Nachrichten und Pressemitteilungen des DIW Berlin http://www.diw.de/de/diw_02.c.288763.de Nachrichten und Pressemitteilungen de-de http://diw.de/sixcms/media.php/37/diw_logo_farbe_mini.jpg DIW Berlin http://diw.de/ Mehr Anreize für Erwerbstätigkeit von Frauen könnten Rentenlücken in europäischen Ländern verkleinern http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.630395.de Unterschiede in den Renteneinkommen zwischen den Geschlechtern sind in Europa teils riesig – In Deutschland große Unterschiede zwischen West und Ost – Länderübergreifender Zusammenhang zwischen Rentenlücken und geschlechtsspezifischen Unterschieden am Arbeitsmarkt – Bessere Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit, etwa durch Abschaffung des Ehegattensplittings, könnte Erwerbsbiografien von Frauen stärken und Rentenlücken verkleinern

Männer erhalten in fast allen untersuchten Ländern Europas höhere Renten als Frauen – auch wenn man die Gender Pension Gaps um Alter und Bildung bereinigt. Diese Rentenlücken variieren allerdings sehr stark: Während in Estland fast kein Gender Pension Gap zu erkennen ist, liegt er in Luxemburg mit knapp 74 Prozent am höchsten. Die Rentenlücke in Ostdeutschland ist nur knapp halb so groß wie die Lücke in Westdeutschland. In der Regel fallen die Lücken in den skandinavischen und osteuropäischen Ländern am geringsten aus.


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Wed, 19 Jun 2019 09:30:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.630395.de
Sommerausgabe des Newsletters zur Bildungs- und Familienforschung am DIW Berlin erschienen http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.630640.de ]]> Tue, 18 Jun 2019 05:20:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.630640.de Mila Staneva has successfully defended her dissertation http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.630021.de Mila Staneva, who worked at the Education and Family Department, has successfully defended her dissertation at the Freie Universität Berlin.

The dissertation with the title “Employment alongside Bachelor’s Studies in Germany. Implications for Education Outcomes, the School-to-Work Transition, and Social Inequality” was supervised by Prof. Dr. Heike Solga (WZB Berlin, Freie Universität Berlin) and Prof. Dr. C. Katharina Spieß (DIW Berlin, Freie Universität Berlin).
We congratulate Mila on her success and wish her all the best for her future career!


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Mon, 17 Jun 2019 11:22:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.630021.de
Deutsche Wirtschaft trotzt Unsicherheiten http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.628814.de DIW Berlin erwartet BIP-Wachstum von 0,9 Prozent für dieses und 1,7 Prozent für kommendes Jahr – Konjunkturbild ist unverändert: Binnenwirtschaft trägt das Wachstum, Auslandsgeschäft bleibt vor Hintergrund zahlreicher Risiken verhalten – Arbeitslosigkeit geht weiter zurück – Handelskrieg stellt bedeutendes Risiko für deutsche Wirtschaft dar – Kommunen müssen finanziell gestärkt werden

Allen Unkenrufen zum Trotz: Die deutsche Wirtschaft zeigt sich im Frühsommer 2019 zwar ein bisschen schwächer als im Vorjahr, nach einem starken Jahresauftakt und vor allem dank einer starken Binnenwirtschaft insgesamt aber gut aufgestellt.


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Thu, 13 Jun 2019 10:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.628814.de
„Die Wirtschaft profitiert stark davon, dass viele Zuwanderer nach Deutschland gekommen sind“: Interview mit Claus Michelsen http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.628846.de Herr Michelsen, das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat zuletzt deutlich an Schwung verloren. Wird das in diesem Jahr so weitergehen?

