Pressemitteilungen

Pressemitteilungen des DIW Berlin mit dem SOEP
1 ... 2 3 4 5 6 ... 17

17.03.2017

SOEP-Analyse des DIW Berlin zum Weltglückstag am 20. März: Lebenszufriedenheit in Ostdeutschland holt auf

Die Menschen in ganz Deutschland sind heute zufriedener als zum Tiefpunkt 2004

Die Menschen in West- und Ostdeutschland sind seit 2015 im Durchschnitt zufriedener als zu jedem anderen Zeitpunkt nach der Wiedervereinigung (Abbildung 1). Dass die Zufriedenheit in Deutschland im Vergleich zu 1990 deutlich angestiegen ist, geht im Wesentlichen auf den Aufholprozess in Ostdeutschland zurück. Das in Ostdeutschland gemessene Niveau der Zufriedenheit liegt jedoch auch mehr als 25 Jahre nach der Wiedervereinigung noch unter dem westdeutschen Niveau (Abbildung 2). Das zeigt eine neue Auswertung von Daten der für Deutschland repräsentativen Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am DIW Berlin

„So ernüchternd es ist, dass es ihn immer noch gibt: Der Abstand zwischen Ost und West hat sich über die Jahre maßgeblich verringert und ist so niedrig wie noch nie“, sagt SOEP-Direktor Jürgen Schupp, der die Analyse durchgeführt hat.

01.03.2017

Den Deutschen ist in der gegenwärtigen Situation vieles wichtiger als wirtschaftliche Ziele

DIW-Studie: Erhalt der Demokratie, Verbesserung der Pflege und Bekämpfung der Kriminalität waren den Wahlberechtigten in Deutschland im Januar 2017 wichtiger als wirtschaftliche Ziele – Über die Bedeutung dieser Politikziele herrscht breiter Konsens – Wertungen verglichen mit 2013 nur mit leichten Veränderungen

Noch mehr als auf wirtschaftliche Ziele wie die Erhöhung des Pro-Kopf-Einkommens legen die deutschen Wahlberechtigten zur Zeit Wert auf den Erhalt der Demokratie, die Verbesserung der Pflegequalität und die Bekämpfung der Kriminalität. Diese drei Ziele wurden in einer vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und dem Umfrageinstitut Kantar Public jüngst durchgeführten repräsentativen Umfrage über die Relevanz von Politikbereichen an oberster Stelle genannt. „Arbeit schaffen“ kommt an vierter Stelle.

Über diese vier Ziele herrscht ein breiter Konsens: Über alle Bevölkerungsschichten hinweg ernten sie hohe Zustimmungsquoten von über 90 Prozent wenn es darum geht, welche Bereiche für die Politik wichtig sein sollten. „Dieses Ergebnis zeigt, dass Volksparteien in Deutschland im demokratischen Wettbewerb nur dann eine starke Position erreichen werden, wenn sie diese Werte und Zielsetzungen hochhalten,“ so DIW-Vorstandsmitglied und Studienautor Gert G. Wagner. „Mehrheiten bekommen nur die politischen Programme, die offensiv für den Erhalt der Demokratie einstehen, auf den zunehmenden Bedarf an Pflege in der alternden Gesellschaft Bezug nehmen und ein klares Profil in der Sicherheits- und Beschäftigungspolitik aufweisen.“

„Es ist nicht so, dass der wirtschaftliche Wohlstand den Menschen egal ist“, fügt Hauptautor Marco Giesselmann hinzu. „Aber er scheint in der guten wirtschaftlichen Situation weniger dringend zu sein und mag sich in anderen Zielsetzungen ausdrücken als im Pro-Kopf-Einkommen.“

01.02.2017

Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Gesetzlichen Rentenversicherung werden kleiner, aber vor allem aufgrund sinkender Rentenanwartschaften von Männern

