DIW Wochenbericht 49 / 2025, S. 783-795
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„Für die Wärmewende soll die Fernwärme stark ausgebaut und dekarbonisiert werden. Das gelingt aber nur, wenn die Akzeptanz auf Anbieter- wie auch auf Abnehmerseite hoch ist. Dazu braucht es einen verlässlichen regulatorischen Rahmen, um Investitionssicherheit für die Versorger zu schaffen, sowie Transparenz über die Preise für die Verbraucher*innen.“ Till Köveker
Im Jahr 2024 haben die Haushalte in Deutschland ähnlich viel geheizt wie im Jahr zuvor. Die in der Energiekrise erreichten Heizenergieeinsparungen blieben also erhalten, wie Daten des Immobiliendienstleisters ista SE zeigen. Im Vergleich zu 2023 fielen die CO2-Emissionen temperaturbereinigt um drei Prozent. Die Preise für Heizenergie stiegen 2024 im Durchschnitt nur noch um 6,2 Prozent, allerdings gab es starke Unterschiede zwischen den einzelnen Energieträgern: So fielen die Preise für Heizöl um zehn Prozent, während sie für Erdgas um fünf Prozent und für Fernwärme um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr stiegen. Im Jahr 2023 war es noch umgekehrt: Gas- und Heizölpreise stiegen 2023 stark, der Preis für Fernwärme blieb hingegen konstant. Der Preisanstieg bei Fernwärme im Jahr 2024 liegt also zu einem großen Teil an einer verzögerten Weitergabe des Gas- und Ölpreisanstiegs. Fernwärme spielt eine wichtige Rolle bei der Erreichung der Klimaziele; ihre Akzeptanz könnte durch dauerhaft höhere Preise allerdings sinken. Um dem entgegenzuwirken, braucht es einen stabilen regulatorischen Rahmen, um mehr Investitionssicherheit zu gewährleisten, aber auch größere Transparenz bei der Preisgestaltung.
Die Nachwirkungen der Energiepreiskrise blieben auch im Jahr 2024 noch spürbar: Die Heizenergiepreise verharrten auf einem hohen Niveau, und nach deutlichen Einsparungen blieb der Bedarf konstant. Diese Einsparungen in den Vorjahren waren auch verschiedenen Maßnahmen zu verdanken, die die Bundesregierung während der Energiepreiskrise ergriffen hatte, um den Energieverbrauch zu senken. Zudem wurden private Haushalte finanziell entlastet. Eine dieser Entlastungsmaßnahmen waren die sogenannten Gas- und Wärmepreisbremsen für private Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen.Die Gas- und Wärmepreisbremse galt für private Haushalte, kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 1,5 Millionen Kilowattstunden Gas- und Fernwärmeverbrauch je Jahr sowie für Vereine. Vgl. Gesetz zur Einführung von Preisbremsen für leitungsgebundenes Erdgas und Wärme (Erdgas-Wärme-Preisbremsengesetz – EWPBG) vom 20. Dezember 2022 (online verfügbar, abgerufen am 20. November 2025. Dies gilt für alle Onlinequellen in diesem Bericht). Sie galten für das gesamte Jahr 2023 und deckelten den Preis für Gas und Fernwärme auf 12,0 beziehungsweise 9,5 Cent je Kilowattstunde (kWh) für 80 Prozent des im September 2022 prognostizierten Jahresverbrauchs. Für den davon abweichenden Verbrauch galt der reguläre Arbeitspreis des jeweiligen Vertrags. Diese Preisbremsen liefen Ende 2023 aus, sodass Haushalte im Jahr 2024 wieder ausschließlich Marktpreise zahlten.
Die Energiepreiskrise hat zu großen Anstrengungen geführt, Energie einzusparen, und neue Impulse gesetzt, um unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu werden. Diese Impulse kommen auch den im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Emissionszielen zugute. Dennoch verfehlte Deutschland im Jahr 2024 erneut das SektorzielDie Sektorziele wurden im Jahr 2024 durch eine sektor- und jahresübergreifende Gesamtbetrachtung ersetzt, vgl. Bundestag (2024): Bundestag ändert das Bundes-Klimaschutzgesetz (online verfügbar). Um die Emissionsveränderungen im Gebäudesektor dennoch abzubilden, werden der Emissionspfad und die Emissionsziele des Bundes-Klimaschutzgesetzes aus dem Jahr 2021 herangezogen. für den Gebäudesektor. Zwar fielen die Emissionen von 102 auf 100 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, doch das Ziel von 97 Millionen Tonnen wurde nicht erreicht.Umweltbundesamt (2025): Emissionsdaten 2024 (online verfügbar); Pressemitteilung des Umweltbundesamts vom 14. März 2025: Klimaziele bis 2030 erreichbar. Gesetzliches Emissionsbudget wird eingehalten – weiter Handlungsbedarf bei Verkehr, Gebäuden und natürlichen Senken (online verfügbar). Damit sind zusätzliche Maßnahmen notwendig, um das Zwischenziel zu erreichen, 2030 nur noch 67 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zu emittieren. Andernfalls wird der Gebäudesektor die zulässigen kumulierten Jahresemissionsmengen zwischen 2021 und 2030 wohl um rund 110 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente überschreiten.Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (2024): Das neue Klimaschutzgesetz – Jahresemissionsmengen nach Bereichen bis 2030 (online verfügbar).
Der DIW-Wärmemonitor dokumentiert jährlich den Fortschritt der Emissionseinsparungen im Gebäudesektor und analysiert die Entwicklung des Heizenergiebedarfs, also des temperaturbereinigten Verbrauchs, der Heizenergiepreise und der Kosten für die Haushalte. Dazu werden Daten des Immobiliendienstleisters ista SE von knapp 300000 Wohngebäuden in Deutschland ausgewertet.ista SE ist neben dem Wettbewerber Techem eines der beiden größten Abrechnungsunternehmen für Heiz- und Warmwasserkosten. Gemeinsam haben sie einen Marktanteil von rund 50 Prozent. Für das Jahr 2024 konnten bisher die Abrechnungen von ungefähr 173000 Gebäuden genutzt werden. Diese werden mit Informationen aus dem Mikrozensus gewichtet, um repräsentativ für Deutschland zu sein (Kasten 1). Der diesjährige Wärmemonitor beschäftigt sich vor allem mit der anhaltenden Wirkung der Energiepreiskrise auf das Heizverhalten der Haushalte und die Heizenergiepreise, insbesondere bei der Fernwärme.In der Wärmewende wird vor allem auf Fernwärme und Wärmepumpen gesetzt; in den ausgewerteten Zwei- und Mehrparteienhäusern spielen Wärmepumpen jedoch keine Rolle.
Gemeinsam mit ista SE, einem der größten Immobiliendienstleister in Deutschland, hat das DIW Berlin den Wärmemonitor Deutschland entwickelt. Der Monitor berichtet jährlich seit dem Jahr 2014 in regionaler Differenzierung über die Entwicklung von Heizenergiebedarf und Heizkosten in Wohnhäusern. Grundlage der Berechnungen sind gebäudespezifische Heizkostenabrechnungen, die ista für knapp 300000 Zwei- und Mehrparteienhäuser (über zwei Millionen Wohnungen) erstellt, klimabezogene Gewichtungsfaktoren des Deutschen Wetterdienstes sowie Zensuserhebungen des Statistischen Bundesamtes. Die Heizkostenabrechnungen enthalten Angaben zu Energieverbrauch und Abrechnungsperiode, Heizenergieträger, Energiekosten sowie Lage und Größe der Immobilie.
