Nachrichten des SOEP http://www.diw.de/de/diw_02.c.221179.de/news_and_events.html Nachrichten, Pressemitteilungen und Stellenangebote des SOEP de-de http://diw.de/sixcms/media.php/37/thumbnails/soep-logo_kl.jpeg.458933.jpeg SOEP (DIW Berlin) http://www.diw.de/de/soep 4,3 Prozent der in Deutschland lebenden Erwachsenen sind Muslime http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582774.de Die Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtet in ihrer heute erschienenen Ausgabe unter dem Titel „Wie viele Muslime leben in Deutschland?“ über Zahlen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) am DIW Berlin. Demnach lebten im Jahr 2016 in Deutschland 2,7 Millionen erwachsene Muslime – ein Anteil von 4,3 Prozent der gesamten erwachsenen Bevölkerung. Zur Einordnung der Zahlen erklärt SOEP-Forscher Jannes Jacobsen:

„Die SOEP-Zahlen zur Anzahl der Muslime in Deutschland beinhalten aus methodischen Gründen nur die erwachsene Bevölkerung, während das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) auch Minderjährige in seine Zahl einrechnet. Berücksichtigt man diesen Unterschied in der Erhebung, liegt zwischen der SOEP- und BAMF-Zahl vermutlich kein wirklich großer Unterschied, der die Aussage verschiedener Medienberichte, in Deutschland lebten deutlich weniger Muslime als gedacht, rechtfertigen würde.“


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Thu, 19 Apr 2018 02:22:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582774.de
Wenn der Job zur Persönlichkeit passt, ist das Gehalt höher http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581765.de Wer in einem Job arbeitet, dessen Anforderungen seiner Persönlichkeit entsprechen, verdient mehr als andere. Vor allem Menschen, die genau das für ihre Arbeit erforderliche Maß an Offenheit für Neues mitbringen, werden besser bezahlt als ihre KollegInnen. Das belegt nun erstmals eine Studie auf Basis der Daten der für Deutschland repräsentativen Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am DIW Berlin. Die Untersuchung wurde kürzlich in der Fachzeitschrift „Psychological Science“ veröffentlicht.


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Thu, 12 Apr 2018 11:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581765.de
Mit einem sozialen Arbeitsmarkt die Eingliederung Langzeitarbeitsloser verbessern: Kommentar von Jürgen Schupp http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582044.de Das von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller vorgeschlagene solidarische Grundeinkommen stellt einem Alternative zum passiven Leistungsbezug all derjenigen dar, die langzeitarbeitslos sind, aber eine Erwerbstätigkeit aufnehmen wollen. In der Bevölkerung stieß sein Vorschlag überwiegend auf breite Zustimmung und auch der neue Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil hat angekündigt, den Kern des Vorschlags umzusetzen. Langzeitarbeitslose sollen gesellschaftlich sinnvolle Aufgaben in Form von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen mit längerfristiger Perspektive angeboten werden. Vier Milliarden Euro umfasst das im Koalitionsvertrag verabredete Programm zur Schaffung eines „sozialen Arbeitsmarktes“. [...]

Der volständige Kommentar von Jürgen Schupp aus dem DIW Wochenbericht


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Wed, 11 Apr 2018 08:58:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.582044.de
Wie arbeitet man richtig mit Spell-Daten? http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581729.de Spell-Daten, die Lebensereignisse und deren Dauer darstellen, werden häufig in den Sozialwissenschaften genutzt. Die Handhabung dieser Daten kann sehr mühsam sein. Vor allem wenn die Spell-Daten mit Panel-Daten angereichert werden sollen und umgekehrt. Die Nutzungsmöglichkeiten der Spell-Daten sind genauso umfangreich wie deren Aufbereitungsprozess.

Um Ihnen den Arbeitseinstieg zu erleichtern, bieten wir fünf Do-Files mit einer umfassenden Dokumentation an.