Vergleich der Geburtsjahrgänge zeigt, dass Veränderungen der Erwerbs- und Familienbiografien die Ungleichheit der Anwartschaften zwar reduziert haben, diese jedoch weiterhin groß ist – „Gender Pension Gap“ in Westdeutschland deutlich größer als in Ostdeutschland

Im Jahr 2014 betrug die durchschnittliche monatliche Rente aus der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) bei den Bestandsrentnern (also denjenigen, die bereits seit mehr als einem Jahr Rente beziehen) in Westdeutschland 994 Euro (Ostdeutschland 1057 Euro) und bei den Bestandsrentnerinnen 576 Euro (Ostdeutschland 818 Euro) – jeweils ohne Hinterbliebenenrente. Daraus ergibt sich eine geschlechtsspezifische Rentenlücke (auch Gender Pension Gap genannt) von 42 Prozent in West- beziehungsweise 23 Prozent in Ostdeutschland zu Lasten der Frauen. Für die in den Jahren 1966 bis 1970 Geborenen wird der Gender Pension Gap voraussichtlich um 15 Prozentpunkte kleiner sein als für die in den Jahren 1936 bis 1945 Geborenen. Dies sind zentrale Ergebnisse einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung.

25.01.2017

Realeinkommen nehmen seit 1991 weniger zu als die Wirtschaftskraft – erste Anzeichen für wieder steigende Einkommensungleichheit

DIW Berlin untersucht Einkommensverteilung und Entwicklung des Armutsrisikos in Deutschland – Realeinkommen steigen im Durchschnitt, untere Einkommensgruppen haben heute aber weniger als vor 25 Jahren – 12,7 Millionen Menschen sind von Armut bedroht

Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte in Deutschland sind von 1991 bis 2014 real, also unter Berücksichtigung der Preisentwicklung, um zwölf Prozent gestiegen. Das war jedoch deutlich weniger als der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts in diesem Zeitraum, das real um 22 Prozent zulegte. Gleichzeitig hat die Einkommensungleichheit zugenommen: Während die mittleren verfügbaren Einkommen um mehr als acht Prozent stiegen und die höchsten Einkommen sogar um etwa 27 Prozent, mussten die zehn Prozent der Haushalte mit den geringsten Einkommen nach Abzug der Inflation sogar Verluste hinnehmen. Insgesamt blieben die unteren 40 Prozent der Einkommensskala deutlich hinter den Einkommenszuwächsen der oberen 60 Prozent zurück. Das sind zentrale Ergebnisse einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), für die die DIW-Verteilungsforscher Markus Grabka und Jan Goebel frühere Studien um die aktuellsten verfügbaren Zahlen für das Jahr 2014 ergänzt haben. Dabei ergaben sich auch erste Anzeichen für eine wieder steigende Einkommensungleichheit. Diese war zunächst zwischen 1991 und 2005 gestiegen und stagnierte in den Jahren 2005 bis 2013 auf diesem Niveau. Auch das Armutsrisiko nimmt der Untersuchung zufolge wieder zu, wenngleich der Anstieg zumindest im Vorjahresvergleich zwischen 2013 und 2014 nicht im statistischen Sinne signifikant ist.

21.12.2016

Steuerbelastung ist in Deutschland relativ gleichmäßig über die Einkommensgruppen verteilt

Geringverdienende sind relativ stark mit indirekten Steuern belastet

Die prozentuale Belastung mit Steuern und Sozialbeiträgen in Deutschland ist erstaunlich gleichmäßig über alle Einkommensgruppen verteilt und wirkt nur wenig progressiv. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Lediglich die Einkommen- und Unternehmensteuern sind stark progressiv und belasten vorwiegend Haushalte mit höheren Einkommen“, sagt DIW-Steuerexperte Stefan Bach. „Knapp die Hälfte des Steueraufkommens entfällt aber auf indirekte Steuern wie Mehrwertsteuer, Energiesteuern oder Genussmittelsteuern, die Haushalte mit niedrigen Einkommen deutlich stärker belasten als Haushalte mit hohen Einkommen.“ Berücksichtige man auch die Sozialbeiträge, so falle die gesamte relative Belastung der mittleren Einkommen nicht viel geringer als die der sehr hohen Einkommen aus.

