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Inequality, Taxation and Redistribution: Insights from a German/French Perspective (EQUITAX)

Aktuelles Projekt

Projektleitung

Dr. Charlotte Bartels

Projektzeitraum

1. April 2023 - 31. März 2026

Zuwendungsgeber

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Kooperationspartner*innen

Universität Regensburg (UR)
École Normale Supérieure de Lyon (ENS)
Center for Research in Economics and Statistics in Paris (CREST)

Während die Vermögens- und Einkommensungleichheit in vielen Ländern in den letzten Jahrzehnten zugenommen haben, gerieten die europäischen Wohlfahrtsstaaten angesichts wirtschaftlicher Schwierigkeiten und zunehmender Globalisierung unter Druck. Projektziel ist es, die effektivsten Steuer- und Transferinstrumente zur Reduktion ökonomischer Ungleichheit zu identifizieren. Hierfür werden Besteuerung und Ungleichheit mit den neuesten Methoden und Daten aus einer deutsch-französischen Perspektive umfassend analysiert und dabei makroökonomische, theoretische und angewandte mikroökonometrische Ansätze kombiniert.

Das Projekt setzt sich aus drei Arbeitspaketen zusammen:

  1. Das erste Arbeitspaket vergleicht die Dynamik von Einkommens- und Vermögensungleichheiten in Frankreich und Deutschland: Für Deutschland werden neue Langzeitreihen der Einkommensungleichheit vor und nach Steuern erstellt, mit bereits existierenden französischen Reihen kombiniert, und der ungleichheitsreduzierende Effekt der jeweiligen Steuer- und Transfersysteme daraufhin herausgearbeitet. Hierbei wird zwischen allgemeinen und länderspezifischen Institutionen unterschieden.
  2. Das zweite Arbeitspaket untersucht die Verhaltensreaktion reicher Haushalte auf Steuerreformen. Hierfür werden "natürliche Experimente" bei der Besteuerung von Vermögen in Frankreich und Erbschaften in Deutschland genutzt, die drastische Verhaltensänderungen generiert haben, die in exzellenten administrativen Datenquellen aufgezeichnet sind. So können die zentralen Parameter für Wissenschaft und politische Entscheidungsträger ermittelt werden: Wie wirkt sich die Vermögensbesteuerung auf die Spar-, Arbeits- und Migrationsentscheidung aus? Und wie darauf, das zu versteuernde Kapitaleinkommen durch Steuerplanung zu minimieren? Inwieweit passen Hochvermögende den Zeitpunkt von Schenkungen an, um die Besteuerung ihrer Vermächtnisse zu vermeiden?
  3. Das dritte Arbeitspaket deckt die größten Ineffizienzen der aktuellen Steuerpolitik auf, um ein "optimales" System zu entwerfen, indem die Parameter der vorherigen Arbeitspakete mit Steuertheorie kombiniert werden – sowohl aus der Mikro- als auch aus der Makroperspektive. Zunächst wird der marginale Deadweight Loss der Besteuerung entlang der Einkommensverteilung jedes Landes berechnet, um aufzuzeigen, an welchen Stellen der Einkommensverteilung die aktuellen Steuersysteme ineffizient sind. Mit Hilfe eines Makrosimulationsmodells werden die Wohlfahrtsauswirkungen verschiedener Steuerreformen in Deutschland und Frankreich identifiziert. Diese Analyse dient als Leitfaden für steuerpolitische Reformen.

    DIW Team

    Themen: Verteilung

    Kontakt

    Charlotte Bartels
    Charlotte Bartels

    Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel

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