Wir haben in der Tat eine Verlangsamung der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Das hat sich schon im vergangenen Jahr abgezeichnet, als die Auftragseingänge und die Industrieproduktion graduell immer mehr abgeschmolzen und dann im Sommer auch das Wirtschaftswachstum zum Erliegen gekommen ist. Das Jahr 2019 ist dann aber äußerst positiv gestartet. [...]
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Thu, 13 Jun 2019 09:55:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.628846.de
Ein Punktesystem würde Deutschland mehr ausländische Fachkräfte bringen als das neue Gesetz: Kommentar von Marius Clemens http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.628848.de Nach langem Hin und Her hat sich die Bundesregierung zu einem Fachkräfteeinwanderungsgesetz durchgerungen. Grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass die Zuwanderung von Fachkräften aus Drittstaaten erleichtert werden soll. Die Menschen und deren kulturelle Vielfalt bereichern Deutschland, und wirtschaftlich profitieren wir alle: Zuwanderer können Arbeitsmarktengpässe abmildern – also die Jobs annehmen, für die es hierzulande nicht genug geeignete Bewerberinnen und Bewerber gibt. Entweder, weil die Konjunktur punktuell so brummt, dass kurzfristig nicht alle Stellen besetzt werden können. Oder, weil wir langfristig als älter werdende Gesellschaft schlichtweg nicht mehr genug Nachwuchs für bestimmte Berufe haben.


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Thu, 13 Jun 2019 08:01:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.628848.de
Unsoziale Marktwirtschaft http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.626667.de Derzeit kochen die Emotionen in der öffentlichen Debatte hoch, wenn es um Themen wie hohe Wohnkosten, Lohn- und Vermögensungleichheiten und ähnliche soziale Aspekte geht. Revolutionäre Ideen kommen auf, die das ganze System in Frage stellen. Doch um es vorweg zu nehmen: Wir haben bereits das richtige Modell. Die soziale Marktwirtschaft ist eigentlich eine Erfolgsgeschichte. Ihr verdanken wir das Wirtschaftswunder Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg und auch noch viele weitere wirtschaftlich starke Jahre. Doch in den vergangenen Jahren wurde die soziale Komponente unseres Systems stark vernachlässigt. Ihre Ausgestaltung muss daher an einigen Stellen dringend justiert werden.

Warum es so notwendig ist, soll anhand einiger Fakten deutlich werden: Einem seit neun Jahren anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung und kontinuierlichen Beschäftigungsrekorden stehen in Deutschland einer der größten Niedriglohnsektoren in Europa und eine steigende Armutsrisikoquote gegenüber. Rund 40 Prozent der Deutschen besitzen keine Ersparnisse und keine Altersvorsorge und in keinem anderen Land Europas ist es so schwer, über Bildung den sozialen Aufstieg zu schaffen, wie die OECD regelmäßig konstatiert.

Angesichts dieser widersprüchlichen Entwicklungen ist es wenig erstaunlich, dass aktuell so heftig über das Funktionieren der sozialen Marktwirtschaft debattiert wird. Und da aktuelle Konjunkturprognosen auf ein Nachlassen des Wirtschaftsbooms hindeuten, wird diese Debatte auch nicht so schnell verebben. Wenn es während des Booms nicht gelungen ist, das Leben für untere Einkommensschichten zu verbessern, wie soll es dann in der nächsten Rezession gelingen? Die Folge wird eine zunehmende Polarisierung in unserem Land sein und es ist dringend geboten, diesen Unmut ernst zu nehmen.

Ein Blick auf den Niedriglohnsektor soll exemplarisch das Problem verdeutlichen. Richtig ist, dass die Arbeitslosenrate so niedrig ist wie kaum jemals zuvor. Doch trotz Wirtschaftsboom bekamen im Jahr 2017 rund acht Millionen abhängig Beschäftigte einen Niedriglohn, wohlgemerkt: für ihre Haupttätigkeit. Das sind beinahe drei Millionen mehr als im Jahr 1995. Jeder vierte Arbeitnehmer, vorwiegend Frauen, Alleinerziehende und Migrantinnen und Migranten arbeiten hauptberuflich für weniger als 10,80 Euro die Stunde, also 60 Prozent des Medianstundenlohns; das übertrifft deutlich den europäischen Schnitt, wo nur ein Sechstel im Niedriglohnsektor beschäftigt ist. Niederschmetternd ist vor allem der Befund, dass in Deutschland zwei Drittel der Beschäftigten im Niedriglohnsektor den Aufstieg in höhere Lohnsegmente nicht schaffen. Erwerbstätigkeit allein bietet also keinen umfassenden Schutz vor Einkommensarmut mehr.