30.11.2016

Wochenendarbeit in Deutschland: 45 Prozent der Beschäftigten arbeiten auch am Samstag – rund ein Viertel am Sonntag

Insgesamt nimmt die Wochenendarbeit im Land aber eher ab – DIW-Studie zeigt, dass der Anteil der am Wochenende beruflich Aktiven in den letzten Jahren leicht zurückgegangen ist – Es gibt aber Ausnahmen: In einigen Branchen wird zunehmend am Samstag und Sonntag gearbeitet

Immer öfter haben Geschäfte sonntags auf, immer mehr Ältere sind rund um die Uhr auf Pflege angewiesen. Auch deshalb haben viele Menschen den Eindruck, dass die Erwerbstätigkeit am Wochenende zunimmt. Das ist aber nicht der Fall, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigt. Im Jahr 2015 arbeiteten fast 45 Prozent aller Erwerbstätigen, sprich 19,3 Millionen Beschäftigte, regelmäßig oder gelegentlich an einem Samstag. Im Jahr 2011 waren es noch drei Prozentpunkte oder 600.000 Personen mehr. Die Zahl der am Sonntag aktiven Erwerbstätigen hat ebenfalls abgenommen, um eine halbe Million. Dabei ergibt sich ein uneinheitliches Bild: In bestimmten Wirtschaftszweigen, bei denen Wochenendarbeit besonders verbreitet ist – etwa dem Handel, der Gastronomie und dem Bereich Gesundheit und Soziales  –  wächst die Beschäftigung kräftig. Dagegen wirkt, dass sich in der Summe der Wirtschaftsbereiche der Personaleinsatz eher weg vom Wochenende hin zu den üblichen Werktagen verschiebt. Das ist zum Beispiel in der Bauwirtschaft, in den Bereichen Verkehr sowie Information und Kommunikation und zum Teil in der Industrie der Fall.

16.11.2016

Smartphone und Internet dominieren die Freizeit Jugendlicher - Die Art der Nutzung hängt von Einkommen und Bildung ab

DIW-Studie zeigt: IT und Kommunikationstechnologien sind im Freizeitverhalten der Jugend  allgegenwärtig – Der Zugang ist für alle gewährleistet, eine Kluft besteht aber in der Nutzung – Bildungspolitik muss auf die IT-Fertigkeiten der jungen Leute aufbauen

Rund 85 Prozent aller 17-Jährigen in Deutschland beschäftigen sich täglich mit dem PC oder Internet. Vor 15 Jahren war es weniger als ein Drittel. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis von Daten der Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) und des Statistischen Bundesamtes hervor. Die Studie zeigt, wie allgegenwärtig PC und Smartphones in der Freizeit der Jugendlichen sind: 78 Prozent der 17-Jährigen surfen oder chatten nach eigenen Angaben täglich, 72 Prozent sind jeden Tag in den sozialen Netzwerken unterwegs. Stark nachgelassen hat hingegen die Bedeutung des Fernsehens und des Lesens für die Freizeitgestaltung der Jugendlichen. Haben vor 15 Jahren noch 53 Prozent der 17-Jährigen mindestens einmal wöchentlich gelesen, waren es zwischen 2011 und 2013 nur noch 43 Prozent.