Eine kurze Einführung finden Sie hier

Die Do-Files finden Sie hier

Die ausführliche Dokumentation finden Sie hier


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Fri, 06 Apr 2018 04:25:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581729.de
„Solidarisches Grundeinkommen“: Gute Idee mit falschem Namen http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581657.de Dieser Gastbeitrag von Jürgen Schupp ist am 30. März 2018 bei „Fazit – das Wirtschaftsblog“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) erschienen.

Seitdem der Regierende Bürgermeister von Berlin unter dem Namen „solidarisches Grundeinkommen“ einen entsprechenden Vorschlag gemacht hat, wird die Idee einer Alternative zu Hartz IV eifrig diskutiert. Der Mechanismus soll Langzeitarbeitslosen helfen, sich wieder aktiv am Erwerbsleben zu beteiligen.

BezieherInnen eines solidarischen Grundeinkommens sollen zwar nur den gesetzlichen Mindestlohn verdienen, könnten aber ohne Befristung in Vollzeit arbeiten und hätten damit rund 20 Prozent mehr in der Tasche, als wenn sie nur Leistungen empfangen – und ein ganzes Stück Würde und Selbstachtung obendrauf. Hier, in der Rückkehr von Langzeitarbeitslosen in die Erwerbstätigkeit, liegt der Pfiff des Vorschlags. Die Glücksforschung belegt, dass selbst schlecht bezahlte Jobs die Lebenszufriedenheit anheben – im Gegensatz zum Verlust des Arbeitsplatzes und dem Bezug von Hartz IV. Für Hartz IV schämen sich viele, und Stigma und Scham werden, das belegt auch die Forschung, an Kinder und Kindeskinder vererbt.

Ein Grundeinkommen ist das nicht

Ob der Begriff „Grundeinkommen“ glücklich gewählt ist, mag man allerdings bezweifeln. Denn es geht ja gerade nicht um ein Einkommen ohne Bedingungen und ohne Gegenleistung, sondern um vom Staat zur Verfügung gestellte niedrig bezahlte Jobs. Vielleicht wäre „solidarischer Beschäftigungssektor“ der treffendere Begriff.

Als Arbeitgeber würden die Kommunen im Grunde nur die gemäß dem neoliberalen Ideal eines schlanken Staats jahrelang abgebauten Stellen wieder aufbauen, vorwiegend im personenbezogenen Dienstleistungssektor, und sie Langzeitarbeitslosen anbieten. Die Einführung eines solchen Modells wäre seitens der Politik und der Gesellschaft das Eingeständnis, dass der freie Markt nicht alles regeln kann. Und dass die Bereitstellung steuerlich finanzierter Beschäftigungsverhältnisse einen wichtigen – und im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung zunehmend wichtigen – Teil einer kommunalen Daseinsfürsorge darstellt.

Die Idee, vom passiven Leistungsbezug wegzukommen zugunsten einer aktiven Hilfe durch Erwerbstätigkeit ist alles andere als neu. Sie wird bereits in einigen Bundesländern wie Baden-Württemberg praktiziert, bislang ist aber die Finanzierungsfrage unbefriedigend geregelt.

Mindestens 5000 Euro Kosten pro Arbeitsplatz

Modellrechnungen des DIW Berlin haben ergeben, dass jede geschaffene „solidarische“ Stelle Nettozusatzkosten (also abzüglich der eingesparten Leistungen) von 5.000 bis 7.500 Euro pro Jahr bedeuten würde. Geht man von 100.000 Menschen aus, die in den Genuss der Maßnahme kommen – angesichts der aktuellen Arbeitsmarktverhältnisse eine realistische Zahl – kommt man auf eine Summe von bis zu 750 Millionen Euro. Der aktuelle Koalitionsvertrag sieht eh Mittel in Höhe von jährlich etwa einer Milliarde für Langzeitarbeitslose vor, sodass eine Umsetzung der „solidarischen Beschäftigung“ rasch realisierbar wäre.

Was passiert aber, wenn aus derzeit 100.000 Langzeitarbeitslosen bei der nächsten Wirtschaftskrise das Vielfache wird? Dann würden die Kosten in die Höhe schießen, monieren SkeptikerInnen. Aber genau weil es uns derzeit gut geht, müssen solche neuen Wege jetzt gegangen werden – mit der nötigen Analyse begleitet, damit man in der nächsten Krise weiß, was funktioniert und was nicht.