Langfristig hauptberuflich im Niedriglohnsektor zu arbeiten bedeutet aber, dass diese Menschen früher oder später auf Sozialleistungen angewiesen sein werden, weil sie die steigenden Mieten nicht bezahlen können und wegen der geringen Rentenansprüche Grundsicherung in Anspruch nehmen müssen. Das Armutsrisiko in unserer Gesellschaft steigt entsprechend, während gleichzeitig die Wirtschaft boomt. Lag die Armutsrisikoquote Mitte der neunziger Jahre noch bei elf Prozent, war sie 20 Jahre später im Schnitt auf rund 17 Prozent gestiegen. Im Klartext heißt das: Der vielbeschworene Aufschwung der letzten Jahre ist bei vielen nicht angekommen.

Doch was heißt dieser Befund für die Politik? Wie können wir verhindern, dass die soziale Marktwirtschaft weiter ausgehöhlt wird? Wie kann die Ungleichheit reduziert werden, damit weniger Menschen auf Leistungen des Sozialstaats angewiesen sind? Unterschiedliche soziale Leistungen müssen wieder besser aufeinander abgestimmt werden. So kann es nicht sein, dass Geringverdienenden nicht viel bleibt, wenn sie besser bezahlte Jobs finden, weil ihnen Sozialleistungen gestrichen werden. Wo bleibt da der Anreiz, mehr oder besser bezahlt zu arbeiten, wenn es sich nicht rechnet? Doch es wird auch nichts nützen, allein das Sozialsystem zu reformieren; das hieße, nur an den Symptomen herumzudoktern und nicht an den Ursachen.

Vier Ansätze in den Bereichen Arbeit, Bildung, Steuern und Alterssicherung müssten meines Erachtens verfolgt werden, um unsere Marktwirtschaft sozialer zu machen. Zum einen sollten wir darauf hinarbeiten, dass wieder mehr Arbeitsverträge mit Tarifbindung abgeschlossen werden. Kaum ein Arbeitsvertrag im Niedriglohnsektor hat eine Tarifbindung – diese sinkt von Jahr zu Jahr. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben daher wenig Verhandlungsmacht gegenüber ihren Arbeitgebern. Die Einführung des Mindestlohns im Jahr 2015 hat in Deutschland zwar die Löhne erhöht, am Umfang des Niedriglohnsektors aber nichts geändert.

Dass Arbeit sich wieder mehr lohnt, erfordert nicht nur, dass der Niedriglohnbereich deutlich schrumpft, sondern auch, dass Menschen bessere Aufstiegschancen bekommen. Dazu sollten, und das ist mein zweiter Punkt, mehr Anreize zur Weiterbildung geschaffen werden. Zum einen für Geringqualifizierte, die häufig im Niedriglohnsektor arbeiten. Zum anderen aber auch für die besser Qualifizierten, da es angesichts der Globalisierung und des digitalen Wandels unvermeidlich sein wird, sich kontinuierlich weiterzubilden. Das Prinzip des lebenslangen Lernens sollte von Arbeitgeber- wie von Arbeitnehmerseite verinnerlicht werden. Dafür muss die Politik die Voraussetzungen schaffen, indem sie die entsprechenden Angebote unterstützt. Zusätzlich könnte aber auch für jeden einzelnen ein Lebenschancenkonto Anreize schaffen, die Möglichkeiten wahrzunehmen: für Weiterbildungen oder Existenzgründungen.