In den Abrechnungsdaten sind Zwei- und Mehrparteienhäuser erfasst – das heißt, die Stichprobe enthält im Eigentum oder zur Miete bewohnte Gebäude mit mindestens zwei Haushalten. Diese Auswahl wird weiter beschränkt auf Gebäude, bei denen die Fläche der Wohneinheiten im Durchschnitt zwischen 15 und 250 Quadratmetern liegt. Es handelt sich somit nicht um eine Zufallsstichprobe aus dem Gesamtwohngebäudebestand in Deutschland. Vielmehr sind im Vergleich zur Mikrozensus-Zusatzerhebung zur Wohnsituation aus dem Jahr 2014 Gebäude mit drei bis sechs Wohnungen sowie größere Gebäude (13 und mehr Wohnungen) überrepräsentiert. Diesem Umstand wird mit einer Gewichtung des mittleren Energiebedarfs mit der jeweiligen Bedeutung der Gebäudeklassen in der Grundgesamtheit begegnet. Hierzu werden Daten der Mikrozensus-Zusatzerhebung zur Wohnsituation aus dem Jahr 2010 verwendet, die nach Raumordnungsregionen differenziert die Anteile bestimmter Größenklassen ausweisen.
Um eine räumliche und zeitliche Vergleichbarkeit sicherzustellen, wird der absolute Heizenergieverbrauch um lokale Temperaturveränderungen bereinigt. Hierfür werden Informationen des Deutschen Wetterdienstes verwendet. Die verfügbaren Gewichtungsfaktoren normalisieren den Verbrauch auf die klimatischen Bedingungen am Referenzstandort Potsdam.In einer Studie aus dem Jahr 2022 wurde der Effekt unterschiedlicher Temperaturbereinigungsmethoden ermittelt. Die Studie zeigt, dass sich die Ergebnisse der temperaturkorrigierten Werte nicht groß unterscheiden. Vgl. Peter Mellwig et al. (2022): Klimaschutz im Gebäudebereich: Erklärungen für stagnierende CO2-Emissionen trotz erfolgreicher Sanierungsmaßnahmen. Kurzstudie im Auftrag von Agora Energiewende (online verfügbar).
Der jährliche Heizenergiebedarf wird in Bezug zur beheizten Wohnfläche eines Gebäudes ermittelt. Diese Berechnung erfolgt in mehreren Schritten: Zunächst werden die gebäudespezifischen Verbrauchswerte auf die zur Beheizung eingesetzten Energiemengen begrenzt (ohne Warmwasser). Anschließend müssen die Werte einer bestimmten Heizperiode zugeordnet werden, da die Verbrauchsermittlung nicht immer stichtagsgenau zum 31. Dezember eines Jahres erfolgt. Danach werden die so ermittelten Verbrauchswerte um die klimatischen Bedingungen der betreffenden Periode bereinigt und durch die beheizte Wohnfläche des Gebäudes dividiert. Daraus ergibt sich die Maßeinheit Kilowattstunde je Quadratmeter beheizter Wohnfläche pro Jahr.
Um den regionalen Heizenergiebedarf zu ermitteln, werden die durchschnittlichen Verbrauchswerte auf Raumordnungsebene als gewichtetes arithmetisches Mittel für den gesamten Wohnungs- und Gebäudebestand einer Raumordnungsregion hochgerechnet. Als Gewichte werden die Anteile der Gebäude in jeder Größenklasse (zwei, drei bis sechs, sieben bis zwölf, 13 bis 20 und mehr als 20 Wohnungen) an der Gesamtzahl der regionalen Wohnungen verwendet.
Heizkostenabrechnungen werden zeitverzögert erstellt. Die Werte der Heizperiode 2024 werden auf Grundlage einer kleineren Stichprobe errechnet als die Werte für weiter zurückliegende Jahre. Für das Jahr 2024 liegen bislang Daten für knapp mehr als 60 Prozent der im Vorjahr verfügbaren Häuser vor. Die Ergebnisse für 2024 sind daher als vorläufig zu betrachten. Für die Heizverbräuche auf Bundesebene wurde eine Korrektur vorgenommen: Für die fehlenden Häuser wurde ein hypothetischer Wert für den Verbrauch 2024 berechnet, indem der Verbrauch im Jahr 2023 mit dem nationalen Trend zwischen 2023 und 2024 fortgeschrieben wurde. Es ist dennoch möglich, dass, wenn alle Daten für 2024 vorliegen, die finalen Zahlen von den aktuell verfügbaren Zahlen leicht abweichen.
Für die Berechnung der Preis- und Bedarfsänderungen in den unterschiedlichen Regionen werden die Preise für eine Kilowattstunde Heizenergie und die temperaturbereinigten Heizenergiebedarfe pro Quadratmeter im Jahr 2024 mit denen aus dem Jahr 2023 verglichen. Die beobachteten Preise sind Mischpreise, setzen sich also aus Grund- und Arbeitspreis je Kilowattstunde zusammen. Regional unterscheiden sich die Energiepreise deutlich. Aus diesen Gründen werden ausschließlich die Energiepreise und -bedarfe der Gebäude miteinander verglichen, für die in beiden Jahren, 2023 und 2024, Daten vorliegen. Diejenigen Gebäude, die zwar im Datensatz des Jahres 2023 vorkommen, aber für die aktuell noch keine Daten vorliegen, werden in dieser Betrachtung ausgeklammert. Daher sind die in Abbildung 5 sowie die im Text genannten Änderungen von Preisen und Bedarfen pro Bundesland oder Region nicht direkt mit den Zahlen aus der Tabelle zu vergleichen, die auf allen für das jeweilige Jahr zur Verfügung stehenden Gebäuden basieren.
Der durchschnittliche temperaturbereinigte Heizenergieverbrauch (Heizenergiebedarf) in den bisher zur Auswertung vorliegenden Zwei- und Mehrparteienhäusern ist im Jahr 2024 um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken (Abbildung 1). Er lag bei 120 kWh je beheiztem Quadratmeter Wohnfläche. Es ist jedoch davon auszugehen, dass nach einer Korrektur der Daten um die noch fehlenden Gebäude, die in der Regel überdurchschnittlich hohe Verbräuche aufweisen, der temperaturbereinigte Bedarf um 0,3 Prozent zugenommen hat und bei rund 121 kWh liegen wird (Kasten 1). Selbst mit dieser Korrektur konnten Haushalte die erreichten Heizenergieeinsparungen von sieben Prozent gegenüber dem Vorkrisenjahr 2021 nahezu halten. Im Jahr vor der Energiepreiskrise lag der Wert noch bei 130 kWh.
Regional zeigt sich ein ähnliches Bild wie in den Vorjahren mit einem deutlich höheren Heizenergiebedarf im Westen als im Osten und Süden Deutschlands. Mit 103 kWh je Quadratmeter ist der Bedarf in Thüringen am geringsten, während er mit 138 kWh im Saarland am höchsten ist (Tabelle und Abbildung 2). Insgesamt war der Bedarf in den ostdeutschen Ländern mit 112 kWh je Quadratmeter durchschnittlich knapp zehn kWh geringer als in den westdeutschen Ländern (ohne Korrektur). Ein Grund dafür ist die höhere Sanierungsrate der Wohngebäude in Ostdeutschland in den 1990er Jahren, die auch für eine bessere Wärmedämmung gesorgt hat.Vgl. Sophie M. Behr, Merve Kücük und Karsten Neuhoff (2023): Energetische Modernisierung von Gebäuden sollte durch Mindeststandards und verbindliche Sanierungsziele beschleunigt werden. DIW aktuell 87 (online verfügbar). Ein weiterer Grund könnte der höhere Anteil an Fernwärme sein, da diese einen niedrigeren Heizenergiebedarf hat.Mit Fernwärme beheizte Gebäude haben unter anderem einen geringeren Bedarf in kWh als Gas oder Heizöl, da bei Fernwärme Umwandlungsverluste in der Wärmeerzeugung vor der Lieferung und Verbrauchsmessung stattfinden.
