Konjunkturbarometer

Aktuelle Ergebnisse vom 29. August 2018

DIW Konjunkturbarometer August: Deutsche Wirtschaft trotz hoher Unsicherheiten stabil

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat im August erneut etwas nachgegeben, zeigt aber weiterhin ein überdurchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft an. Für das dritte Quartal liegt es mit 101 Punkten (nach zuletzt knapp 104 Punkten) weiter über der 100-Punkte-Schwelle. „Der weltwirtschaftliche Boom des vergangenen Jahres ist zwar vorbei“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. „Die zuletzt hohe Auslastung der Produktionskapazitäten in der deutschen Wirtschaft wird sich im Zuge dessen aber lediglich normalisieren, von einem Einbruch kann keine Rede sein.“ Mit einem Plus von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal wird die deutsche Wirtschaft auch im laufenden Quartal stabil bleiben.

Die in den vergangenen Monaten deutlich rückläufigen Auftragseingänge waren wohl vor allem der hohen wirtschaftspolitischen Unsicherheit geschuldet: „Angesichts des bevorstehenden Brexits und insbesondere der zeitweise drohenden Eskalation im Handelskonflikt mit den USA dürften sich Unternehmen vielerorts mit neuen Bestellungen zurückgehalten haben“, so DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. Nachdem sich die EU und die USA geeinigt hatten, vorerst keine neuen Sonderzölle – insbesondere auf Autos – einzuführen, hat sich die Stimmung in den deutschen Unternehmen wieder merklich aufgehellt.

Doch selbst wenn die Unternehmen wohl zunächst weiter vorsichtig disponieren werden: Die Grundtendenz bei den Investitionen bleibt aufwärtsgerichtet. Der Bauboom hält an und der private Verbrauch profitiert weiter von der günstigen Arbeitsmarktentwicklung. „Alles in allem dürften die Zuwächse aber bei Konsum, Investitionen und Exporten gegenüber dem starken Jahr 2017 durchweg abflachen“, resümiert Michelsen.

Abbildung 1


Die Beiträge der Industrie zum Konjunkturbarometer sind weiter zurückgegangen – zuletzt waren sie sogar leicht negativ (Abbildung 1). Entsprechend sind unter den dämpfenden Signalen vor allem solche aus dem verarbeitenden Gewerbe: Die schwachen Umsätze, Produktionszahlen und die Auftragseingänge belasten den Ausblick, die Stimmung hat sich jedoch im August wieder aufgehellt (Abbildung 2).

Die Dienstleistungsbereiche tragen weiter merklich zu dem leicht überdurchschnittlichen Barometerstand bei, ebenso wie die Signale vom Arbeitsmarkt, wenngleich sich die Dynamik in beiden Bereichen auch etwas abgeschwächt hat – nicht zuletzt wohl auch, weil in einigen Dienstleistungsbranchen entgegen der allgemeinen Tendenz die Beschäftigungsdynamik etwas verhaltener ist.


Abbildung 2

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