Des Weiteren sollte das Steuersystem grundlegend reformiert werden. Einkommen auf Arbeit in Deutschland werden ungewöhnlich stark besteuert, Einkommen auf Vermögen dagegen ungewöhnlich gering. Das sollte dringend geändert werden. Um Arbeit auch wieder lohnenswert zu machen, vor allem für Frauen, die den Großteil der Teilzeitbeschäftigten stellen, sollte das Ehegattensplitting abgeschafft werden. Das wird nicht nur dafür sorgen, dass die Zahl der Erwerbstätigen steigt, sondern schützt diese Frauen auch vor Altersarmut.

Zum vierten schlage ich einen Staatsfonds vor, ähnlich dem Staatsfonds in Norwegen. Dieser Staatsfonds erwirbt strategisch Anteile an privaten Unternehmen – ohne sich in die privatwirtschaftlichen Entscheidungen einzumischen –, um an deren Erfolg teilhaben zu können und die erzielten Renditen zu nutzen, um die soziale Absicherung der eigenen Bevölkerung zu gewährleisten. Gerade in einer alternden Gesellschaft wie unserer könnte ein solcher Staatsfonds einen wertvollen Beitrag zur Absicherung im Alter leisten.

Wir müssen uns klarmachen, dass Beschäftigungsrekorde und eine entsprechend niedrige Arbeitslosenquote zwar erstrebenswert sind. Aber es ist nicht zwangsläufig sozial, was irgendeine Arbeit schafft. Sozial ist, was gute Arbeit schafft. Zu diesem Anspruch der guten Arbeit sollten sowohl Löhne gehören, von denen Menschen ihren Lebensunterhalt bestreiten können, als auch die Chance des beruflichen und gesellschaftlichen Aufstiegs. Ansonsten verdient unsere Marktwirtschaft den Titel soziale Marktwirtschaft nicht.

Dieser Text von Marcel Fratzscher ist am 7. Juni 2019 als Gastbeitrag im IPG-Journal erschienen.


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Tue, 11 Jun 2019 11:20:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.626667.de
Marcel Fratzscher: „Die EZB lässt sich alle Optionen offen, um auf die vielen Risiken reagieren zu können“ http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.626379.de Zu den heutigen Ankündigungen der Europäischen Zentralbank (EZB) äußert sich DIW-Präsident Marcel Fratzscher wie folgt:

Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt sich alle Optionen offen, um flexibel auf die vielen Risiken reagieren zu können. Die Risiken für die europäische Wirtschaft sind ungewöhnlich hoch und haben zuletzt weiter zugenommen. Die Inflation ist zu gering und die Wirtschaft der Eurozone wächst nur schwach. Gleichzeitig erhält die EZB wenig Unterstützung aus der Politik, die mit einer aktiven Struktur- und Finanzpolitik die Wirtschaft unterstützen und wichtige europäische Reformen voranbringen müsste. Ich erwarte keine größeren Veränderungen in der Geldpolitik der EZB vor dem Personalwechsel im Direktorium bis Ende 2019. Mit der Ausgestaltung des Liquiditätsprogramms TLTRO III, den negativen Einlagezinsen und mit ihrer Kommunikation schafft sich die EZB aber genügend Freiraum, um auf Risiken in der Zukunft reagieren zu können. Die größte Gefahr für die EZB sind die nur schwach verankerten Inflationserwartungen.
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Thu, 06 Jun 2019 03:26:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.626379.de
Stefan Gebauer: „Ende des Burgfriedens schadet vor allem Italien“ http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.626256.de Die EU-Kommission hat entschieden, erneut ein Defizitverfahren gegen Italien anzustreben. Dazu ein Statement von Stefan Gebauer, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Konjunkturpolitik des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und Experte für die italienische Wirtschaft:

Nachdem sich die EU-Kommission Ende des vergangenen Jahres noch zu einem Kompromiss mit der italienischen Regierung durchgerungen hatte, stellt sie dieser nun ein schlechtes Zeugnis aus und strebt erneut die Eröffnung eines Defizitverfahrens an. Die im vergangenen Jahr ergriffenen Maßnahmen zur Haushaltsstabilisierung reichen nach Einschätzung der Brüsseler Behörde nicht aus, die Schuldenlast wird relativ zur Wirtschaftsleistung wohl auch in diesem Jahr steigen. Zwar hat der italienische Innenminister unmittelbar angekündigt, in einem erneut aufflammenden Haushaltsstreit mit Brüssel hart bleiben und die im Winter ausgehandelten Ziele zur Neuverschuldung deutlich überschreiten zu wollen. Allerdings steckt die Regierungskoalition selbst in der Krise, auch mit Blick auf neuen Ärger mit der EU tritt sie bei weitem nicht geschlossen auf. Möglich, dass die lauten Töne aus Rom wie schon im vergangenen Winter verstummen, sobald die ökonomischen Kosten einer Konfrontation mit Brüssel aus dem Ruder zu laufen drohen. Zwar stehen mögliche Sanktionen erst am Ende eines langwierigen Verfahrens, jedoch könnten ein weiterer Vertrauensverlust und damit einhergehend höhere Refinanzierungskosten an den Finanzmärkten diese Kosten schnell steigen lassen. Letztlich schadet das Ende des Burgfriedens mit der EU-Kommission also vor allem Italien. Statt eine erneute Eskalation des Konflikts mit der EU zu provozieren und ökonomische Nebelkerzen wie eine potenzielle Parallelwährung in Form bargeldähnlicher Schuldscheine zu werfen, sollte sich die italienische Regierung zügig um eine nachhaltige Verbesserung der weiterhin schwachen wirtschaftlichen Entwicklung bemühen. Für diese wäre ein neuerlicher Anstieg der politischen Unsicherheit ohnehin Gift.
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Wed, 05 Jun 2019 03:39:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.626256.de
Wer besser verdient, lebt zunehmend länger und erhält dadurch überproportional mehr Rente http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.625503.de Lebenserwartung steigt stetig mit höherem Lebenslohneinkommen – Differenz zwischen unterstem und oberstem Lohndezil von westdeutschen Männern nimmt im Zeitverlauf von vier auf sieben Jahre zu – Besserverdiener profitieren von mehr Rentenzahlungen im Verhältnis zu geleisteten Beiträgen – Äquivalenzprinzip in gesetzlicher Rentenversicherung wird nicht eingehalten – Ergebnisse sprechen für eine Aufwertung geringer Rentenansprüche

Wer in seinem Leben ein niedriges Erwerbseinkommen erwirtschaftet hat, ist nicht nur einem erhöhten Altersarmutsrisiko ausgesetzt, sondern lebt auch noch kürzer als Besserverdienende. Dadurch erhalten Menschen aus den unteren Lohngruppen überproportional weniger Rentenzahlungen im Verhältnis zu den eingezahlten Beiträgen. Und der Abstand bei den Lebenserwartungen zu den Besserverdienenden nimmt auch noch zu. Dies sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Sie unterstreicht damit, wie wichtig eine Aufwertung der unteren Rentenansprüche wäre, um die Verhältnismäßigkeit wiederherzustellen und das Altersarmutsrisiko zu senken.


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Wed, 05 Jun 2019 09:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.625503.de
"Die unterschiedliche Lebenserwartung spricht für eine Aufwertung geringer Rentenansprüche": Interview mit Daniel Kemptner http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.626017.de Herr Kemptner, Sie haben den Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und Lebenslohneinkommen für westdeutsche, männliche Arbeitnehmer der Jahrgänge 1926 bis 1949 untersucht. Warum haben Sie sich dabei auf diese spezielle Gruppe konzentriert?