26.10.2016

Erzieherinnen sind überwiegend zufrieden mit ihrer Arbeit, aber weniger mit dem Lohn

DIW-Studie auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels: Viele Erzieherinnen möchten ihre Arbeitszeit gerne erhöhen – Mehr Investitionen in die frühe Bildung könnten Belastung der Erzieherinnen senken und Anerkennung erhöhen

Erzieherinnen sind mit ihrer Arbeit zufriedener als Beschäftigte vieler anderer Berufsgruppen. Ihr Gehalt empfinden sie – im Vergleich zu einigen anderen Berufsgruppen – häufiger aber als nicht so angemessen. Das sind zentrale Ergebnisse einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) der Jahre 2008 bis 2014 basiert. Analysiert wurden nur Erzieherinnen, nicht aber Erzieher, weil Männer diesen Beruf selten ergreifen und die Fallzahl in der Stichprobenerhebung für aussagekräftige Analysen zu gering ist. Die Analysen zeigen, dass Erzieherinnen mit ihrer Arbeit ähnlich hohe Zufriedenheitswerte wie Grundschullehrerinnen erreichen und höhere Werte als Verwaltungsfachfrauen und andere erwerbstätige Frauen mit berufsqualifizierendem Abschluss. Obwohl sich Erzieherinnen insgesamt nicht überdurchschnittlich stark belastet fühlen und beispielsweise nicht häufiger über Zeitdruck klagen als andere Beschäftigte, macht ihnen die zunehmende Arbeitsintensität zu schaffen.

19.10.2016

Für hohe Vermögen in Deutschland spielen neben Selbständigkeit und Unternehmertum auch Erbschaften und Schenkungen eine große Rolle

DIW-Studie beleuchtet die weltweit  bislang nur wenig erforschte Lebenssituation von Hochvermögenden

Auf Basis einer nicht repräsentativen Erhebung des DIW Berlin und der Universität Potsdam wurde die Lebenssituation von Hochvermögenden in Deutschland erstmals näher untersucht. Diese sind Personen in Haushalten mit einem Geldvermögen von mehr als einer Million Euro. Sie sind typischerweise männlich, im höheren Lebensalter und überdurchschnittlich gut gebildet. Die Erhebung wurde im Rahmen des 5. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales durchgeführt. 

28.09.2016

In Deutschland hohe und stabile Solidaritätsbereitschaft mit notleidenden EU-Ländern

DIW-Studie zeigt: Fast die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland findet Hilfe für EU-Krisenländer richtig – Rund 30 Prozent  lehnen sie ab – Kürzungen von Sozialausgaben in den Krisenländern werden auch hierzulande kritisch bewertet

Entgegen dem oft propagierten Bild unterstützen viele Bürgerinnen und Bürger die deutschen Hilfen für finanziell in Not geratene EU-Länder. Im zweiten Halbjahr 2015 hielten es 48 Prozent der Erwachsenen für richtig, dass Deutschland anderen EU-Mitgliedsländern finanziell hilft. Rund 30 Prozent lehnten dies ab und etwa 20 Prozent waren indifferent. Das zeigt eine gemeinsame Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und der Universität Leipzig auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Im Vergleich mit früheren Befragungen des Eurobarometer seit 2010 hat die Unterstützung der Bevölkerung nicht nachgelassen. „Obwohl sich die Krise in einigen südeuropäischen Ländern in dieser Zeit deutlich verschärft hat und bestimmte Jahre, etwa während der Griechenlandkrise, von negativen Schlagzeilen geprägt waren, ist die Bereitschaft zur Solidarität weiterhin hoch“, fassen die Autoren Holger Lengfeld, Professor für Soziologie der Universität Leipzig, und Martin Kroh, stellvertretender SOEP-Leiter, das Ergebnis der Studie zusammen.