Als nächster Schritt muss eine konsensfähige „Positivliste“ an geförderten Tätigkeiten aufgestellt werden, auch um Befürchtungen über eine Konkurrenz mit dem regulären Arbeitsmarkt und einem Stellenabbau im öffentlichen Dienst zu zerstreuen. Es gibt jede Menge gesellschaftlich notwendige Tätigkeiten, etwa in der Kranken- oder Altenpflege, bei denen Fachkräfte Entlastung für einfache Arbeiten dringend nötig hätten. Vieles davon wurde früher von Zivildienstleistenden geleistet, die es nicht mehr gibt. In Alten- und Pflegeheimen hat das Personal keine Zeit, den PatientInnen einfach nur zuzuhören oder mit ihnen an die frische Luft zu gehen. Aber es gibt keinen Grund, warum sich eine Gesellschaft hierfür ganz auf Familienangehörige oder Ehrenamtliche verlassen sollte. Die Übernahme solcher Dienstleistungen würde kein Lohndumping darstellen, keine reguläre Beschäftigung beeinträchtigen oder bedrohen. Für den Rentner, mit dem jemand spazieren geht, die Alleinerziehende, die für einige Stunden auf ein Babysitter zurückgreifen kann, verbessert sich das Leben. Ebenso für die ehemals Langzeitarbeitslosen, die dadurch wieder in ein bescheidenes sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis kommen. Wenn dies noch die Sozialgerichte entlastet, die einer Flut von Hartz IV-Prozessen ausgesetzt sind, wäre das ein zusätzlicher erfreulicher Nebeneffekt.


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Wed, 04 Apr 2018 01:12:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.581657.de
Trotz des Gender Pay Gaps empfinden Frauen ihren Verdienst häufig als gerechter als Männer – Der Grund dafür liegt auch in einer in typische Männer- und Frauenberufe unterteilten Arbeitswelt http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.580340.de Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen betrug bei Vollbeschäftigten zuletzt immer noch 16 Prozent. Doch obwohl die meisten Frauen im Durchschnitt weniger verdienen als Männer, bewerten sie häufig ihr eigenes Einkommen als gerechter als dies Männer tun. Ein wesentlicher Grund für diesen Befund liegt in einer immer noch weitgehend in typische Männer- und Frauenberufe unterteilten Arbeitswelt. Dies zeigt nun erstmals eine für Deutschland repräsentative Untersuchung auf Basis der Daten der Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am DIW Berlin. „Frauen haben kein grundsätzlich anderes Gerechtigkeitsempfinden als Männer“, sagt der Soziologe Peter Valet, Autor der Studie. „Aber ein überwiegend frauendominiertes berufliches Umfeld führt offenbar dazu, dass sie die Gerechtigkeit ihrer Löhne nach anderen Vergleichsmaßstäben bewerten als Männer“. Die Studie wurde kürzlich in der Fachzeitschrift „Work and Occupations“ veröffentlicht.


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Thu, 15 Mar 2018 09:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.580340.de
Die Tafeln als Versagen des deutschen Wohlfahrtsstaats? Kann man so nicht sagen: Kommentar von Stefan Liebig http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.579707.de Die deutschen Tafeln, die jüngst in den Schlagzeilen stehen, unterstützen mittlerweile 1,5 Millionen Menschen bundesweit: für Sozialverbände und viele andere ein untrügliches Zeichen für eine Zunahme der Armut und ein Versagen der hiesigen sozialen Sicherungssysteme. Allein dem Staat die Verantwortung zuzuschreiben greift jedoch zu kurz. [...]

Der vollständige Kommentar von Stefan Liebig aus dem DIW Wochenbericht 10/2018


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Wed, 07 Mar 2018 08:57:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.579707.de
Martin Kroh wechselt an die Universität Bielefeld http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.579169.de Martin Kroh, zuvor Leiter des Bereichs Surveymethodik und -management (SOEP Survey) im SOEP, hat einen Ruf an die Universität Bielefeld angenommen. Seit dem 1.1.2018 besetzt er die Professur für Methoden der empirischen Sozialforschung mit dem Schwerpunkt Quantitative Methoden.