Nur für diese Gruppe konnten wir einen engen Zusammenhang zwischen Rentenansprüchen und tatsächlich erzielten Lebenslohneinkommen untersuchen. Zum Beispiel haben die Ostdeutschen, je nach Jahrgang, einen erheblichen Anteil ihrer Erwerbsbiografie in der DDR verbracht, wo andere Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt herrschten. Bei westdeutschen Frauen war die Besonderheit, dass sie sich bis 1967 bei einer Heirat ihre erworbenen Rentenansprüche auszahlen lassen und später wieder in die Rentenversicherung eintreten konnten, aber in jedem Fall war der Zusammenhang zwischen Rentenansprüchen und dem Einkommen unterbrochen. Und Beamte und Selbständige sorgen außerhalb der Gesetzlichen Renten-versicherung für ihr Alter vor. [...]
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Wed, 05 Jun 2019 08:50:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.626017.de
„Gebt der Jugend endlich eine Stimme!“: Kommentar von Felix Weinhardt http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.626021.de Gut 61 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland haben bei der Europawahl ihre Stimme abgegeben – rund 13 Prozentpunkte mehr als fünf Jahre zuvor. Dass wieder mehr Menschen ihr urdemokratisches Recht wahrnehmen, wählen zu gehen, ist grundsätzlich zu begrüßen. Schade ist nur, dass sehr viele junge Menschen, die die Europapolitik der kommenden Jahre sehr viel angehen wird, davon ausgeschlossen waren.


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Wed, 05 Jun 2019 08:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.626021.de
Daniel Bierbaumer has successfully defended his dissertation http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.624477.de Daniel Bierbaumer, who worked at the Macroeconomics department, has successfully defended his dissertation at the Humboldt-Universität zu Berlin.

The dissertation with the title "Commodity Pricing, Credit and Capital Flows: The Role of Financial Intermediaries" was supervised by Prof. Marcel Fratzscher, Ph.D. (DIW Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin) and Prof. Dr. Florentine Schwark (Humboldt-Universität zu Berlin.

We congratulate Daniel on his success and wish him all the best for his future career!


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Mon, 03 Jun 2019 11:15:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.624477.de
DIW Konjunkturbarometer Mai: Deutsche Wirtschaft legt trotz Auftragsflaute weiter zu http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.620326.de Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) verharrt im Mai mit 99 Punkten unterhalb der 100-Punkte-Linie, die für einen durchschnittlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung steht. Im laufenden Quartal dürfte die deutsche Wirtschaft um etwa ein viertel Prozent im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten zulegen. „Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wächst derzeit weniger stark als im langfristigen Mittel, nach dem kräftigen Jahresauftakt ist das Tempo aber nach wie vor ordentlich“, so DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. „Vor allem der Konsum und die Investitionen im Land stützen derzeit die Konjunktur.“


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Wed, 29 May 2019 10:35:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.620326.de
Sinkendes Rentenniveau erhöht Altersarmutsrisiko deutlich http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.624050.de DIW-ForscherInnen berechnen, was ein niedrigeres Rentenniveau für die Altersarmut und den Bezug von Grundsicherung bedeuten würde – Deutlich mehr RentnerInnen als bisher stünden finanziell schlecht da, wenn nicht gegengesteuert wird – Langfristig sollten unter anderem die private und betriebliche Altersvorsorge ausgebaut werden

Sinkt das Rentenniveau wie erwartet von heute 48 Prozent auf etwa 43 Prozent im Jahr 2045, steigt die Armutsrisikoquote bei Älteren – wenn sich an den derzeitigen Rahmenbedingungen nichts ändert – um bis zu 20 Prozent. Auch der Anteil derer, die Grundsicherung im Alter beziehen, nähme deutlich zu – es sei denn, die Renten wachsen schneller als der Grundsicherungsbedarf. Das sind die zentralen Befunde einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).