01.09.2016

Studie zu früherer Fluchtzuwanderung zeigt Ansatzpunkte für Integration aktuell Geflüchteter

Sozial- und WirtschaftswissenschaftlerInnen des DIW Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin untersuchten Integration Geflüchteter, die vor allem in den Jahren 1990 bis 2010 nach Deutschland kamen – Befragungsdaten deuten auf schwierige Startbedingungen hin, mit der Zeit konnten Geflüchtete bei Sprachkenntnissen und auf dem Arbeitsmarkt aber gegenüber anderen MigrantInnen aufholen

Wie kann die Integration der vor allem in den Jahren 2014 und 2015 zahlreich nach Deutschland geflüchteten Menschen gelingen? Eine Gruppe von Sozial- und WirtschaftswissenschaftlerInnen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und der Humboldt-Universität zu Berlin haben einen Blick in die jüngere Vergangenheit geworfen, um zur Beantwortung dieser Frage beitragen zu können. Ihre zentrale Erkenntnis: Nach anfänglichen Startschwierigkeiten konnten Geflüchtete, die in den Jahren 1990 bis 2010 nach Deutschland kamen, bei ihren Sprachkenntnissen und auf dem Arbeitsmarkt gegenüber anderen MigrantInnen aufholen.

24.08.2016

AfD bindet relativ viele NichtwählerInnen und Personen aus dem rechten Lager an sich

Studie auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels: Die Alternative für Deutschland (AfD) findet zunehmend Zuspruch im rechten politischen Lager und bei NichtwählerInnen – AnhängerInnen geben an, unzufrieden mit der Demokratie zu sein und sich um Zuwanderung zu sorgen

Die Alternative für Deutschland (AfD) zieht derzeit vor allem Männer, BürgerInnen in den neuen Bundesländern, Personen mit geringer und mittlerer Bildung, ArbeiterInnen und Arbeitslose sowie junge Personen unter 30 Jahren an. Das geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) hervor. DIW-Experte Martin Kroh hat dafür gemeinsam mit Karolina Fetz vom Berliner Institut für Empirische Integrations- und Migrationsforschung der Humboldt-Universität die im SOEP erfragte Parteibindung untersucht. Diese bildet längerfristige Trends in der Unterstützung von Parteien ab und ist nicht mit einer konkreten Wahlabsicht oder -entscheidung zu verwechseln, die auch auf kurzfristigen Einflüssen und Erwägungen beruhen kann. Kroh und Fetz fanden heraus, dass sich das Anhängerprofil der AfD seit der Parteigründung verändert hat. „Die AfD bindet der Befragung zufolge immer mehr frühere NichtwählerInnen und WählerInnen rechtsextremer Parteien an sich sowie Personen, die sich auch tatsächlich als politisch rechts oder sehr rechts verorten. Aber auch aus dem Kreis ehemaliger FDP- oder Linken-WählerInnen gewinnt sie AnhängerInnen“, sagt Fetz. „Zudem scheint sie zunehmend für jüngere Menschen attraktiv zu sein.“

17.08.2016

Weniger Lebenszufriedenheit nach Jobverlust, emotionales Wohlbefinden erholt sich rascher als erwartet

Auch lange Zeit nach einem Jobverlust erreichen Arbeitslose einer Studie zufolge nicht wieder das Niveau an Lebenszufriedenheit, auf dem sie sich vor der Arbeitslosigkeit befunden haben. Die Untersuchung, die der Direktor des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) im DIW Berlin, Jürgen Schupp, und die Soziologen Christian von Scheve und Frederike Esche von der Freien Universität Berlin auf Basis der SOEP-Daten erstellt haben, zeigt jedoch, dass dies nicht so sehr auf die emotionale Befindlichkeit der Betroffenen zurückzuführen ist. Vielmehr spielt die kognitive Wahrnehmung des eigenen Wohlbefindens dabei eine wichtige Rolle. Die Ergebnisse wurden in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift Journal of Happiness Studies publiziert.

26.07.2016

Veränderungen in der Familie können die Überzeugung von Jugendlichen verringern, selbst über ihr Leben zu bestimmen

Jugendliche, die mehrfach einen Partnerwechsel bei den Eltern erlebt haben, glauben später weniger als andere junge Erwachsene, über ihr Leben selbst bestimmen zu können. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die DIW-Forscherinnen Frauke Peter und C. Katharina Spieß auf der Basis von Daten der Langzeituntersuchung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) erstellt haben. „Vor allem Jungen und Mädchen im Alter zwischen zehn und 17 Jahren verlieren nach Veränderungen in der Familie eher an Vertrauen in sich selbst“, sagt die Bildungsökonomin Frauke Peter. Die für Deutschland repräsentative Studie wurde kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift B.E. Journal of Economic Analysis & Policy online veröffentlicht.