Er wird das SOEP zunächst weiterhin im Bereich Surveymethodik unterstützen.


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Wed, 28 Feb 2018 02:51:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.579169.de
Die Ungleichheit bei Bruttostundenlöhnen sinkt, nicht aber bei Monats- und -jahreslöhnen http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.579042.de Durchschnittlicher realer Bruttostundenlohn ist zwischen 2013 und 2016 um fünf Prozent gestiegen, im untersten Dezil wesentlich stärker Ungleichheit sinkt bei Bruttostundenlöhnen seit 2014, bei Bruttomonats- und -jahreslöhnen stagniert sie Trotz Einführung des gesetzlichen Mindestlohns steigen Bruttomonats- und -jahreslöhne im untersten Dezil kaum.

Schon vor Einführung des allgemeinen Mindestlohns sind die Bruttostundenlöhne nach vielen Jahren des Rückgangs und anschließender Stagnation wieder gestiegen. Vor allem die Stundenlöhne am unteren Ende der Verteilung haben zugelegt und befinden sich wieder auf dem Niveau von 1992. Entsprechend ist auch die Lohnungleichheit vor Steuern gesunken. Das beschleunigte Wachstum im unteren Lohnsegment spiegelt sich allerdings nicht in den Bruttomonats- und -jahreslöhnen wider. Diese liegen gerade in den unteren Dezilen immer noch weit unter dem Niveau von 1992. Die unterschiedliche Entwicklung von Stunden- sowie Monats- und Jahreslöhnen ist auf eine verringerte bezahlte Arbeitszeit sowie rückläufige Sonderzahlungen zurückzuführen. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse einer aktuellen DIW-Studie, für die die Ökonomen Markus Grabka und Carsten Schröder Daten auf Basis des Sozio-ökonomischen Panels für die Jahre 1992 bis 2016 ausgewertet haben.


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Wed, 28 Feb 2018 09:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.579042.de
Frauenanteil in Aufsichtsräten steigt, weitere Instrumente für die Gleichstellung gefragt http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.579132.de Der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten steigt bereits seit 2012 kontinuierlich – insbesondere in jenen Firmen, die seit 2016 die Geschlechterquote zu berücksichtigen haben, in geringerem Maße auch in den von der gesetzlichen Regelung nicht betroffenen Firmen. Die Umsetzung der Quote wurde hierbei nicht über eine hohe Anzahl an Mehrfachmandatierungen erreicht. Die Hoffnung, dass die Geschlechterquote auch über die Aufsichtsräte hinaus Veränderungen mit sich bringen kann, wird zumindest in der kurzen Frist nicht erfüllt. Ein paralleler Anstieg von Frauenanteilen in Vorständen oder im Gremienvorsitz ist nicht zu beobachten. Mögliche langfristige Effekte der Quote, etwa der Abbau von Vorurteilen gegenüber Frauen in Führungspositionen, sind noch nicht abschließend zu bewerten.

Der vollständige Bericht von Norma Burow, Alexandra Fedorets, Anna Gibert im DIW Wochenbericht 9/2018


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Wed, 28 Feb 2018 08:06:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.579132.de
„Nach der Einführung der Geschlechterquote – Frauenanteile in Aufsichtsräten steigen“: Interview mit Alexandra Fedorets http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.579057.de Frau Fedorets, um den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen, wurde 2016 eine Geschlechterquote für die Aufsichtsräte von börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen eingeführt. Wie hat sich die Zahl der Frauen in den Aufsichtsräten in den letzten Jahren entwickelt?

In unserer Studie zeigen wir die Entwicklung des Frauenanteils in Aufsichtsräten der Firmen, die direkt durch diese Geschlechterquote betroffen sind, im Vergleich zu nicht betroffenen Firmen. In betroffenen Firmen zeigt sich der Anstieg im Frauenanteil deutlich von etwa 12 Prozent im Jahr 2012 auf 22 Prozent im Jahr 2016. Dieser Anstieg hat allerdings seit dem Jahr 2012/2013, also bereits vor der Einführung der Geschlechterquote, begonnen. [...]

