Fazit: Es gibt noch viel zu tun
Die temperaturbereinigten Heizenergieverbräuche des DIW-Wärmemonitors sind zwischen 2013 und 2023 um 9 Prozent zurückgegangen.
Im gesamten Gebäudesektor wurden zwischen 2014 und 2024 ca. 17 Prozent an Emissionen eingespart. Wärmere Winter aber auch die Umstellung auf weniger CO2-intensive Wärmeversorgung haben dazu beigetragen. Das im Klimaschutzgesetz vereinbarte Ziel im Gebäudesektor für das Jahr 2030 liegt jedoch bei 67 Mio. t CO2-Äq. Das entspricht einer Reduktion um 33 Prozent in 6 Jahren (siehe Abbildung 1).
Dies ist nur mit einem stärkeren Fokus auf Gebäudeeffizienz und den Umstieg auf erneuerbare Energien in der Wärmeversorgung machbar. Dafür braucht es zusätzliche politische Maßnahmen.
Um weitere Einspareffekte durch Verhaltensänderungen zu erzielen, sollten zum einen Informationsdefizite reduziert werden, beispielsweise durch zeitnahe Informationen, sowie Spartipps und die Ausweitung von Energieberatungsangeboten. Im Vergleich zum Stromverbrauch bekommen Haushalte oft erst sehr spät Informationen über ihren aktuellen Verbrauch und die entsprechenden Heizkosten.
Um weitere mittelfristige Einspareffekte zu erzielen, sollten energetische Sanierungen und der Umstieg auf eine Wärmeversorgung aus erneuerbarer Energieweiter gefördert sowie Mindestenergiestandards für Gebäude stärker genutzt werden. Förderprogramme sollten vor allem auf die ineffizientesten Gebäude mit dem größten Einsparpotenzial abzielen sowie auf einkommensschwache Haushalte, um auch positive soziale Effekte zu erreichen. Eine "Worst-First"-Strategie ist ein vielversprechender Politikansatz, der besonders einkommensschwache Haushalte und Mieter*innen vor hohen Heizkosten schützen kann und eine Priorisierung der Sanierung auf ineffiziente Gebäude erzielt. Dies könnte beispielsweise durch eine Beschränkung der Modernisierungsumlage auf eingesparte Heizkosten erreicht werden.