| Jährlicher Heizenergiebedarf (Kilowattstunden je Quadratmeter beheizter Wohnfläche), Mittelwert | Abgerechnete Heizenergiepreise (Eurocent je Kilowattstunde), Mittelwert | Jährliche Heizkosten (Euro je Quadratmeter beheizter Wohnfläche), Mittelwert | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Name der Raumordnungsregion | Nr. | 2022 | 2023 | 2024 | 2022 | 2023 | 2024 | 2022 | 2023 | 2024 |
| Schleswig-Holstein Mitte | 101 | 124,14 | 126,32 | 128,14 | 11,07 | 13,64 | 14,22 | 12,40 | 16,74 | 17,46 |
| Schleswig-Holstein Nord | 102 | 129,45 | 128,63 | 133,41 | 10,25 | 11,84 | 14,41 | 12,16 | 15,15 | 18,68 |
| Schleswig-Holstein Ost | 103 | 132,75 | 130,98 | 134,17 | 9,71 | 11,52 | 12,18 | 11,48 | 14,10 | 14,84 |
| Schleswig-Holstein Süd | 104 | 127,53 | 125,43 | 127,21 | 10,05 | 11,89 | 12,47 | 11,36 | 14,43 | 14,30 |
| Schleswig-Holstein Süd-West | 105 | 153,21 | 157,79 | 150,13 | 8,09 | 9,82 | 11,67 | 12,62 | 15,38 | 18,36 |
| Hamburg | 201 | 126,85 | 124,29 | 123,59 | 11,48 | 11,71 | 12,32 | 12,20 | 13,43 | 13,85 |
| Braunschweig | 301 | 116,12 | 115,54 | 114,38 | 10,15 | 12,21 | 12,86 | 10,35 | 13,27 | 13,65 |
| Bremen-Umland | 302 | 135,64 | 130,99 | 127,49 | 7,94 | 11,06 | 10,83 | 9,93 | 14,00 | 13,41 |
| Bremerhaven | 303 | 130,58 | 130,86 | 128,48 | 8,60 | 10,86 | 10,82 | 10,47 | 13,79 | 13,51 |
| Emsland | 304 | 139,12 | 133,39 | 135,80 | 8,12 | 11,15 | 10,94 | 9,84 | 14,07 | 13,68 |
| Göttingen | 305 | 119,26 | 119,64 | k.A. | 7,85 | 10,96 | k.A. | 8,63 | 12,92 | k.A. |
| Hamburg-Umland-Süd | 306 | 130,91 | 128,71 | 123,69 | 8,48 | 10,53 | 10,70 | 10,63 | 13,54 | 13,14 |
| Hannover | 307 | 117,83 | 115,00 | 115,46 | 9,78 | 11,84 | 11,95 | 10,67 | 13,57 | 13,68 |
| Hildesheim | 308 | 125,48 | 120,60 | 125,56 | 8,93 | 11,33 | 11,27 | 10,34 | 13,50 | 13,45 |
| Lüneburg | 309 | 130,58 | 127,33 | 132,56 | 8,12 | 11,74 | 11,37 | 9,97 | 14,63 | 14,52 |
| Oldenburg | 310 | 129,45 | 128,09 | 126,39 | 9,15 | 10,51 | 10,80 | 10,41 | 12,72 | 13,06 |
| Osnabrück | 311 | 118,38 | 120,08 | 117,62 | 8,85 | 11,23 | 11,25 | 9,82 | 13,01 | 12,89 |
| Ost-Friesland | 312 | 144,46 | 141,05 | 144,22 | 8,33 | 11,45 | 11,39 | 10,32 | 14,97 | 15,46 |
| Südheide | 313 | 134,56 | 137,52 | 136,52 | 8,57 | 11,37 | 10,92 | 10,92 | 15,34 | 14,27 |
| Bremen | 401 | 132,12 | 129,91 | 130,31 | 9,10 | 10,80 | 11,90 | 10,31 | 13,29 | 14,50 |
| Aachen | 501 | 131,76 | 129,96 | 124,93 | 9,41 | 11,30 | 11,62 | 11,41 | 14,38 | 14,21 |
| Arnsberg | 502 | 121,16 | 118,32 | 120,32 | 8,71 | 11,38 | 11,14 | 9,73 | 13,23 | 12,94 |
| Bielefeld | 503 | 132,13 | 129,22 | k.A. | 8,25 | 11,08 | k.A. | 9,93 | 13,77 | k.A. |
| Bochum/Hagen | 504 | 131,64 | 129,55 | 127,85 | 9,47 | 11,59 | 12,41 | 11,08 | 14,42 | 15,06 |
| Bonn | 505 | 134,14 | 130,36 | 127,85 | 9,52 | 11,42 | 12,20 | 11,79 | 14,67 | 15,12 |
| Dortmund | 506 | 129,20 | 128,00 | 125,94 | 10,03 | 11,45 | 12,44 | 11,63 | 14,18 | 15,13 |
| Duisburg/Essen | 507 | 132,98 | 131,40 | 129,91 | 9,97 | 12,05 | 13,24 | 11,80 | 15,02 | 16,16 |
| Düsseldorf | 508 | 136,58 | 133,03 | 130,00 | 9,08 | 11,37 | 11,96 | 11,41 | 14,87 | 15,17 |
| Emscher-Lippe | 509 | 127,42 | 124,28 | 120,45 | 10,86 | 11,94 | 13,23 | 12,31 | 14,28 | 15,25 |
| Köln | 510 | 133,04 | 129,05 | 126,96 | 9,30 | 11,49 | 12,25 | 11,39 | 14,54 | 15,08 |
| Münster | 511 | 120,82 | 120,11 | 118,58 | 8,19 | 10,84 | 11,26 | 9,08 | 12,60 | 12,87 |
| Paderborn | 512 | 120,38 | 121,20 | k.A. | 8,30 | 10,69 | k.A. | 9,58 | 12,93 | k.A. |
| Siegen | 513 | 126,03 | 121,84 | 124,15 | 8,47 | 11,13 | 10,67 | 10,16 | 13,27 | 13,00 |
| Mittelhessen | 601 | 124,58 | 120,10 | 130,07 | 8,69 | 11,34 | 11,54 | 9,90 | 13,28 | 14,36 |
| Nordhessen | 602 | 122,20 | 117,84 | k.A. | 8,98 | 11,39 | k.A. | 10,26 | 13,17 | k.A. |
| Osthessen | 603 | 113,31 | 113,13 | k.A. | 8,00 | 11,25 | k.A. | 8,46 | 11,99 | k.A. |
| Rhein-Main | 604 | 127,49 | 124,50 | 122,78 | 8,80 | 11,26 | 11,54 | 10,14 | 13,64 | 13,59 |
| Starkenburg | 605 | 137,05 | 135,24 | 134,00 | 9,02 | 11,43 | 11,50 | 11,25 | 14,95 | 14,62 |
| Mittelrhein-Westerwald | 701 | 128,83 | 125,87 | 122,83 | 8,61 | 11,47 | 11,49 | 10,24 | 13,96 | 13,52 |
| Rheinhessen-Nahe | 702 | 135,38 | 131,42 | 132,92 | 8,94 | 11,41 | 11,42 | 11,31 | 14,90 | 14,82 |
| Rheinpfalz | 703 | 136,62 | 133,91 | 133,01 | 8,92 | 11,34 | 11,86 | 10,92 | 14,57 | 15,05 |
| Trier | 704 | 139,52 | 134,44 | 130,33 | 8,74 | 11,30 | 10,89 | 11,62 | 14,84 | 13,61 |
| Westpfalz | 705 | 142,16 | 136,41 | 132,16 | 8,13 | 11,54 | 10,85 | 10,46 | 15,20 | 13,75 |
| Bodensee-Oberschwaben | 801 | 114,49 | 119,71 | 112,40 | 7,72 | 10,55 | 10,69 | 8,59 | 11,99 | 12,04 |