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Wed, 29 May 2019 09:35:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.624050.de
"Die Menschen brauchen Lösungen, um sinkende Rentenniveaus zu kompensieren": Interview mit Johannes Geyer http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.624054.de Herr Geyer, Sie haben untersucht, wie sich eine Absenkung, beziehungsweise eine Erhöhung des Rentenniveaus auf das Armutsrisiko der älteren Bevölkerung auswirkt. Das Rentenniveau ist in den letzten Jahren gesunken. Wie sähe es denn heute aus, wenn das Rentenniveau in den vergangenen Jahren nicht gesunken wäre?

Das Rentenniveau ist seit Anfang der 2000er Jahre um rund zehn Prozent gesunken und wenn es dieses Absenken nicht gegeben hätte, dann schätzen wir, dass die Armut der älteren Bevölkerung deutlich geringer ausfallen würde. Unsere Schätzungen liegen da bei 13 Prozent. Auch die Grundsicherungsquote würde niedriger liegen..[...]
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Wed, 29 May 2019 09:29:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.624054.de
Deutschland bis 2050 CO2-neutral? Der Weg dorthin muss noch gefunden werden: Kommentar von Claudia Kemfert http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.624052.de Nun also doch: Deutschland will nicht länger hinterherhinken in Sachen Klimaschutz. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich beim Petersberger Klimadialog vor gut zwei Wochen nach langem Zögern dem französischen Präsidenten angeschlossen. Deutschland soll also endlich konsequent den Pfad der Klimaneutralität beschreiten und die Wirtschaft spätestens ab dem Jahr 2050 komplett dekarbonisiert sein. [...]


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Wed, 29 May 2019 09:20:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.624052.de
Interdisziplinärer Leibniz-WissenschaftsCampus BCCP erhält 1,1 Millionen Euro für Forschung http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.624040.de Berlin Centre for Consumer Policies will Fokus der Forschung auf die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung legen – Zweite Förderphase läuft bis Ende 2023 – Neuer Kooperationspartner mit an Bord

Der Leibniz-WissenschaftsCampus Berlin Centre for Consumer Policies (BCCP) erhält von der Leibniz-Gemeinschaft eine weitere Förderung von insgesamt 1,1 Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren. Die Mittel wurden im Frühjahr vom Senat der Leibniz-Gemeinschaft für die gemeinsame Forschung im Bereich der Wettbewerbs-, Verbraucherschutz- und Steuerpolitik bewilligt. Das BCCP ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin, der ESMT Berlin, der Hertie School of Governance und seit dieser Förderphase auch des Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG).


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Wed, 29 May 2019 09:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.624040.de
Katharina Wrohlich leitet Forschungsgruppe Gender Economics am DIW Berlin – Elke Holst verlässt Institut altersbedingt http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.623867.de Die Ökonomin Katharina Wrohlich leitet künftig die Forschungsgruppe Gender Economics am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Sie löst zum 1. Juni 2019 Elke Holst ab, die das Institut altersbedingt verlässt.

Holst war mit kurzen Unterbrechungen rund 32 Jahre am Institut tätig, seit 2010 als Forschungsdirektorin Gender Studies und seit 2013 auch als Leiterin des gleichnamigen Forschungsbereichs. Sie trieb die Forschung etwa zu Frauen in Führungspositionen und zu Geschlechterunterschieden auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland, beispielsweise beim Verdienst und der Arbeitszeit, maßgeblich voran. Mit dem jährlichen Managerinnen-Barometer und dem Führungskräfte-Monitor etablierte Holst zwei in der Öffentlichkeit vielbeachtete Publikationsformate, die sich mit dem Anteil von Frauen in Top-Positionen in Unternehmen und Verwaltung sowie den Strukturmerkmalen von Führungskräften beschäftigen. Zusätzlich war sie unter anderem in Beiräten und Expertenkommissionen von Ministerien und in der Hochschullehre tätig.