Das Interview mit Alexandra Fedorets wurde im DIW Wochenbericht Nr. 9/2018 veröffentlicht. Hier gibt es das Interview als PDF-Dokument und als Podcast


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Wed, 28 Feb 2018 07:12:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.579057.de
Wege zur Stabilisierung des Rentensystems: Abschläge auf die Frührente sind besser als Nullrunden http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.578553.de Automatismus in der Rentenanpassungsformel führt zu pauschalen Rentenkürzungen – Abschläge sind wesentlich schonender – Für gesundheitlich beeinträchtigte Personen sollten Sonderregelungen gelten

Wer vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter in Rente geht, muss Abschläge zahlen. Die Höhe der Abschläge wird politisch festgelegt und kann ein Instrument sein, das tatsächliche Renteneintrittsalter zu beeinflussen. Denn Abschläge auf die Frührente setzen starke Anreize für einen späteren Renteneintritt und könnten damit einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung des deutschen Rentensystems leisten. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in einer aktuellen Studie. Abschläge sind zudem schonender als pauschale Rentenkürzungen, da sie bei gleichen fiskalischen Gewinnen mit wesentlich geringeren individuellen Einkommensverlusten verbunden sind. Eine solche Reform müsste jedoch berücksichtigen, dass erwerbsunfähige oder erwerbsgeminderte Personen nicht die Möglichkeit haben, länger zu arbeiten. Damit sich Abschläge für diese Personengruppe nicht wie reine Rentenkürzungen auswirken, sollten hier Sonderregelungen gelten. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine Erhöhung der derzeitigen Abschläge zu einer weiteren Erhöhung der Lebensarbeitszeit führen würde, wenn man diese Abschläge nicht gleichzeitig wieder durch Maßnahmen wie die 2014 eingeführte abschlagsfreie Rente mit 63 konterkariert“, sagt DIW-Rentenexperte Holger Lüthen. Bei Finanzierungsdruck sei politisches Handeln gefragt, und Anreize für einen späteren Renteneintritt seien möglichen Nullrunden vorzuziehen.


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Wed, 21 Feb 2018 11:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.578553.de
„Wir sind gezwungen, Reformen durchzuführen, weil das derzeitige Rentensystem finanziell nicht stabil ist“: Gespräch mit Holger Lüthen http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.578555.de Herr Lüthen, das deutsche Rentensystem steht vor einem demografischen Problem: Die Zahl der Rentenempfänger steigt, während die Zahl der Beitragszahler sinkt. Wie wird sich dieses Missverhältnis in den nächsten Jahren entwickeln?

Hier reden wir über den sogenannten Altenquotienten. Momentan haben wir ungefähr 35 Personen im Alter von 65 Jahren und älter auf 100 arbeitsfähige Individuen zwischen 20 und 65. Dieses Verhältnis wird sich in Zukunft stark verschlechtern, und wir landen zum Beispiel im Jahr 2050 bei ungefähr 60 Personen, die 65 und älter sind, auf 100 Arbeitnehmer. [...]

Das Interview mit Holger Lüthen wurde im DIW Wochenbericht Nr. 8/2018 veröffentlicht. Hier gibt es das Interview als PDF-Dokument und als Podcast