| Donau-Iller (BW) | 802 | 117,40 | 115,60 | 110,65 | 8,63 | 11,31 | 11,23 | 9,77 | 13,27 | 12,28 |
| Franken | 803 | 119,99 | 117,79 | 113,59 | 8,59 | 11,60 | 10,87 | 10,09 | 13,97 | 12,63 |
| Hochrhein-Bodensee | 804 | 121,24 | 117,50 | 114,98 | 8,23 | 10,61 | 11,13 | 9,38 | 12,34 | 12,49 |
| Mittlerer Oberrhein | 805 | 124,06 | 124,61 | 121,13 | 8,91 | 11,35 | 11,71 | 10,31 | 13,76 | 13,41 |
| Neckar-Alb | 806 | 122,12 | 119,19 | 114,96 | 8,84 | 12,14 | 12,14 | 9,42 | 13,42 | 12,46 |
| Nordschwarzwald | 807 | 116,16 | 115,96 | 112,92 | 8,60 | 11,43 | 10,94 | 9,80 | 13,18 | 12,41 |
| Ostwürttemberg | 808 | 126,36 | 125,25 | 115,57 | 8,27 | 11,06 | 11,64 | 9,99 | 13,63 | 13,64 |
| Schwarzwald-Baar-Heuberg | 809 | 112,48 | 110,92 | 107,89 | 8,31 | 10,96 | 10,53 | 9,11 | 12,36 | 11,03 |
| Stuttgart | 810 | 121,76 | 120,24 | 118,29 | 9,08 | 11,48 | 11,85 | 10,22 | 13,46 | 13,45 |
| Südlicher Oberrhein | 811 | 114,29 | 113,46 | 109,07 | 8,31 | 10,77 | 10,79 | 9,36 | 12,35 | 11,80 |
| Unterer Neckar | 812 | 125,54 | 126,15 | 125,35 | 10,01 | 12,19 | 12,68 | 11,54 | 15,01 | 15,28 |
| Allgäu | 901 | 101,13 | 105,48 | 100,71 | 8,54 | 10,63 | 10,16 | 8,30 | 10,75 | 9,66 |
| Augsburg | 902 | 117,38 | 118,34 | k.A. | 9,10 | 10,76 | k.A. | 10,02 | 12,35 | k.A. |
| Bayerischer Untermain | 903 | 131,68 | 125,77 | 121,08 | 8,27 | 11,15 | 10,95 | 10,30 | 13,77 | 13,14 |
| Donau-Iller (BY) | 904 | 121,00 | 115,39 | k.A. | 8,54 | 11,18 | k.A. | 10,01 | 13,06 | k.A. |
| Donau-Wald | 905 | 114,58 | 117,97 | 115,52 | 8,31 | 11,26 | 10,51 | 9,28 | 12,93 | 11,92 |
| Industrieregion Mittelfranken | 906 | 119,74 | 115,73 | 114,56 | 8,88 | 11,56 | 11,91 | 9,60 | 12,90 | 12,89 |
| Ingolstadt | 907 | 115,34 | 113,35 | 112,13 | 8,67 | 11,10 | 10,74 | 9,31 | 12,28 | 11,87 |
| Landshut | 908 | 112,85 | 112,19 | 112,15 | 8,10 | 11,00 | 10,70 | 8,90 | 12,36 | 11,84 |
| Main-Rhön | 909 | 118,63 | 119,21 | 117,68 | 8,08 | 11,05 | 11,25 | 9,01 | 12,61 | 12,51 |
| München | 910 | 103,50 | 101,44 | 99,76 | 10,43 | 11,57 | 11,91 | 9,98 | 11,73 | 11,61 |
| Oberfranken-Ost | 911 | 119,51 | 116,28 | 117,20 | 8,30 | 11,32 | 10,26 | 9,23 | 12,72 | 11,58 |
| Oberfranken-West | 912 | 123,05 | 121,40 | 122,37 | 8,27 | 11,02 | 10,59 | 9,73 | 12,89 | 12,04 |
| Oberland | 913 | 108,15 | 107,11 | 101,95 | 8,63 | 11,17 | 10,77 | 9,12 | 11,81 | 11,10 |
| Oberpfalz-Nord | 914 | 119,46 | 117,52 | 120,74 | 8,87 | 10,97 | 10,60 | 10,48 | 12,95 | 12,24 |
| Regensburg | 915 | 116,26 | 114,69 | 116,75 | 8,43 | 11,03 | 10,63 | 9,46 | 12,34 | 12,17 |
| Südostoberbayern | 916 | 110,32 | 110,51 | 106,95 | 8,48 | 11,16 | 10,77 | 9,06 | 12,22 | 11,18 |
| Westmittelfranken | 917 | 122,10 | 120,53 | 113,52 | 8,54 | 11,61 | 11,22 | 10,17 | 13,78 | 12,50 |
| Würzburg | 918 | 121,28 | 120,37 | 122,07 | 8,37 | 10,77 | 11,58 | 9,49 | 12,49 | 13,48 |
| Saar | 1001 | 140,68 | 137,87 | 137,75 | 10,19 | 12,10 | 12,09 | 12,95 | 15,83 | 15,91 |
| Berlin | 1101 | 127,67 | 125,97 | 124,23 | 11,40 | 12,42 | 13,49 | 12,32 | 14,42 | 15,15 |
| Havelland-Fläming | 1201 | 114,56 | 113,79 | 118,60 | 10,76 | 12,64 | 15,46 | 10,08 | 13,00 | 15,62 |
| Lausitz-Spreewald | 1202 | 122,07 | 120,36 | 122,34 | 10,63 | 12,07 | 14,63 | 10,00 | 12,13 | 14,10 |
| Oderland-Spree | 1203 | 118,23 | 113,79 | 109,07 | 11,14 | 12,26 | 15,27 | 10,16 | 12,61 | 14,56 |
| Prignitz-Oberhavel | 1204 | 119,74 | 118,52 | 109,85 | 12,71 | 14,44 | 15,77 | 11,55 | 13,93 | 15,00 |
| Uckermark-Barnim | 1205 | 118,33 | 118,66 | 114,72 | 11,75 | 11,18 | 17,59 | 9,38 | 9,92 | 14,64 |
| Mecklenburgische Seenplatte | 1301 | 110,53 | 109,98 | 111,53 | 10,80 | 11,90 | 15,44 | 8,89 | 10,71 | 13,84 |
| Mittleres Mecklenburg/Rostock | 1302 | 90,68 | 89,18 | 90,49 | 11,02 | 13,09 | 16,55 | 7,87 | 10,42 | 13,24 |
| Vorpommern | 1303 | 107,42 | 103,24 | 107,62 | 13,25 | 13,68 | 15,72 | 10,52 | 12,61 | 14,24 |
| Westmecklenburg | 1304 | 109,13 | 108,83 | 108,10 | 11,15 | 12,38 | 14,23 | 9,24 | 11,16 | 12,90 |
| Oberes Elbtal/Osterzgebirge | 1401 | 110,11 | 105,38 | 104,35 | 13,18 | 13,09 | 15,77 | 10,52 | 11,55 | 13,58 |
| Oberlausitz-Niederschlesien | 1402 | 115,11 | 112,61 | 112,17 | 9,88 | 11,60 | 13,25 | 8,80 | 11,26 | 12,39 |
| Südsachsen | 1403 | 112,15 | 105,90 | 104,22 | 9,89 | 11,01 | 12,89 | 8,71 | 10,38 | 11,52 |
| Westsachsen | 1404 | 107,32 | 103,38 | 101,32 | 10,28 | 12,33 | 15,45 | 8,42 | 10,99 | 13,05 |
| Altmark | 1501 | 121,67 | 121,78 | 122,41 | 11,20 | 10,86 | 10,90 | 11,88 | 11,82 | 11,66 |
| Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg | 1502 | 127,16 | 119,71 | 114,23 | 11,40 | 12,89 | 14,05 | 10,57 | 13,04 | 14,09 |
