Mütter in der "Teilzeitfalle" - Vollzeit erwerbstätige Mütter sind mit ihrem Leben zufriedener

Pressemitteilung vom 25. Mai 2009

Mütter mit Kindern unter 14 Jahren sind mit ihrem Leben zufriedener, wenn sie Vollzeit arbeiten. Im Vergleich dazu sind Mütter, die wegen der Familie gar nicht arbeiten können oder nur einen Teilzeitjob haben, mit ihrer Lebenssituation deutlich weniger zufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt Eva M. Berger, Stipendiatin am DIW Berlin, in ihrer aktuellen Studie.
„Teilzeitarbeit gilt in Deutschland als goldener Standard für Frauen mit Kindern, weil sich so Familie und Beruf - zumindest theoretisch - besser miteinander vereinbaren lassen. Aber ist es das, was Mütter wirklich wollen und was sie zufrieden macht?“ Eva M. Berger hat sich diese Frage gestellt und erstmals untersucht, wie es Müttern geht, die aufgrund der familiären Situation nicht erwerbstätig sind oder nur einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen. In Deutschland ist ein großer Teil der Mütter mit Kindern unter 14 Jahren entweder gar nicht oder Teilzeit erwerbstätig. Die Mehrheit dieser Nichterwerbstätigen kann trotz Erwerbswunsch aus familiären Gründen keine Erwerbsarbeit aufnehmen. Hier zeigt sich, dass Mütter mit Teilzeitbeschäftigung zwar zufriedener sind, als jene, die nicht erwerbstätig sind. Aber es zeigt sich auch, dass es den Müttern, denen es gelingt Vollzeit erwerbstätig zu sein, am besten geht. Offenbar kann auch für Frauen mit Kindern der Zeitvorteil einer Teilzeitbeschäftigung die Nachteile nicht aufwiegen. Hier sind neben der schlechteren Bezahlung vor allem die inhaltlich weniger interessante Arbeit sowie die verringerten Aufstiegschancen zu nennen. Für Eva Berger ist hier die Politik gefragt: „Eine wichtige Maßnahme wäre das Betreuungsangebot für Vorschulkinder und auch für Schulkinder weiter auszubauen. Hier kommt es allerdings nicht nur auf Quantität sondern auch auf Qualität an. Die Angebote müssen von den Eltern ja auch angenommen werden. Insgesamt würde auch eine gleichmäßigere Verteilung der Familienarbeit auf Frauen und Männer Müttern erleichtern ihrer Berufstätigkeit nachzugehen.“ „Maternal Employment and Happiness: The Effect of Non-Participation and Part-Time Employment on Mothers’ Life Satisfaction” (SOEPpaper 178) Die Analysen basieren auf den Daten des Sozio-oekonomischen Panels. Stichwort SOEP: Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ist eine repräsentative Wiederholungsbefragung, die bereits seit 25 Jahren läuft. Im Auftrag des DIW Berlin werden jedes Jahr in Deutschland über 20 000 Personen in rund 11 000 Haushalten von TNS Infratest Sozialforschung befragt. Das SOEP ist als wissenschaftliche Serviceeinrichtung der Leibnizgemeinschaft am DIW Berlin angesiedelt. Die Daten des SOEP geben unter anderem Auskunft über Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung oder Gesundheit. Die SOEP-Daten werden Forscherinnen und Forschern im In- und Ausland für wissenschaftliche Analysen zur Verfügung gestellt.

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