09.06.2016

SOEP-Konferenz: Welchen Einfluss hat das Elternhaus auf die Zukunftschancen der Kinder?

Auf der 12. interdisziplinären SOEP-Nutzerkonferenz am 22. und 23. Juni in Berlin präsentieren Forschende aus aller Welt aktuelle Ergebnisse auf Basis der SOEP-Daten

06.06.2016

Arbeitskreis unterstützt zeithistorische Forschung bei Nutzung von Statistiken und Erhebungen

Für Zeithistoriker sind amtliche Statistiken und Datenerhebungen von zunehmendem wissenschaftlichem Interesse. Bislang werden diese Quellen vornehmlich von Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlern analysiert. Die Sozialwissenschaften beziehen wiederum zunehmend historische Perspektiven in ihre Forschung ein. Diese Entwicklungen greift eine neue Kooperation zwischen der Universität Trier, dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) und der Werner Reimers Stiftung auf. Der interdisziplinäre Arbeitskreis „Archiv sozial- und wirtschaftswissenschaftlicher Erhebungen und amtlicher Statistiken Deutschlands nach 1945“ nimmt jetzt seine Arbeit auf.

11.05.2016

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist in Deutschland kein Auslaufmodell

Bedeutung „normaler“ Arbeitsverhältnisse in Voll- oder Teilzeit ist gemessen an allen Erwerbsfähigen seit 1984 nicht gesunken – Zwar sind anteilig mehr Menschen als früher prekär beschäftigt, dafür aber weniger nicht-erwerbstätig – Ökonomen schlagen Maßnahmen für bessere Absicherung vor

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse sind einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zufolge in Deutschland nach wie vor die Regel. Gemessen an allen erwerbsfähigen Personen im Alter von 18 bis 67 Jahren war im Jahr 2013 mehr als die Hälfte der ArbeitnehmerInnen „normal“ beschäftigt. Dazu zählen Angestellte und BeamtInnen, die Vollzeit- und Teilzeitjobs ab 18 Stunden pro Woche ausüben, Auszubildende und Personen, die sich in Mutterschutz oder Elternzeit befinden. Im Vergleich zum Jahr 1984 ist ihr Anteil bis 2013 sogar um drei Prozentpunkte auf 54 Prozent gestiegen und dürfte heute noch höher liegen. „Zwar sind mehr Menschen prekär beschäftigt als noch vor der Jahrtausendwende, in Mini-Jobs oder als Solo-Selbständige“, sagt Gert G. Wagner, Vorstandsmitglied beim DIW Berlin. „Allerdings ging das nicht zulasten der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.“ Denn: Immer mehr Menschen im erwerbsfähigen Alter sind auch tatsächlich berufstätig – der Anteil der Nicht-Erwerbstätigen ist von 32 Prozent im Jahr 1984 (Westdeutschland) auf 20 Prozent im Jahr 2013 gesunken. Vor allem Frauen, die früher oft zu Hause blieben und sich überwiegend um Familie und Haushalt kümmerten, gehen heute häufiger einer bezahlten und statistisch auch erfassten Erwerbstätigkeit nach.

06.05.2016

Einkommensmittelschichten schrumpfen in Deutschland und den USA etwa gleich schnell

Bitte beachten Sie: Diese Pressemitteilung ist eine korrigierte Version.