„Elke Holst hat sich sehr verdient gemacht – um das DIW Berlin, vor allem aber auch um die Genderforschung in Deutschland insgesamt. Mit großer Beharrlichkeit hat sie dazu beigetragen, das Bewusstsein für die Diskriminierung von Frauen in der Wirtschaft zu schärfen und auf die politische Agenda zu bringen, und gleichzeitig aufgezeigt, wie die Unterschiede abgebaut werden können“, so DIW-Präsident Marcel Fratzscher. „Genderungleichheiten bleiben ein zentrales Thema unserer Zeit und damit auch ein zentrales Thema am DIW Berlin. Wir freuen uns sehr, dass wir mit Katharina Wrohlich eine ebenso kompetente wie forschungsstarke Kollegin dafür gewinnen konnten.“

Wrohlich arbeitet seit 2002 am DIW Berlin, unter anderem war sie stellvertretende Leiterin der Abteilung Staat. 2017 wechselte die 41-jährige gebürtige Wienerin in den Genderforschungsbereich – der fortan Gender Economics heißt, um den Fokus auf ökonomische Entscheidungen und deren Auswirkungen zu unterstreichen. Neben der Betrachtung diverser Gender Gaps auf dem Arbeitsmarkt soll die Untersuchung gleichstellungspolitischer Auswirkungen von Steuer- und Familienpolitik ein zweiter Forschungsschwerpunkt sein. Dazu zählen beispielsweise Effekte des Kita-Ausbaus, des Elterngeldes oder mögliche Reformen des Ehegattensplittings.


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Tue, 28 May 2019 11:19:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.623867.de
Marcel Fratzscher: „Die Menschen in Europa wollen einen Neuanfang“ http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.623726.de Die Ergebnisse der Europawahl am 26. Mai kommentiert DIW-Präsident Marcel Fratzscher wie folgt:

Die Europawahlen haben einen politischen Erdrutsch verursacht. Es gibt jedoch keinen Grund zur Panik, vielmehr sollten die Wahlergebnisse als Weckruf und Chance auf einen Neuanfang verstanden werden. Viele Bürgerinnen und Bürger wollen ein stärkeres Europa, das die gemeinsamen Herausforderungen annimmt und eine klare Vision anbietet, und erteilen Populisten und Nationalisten eine klare Absage. Die etablierte Politik sollte endlich auf die Stimmen der Zukunft, die bei den Fridays for Future Demos oder Pulse of Europe laut geworden ist, hören. Europa braucht einen Kurswechsel und nicht das Status Quo einer Politik der kleinen Schritte. Wir brauchen eine Europäische Kommission, die mit Mut und neuen Visionen die Menschen mitnimmt, und nicht lediglich nationale Interessen bedient. Die Verantwortung zur Ernennung einer solchen Europäischen Kommission liegt jetzt bei den Staats- und Regierungschefs. Konkrete Prioritäten sollte eine Stärkung öffentlicher Güter für Europa sein - wie in der Bildungs-, Klima-, Energiepolitik - sein. Europa braucht auch eine stärker abgestimmte Wirtschaftspolitik, um im globalen Systemwettbewerb mit den USA und China bestehen zu können. Hierzu gehört die Vollendung der Währungsunion und des europäischen Binnenmarktes. Und die Politik muss endlich einem sozialen Europa mehr Gewicht geben, damit sich Bürgerinnen und Bürger in Zukunft stärker mit Europa identifizieren können. Nur ein starkes, geeintes Europa kann die Herausforderungen des Klimaschutzes, der Energiewende, der Migration, der Handelskonflikte, des technologischen Wandels und der sozialen Polarisierung gerecht werden. Gerade die deutsche Politik muss mehr Verantwortung für Europa übernehmen und mit einer eigenen Vision auf die europäischen Partner zugehen.
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Mon, 27 May 2019 08:41:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.623726.de