott, Hans-Böckler-Stiftung

Die Digitalisierung, d.h. die Verbreitung digitaler Kommunikationstechnologien und digitaler Netzwerke bzw. Clouds, bietet Möglichkeiten zum ortsflexiblen Arbeiten, z.B. Homeoffice, für immer mehr Beschäftigte. Dies kann der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie zu Gute kommen und gleichzeitig die Geschlechtergerechtigkeit fördern. Denn ortsflexibles Arbeiten steht nicht nur mehr Männern potenziell zu Verfügung, sondern kann durch eine höhere Verbreitung in den Betrieben normaler und akzeptierter werden. Damit könnten auch Männer Homeoffice verstärkt zur Bewältigung von informeller Sorgearbeit nutzen. In dieser Expertise wird folgenden Fragen nachgegangen: Ist die Nutzung von Homeoffice tatsächlich mit einer geringeren Ungleichverteilung von informeller Sorgearbeit verbun-den? Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Homeoffice von Frauen und Männern in Paarhaushalten und dem Anteil, den Frauen an der gesamten informellen Sorgearbeit aufbringen (Gender Care Share)? Welchen Einfluss hat die Nutzung von Homeoffice durch Frauen und die Nutzung von Homeoffice durch Männer auf die individuelle Zeit, die Männer und Frauen jeweils in informelle Sorge investieren? Zeigen sich Unterschiede, wenn Männer und Frauen parallel Homeoffice nutzen? Welche Rolle spielen dabei individualspezifische Merkmale (z.B. die berufliche Stellung, Mitarbeiter*innen-Verantwortung) oder betriebsbezogene Kontextfaktoren (z.B. Unternehmensgröße, Branche oder die Nutzung von Gleitzeit) für diese Zusammenhänge? Auf Basis des Sozio-oekonomischen Panel (5 Wellen zwischen 1997 und 2014) werden Lineare Paneldatenmodelle geschätzt. Dabei geht eine Vielzahl von Kontrollvariablen für Männer und für Frauen sowie auf Ebene des Haushalts in die Modelle ein. Unbeobachtete Einflüsse auf verschiedenen Ebenen, z.B. allgemeine Zeittrends, Unterschiede nach Berufen und Branchen sowie haushaltsspezifische Faktoren werden statistisch konstant gehalten. Daher können die Ergebnisse vorsichtig kausal interpretiert werden.

DIW Team

Kontakt

Kai-Uwe Müller

Leiter der FIS Nachwuchsgruppe Zeitpolitik in der Abteilung Staat