Konjunkturbarometer

Aktuelle Ergebnisse vom 20. Dezember 2018

DIW Konjunkturbarometer Dezember: Deutsche Wirtschaft beendet das Jahr mit ordentlichem Wachstum

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) signalisiert für das Schlussquartal mit einem Indexstand von 101 Punkten ein Wachstumstempo, das trotz einiger Schwächesignale in den vergangenen Monaten in etwa dem langjährigen Durchschnitt entspricht: Im vierten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt um gut 0,3 Prozent höher ausfallen als im Vorquartal. Somit wird die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um voraussichtlich 1,5 Prozent gewachsen sein. „Das ist zwar ein geringerer Anstieg der Wirtschaftsleistung als noch zu Jahresbeginn erwartet wurde, letztlich aber als eine Normalisierung nach Jahren des überdurchschnittlichen Wachstums zu werten“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. „Sorgen vor einer Rezession sind übertrieben.“ Für kommendes Jahr ist nach Einschätzung des DIW Berlin mit 1,6 Prozent ein Wachstum in ähnlicher Größenordnung zu erwarten.

Die Dienstleistungsbereiche tragen stabil zum Wachstum bei. „Im Zuge des kräftigen Beschäftigungsaufbaus profitieren die konsumnahen Bereiche von den spürbaren Einkommenszuwächsen der privaten Haushalte“, so DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. „Der vorübergehende Produktionsstopp in der Automobilindustrie im Sommer trägt dagegen noch maßgeblich zu dem trüben Bild bei, das die Indikatoren für die deutsche Industrie derzeit zeichnen.“ Nach und nach dürften die Kfz-Hersteller Zertifizierungen für ihre Fahrzeugmodelle erhalten und dann einen Großteil der ausgebliebenen Verkäufe – und schließlich auch der Produktion – nachholen. Diesen Effekt können aktuell vorliegende Zahlen noch nicht vollständig widerspiegeln; immerhin hat sich die Stimmung in der Kfz-Industrie und auch im Kfz-Handel bereits merklich aufgehellt. Somit dürfte der Nachholeffekt die Wirtschaftsleistung in den kommenden Monaten spürbar anregen.

Abbildung 1


Die negativen Impulse von den Finanzmärkten halten an, es bleiben aber vor allem die Signale aus der Industrie, die nach wie vor ein trübes Bild zeichnen (Abbildung 1, Barometerwerte zum Download | XLSX, 10.81 KB ). Grundsätzlich hat die Nachfrage zuletzt an Schwung verloren – im Maschinenbau ist sie gar gesunken. Überlagert wurde all dies aber von den Entwicklungen in der Automobilindustrie; mittlerweile sind die Umsätze jedoch wieder deutlich hochgefahren worden. Sowohl die Umsätze als auch die Beschäftigung bei den Dienstleistern dürften zudem ihren Aufwärtstrend fortsetzen (Abbildung 2).


Abbildung 2

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