| Halle/Saale | 1503 | 117,10 | 115,91 | 114,99 | 10,00 | 11,69 | 13,53 | 9,82 | 12,27 | 13,71 |
| Magdeburg | 1504 | 118,41 | 115,25 | 113,38 | 12,38 | 12,58 | 14,01 | 10,92 | 12,20 | 13,10 |
| Mittelthüringen | 1601 | 103,85 | 105,81 | 104,13 | 14,35 | 12,34 | 13,78 | 10,45 | 10,99 | 11,75 |
| Nordthüringen | 1602 | 111,84 | 109,26 | 101,30 | 9,71 | 11,22 | 15,23 | 9,28 | 11,51 | 14,76 |
| Ostthüringen | 1603 | 104,85 | 101,56 | 102,51 | 9,40 | 11,05 | 13,16 | 8,06 | 10,09 | 11,52 |
| Südthüringen | 1604 | 115,31 | 108,44 | 102,66 | 8,82 | 11,44 | 13,63 | 8,28 | 11,19 | 12,22 |
| Schleswig-Holstein | 1 | 129,56 | 129,38 | 131,25 | 10,18 | 12,17 | 13,16 | 11,89 | 15,20 | 16,24 |
| Freie und Hansestadt Hamburg | 2 | 126,85 | 124,29 | 123,59 | 11,48 | 11,71 | 12,32 | 12,20 | 13,43 | 13,85 |
| Niedersachsen | 3 | 124,29 | 122,48 | 122,60 | 9,06 | 11,46 | 11,63 | 10,22 | 13,60 | 13,67 |
| Freie Hansestadt Bremen | 4 | 132,12 | 129,91 | 130,31 | 9,10 | 10,80 | 11,90 | 10,31 | 13,29 | 14,50 |
| Nordrhein-Westfalen | 5 | 131,30 | 128,72 | 126,63 | 9,33 | 11,46 | 12,26 | 11,14 | 14,33 | 14,95 |
| Hessen | 6 | 127,27 | 124,22 | 126,31 | 8,80 | 11,31 | 11,53 | 10,22 | 13,66 | 13,93 |
| Rheinland-Pfalz | 7 | 135,24 | 131,46 | 129,64 | 8,70 | 11,42 | 11,40 | 10,82 | 14,59 | 14,21 |
| Baden-Württemberg | 8 | 120,53 | 119,68 | 116,40 | 8,82 | 11,37 | 11,54 | 10,02 | 13,39 | 13,07 |
| Freistaat Bayern | 9 | 113,43 | 111,97 | 109,96 | 9,06 | 11,25 | 11,12 | 9,63 | 12,35 | 12,16 |
| Saarland | 10 | 140,68 | 137,87 | 137,75 | 10,19 | 12,10 | 12,09 | 12,95 | 15,83 | 15,91 |
| Berlin | 11 | 127,67 | 125,97 | 124,23 | 11,40 | 12,42 | 13,49 | 12,32 | 14,42 | 15,15 |
| Brandenburg | 12 | 118,35 | 116,78 | 116,35 | 11,18 | 12,51 | 15,50 | 10,20 | 12,48 | 14,84 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 13 | 103,83 | 102,04 | 103,74 | 11,65 | 12,86 | 15,51 | 9,17 | 11,29 | 13,55 |
| Freistaat Sachsen | 14 | 110,81 | 105,97 | 104,51 | 10,85 | 11,94 | 14,30 | 9,12 | 10,94 | 12,53 |
| Sachsen-Anhalt | 15 | 119,68 | 116,73 | 114,78 | 11,29 | 12,19 | 13,61 | 10,55 | 12,34 | 13,37 |
| Freistaat Thüringen | 16 | 107,58 | 105,37 | 102,88 | 10,91 | 11,56 | 13,75 | 9,04 | 10,80 | 12,19 |
| Ostdeutsche Länder | 18 | 116,33 | 113,58 | 112,27 | 11,17 | 12,21 | 14,18 | 10,29 | 12,25 | 13,67 |
| Westdeutsche Länder | 19 | 125,15 | 123,13 | 121,78 | 9,20 | 11,43 | 11,77 | 10,55 | 13,68 | 13,86 |
| Deutschland | 17 | 123,10 | 120,91 | 119,57 | 9,66 | 11,61 | 12,33 | 10,49 | 13,35 | 13,82 |
Anmerkung: Heizenergiebedarf und Heizkosten temperaturbereinigt; abgerechnete Heizenergiepreise als gewichtetes Mittel aus Erdgas-, Heizöl- und Fernwärmepreisen.
Quelle: ista SE; eigene Berechnungen.
Auf Raumordnungsebene zeigt sich, dass Mittleres Mecklenburg/Rostock mit 90 kWh je Quadratmeter den niedrigsten Heizenergiebedarf aufweist, gefolgt von München mit 100 und dem Allgäu mit 101 kWh je Quadratmeter. Den höchsten Heizenergiebedarf hatten im vergangenen Jahr Schleswig-Holstein Süd-West mit 150 kWh je Quadratmeter, Ost-Friesland mit 144 kWh je Quadratmeter und die Region Saar mit 138 kWh je Quadratmeter.
Die Emissionen je Quadratmeter in den hier betrachteten Zwei- und Mehrparteienhäusern waren weiterhin leicht rückläufig (Abbildung 3, Kasten 2). So sanken die CO2-Emissionen durch Heizen im Jahr 2024 um rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 18,8 Kilogramm pro Quadratmeter beheizter Wohnfläche. Temperaturbereinigt entsprach dies einer Minderung um 2,8 Prozent. Damit setzte sich der Trend von sinkenden Heizemissionen fort.
Für die Berechnung der CO2-Emissionen der Gebäude wird der Heizenergieverbrauch pro Quadratmeter mit energieträgerspezifischen Emissionsfaktoren multipliziert (Tabelle). Um eine regionale Vergleichbarkeit mit den Emissionen im Gebäudesektor für ganz Deutschland zu gewährleisten, werden nur die direkten CO2-Emissionen des Energieverbrauchs ausgewiesen. Vorgelagerte Emissionen, die bei der Gewinnung, dem Transport und der Umwandlung der Energieträger entstehen (zum Beispiel bei der Erzeugung von Strom und Fernwärme), werden nicht berücksichtigt. Die jährlichen CO2-Emissionen pro Quadratmeter je Liegenschaft werden mit dem jeweiligen Anteil der Gebäudeklasse in der Grundgesamtheit gewichtet, um repräsentative durchschnittliche jährliche CO₂-Emissionen pro Quadratmeter zu ermitteln. Die Gewichtung erfolgt ähnlich wie bei der Berechnung des Heizenergiebedarfs (Kasten 1); die verschiedenen Größenklassen der Gebäude fließen gemäß ihren Anteilen im Mikrozensus als Gewichte in den Durchschnitt ein.
