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Deutliche Bremsspuren in der Logistikkonjunktur, aber positive Jobaussichten: BVL/DIW Logistik-Indikator im vierten Quartal 2008

Pressemitteilung vom 1. Dezember 2008

Das Geschäftsklima in der deutschen Logistikwirtschaft hat sich im Schlussquartal deutlich abgekühlt. Der BVL/DIW Logistik-Indikator gab seit September um 19 Punkte nach und liegt nunmehr mit einem Wert von 109,5 nur noch leicht oberhalb des Normalniveaus von 100. Dies entspricht einem Rückgang um fast 15 Prozent. "Der Logistikmarkt ist gespalten", sagte Stefan Kooths, Konjunkturexperte des DIW Berlin: "Die Logistikdienstleister haben ihre Erwartungen kräftig zurückgeschraubt, obwohl sie ihre Lage immer noch verhalten günstig einschätzen. Demgegenüber ist das Klima bei den Logistikanbietern in Industrie und Handel weiterhin deutlich expansiv ausgerichtet."
Die mehrheitlich negative Einschätzung bei den Logististikdienstleistern steht allerdings im Gegensatz zu dem zukünftigen Bedarf, den Industrie und Handel erwarten. Die Kapazitätsauslastung ist nur leicht rückläufig, die Einstellungsbereitschaft ist nach wie vor hoch. Dies lässt darauf schließen, dass die von den Anbietern erwarteten Auftragsrückgänge nur vorübergehender Natur sind. Dementsprechend gibt es kaum Abstriche bei den geplanten Neueinstellungen und den eigenen logistischen Sachkapazitäten, die weiterhin deutlich auf Expansion ausgerichtet sind. Von der unveränderten Bereitschaft, Logistikaktivität auszulagern, dürften auch die Logistikdienstleister profitieren. Knapp ein Drittel der Befragten empfinden Engpässe in der Infrastruktur bereits jetzt als Herausforderung. "Die ist ein alarmierendes Signal für die deutsche Wirtschaft", sagte Stefan Kooths, "zumal die Infrastrukturlücke bei den derzeitigen Investitionsplänen und angesichts der sich abzeichnenden zukünftigen Transportbedarfs noch weiter zunehmen dürfte". Der BVL/DIW Logistik-Indikator: Ein wichtiger konjunktureller Seismograph für den Exportweltmeister Deutschland Die Logistikwirtschaft ist mit 2,6 Millionen Beschäftigten der drittgrößte Wirtschaftsbereich in Deutschland und wurde in ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung lange statistisch nicht adäquat erfasst. Seit Herbst 2006 schließt der BVL/DIW-Logistik-Indikator diese Lücke. Der Indikatorberechnung liegen die Einschätzungen zugrunde, die vierteljährlich im Rahmen einer Expertenbefragung unter den Top-200-Logistik-Unternehmen erhoben werden. Kennzeichnend für den Indikator ist, dass beide Seiten des Logistikmarktes befragt werden - Logistik-Dienstleister einerseits, Anwender aus Industrie und Handel andererseits.
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