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Wed, 21 Feb 2018 10:30:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.578555.de
Umfragebasierte Studien: „Fake-Interviews“ bleiben die Ausnahme: Kommentar von Jürgen Schupp http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.577420.de Letzte Woche hat ein Rechercheteam von SPIEGEL Online ausführlich über Manipulationen in der Marktforschung berichtet und Belege eines selbstbekennenden früheren Mitarbeiters angeführt, die belegen sollen, dass Ergebnisse von auf Umfragen basierenden Studien mitunter frei erfunden sind. Die Reportage beansprucht zu zeigen, dass offensichtlich in der Marktforschung Unternehmen mit Kenntnis von deren Leitungspersonen in betrügerischer Absicht sowie mit krimineller Energie Fälschungen vorgenommen haben oder mit Hilfe von an dritte Unternehmen weitergegebenen Aufträgen manipulierte Datensätze erstellt und Kunden in Rechnung gestellt wurden. Gefälschte Interviews schaden nicht allein denjenigen Unternehmen, die empirische Studien beauftragt haben und anschließend Entscheidungen auf der Basis von Datenmüll getroffen haben, sondern nähren auch Zweifel am generellen Renommee von Umfragen und stellen somit einen Vertrauensschaden für viele korrekt arbeitende Befragungsinstitute dar. Inwieweit die Anschuldigungen wirklich zutreffen und vor allem auch mehr Fälle in der Marktforschung betroffen und zur Generalisierung auf die ganze Branche geeignet sind, wird sicherlich noch Gegenstand weiterer Recherchen von Instituten wie Kunden bleiben. [...]

Der vollständige Kommentar von Jürgen Schupp aus dem DIW Wochenbericht 6/2018


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Wed, 07 Feb 2018 08:58:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.577420.de
Guter Mindestlohn, schlechter Mindestlohn: Kommentar von Alexandra Fedorets http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.576144.de Die Lohnungleichheit steigt in Deutschland seit den 80er-Jahren. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich: Die abnehmende Bedeutung der Gewerkschaften, der technologische Fortschritt, der Anstieg sogenannter „atypischer“ Beschäftigungsverhältnisse. All das ging zu Lasten von Menschen mit niedrigen Löhnen, deren Reallöhne am stärksten zurückgingen. Ein Instrument dagegen, das immer wieder zur Sprache kommt: Der Mindestlohn. Doch ist dieser geeignet, um die Einkommensungleichheit in Deutschland wirklich zu reduzieren? [...]

Der vollständige Kommentar von Alexandra Fedorets aus dem DIW Wochenbericht 5/2018


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Wed, 31 Jan 2018 08:50:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.576144.de
Einkommensverteilung in Deutschland: Spreizung der Bruttoeinkommen hat seit der Wiedervereinigung zugenommen http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.575256.de Die zehn Prozent mit dem höchsten Einkommen erwirtschaften in Deutschland fast genauso viel wie die mittleren 40 Prozent – Oberstes Ein-Prozent steigert Anteil am Volkseinkommen seit 1995 von acht auf 13 Prozent.

Der Anteil der Spitzeneinkommen am Volkseinkommen ist in Deutschland seit Mitte der neunziger Jahre stark gewachsen. Dagegen hat sich der Anteil, den die Hälfte mit den geringsten Bruttoeinkommen erwirtschaftet, seitdem deutlich reduziert. Das sind wesentliche Ergebnisse einer Untersuchung, die die DIW-Ökonomin Charlotte Bartels im Rahmen des World Inequality Reports für Deutschland auf Basis von Einkommensteuerdaten erstellt hat.


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Tue, 16 Jan 2018 10:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.575256.de
"Spitzenverdiener in Deutschland hatten nach dem Zweiten Weltkrieg keine Stunde null": Interview mit Charlotte Bartels http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.575322.de Frau Bartels, Sie haben die Einkommensverteilung in Deutschland von 1871 bis 2013 untersucht. Auf welche Daten konnten Sie dabei zurückgreifen?

Die einzige Möglichkeit, einen so langen Zeitraum zu untersuchen, ist die Auswertung von Einkommensteuerdaten, die seit dem 19. Jahrhundert mit der Einführung der Einkommensteuer in den deutschen Ländern zur Verfügung stehen.

Wie sieht das für die Zeit der beiden Weltkriege aus?
Für den Ersten Weltkrieg haben wir über den gesamten Kriegszeitraum Daten. Sie zeigen einen enormen Zuwachs der Einkommen von Spitzenverdienern bis 1918. [...]

Das Interview mit Charlotte Bartels wurde im DIW Wochenbericht Nr. 3/2018 veröffentlicht. Hier gibt es das Interview als pdf-Dokument und als Podcast.

