Aktuelles Projekt
Die Betriebsbefragung des SOEP – erstmalig im Jahr 2012 durchgeführt – geht in die zweite Runde. Im Mittelpunkt stehen die längerfristigen Veränderungen der Arbeitsbeziehungen im Kontext der fortlaufenden Digitalisierung. In diesem Zusammenhang wird auch untersucht, wie sich die Coronakrise auf Personalmanagement und -führung ausgewirkt hat.
Das Besondere an dieser Studie ist die Verknüpfung von Individual- und Organisationsdaten. Konkret werden jene Betriebe befragt, in denen SOEP-Befragte beschäftig sind, wodurch die Daten der (zustimmenden) Beschäftigten mit Betriebsdaten verlinkt werden können. Dadurch können zum Beispiel der Wandel der Erwerbsbiographien und der Sozialstruktur, des Bildungsverhaltens und der Verwertung des Humankapitals, der Verwirklichungschancen und der Arbeits- und Lebenszufriedenheit analysiert werden. Die Verknüpfung von Individual-, Haushalts- und Betriebsdaten im Linked-Employer-Employee (SOEP-LEE) bereichert das SOEP nicht nur um zusätzliche Variablen, sondern auch um eine weitere Datenquelle. Darüber hinaus trägt das Projekt zur Survey-methodologischen Forschung bei, beispielsweise durch die Kombination von Befragung und Internet-Recherchen zur Reliabilitätsprüfung.
Neben den verknüpften SOEP-LEE2 Daten zu Betrieben und Beschäftigten werden auch davon unabhängige eigenständige Sonderbefragungen durchgeführt. Zwei weitere an Unternehmen gerichtete Sonderbefragungen, die seit dem Herbst 2024 gemeinsam mit dem uzbonn erfolgen, beschäftigen sich mit den Themen Resilienz von Unternehmen und Cybersicherheit in KMUs (kleinen und mittleren Unternehmen). In einem 2-Länder-Vergleich geht es ferner um Entscheidungen unter Unsicherheit. Darüber hinaus werden zwei Sonderbefragungen an Beschäftigte gerichtet. Eine dieser Studien befasst sich mit Entscheidungen unter Unsicherheit, und untersucht diese in einem 2-Länder-Vergleich. Die zweite dieser Studien untersucht die betriebliche Integration von Menschen in Deutschland mit Migrationserfahrung und zielt darauf ab, zentrale Faktoren für Bleibe- oder Rückkehrentscheidungen zu identifizieren und daraus Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Verwaltung vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels abzuleiten.
Das Projekt hat im Juni 2021 am DIW/SOEP Berlin und am Institut für Personal und Arbeit der Helmut-Schmidt-Universität | Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) begonnen. Die verknüpfbaren Betriebsbefragungen begannen im Herbst 2021 und werden in drei Wellen von infas (Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH) durchgeführt. Nach Abschluss der Datenaufbereitung werden die Wellen durch das Forschungsdatenzentrum Betriebs- und Organisationsdaten (FDZ-BO) und das FDZ SOEP am DIW der Forschungsöffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
© SOEP / DIW Berlin