Energieträgerspezifischer CO2-Emissionsfaktor
| Energieträger | CO2-Emissionsfaktor |
|---|---|
| Erdgas H | 0,201 |
| Erdgas L | 0,201 |
| Öl | 0,266 |
| Schweres Öl | 0,293 |
| Braunkohle | 0,359 |
| Koks | 0,389 |
| Steinkohle | 0,345 |
| Flüssiggas | 0,236 |
| Fernwärme | 0 |
| Strom | 0 |
| Pellets | 0 |
| Holz lufttrocken | 0 |
| Holzhack-schnitzel | 0 |
Quelle: Umweltbundesamt 2014.
Die Heizenergiepreise lagen im Jahr 2024 im Durchschnitt bei 12,33 Cent je kWh (Mischpreis aus Grund- und Arbeitspreis, Kasten 1). Insgesamt lagen die durchschnittlichen Preise in den ostdeutschen Ländern mit 14,18 Cent je kWh deutlich über denen in westdeutschen Ländern, wo der durchschnittliche Preis je kWh 11,77 Cent betrug. Die Preise waren im Allgäu (10,16 Cent), in Oberfranken-Ost (10,26 Cent) und in Donau-Wald am geringsten (10,51 Cent). Am höchsten waren die Preise im Mittleren Mecklenburg/Rostock (16,55 Cent), in Prignitz-Oberhavel und im Oberen Elbtal/Osterzgebirge (je 15,77 Cent). Im Zeitraum von 2010 bis 2022 lag das Preisniveau in den ostdeutschen Ländern meist rund 20 Prozent über dem westdeutschen Niveau. Im Jahr 2023 gab es dann eine Annäherung der Preise, im Jahr 2024 ist der Abstand wieder auf das alte Niveau gestiegen.
Nach den extremen Preissteigerungen der beiden Vorjahre stiegen die Preise 2024 gegenüber 2023 mit durchschnittlich 6,2 Prozent zwar weiterhin, der Anstieg verlangsamte sich im bundesdeutschen Durchschnitt jedoch trotz Auslaufen der Preisbremsen deutlich (Abbildung 4). Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2021 liegen die Preise inzwischen durchschnittlich 76,5 Prozent höher.
Auch wenn sich im Schnitt eine Verlangsamung des Preisanstiegs abzeichnet, gab es regional extreme Unterschiede. In manchen ostdeutschen Ländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg erhöhten sich die Preise im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr deutlich um rund 20 Prozent. Am stärksten fielen die Preise mit 1,7 Prozent in Bayern, was unter anderem an dem hohen Anteil an Ölheizungen liegen könnte. Im Saarland gingen sie um 0,7 Prozent und in Rheinland-Pfalz um 0,4 Prozent zurück (Abbildung 5). Während die Preissteigerungen in den Vorjahren zwischen westdeutschen und ostdeutschen Ländern parallel verliefen, geht der Trend nun auseinander.
Dass die Preise in den ostdeutschen Ländern im Jahr 2024 so viel stärker stiegen als in den westdeutschen, liegt vermutlich auch daran, dass der Fernwärmeanteil in Ostdeutschland deutlich höher und der Heizölanteil wesentlich niedriger ist als in Westdeutschland. Während der Ölpreis 2024 gegenüber dem Vorjahr um 10,1 Prozent fiel, stieg der Gaspreis um moderate 5,4 Prozent und der Preis für Fernwärme um 27,4 Prozent (Abbildung 6). Das Auslaufen der Gas- und Wärmepreisbremsen Ende 2023 ist einer der Gründe dafür, dass die Preise für Gas und Fernwärme im Gegensatz zu Öl gestiegen sind. Die unterschiedlichen Preisanstiege von Gas und Fernwärme erklären sich unter anderem dadurch, dass die Differenz zwischen dem Arbeitspreis im Jahr 2023 und der Höhe der Preisbremse bei Fernwärme sehr viel größer war als beim Gas. Nach Auslaufen der Preisbremsen sind die Preise für Fernwärme dementsprechend viel stärker gestiegen. Zudem werden Preiserhöhungen im Energie-Großhandel bei Fernwärme mit größerer Verzögerung an Haushalte weitergegeben als bei Gas. Legt man das Preisniveau von 2021 zugrunde, zeigt sich, dass sich die Fernwärme seit der Energiekrise weniger verteuert hat als die anderen Energieträger: Während die Heizenergiepreise im Durchschnitt um 77 Prozent stiegen, legte der Preis für Fernwärme nur um 67 Prozent zu.
Die Preise je kWh sind allein nicht aussagekräftig für die Heizkosten der Haushalte, da sich auch die Bedarfe der Energieträger stark unterscheiden. So lag der Heizenergiebedarf bei Fernwärme 2024 bei 100 kWh je Quadratmeter, während er bei Gas (121 kWh) und Heizöl (127 kWh) um mehr als 20 Prozent höher lag (Abbildung 7). Zudem ist der Fernwärmebedarf 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent gesunken; bei den anderen Energieträgern blieb er nahezu unverändert.
Bezieht man diese beiden Faktoren mit ein, zahlten Fernwärmekund*innen 2024 durchschnittlich 15,64 Euro je Quadratmeter, während Gas- und Heizölkunden jeweils 13,26 und 13,51 Euro je Quadratmeter zahlten (Abbildung 8). Insgesamt gaben Haushalte in Deutschland pro Jahr durchschnittlich 13,82 Euro je Quadratmeter fürs Heizen aus. Damit stiegen die Kosten für die Haushalte seit dem Vorjahr um durchschnittlich 3,5 Prozent.
Bis Mitte der 2010er Jahre lagen die Fernwärmekosten pro Quadratmeter in den betrachteten Gebäuden rund zehn Prozent über den Heizkosten von Gebäuden, die mit Gas beheizt werden. In den Jahren vor der Energiepreiskrise stieg dieser Unterschied auf rund 20 Prozent an. Im Jahr 2023 waren – auch wegen der Ausgestaltung der Gas- und Wärmepreisbremsen – die Fernwärmkosten erstmalig geringer als die Kosten in mit Gas beheizten Gebäuden. 2024 lagen die Fernwärmekosten dann wieder 18 Prozent über Gas.
Verschiedene Faktoren können zu den beobachteten Unterschieden bei Heizkosten beitragen. Erstens wird bei Fernwärme die gelieferte Wärme abgerechnet, sodass sich die Kosten der Umwandlungsverluste in der Wärmeerzeugung in einem höheren Preis je Kilowattstunde widerspiegeln. Bei Gas und Heizöl entstehen die Umwandlungsverluste nach dem Energiebezug, was zu einem höheren Bedarf je Quadratmeter, aber zu geringeren Preisen je Kilowattstunde beiträgt.
Zweitens entstehen bei der Erzeugung von Fernwärme Investitions-, Betriebs- und Wartungskosten, die im Fernwärmepreis abgebildet sind. Bei der Erzeugung von Wärme vor Ort mit Gas oder Heizöl fallen hingegen Kosten für Anschaffung und Wartung wie Schornsteinfeger*in an. Diese sind jedoch nicht in den entsprechenden Preisen für Gas- oder Öleinkauf abgebildet, sondern werden getrennt in den Nebenkosten abgerechnet.
