Konjunkturbarometer

Aktuelle Ergebnisse vom 26. September 2018

DIW Konjunkturbarometer September: Konjunkturdelle in der Industrie

Im September weist das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) weiter auf eine sich abschwächende Dynamik hin: Das Barometer ist seit dem Schlussquartal 2017 rückläufig und liegt für das nahezu abgeschlossene dritte Vierteljahr bei 104 Punkten. Allerdings fällt der Wert im September höher aus als noch im August; vor allem die gute Arbeitsmarktlage ist hier maßgeblich. Alles in allem signalisiert das Barometer einen Zuwachs der Wirtschaftsleistung im dritten Quartal in Höhe von 0,4 Prozent. Im zweiten Quartal war das BIP um 0,5 Prozent gestiegen.

Die Lage in der Industrie hat sich bei rückläufigen Auftrags- und Produktionszahlen deutlich verschlechtert. Hierzu dürften zu einem guten Teil aber die Probleme der Autohersteller geführt haben, die aufgrund von Engpässen beim neuen Modell-Zertifizierungsverfahren zeitweise Produktions- und Lieferstopps in Kauf nehmen müssen. Dieser Effekt kann nur teilweise im Barometer abgebildet werden, so dass für den ausgewiesenen gesamtwirtschaftlichen Zuwachs Abwärtsrisiken bestehen.

In den Dienstleistungsbereichen verlangsamt sich die Dynamik indes nur graduell – die konsumnahen Bereiche profitieren nämlich weiter von den merklichen Einkommenszuwächsen der privaten Haushalte, die wiederum vor allem durch den anhaltend kräftigen Beschäftigungsaufbau und die spürbaren Lohnsteigerungen angeschoben werden.

Abbildung 1


Die Beiträge der Industrie zum Konjunkturbarometer sind – wohl auch angesichts der Probleme im Automobilsektor – in negatives Terrain gerutscht (Abbildung 1). Die Beiträge des Dienstleistungssektors bleiben dagegen kräftig, trotz eines geringen Tempoverlusts. Vor allem die Impulse vom Arbeitsmarkt tragen zur wirtschaftlichen Entwicklung bei; dies spiegelt sich auch an den Beiträgen, den ausgewählte Reihen zum Barometerstand liefern. Hier sind es nämlich vor allem die Beschäftigungserwartungen – aber auch die Umsatzerwartungen – vieler Dienstleister, die überdurchschnittlich sind, während die Indikatoren aus der Industrie ein äußerst schwaches Bild zeichnen (Abbildung 2).


Abbildung 2

Barometer_September_2018_Indikatoren.png