Pädagogische Konzeptionen von Kindertageseinrichtungen: Deskription eines pädagogischen Instruments

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Susanne Kuger, Birgit Becker, C. Katharina Spieß

In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft 23 (2020), 3, S. 509–537

Abstract

owohl die Praxisliteratur zum Einrichtungsmanagement als auch der Gesetzgeber sehen pädagogische Konzeptionen als ein probates Mittel zur Steuerung der Qualität von Kindertageseinrichtungen. Die vorliegende Studie untersuchte 583 Kita-Konzeptionen von Einrichtungen aus ganz Deutschland mithilfe eines neu entwickelten Codierschemas und quantitativen Analysemethoden. Im Zentrum stehen zwei Fragen: erstens inwiefern Qualitätsmerkmale in den Dokumenten zu finden sind und zweitens, ob Rahmenbedingungen der Einrichtungen, die zu besserer Qualität in diesen führen sollten, mit ausgewählten Konzeptionsmerkmalen zusammenhängen. Die ausgewerteten Dimensionen umfassen Aspekte der Qualitätssicherung und -entwicklung, der Elternkooperation sowie Kooperationen im sozialen Nahraum. Die Konzeptionen stammen von Einrichtungen, in die Kinder der SOEP- und der TwinLife-Studien gingen. Die Dokumente erweisen sich sowohl hinsichtlich formaler als auch inhaltlicher Merkmale als sehr heterogen und können nur teilweise die in der öffentlichen und fachlichen Debatte formulierten Erwartungen erfüllen. Weniger formalisierte und einfache Formen der Qualitätssicherung und -entwicklung (z. B. Teamsitzungen) sowie der Kooperationen mit Eltern (z. B. Tür-und-Angel-Gespräche) sind häufiger dokumentiert als stärker formalisierte oder aufwändiger zu gestaltende Formen (z. B. externe Evaluationen). Bivariate Analysen nach Bundesland‑, Gemeinde- und Trägertypen zeigen, dass die Inhalte pädagogischer Konzeptionen sich nur teilweise systematisch nach diesen Kontextmerkmalen unterscheiden. Konzeptionen von Einrichtungen in kleineren Gemeinden sowie von freien und öffentlichen Trägern beschreiben eher Kooperationen mit Eltern und im sozialen Nahraum als die Konzeptionen von Einrichtungen in größeren Gemeinden und von anderen Trägern.

Both the literature on setting management and German legislation see educational frameworks as an appropriate means of quality control and development in early childcare settings. This study reports on the results of a quantitative text analyses that applies a newly developed coding scheme to 583 educational frameworks of settings in Germany. Coding results are used to study to what degree frameworks refer to quality development and improvement measures as well as the settings’ cooperation with parents and other partners in their social environment. Furthermore, we study whether frameworks of settings working under conditions that are typically associated with better setting quality, actually refer to such practices and intentions more frequently. The frameworks were collected in settings that are attended by children whose families participate in the SOEP or the TwinLife studies. The documents prove to be very heterogeneous in terms of both formal and content-related features, only partially meeting the expectations raised in the public and scientific debate. Staff centred and more easily to implement formats of quality development and improvement (e.g., team meetings) as well as cooperation with parents (e.g., daily chat) are more often documented than more formalized or more complex formats (e.g., external evaluation). The content of educational frameworks is not systematically associated with state-level characteristics, municipality type, or setting provider. Interestingly, cooperation with parents and with partners in the local community are more frequently found in concepts of institutions in smaller municipalities as well as of free and public providers than in those of institutions in larger municipalities or from other for-profit providers.

C. Katharina Spieß

Abteilungsleiterin in der Abteilung Bildung und Familie

Themen: Familie, Bildung



Keywords: Early child education and care, Educational frameworks, Quality, SOEP, TwinLife, Kindertageseinrichtung, Konzeptionen, Qualität, SOEP, TwinLife
DOI:
https://doi.org/10.1007/s11618-020-00947-9