Drittens besteht auch die Möglichkeit, dass manche Fernwärmeanbieter Preise oberhalb ihrer Gestehungskosten anlegen.Die Monopolkommission hat 2024 den Fernwärmemarkt untersucht und ist zum Schluss gekommen, dass der Systemwettbewerb nur schwach ausgeprägt ist und im Zuge der Wärmewende wahrscheinlich weiter sinken wird, was die Marktposition der Fernwärmeunternehmen stärkt, vgl. Monopolkommission (2024): Wettbewerb 2024. XXV. Hauptgutachten (online verfügbar). Zudem haben wohl manche Anbieter aufgrund struktureller Faktoren tatsächlich höhere Gestehungskosten als andere Heizenergieträger. So wird Fernwärme teurer, wenn die Netze nicht effizient genutzt werden. Beispielsweise sind in Regionen, in denen die Bevölkerung zurückgegangen ist, die Netze inzwischen überdimensioniert.Das gleiche Problem entsteht in geringerem Umfang in Zukunft auch für die Gasnetze, vgl. Isabell Braunger et al. (2024): Wärmewende: Bundesregierung sollte Kommunen bei der Stilllegung der Erdgasnetze unterstützen. DIW Wochenbericht Nr. 13/14, 215–222 (online verfügbar). Zudem haben sie eine sehr hohe Vorlauftemperatur, weil über das Netz historisch auch Industrie mit Wärme beliefert wurde.
Investitionskosten in Erzeugungsanlagen und Netze werden im Allgemeinen über die Abschreibungsperiode an Fernwärmekunden weitergegeben, was zu höheren Kosten gegenüber Gas führen kann. Bei Gas werden lediglich Investitionen in die Netze auf die Kund*innen umgelegt. Hinzu kommt, dass in den letzten Jahren erste Dekarbonisierungsinvestitionen als Teil der Grundkosten auf Verbraucher*innen umgelegt wurden.Agora Energiewende, Prognos, GEF (2024), a.a.O. Auf Grundlage der vorliegenden Daten kann jedoch nicht genau quantifiziert werden, wie groß der Einfluss der jeweiligen Faktoren auf den beobachteten Unterschied in den Heizkosten zwischen Fernwärme, Gas und Heizöl ist.
Der Großteil der Preisänderungen auf dem Fernwärmemarkt ist durch Preisanpassungen über Preisänderungsklauseln von bestehenden Verträgen getrieben (Kasten 3). Für das in den Preisänderungsklauseln enthaltene Marktelement wird oft der Wärmepreisindex genutzt, in den vor allem der Gaspreis einfließt. Da der Wärmepreisindex aktuelle Marktentwicklungen nur mit Verzug widerspiegelt, hinken die Fernwärmepreise den Marktbewegungen der Spotmärkte für Heizöl und Erdgas hinterher. Zudem verwenden manche Fernwärmeanbieter für das Kostenelement der Preisänderungsklausel die Brennstoffindizes des Vorjahres, was ebenfalls dazu führt, dass Fernwärmepreise verzögert auf Spotmarktbewegungen reagieren.Verbraucherzentrale Bundesverband (2024): Bezahlbarkeit von Fernwärme langfristig sichern (online verfügbar).
Fernwärme ist eine Art der Wärme- und Warmwasserversorgung, bei der Wasser zentral aufgeheizt und über ein Rohrsystem zu Wohn- und Industriegebäuden transportiert wird. In Deutschland gibt es rund 3800 Fernwärmenetze.Vgl. die Website des AGFW, Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e.V.: Fakten und Antworten zu Fernwärme (online verfügbar, abgerufen am 22. Oktober 2025). Erzeugung, Infrastruktur und Vertrieb der Fernwärme sind dabei in einem Unternehmen vereint. Die Fernwärmeunternehmen mit einer thermischen Leistung von mehr als 25 Megawatt befinden sich überwiegend in öffentlicher Hand und sind als Teil der Stadtwerke Eigentum der Kommunen.Sara Ortner, Martin Pehnt und Susanne Ochse (2022): Drittzugang bei Wärmenetzen. Climate Change Nr. 32 (online verfügbar). Fernwärme kann beispielsweise durch Heizkraftwerke oder Blockheizkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung, also der Abwärme der Stromproduktion, erzeugt werden. Aktuell werden Wärmenetze zu 80 Prozent mit fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Erdgas betrieben, aber auch Biomasse, Geothermie oder Abfall kommen zum Einsatz.WWF Deutschland (2024): Heißes Rennen: Das große Bundesländer-Ranking zur Fernwärme (online verfügbar).
Fernwärme spielt für die Wärmewende, also die Transformation zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung, und dementsprechend auch im Wärmeplanungsgesetz (WPG, 2023) eine zentrale Rolle. Ein Gutachten von Prognos im Auftrag des Energieeffizienzverbands AGFW schätzt, dass sich die Anzahl der an Fernwärme angeschlossenen Wohngebäude bis 2045 auf 3,6 Millionen verdreifachen wird.Prognos (2024): Perspektive der Fernwärme. Aktualisierung des Gutachtens „Perspektive der Fernwärme – Aus- und Umbau städtischer Fernwärme als Beitrag einer sozial-ökologischen Wärmepolitik“ aus dem Jahr 2020 im Auftrag von AGFW und VKU (online verfügbar). Eine Verdreifachung der Anschlüsse wird auch als Ziel des Bundeswirtschaftsministeriums genannt.Bundeswirtschaftsministerium (2023): Mehr Tempo bei der Transformation der Wärmeversorgung. Wärmenetze klimaneutral um- und ausbauen (online verfügbar). Besonders in Städten und Ballungsräumen, die dicht besiedelt sind und einen hohen Wärmebedarf haben, soll die Fernwärme ausgebaut werden.Agora Energiewende, Prognos, GEF (2024): Wärmenetze – klimaneutral, wirtschaftlich und bezahlbar. Wie kann ein zukunftssicherer Business Case aussehen? (online verfügbar). Gleichzeitig müssen die Fernwärmenetze selbst dekarbonisiert werden, indem die fossilen Wärmeerzeuger durch eine Kombination klimaneutraler Technologien wie Solar- oder Geothermie-Anlagen, Großwärmepumpen oder andere nicht-fossile Wärmequellen wie Abwärme aus Industrie und Rechenzentren ersetzt werden.WWF Deutschland (2024), a.a.O.
Fernwärmeanbieter haben durch die netzgebundene Wärmebereitstellung und die vertikale Integration von Erzeugung, Netzbetrieb und Vertrieb eine lokale Monopolstellung.Lokal gibt es immer nur einen Fernwärmeanbieter, der das Gebäude versorgen kann. Allerdings kann insbesondere bei Neubau oder bei der Erneuerung des Heizsystems ein gewisses Maß an Wettbewerb zwischen Fernwärme und anderen Energieträgern bestehen (Systemwettbewerb). Zu diesem Zeitpunkt können Gebäudeeigentümer*innen zwischen Fernwärme und anderen Energieträgern wählen. Allerdings existieren in manchen Regionen Anschlussverpflichtungen an das Fernwärmenetz, die den Systemwettbewerb einschränken. Da Fernwärmeverträge im Allgemeinen sehr lange Laufzeiten von bis zu zehn Jahren haben und bei einem bestehenden Fernwärmeanschluss hohe Kosten für einen Energieträgerwechsel entstehen, ist der Wettbewerb nach der Systemwahl deutlich reduziert.Monopolkommission (2024), a.a.O. Zudem sind 81 Prozent der Haushalte, die mit Fernwärme versorgt werden, Mieter*innenhaushalte.Zensus Datenbank (2022): Haushalte: Art der Wohnungsnutzung – Energieträger der Heizung. Code 5000H-2021 (online verfügbar). In den meisten Fällen treffen also die Vermieter*innen die Entscheidung und nicht die Mieter*innen, die die Heizkosten tragen.
