FamilienMonitor_Corona (7): Wohlbefinden von Eltern sinkt auf Tiefstwert

Bericht vom 19. April 2021

Das neueste Update des FamilienMonitor_Corona betrachtet die Sorgen und das Wohlbefinden von Familien im Zeitraum 31. März bis 13. April 2021. In diesen Zeitraum fallen in vielen Bundesländern die Osterferien. Die Zahl der Neuinfektionen ist in diesem Zeitraum weiter dynamisch gewachsen. HausärztInnen haben mit dem Impfen gegen das Corona-Virus begonnen, wodurch seit Impfbeginn Höchstwerte bei der Anzahl der täglichen Impfungen erreicht wurden. Der Zugang zu Kitas und Schulen unterscheidet sich in diesem Zeitraum sehr stark zwischen den Bundesländern. Während in einigen Bundesländern die Rückkehr älterer SchülerInnen in den Präsenzunterricht vorbereitet wurde, verringerten andere Bundesländer den Präsenzanteil wieder. Auch sind in einigen Bundesländern nach einer Öffnung im März Kitas wieder geschlossen worden beziehungsweise in den Notbetrieb zurückgekehrt.

Nachdem die Sorgen von Eltern um die Bildung und wirtschaftliche Zukunft ihrer Kinder in der zweiten Märzhälfte signifikant gestiegen waren, verbleiben sie in der ersten Aprilhälfte auf diesem hohen Niveau. Aktuell machen sich etwa 57 Prozent der Eltern große Sorgen um die Bildung und die wirtschaftliche Zukunft ihrer Kinder, 38 Prozent sorgen sich sehr um die Gesundheit der Kinder. Sorgen um die eigene wirtschaftliche Situation der Eltern nehmen um zwei Prozentpunkte auf 28 Prozent zu. Sorgen um die Kinder unterscheiden sich kaum nach dem Alter der Kinder, sind unter Müttern und Eltern ohne Abiturabschluss aber stärker ausgeprägt.

Die Zustimmung beziehungsweise Ablehnung von Eltern zu Kita- und Schulschließungen erscheint im Mittel nahezu unverändert. Der Anteil, der Schließungen zustimmt, beträgt weiterhin 35 Prozent, der Anteil, der sie ablehnt, beträgt 63 Prozent. Hinter dem Mittelwert verbergen sich aber starke Veränderungen in Abhängigkeit vom Alter des Kindes. In der ersten Aprilhälfte stimmt nur noch etwa jedes vierte Elternteil von Kita-Kindern Schließungen zu, Ende März war es noch etwa jedes dritte. Hingegen hat die Zustimmung zu Kita- und Schulschließungen unter Eltern von älteren Schulkindern (ab 12 Jahren) deutlich zugenommen. Etwa 47 Prozent der Eltern befürworten solche Schließungen in der ersten Aprilhälfte, im Vergleich zu 36 Prozent in der zweiten Märzhälfte.

Die Zufriedenheit mit der Kinderbetreuung ist in der ersten Aprilhälfte von einen Wert von 5,7 auf 5,5 Punkte gesunken (Skala von 0 – „ganz und gar unzufrieden“ bis 10 – „ganz und gar zufrieden“). Die Zufriedenheit mit dem Familienleben geht von 7,3 auf 7,1 Punkte zurück. Der Rückgang in der Zufriedenheit mit der Kinderbetreuung und dem Familienleben geht insbesondere von Eltern mit Kita- und Grundschulkindern aus. Die Zufriedenheit mit dem Leben allgemein sinkt auf 6,5 Punkte. Dies stellt im Laufe der Befragung seit Beginn der Pandemie des tiefsten Wert in der Lebenszufriedenheit von Müttern und Vätern dar, unabhängig vom Alter des Kindes und der Bildung der Eltern.

Themen: Familie , Wohlbefinden

Mathias Huebener
Mathias Huebener

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Familie

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