Konjunkturbarometer

Aktuelle Ergebnisse vom 21. Dezember 2017

DIW Konjunkturbarometer Dezember 2017: Boom hält an – trotz eines Dämpfers zum Jahresausklang

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat im Dezember um vier Zähler auf nunmehr 109 Punkte nachgegeben. Der Wert über 100 zeigt aber immer noch ein überdurchschnittliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal von gut einem halben Prozent gegenüber dem dritten Quartal an. „Im Schlussquartal wird das Plus bei der Wirtschaftsleistung zwar etwas schwächer ausfallen als zuvor. Die prall gefüllten Auftragsbücher sprechen aber dafür, dass der kräftige Aufschwung anhält“, sagt DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner.

Die Stimmung in den Unternehmen hat sich Umfragen zufolge im Vergleich zu den sehr starken Vormonaten etwas eingetrübt, bleibt aber außerordentlich gut. „Die Unsicherheit über die Regierungsbildung scheint den Unternehmen keine größeren Sorgen zu bereiten“, kommentiert Ferdinand Fichtner. So bleibt die konjunkturelle Lage nach DIW-Einschätzung günstig, denn sowohl die Inlandsnachfrage als auch der Außenhandel stützen das Wachstum. „Die Auslandsnachfrage ist kräftig und unter anderem deswegen investieren die Unternehmen wieder mehr. Der private Verbrauch profitiert weiterhin von der guten Arbeitsmarktentwicklung“, fasst Simon Junker, DIW-Experte für die Konjunktur in Deutschland, zusammen.

Die Weltkonjunktur wird im kommenden Jahr an Schwung verlieren: Die Konjunktur in den USA dürfte bald ihren Höhepunkt überschritten haben und der strukturelle Wandel in China wird voraussichtlich zu einer schwächeren Nachfrage nach Investitionsgütern aus Deutschland führen. Alles in allem erwarten die KonjunkturexpertInnen des DIW Berlin eine Fortsetzung des Aufschwungs mit einem allmählich etwas schwächeren Wachstum der deutschen Wirtschaft. Diese durchläuft eine Hochkonjunktur, eine Überhitzung droht derzeit jedoch nicht.

Abbildung 1


Der kräftige Barometerstand speist sich aus starken Beiträgen aus allen Bereichen (Abbildung 1): Vor allem die Signale aus der Industrie – und hier vor allem die Stimmungsindikatoren – sind spürbar, aber auch die Dienstleister tragen merklich bei. Das spricht dafür, dass für den Wachstumsdämpfer im Schlussquartal vor allem ein Sondereffekt in der Automobilindustrie verantwortlich ist – Sonderschichten hatten im dritten Quartal die Produktion angekurbelt, so dass die Ausbringung (und die Umsätze) im Schlussquartal wohl nur im Vergleich dazu geringer ausfällt. Die Grunddynamik, die das Konjunkturbarometer spiegelt, bleibt dagegen ungebrochen aufwärtsgerichtet. Auch die Arbeitsmarktentwicklung trägt zuletzt stärker zum Barometer bei; vor allem wirken hier die Beschäftigungspläne in den Dienstleistungsbereichen (Abbildung 2).


Abbildung 2

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