Entgeltumwandlung im Jahr 2018: Wer nutzt sie in welchem Umfang?

Discussion Papers 1977, 29 S.

Johannes Geyer, Ralf K. Himmelreicher

2021

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Abstract

Wir untersuchen anhand von repräsentativen Daten für die Privatwirtschaft (Verdienststrukturerhebung 2018) Anteile und Höhe von umgewandelten Entgelten nach verschiedenen individuellen und betrieblichen Merkmalen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland für das Jahr 2018. Deskriptive wie multivariate Regressionsanalysen weisen sowohl auf eine selektive Teilnahmebereitschaft zur Umwandlung als auch auf eine mit steigendem Einkommen erhöhte Bereitschaft höhere Entgelte umzuwandeln hin. Große Unterschiede bestehen zwischen Frauen und Männern, zwischen Ost- und Westdeutschland sowie zwischen verschiedenen Branchen. Im Mindestlohn- und Niedriglohnbereich ist Entgeltumwandlung kaum verbreitet, und falls doch, dominieren monatliche Beiträge, die 50 Euro selten übersteigen. Bei geringfügig Beschäftigten ist Entgeltumwandlung die seltene Ausnahme. Und umgekehrt ist der Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am oberen Ende der Einkommensverteilung, die Anteile ihresArbeitsentgeltes umwandeln, besonders hoch; die Höhe ihre umgewandelten Beiträge steigt dabei exponentiell. Gerade für gering qualifizierte Beschäftigte im Mindest- und Niedriglohnbereich in typischen Niedriglohnbranchen wird das sinkende Rentenniveau eher selten durch ergänzende Entgeltumwandlung kompensiert. Insbesondere in Ostdeutschland, wo im Vergleich zu Westdeutschland kleinere Betriebe ohne Tarifbindung und mit niedrigeren Arbeitsentgelten häufiger vorkommen, wird Entgeltumwandlung kaum praktiziert, weshalb Defizite in der betrieblichen Altersvorsorge und somit insgesamt niedrigere Alterseinkünfte in Zukunft zu erwarten sind.

Johannes Geyer

Stellvertretender Abteilungsleiter in der Abteilung Staat



JEL-Classification: D14;D31;E27
Keywords: Betriebliche Altersvorsorge, Entgeltumwandlung, Einkommensverteilung

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