FamilienMonitor_Corona (5): Zustimmung zu Kita- und Schulschließungen sinkt trotz steigender Neuinfektionen auf Jahrestiefstwert

Bericht vom 22. März 2021

Es liegen neue Ergebnisse des FamilienMonitor_Corona zu den Sorgen und dem Wohlbefinden von Familien im Zeitraum 3. bis 16. März 2021 vor. Dieser Zeitraum war von einem Infektionsgeschehen geprägt, in dem die Neuinfektionen zunächst stagnierten, um dann wieder dynamisch zu steigen. Dennoch hat dieser Zeitraum durch die zunehmende Wiederaufnahme des Kita- und Schulbetriebs etwas Erleichterungen im Alltag vieler Familien gebracht. Im gleichen Zeitraum haben viele Bundesländer ihre Pläne konkretisiert, LehrerInnen und ErzieherInnen Impfangebote zu unterbreiten und regelmäßige Schnelltests in den Bildungs- und Betreuungseinrichtungen durchführen zu lassen. Auch wurden politische Fortschritte für ein gemeinsames Bund-Länder-Programm erzielt, mit denen die entstandenen Lernrückstände bei SchülerInnen aufgeholt werden sollen. Das Programm könnte einen Umfang von etwa einer Milliarde Euro umfassen.

Der FamilienMonitor_Corona zeigt, dass sich in der ersten Märzhälfte die Sorgen von Eltern um die Bildung und die wirtschaftliche Zukunft ihrer Kinder leicht verringert haben. Aktuell machen sich etwa 50 Prozent der Eltern große Sorgen um die Bildung und die wirtschaftliche Zukunft der Kinder, Ende Februar lag der Anteil noch zwei beziehungsweise vier Prozentpunkte höher. Die Sorgen nehmen vor allem bei Eltern mit älteren Schulkindern etwas ab, was mit einer zunehmenden Öffnung von Schulen einhergeht, aus denen vielerorts die Mittelstufe bislang ausgenommen war. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Neuinfektionen nahmen die Sorgen um die Gesundheit der Kinder leicht zu. Etwa 34 Prozent der Eltern berichten demnach von großen Sorgen in diesem Bereich, bei Eltern von älteren Schulkindern sind die Sorgen ausgeprägter.

Trotz steigender Inzidenzen zeigt sich, dass Eltern zunehmend Kita- und Schulschließungen als Maßnahme zur Eindämmung der Virusausbreitung ablehnen. Nur noch 37 Prozent der Eltern befürworten die Maßnahme, 61 Prozent lehnen sie ab. Anfang Januar hat sich die Zustimmung und die Ablehnung unter Eltern noch etwa die Waage gehalten. Nun ist die Ablehnung mit einem Anteil von fast 70 Prozent besonders groß unter Eltern von Kita-Kindern. Auch ist die Ablehnung höher bei Eltern ohne Abitur.

Die Zufriedenheit mit der Kinderbetreuung steigt in der ersten Märzhälfte leicht auf einen Wert von 5,6 Punkten (Skala von 0 – „ganz und gar unzufrieden“ bis 10 – „ganz und gar zufrieden“). Die Zufriedenheit mit dem Familienleben verharrt auf einem Wert von 7,1 Punkten, der im Vergleich zur Zufriedenheit im November (7,4) als vergleichsweise niedrig zu beurteilen ist. Die Zufriedenheit mit dem Leben allgemein verweilt bei einem Wert von 6,8 Punkten.

Differenziert man die Betrachtung der Zufriedenheit nach dem Alter des Kindes im Haushalt, zeigen sich in der ersten Märzhälfte Verbesserungen in der Zufriedenheit mit der Kinderbetreuung, dem Familienleben und dem Leben allgemein hauptsächlich bei Eltern von älteren Schulkindern.

Themen: Familie , Wohlbefinden

Mathias Huebener

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Familie

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