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Tue, 16 Jan 2018 08:59:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.575322.de
Einige Urlaubstage könnten in Feiertage umgewandelt werden: Kommentar von Gert G. Wagner http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.574751.de Niedersachens Ministerpräsident Weil plant, in seinem Bundesland ab 2018 einen zusätzlichen Feiertag gesetzlich einzuführen. Im Gespräch ist der Reformationstag am 31. Oktober, der im vergangenen Jahr 2017 wegen des Luther-Jubiläums bundesweit als zusätzlicher Feiertag galt. Sicher ist, dass nördliche Bundesländer wie Niedersachsen mit zum Teil nur neun gesetzlichen Feiertagen im Vergleich zu 14 in Bayern auf jeden Fall Luft nach oben haben. [...]

Der vollständige Kommentar von Gert G. Wagner in: DIW Wochenbericht 1+2/2018


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Wed, 10 Jan 2018 10:57:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.574751.de
SOEPcampus@DIW Berlin 2018 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.573170.de Am 28. Februar und 1. März 2018 findet wieder unser jährlicher deutschsprachiger Workshop zur Einführung in die Analyse der SOEP-Daten im DIW Berlin statt.

Für weitere Informationen zu SOEPcampus klicken Sie hier.

Der Workshop richtet sich sowohl an neue Nutzerinnen und Nutzer als auch an Personen mit Vorkenntnissen, die auf der Suche nach konkreten Problemlösungen oder themenspezifischer Beratung sind.

Der Workshop ist bereits ausgebucht. Eine Anmeldung ist leider nicht mehr möglich.


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Mon, 08 Jan 2018 10:02:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.573170.de
Gert G. Wagner feiert seinen 65. Geburtstag und beendet seine Tätigkeit im DIW-Vorstand http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.574488.de Gert G. Wagner, von 2011 bis 2017 Vorstandsmitglied des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), feiert am 5. Januar seinen 65. Geburtstag. Der Ökonom und Sozialwissenschaftler leitete von 1989 bis 2011 die Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am DIW Berlin und entwickelte das SOEP zur größten und am längsten laufenden Langzeitstudie zur sozialen und wirtschaftlichen Lage in Deutschland. Zum Jahreswechsel verabschiedete sich Wagner aus dem Vorstand des DIW Berlin, bleibt dem Institut aber auch über seinen offiziellen Ruhestand als Professor an der Technischen Universität Berlin im April 2018 hinaus in der Funktion eines „Visiting Senior Research Fellow“ als Wissenschaftler verbunden. Den Schwerpunkt seiner künftigen Forschungstätigkeit verlagert er zum Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, an dem er bereits seit 2008 als Max Planck Fellow aktiv ist.

„Gert G. Wagner hat dem SOEP und dem DIW Berlin große Dienste erwiesen“, sagt Axel A. Weber, Vorsitzender des Kuratoriums des DIW Berlin. „Das SOEP hat er zusammen mit vielen herausragenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu der exzellenten und weltweit anerkannten forschenden Infrastruktureinrichtung gemacht, die es jetzt ist. Im Vorstand des DIW Berlin hat er ebenso erfolgreich ein hohes Maß an Verantwortung für das gesamte Institut übernommen.“

Gert G. Wagner wechselte von der SOEP-Leitung Anfang 2011 in den Vorstand des DIW Berlin. Zusammen mit Cornelius Richter und Georg Weizsäcker führte Wagner als Vorsitzender des Vorstands („Präsident“) das Institut erfolgreich durch die Evaluierung der Leibniz-Gemeinschaft. Nach Amtsantritt als Präsident von Marcel Fratzscher im Februar 2013 blieb Wagner Mitglied im Vorstand des DIW Berlin. Wagners Vorstandsposition hat zum 1. Januar Stefan Liebig übernommen, der gleichzeitig zum Direktor des SOEP ernannt wurde.