Die Fernwärmeverordnung (AVBFernwärmeV) legt fest, wie Preise angepasst werden dürfen. Fernwärmepreise setzen sich aus einem Grund- und einem Arbeitspreis zusammen. Der Grundpreis hängt von der Anschlussleistung ab und legt die Investitionskosten und Fixkosten wie Instandhaltungs- und Betriebskosten auf die Kund*innen um. Er kann auch über eine Grundpreisänderungsklausel angepasst werden, die einen Lohn- sowie einen Investitionsgüterindex beinhalten kann.AGFW (2022): BGH entscheidet erneut zu Fernwärme-Preisgleitklausel und bestätigt Branchenpraxis (online verfügbar) sowie exemplarisch: Wärmeversorgung Schenefeld (2017): Erläuterungen zur Preisgleitklausel (online verfügbar). Da Fernwärmeanbieter höhere Fixkosten haben als Gasversorger, macht der Grundpreis mit durchschnittlich 25 Prozent einen wesentlich höheren Anteil des Fernwärmepreises aus als bei Gas.Verbraucherzentrale (2025): Fernwärme: Kosten sparen und gleichzeitig das Klima schonen (online verfügbar).
Der Arbeitspreis wird über Preisänderungsklauseln angepasst. Gemäß der AVBFernwärmeV § 24 Abs. 4 müssen Preisänderungsklauseln ein Marktelement enthalten, das die allgemeinen Entwicklungen auf dem Wärmemarkt (die Preise alternativer Technologien wie Wärmepumpenstrom oder die Preisentwicklung bei anderen Fernwärmeunternehmen) widerspiegeln soll. Zudem müssen sie ein Kostenelement enthalten, das die Erzeugungskosten des Fernwärmeerzeugers beim Energieträgerbezug und bei der Wärmeerzeugung abbildet.
Die Fernwärme spielt bei der Wärmewende eine wichtige Rolle. Sollten die starken Preisunterschiede im Vergleich zu anderen Energieträgern auch nach den aktuellen – durch die Energiepreiskrise bedingten – Preisbewegungen weiterbestehen, könnte die Akzeptanz von Fernwärme untergraben werden. Daher fordern viele Akteure mehr Transparenz und eine Novellierung der Fernwärmeverordnung (AVBFernwärmeV). Der Verbraucherzentrale BundesverbandVerbraucherzentrale Bundesverband (2025): Wärmenetze wettbewerblich fördern (online verfügbar). und die Monopolkommission legen bei ihren Reformvorschlägen den Fokus auf den Systemwettbewerb zwischen verschiedenen Energieträgern. Im 10. Sektorgutachten für Fernwärme empfiehlt die Monopolkommission unter anderem, dass Fernwärmeanbieter verpflichtet werden sollen, auf der bestehenden Transparenzplattform ihre Tarife und andere Informationen offenzulegen. Außerdem schlägt sie einen Grundversorgungstarif mit Preisobergrenze vor, um eine effektive und wenig aufwendige Preisbegrenzung zu ermöglichen.Vgl. Monopolkommission (2025): Energie 2025: Wettbewerb und Effizienz für ein zukunftsfähiges Energiesystem. 10. Sektorgutachten (online verfügbar). Der AGFW (Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und Kraft-Wärme-Kopplung) spricht sich hingegen explizit gegen einen Grundversorgungstarif mit Preisobergrenze aus, weil damit Investitions- und Planungssicherheit sowie der Netzausbau gefährdet würden.Vgl. AGFW (2025): Alter Wein in neuen Schläuchen – Wärmewende braucht verlässliche Rahmenbedingungen statt Überregulierung (online verfügbar).
Auch das Bundeskartellamt hält eine Preisregulierung aufgrund der großen Zahl und Heterogenität der Fernwärmenetze für kaum umsetzbar. Stattdessen fordert das Kartellamt eine Stärkung der kartellrechtlichen Missbrauchsaufsicht und neben Preistransparenz auch mehr Transparenz über die Erzeugungskosten, um Anbieter, die ihre Marktmacht missbrauchen, besser identifizieren zu können.Bundeskartellamt (2025): Laufende Fernwärme-Verfahren – Verdacht auf rechtswidrige Preisanpassungsklauseln erhärtet. Pressemitteilung vom 20. März (online verfügbar).
Sollten die Fernwärmepreise dauerhaft über den Preisen für alternative Heiztechnologien (Gasheizung, Wärmepumpenstrom) liegen, dürfte es schwierig werden, Bürger*innen zum Umstieg zu motivieren. Umgekehrt rechnet sich der Ausbau der Fernwärmenetze vor allem dann, wenn sich möglichst viele Haushalte in einem Gebiet an die Fernwärme anschließen.
Stadtwerke und Kommunen, denen die Fernwärmeanbieter oft gehören, sowie deren Verbände wie AGFW und DENA (Deutsche Energie-Agentur) fordern hingegen, dass die Kostenkomponente in der Preisänderungsklauseln gestärkt wird, um mehr Investitionssicherheit für klimaneutrale Wärmeerzeugung zu schaffen.
Der temperaturbereinigte Heizenergieverbrauch der betrachteten Haushalte ist im Jahr 2024 gegenüber 2023 recht konstant geblieben, sodass die in den Energiekrisenjahren 2022 und 2023 erzielten Heizenergieeinsparungen erhalten blieben. Gleichzeitig sind die CO2-Emissionen in den betrachteten Gebäuden temperaturbereinigt um drei Prozent gesunken.
Nach dem Auslaufen der Energiepreisbremsen stiegen die Heizenergiepreise im Jahr 2024 um durchschnittlich sechs Prozent recht deutlich. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2021 haben sich die Preise damit um 77 Prozent erhöht. Dabei gab es starke Unterschiede zwischen den Energieträgern. Fernwärmepreise sind im Vergleich zum Vorjahr mit 27 Prozent deutlich stärker gestiegen als die Preise für Gas. Die Heizölpreise sind sogar gefallen. Damit hat sich die Entwicklung von 2023 umgekehrt. Damals waren die Gas- und Heizölpreise um 28 beziehungsweise 27 Prozent gestiegen, während der Preis für Fernwärme konstant blieb.
Die hohen Preisanstiege bei der Fernwärme sind neben dem Auslaufen der Energiepreisbremsen wahrscheinlich auf die verzögerte Weitergabe der hohen Energiepreise aus der Energiekrise zurückzuführen. Da sich die Gaspreise für Haushalte inzwischen stabilisiert haben, ist davon auszugehen, dass dies auch bei der Fernwärme im nächsten Jahr der Fall sein wird.
Um die Akzeptanz der Haushalte nicht zu gefährden, müssen Fernwärmepreise mit Preisen alternativer Heizsysteme vergleichbar bleiben. Bislang waren Öl- und Gasheizungen die beiden wichtigsten Alternativen zur Fernwärme. Im Zuge der Wärmewende werden Wärmepumpen voraussichtlich zunehmend zur relevanten Referenztechnologie, mit der Fernwärmepreise verglichen werden. Um Haushalten einen einfacheren Vergleich zu ermöglichen, bedarf es mehr Transparenz über die Preisgestaltung bei der Fernwärme, zum Beispiel durch die verpflichtende Teilnahme an der Preistransparenzplattform. Dies würde auch den Kartellbehörden helfen, Fernwärmeanbieter zu identifizieren, die ihre Monopolposition ausnutzen, um überhöhte Preise zu verlangen. Mit Blick auf die wichtige Rolle von Fernwärme bei der Wärmewende ist zudem ein stabiler Regulierungsrahmen wichtig, der es Fernwärmeversorgern ermöglicht, die nötigen Investitionen in die klimaneutrale Wärmeerzeugung zu tätigen.
JEL-Classification: R31;Q21;Q40
Keywords: Heating demand, heating costs, building energy efficiency, residential buildings, gas prices, price breaks
DOI:
https://doi.org/10.18723/diw_wb:2025-49-1