Konjunkturbarometer

Aktuelle Ergebnisse vom 31. Oktober 2018

DIW Konjunkturbarometer Oktober: Deutsche Wirtschaft setzt zum Jahresendspurt an

Im Oktober weist das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) für das dritte Quartal einen Indexstand von 104 Punkten auf – geringfügig weniger als für das zweite Quartal, in dem die deutsche Wirtschaft um knapp ein halbes Prozent gegenüber dem Vorquartal zulegen konnte. Für das Schlussquartal steigt der Index auf 107 Punkte an.

„Zuletzt fielen wichtige Konjunktursignale enttäuschend aus – Produktion und Bestellungen in der Industrie sinken, die Unternehmensstimmung trübt sich ein. Die Konjunktur in Deutschland bricht aber nicht ein. Sie nähert sich vielmehr allmählich einer Normalauslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten an“, kommentiert DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen die aktuelle Entwicklung. Das Konjunkturbarometer signalisiert ein solides Wachstum von knapp 0,4 Prozent für das dritte und sogar von 0,6 Prozent für das vierte Quartal 2018.

Vor dem Hintergrund der Engpässe beim neuen Modell-Zertifizierungsverfahren, mit denen die Autohersteller – zumindest im Sommer – zu kämpfen hatten, könnte das Barometer die Entwicklung im dritten Quartal möglicherweise überschätzen. „Trotz der leichten Konjunkturdelle im Sommer bleiben aber wichtige Treiber der deutschen Konjunktur intakt“, so DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. „Der Arbeitsmarkt läuft rund, die Löhne steigen merklich, und für das kommende Jahr stehen unter anderem Erleichterungen bei den Sozialabgaben auf dem Programm, die den Konsum zusätzlich ankurbeln werden.“ Unter diesen Vorzeichen dürfte die Binnennachfrage kräftig bleiben, und auch die Impulse aus dem Ausland schwächen sich im Einklang mit einer sich insgesamt leicht entschleunigenden Weltkonjunktur nur nach und nach ab.

Abbildung 1


Zuletzt war die Entwicklung an den Aktienmärkten eine Belastung für das Konjunkturbarometer (Abbildung 1, Barometerwerte zum Download | XLSX, 10.68 KB ); auch unter den einzelnen Zeitreihen stachen die negativen Beiträge der Aktienindizes hervor (Abbildung 2). Dagegen sind die Signale aus der Industrie wieder deutlich positiv – hierzu dürften auch Nachholeffekte in der Automobilindustrie geführt haben. Die Dienstleistungssektoren und auch die Impulse vom Arbeitsmarkt tragen weiter stabil zum Barometer bei.


Abbildung 2

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