Gleiche Erbchancen für Frauen und Männer? Zur geschlechtsspezifischen Bedeutung von Erbschaften für die Alterssicherung

Aufsätze in sonstigen Zeitschriften

Claudia Vogel, Kira Baresel, Heike Eulitz, Uwe Fachinger, Markus M. Grabka, Christoph Halbmeier, Harald Künemund, Alberto Lozano Alcántara

In: Deutsche Rentenversicherung (2021), 3, S. 236-251

Abstract

In Deutschland bestehen ein Gender-Pay-Gap, ein Gender-Wealth-Gap und ein Gender-Pension-Gap zuungunsten von Frauen. Ziel dieses Beitrags ist erstens zu untersuchen, obzudem ein Gender-Inheritance-Gap vorliegt, also Männer und Frauen ungleiche Erbchancenhaben. Zweitens wird untersucht, ob Erbschaften für die Alterssicherung von Frauenund Männern gleichermaßen von Bedeutung sind. Datengrundlage ist das Sozio-oekonomischePanel (SOEP). Im Zeitraum 2002 bis 2017 haben 7,7 Prozent aller erwachsenenFrauen und 6,9 Prozent aller erwachsenen Männer geerbt, es liegt somit kein Gender-Inheritance-Gap zuungunsten der Frauen vor. Der Großteil der Frauen erhält, ebenso wieder Großteil der Männer, jedoch entweder überhaupt keine Erbschaften oder nur geringeBeträge. Lediglich eine kleine Minderheit erbt größere Beträge. Insofern ist der Beitragder Erbschaften zur Alterssicherung bei Frauen relativ betrachtet zwar etwas größer alsbei Männern, bleibt aber insgesamt gering.

Markus M. Grabka

Direktorium SOEP und kommissarische Bereichsleitung Wissenstransfer in the German Socio-Economic Panel study Department

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