Studie des DIW Berlin vergleicht die Anteile der BezieherInnen mittlerer Einkommen in den USA und in Deutschland im zeitlichen Verlauf – Die Anteile am Gesamteinkommen sinken in beiden Ländern – Auch die Höhe der mittleren Einkommen ist seit dem Jahr 2000 gesunken

In Deutschland und den USA schrumpfen die Mittelschichten. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Um mehr als fünf Prozentpunkte sank zwischen 1991 und 2013 in beiden Ländern der Anteil der Mittelschicht an der Gesamtbevölkerung. Zur Einkommensmittelschicht zählen alle Erwachsenen, deren gesamtes Haushaltseinkommen vor Steuern und Sozialabgaben zwischen 67 und 200 Prozent des Medians beträgt. Der Median trennt die einkommensstärkere von der einkommensschwächeren Bevölkerungshälfte. In Deutschland zählten vor allem die ausländischen BürgerInnen zu den AbsteigerInnen aus der Mitte der Einkommensverteilung. In den USA waren es überwiegend aus Lateinamerika eingewanderte Menschen, die abstiegen. Weiße US-BürgerInnen schafften hingegen überdurchschnittlich oft den Sprung in die Gruppe der hohen Einkommen. Der in den vergangenen Jahren zu beobachtende Beschäftigungsaufbau habe in Deutschland nicht zu einer Stabilisierung der mittleren Einkommen beigetragen, sagen die SOEP-Verteilungsexperten am DIW Berlin, Markus M. Grabka, Jan Goebel, Carsten Schröder und Jürgen Schupp.

19.04.2016

Wissenschaftler entdecken erste Gene für Wohlbefinden, Depression und Neurotizismus

Ein internationales Konsortium von 178 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen hat anonymisierte genetische Daten von 298.420 Menschen untersucht und Gene entdeckt, die mit Lebenszufriedenheit und Glücklichsein in Verbindung stehen. Die Studie, die jetzt in der führenden Fachzeitschrift „Nature Genetics“ veröffentlicht wurde, zeigt auch vielfältige genetische Verbindungen zwischen psychischem Wohlbefinden, Depression und neurotischem Verhalten. In die Studie flossen unter anderem Daten aus der Berliner Altersstudie II (BASE-II) ein. Das sind Daten zu Lebenszufriedenheit und Glück, die mit Instrumenten der Längsschnittstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP; vertreten durch Prof. Gert G. Wagner) im DIW Berlin erhoben wurden. Die SOEP-Daten wurden mit genetischen Variablen kombiniert, die unter Federführung der Lübecker Interdisziplinären Plattform für Genomanalytik (LIGA; Prof. Lars Bertram) der Universität zu Lübeck erhoben und ausgewertet wurden.

25.02.2016

Flüchtlingszuwanderung nach Deutschland: Große Hilfsbereitschaft, obwohl die Skepsis überwiegt

Neue repräsentative Umfrage gibt Auskunft über Ansichten und Engagement der Bürger in Deutschland – Mehrheit sieht größere Risiken als Chancen – Vier von zehn Menschen wollen sich in Zukunft für Geflüchtete einsetzen

Obwohl die Mehrheit der Menschen in Deutschland skeptisch auf den Zustrom Geflüchteter blickt, sind das Engagement und die Hilfsbereitschaft hierzulande groß. Das zeigt eine aktuelle Befragung im Rahmen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). So gaben 30 Prozent von 2.000 repräsentativ ausgewählten deutschsprechenden Personen im Januar an, Flüchtlinge seit dem vergangenen Jahr mit Geld- oder Sachspenden unterstützt zu haben. „Die Hilfsbereitschaft für geflüchtete Menschen ist enorm, wenn man bedenkt, dass für alle Spendenanlässe zusammen pro Jahr 40 Prozent der Bürger Geld geben“, sagt Jürgen Schupp, SOEP-Direktor und einer der Autoren der Studie, die im DIW Wochenbericht 8/2016 veröffentlicht wurde. Rund 44 Prozent der Befragten gaben an, sich in Zukunft auf die eine oder andere Weise für Flüchtlinge einsetzen zu wollen.

1 ... 2 3 4 5 6 ... 17