„Gert G. Wagner hat nicht nur mit dem SOEP einen zentralen Beitrag für das DIW Berlin geleistet, sondern mit der wissenschaftlichen Fokussierung des Instituts in den Jahren 2011 und 2012 wichtige Weichen für die erfolgreiche Zukunft des DIW Berlin gestellt. Ich danke ihm für die gute Zusammenarbeit in den letzten fünf Jahren“, sagt DIW-Präsident Marcel Fratzscher, der betont, dass neben Wagner auch „Jürgen Schupp als Direktor des SOEP einen hervorragenden Job gemacht hat und dabei neue Impulse gesetzt hat. Ich freue mich, dass Jürgen Schupp auch weiterhin als Vize-Direktor des SOEP Verantwortung in der Leitung des SOEP wahrnehmen und wieder mehr Zeit eigener Forschung widmen wird“, fügt Marcel Fratzscher an.

Von 1989 bis 2011 war Gert G. Wagner Leiter der von DIW-Präsident Hans-Jürgen Krupp im Jahr 1983 begonnenen Langzeitstudie „Sozio-oekonomisches Panel“. Wagner und seine Kolleginnen und Kollegen entwickelten das SOEP zu einer der wichtigsten sozialwissenschaftlichen Infrastruktureinrichtungen weltweit. Unmittelbar nach dem Fall der Mauer konnten Menschen aus Ostdeutschland und Mitte der 1990er Jahre Aus- und ÜbersiedlerInnen in die Studie einbezogen werden. Im Jahr 2003 gelang es Wagner, das SOEP als Infrastruktureinrichtung am DIW Berlin zu institutionalisieren. Zusammen mit Jürgen Schupp, der das SOEP von 2011 bis 2017 leitete, sorgte Wagner dafür, dass das SOEP kontinuierlich an gesellschaftliche Veränderungen angepasst, um psychologische Fragestellungen erweitert und hervorragend national und international vernetzt wurde. Seit 2016 erhebt das SOEP zudem eine repräsentative Stichprobe geflüchteter Menschen.

Das SOEP ermöglicht heute Spitzenforschung, die weltweit als führend gilt. Seine Bedeutung sowohl für Grundlagenforschung als auch die Politikberatung wird beispielhaft anhand der Publikationen von Wagner deutlich: Neben 100 Aufsätzen in referierten Fachzeitschriften hat er über 100 DIW Wochenberichte und fast 500 Beiträge in Zeitungen verfasst.

„Ich freue mich, das SOEP auch künftig mit dem Soziologen Stefan Liebig in guten Händen zu wissen. Dank Jürgen Schupp und seinem Team steht das SOEP so gut wie noch nie da und wird seiner Rolle, die Grundlage für fundierte Analysen in vielen gesellschaftlich, psychologisch und wirtschaftlich bedeutsamen Fragen zu bilden, außerordentlich gut gerecht“, sagt Wagner. „In Zeiten großer Verunsicherung fällt der Wissenschaft generell und der datenbasierten Analyse insbesondere eine Schlüsselrolle zu“.

Wagner war 1997 der erste Mitarbeiter des DIW Berlin (neben dem Präsidenten), der mit einer S-Professur auch eng mit einer Universität, der Europa-Universität in Frankfurt/Oder, verbunden war; seit 2002 ist er gemeinsam mit dem DIW Berlin berufener Lehrstuhlinhaber für Empirische Wirtschaftsforschung und Wirtschaftspolitik an der TU Berlin. Darüber hinaus ist er Max Planck Fellow am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (Berlin) und Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech).

Wagner ist Vorsitzender des Sozialbeirats der Bundesregierung und Mitglied des Sachverständigenrates für Verbraucherpolitik. Er war Vorsitzender des Rats für Sozial- und Wirtschaftsdaten und Mitglied des Wissenschaftsrates. Seit 2007 ist Gert G. Wagner Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Am 8. Januar 2018 wird ihm die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln die Urkunde mit der Verleihung des Grads eines Doktors der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ehrenhalber (Dr. rer. pol. h.c.) überreichen. Im Rahmen der Ringvorlesung „Ungleichheit und Umverteilung“ wird Wagner dann zum Thema „Kostet weniger Ungleichheit Wachstum? Zur Bedeutung verschiedener Ziele in der Verteilungsdebatte“ sprechen.


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Thu, 04 Jan 2018 10:10:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.574488.de