Nachrichten des SOEP http://www.diw.de/de/diw_02.c.221179.de/news_and_events.html Nachrichten, Pressemitteilungen und Stellenangebote des SOEP de-de http://diw.de/sixcms/media.php/37/thumbnails/soep-logo_kl.jpeg.458933.jpeg SOEP (DIW Berlin) http://www.diw.de/de/soep Neuer Referenz-Artikel für die SOEP-Daten erschienen http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.596070.de Soeben online erschienen: Ein Zeitschriften-Artikel, der das SOEP beschreibt und sich damit gut als Referenz eignet.

Jan Goebel, Markus M. Grabka, Stefan Liebig, Martin Kroh, David Richter, Carsten Schröder, Jürgen Schupp. 2018. The German Socio-Economic Panel Study (SOEP). Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik / Journal of Economics and Statistics (online first), doi: 10.1515/jbnst-2018-0022


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Fri, 10 Aug 2018 02:58:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.596070.de
Call: InGRID Summer school ‘EU-SILC training workshop: Comparative research on migration’ http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.595723.de An additional call for an InGRID Summer school
25 - 26 October 2018
at DIW Berlin
is open.

Deadline for applications: 3 September 2018
Information on applications: 11 September 2018

General information

The ‘EU-SILC trainings workshop: Comparative research on migration’ aims at training doctoral students or early-career researchers. It is also open to academics, policy practitioners and other interested users, who want to provide participants with opportunities to discuss their projects and to network with leading international experts and other colleagues in the field.

The summer school will take place in the center of Berlin, at the German Institute for Economic Research (DIW Berlin) and will be hosted by the Socio-Economic Panel Study (SOEP) at the DIW Berlin. The SOEP will provide and organize logistics for the week (practical information will be given soon). 

bFor more information please see here.


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Fri, 03 Aug 2018 02:11:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.595723.de
Endlich! Fördern statt nur fordern: Kommentar von Jürgen Schupp http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.595042.de Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil hat kürzlich seine Vorschläge für eine Reform der Grundsicherung für Arbeitssuchende vorgelegt. Auch wenn es dabei durchaus Anlass zur Kritik gibt, der Schritt war lange überfällig. Denn 17 Jahre nach der Neuordnung des deutschen Sozialsystems muss man festhalten: Im Zweiklang Fördern und Fordern hat vielfach das Fordern die Oberhand gewonnen, das Fördern wird zunehmend kleingeschrieben. Die angestrebte Symmetrie zwischen Rechten („Ich habe ein Recht darauf, in einer schwierigen Phase meines Lebens finanziell und bei der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit unterstützt zu werden“) und Pflichten („Ich muss alle Möglichkeiten zur Beendigung oder Verringerung der Hilfebedürftigkeit ausschöpfen, um der Gemeinschaft nur so lange wie wirklich nötig auf der Tasche zu liegen“) ist aus der Balance geraten. [...]

Der vollständige Kommentar von Jürgen Schupp aus dem DIW Wochenbericht 30/31 2018


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Wed, 25 Jul 2018 09:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.595042.de
SOEP-Konferenz 2018: Wie ungleich ist das Leben in Deutschland? http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.593875.de Auf der 13. interdisziplinären SOEP-Nutzerkonferenz am 19. und 20. Juli in Berlin präsentieren Forschende aus aller Welt aktuelle Ergebnisse auf Basis der SOEP-Daten.

Wie sind die Einkommen in Deutschland verteilt? Welche Folgen für den Arbeitsmarkt hat der 2015 eingeführte Mindestlohn nach sich gezogen? Wie wirkt sich ein als ungerecht empfundenes Einkommen auf das Wohlbefinden und auf die Bereitschaft zu kündigen aus? Und welche Folgen für die Gesundheit hat es, wenn Menschen keine Arbeit haben? Welchen Einfluss hat das Einkommen der Väter auf das der Söhne? Welche Rolle spielt der familiäre Hintergrund für den schulischen Erfolg der Kinder?


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Mon, 09 Jul 2018 01:27:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.593875.de
Call for Papers: Vierteljahrsheft zur Wirtschaftsforschung 1/2019 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.593894.de „Zukunft der kapitalgedeckten Alterssicherung in Deutschland – zwischen Staatsfonds und individuellem Vermögenskonto“

Herausgeber: Timm Bönke, Markus M. Grabka und Carsten Schroeder
(DIW Berlin / FU Berlin)

Das Arbeitsministerium hat im Mai 2018 die Rentenkommission "Verlässlicher Generationenvertrag" einberufen. Ziel dieser Kommission ist es „Wege zu einer nachhaltigen Sicherung und Fortentwicklung der Alterssicherungssysteme ab dem Jahr 2025 zu finden und damit das Fundament zu schaffen für einen neuen, verlässlichen Generationenvertrag“.

Dabei sind die Herausforderungen für die Alterssicherung in Deutschland groß. Das Rentenniveau in der Gesetzlichen Rentenversicherung liegt bereits heute unter 50 Prozent und soll bis 2030 auf 43 Prozent weiter sinken. Parallel dazu wird nach Angaben des Statistischen Bundesamtes der Altenquotient – d.h. die Quote der 60-Jährigen und Älteren zu den 20- bis unter 60-Jährigen – von 49,7 in 2013 auf 74,5 in 2030 deutlich steigen. Dabei belaufen sich die Bundesmittel zur Finanzierung der Gesetzlichen Rentenversicherung in 2017 bereits auf etwa 91 Mrd. Euro und sind damit der größte Posten innerhalb des Haushalts des Arbeitsministeriums.

In der Vergangenheit wurde mit der Rürup-Kommission Weichen für eine ausgewogenere Finanzierung von Alterssicherungsleistungen über verschiedene Generationen hinweg eingeleitet. Insbesondere wurde eine Neujustierung des 3-Säulen Modells der Alterssicherung in Deutschland beschlossen und mit der Einführung der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge, den so genannten Riester- und Rürup-Rentenversicherungen, etabliert. Zwar ist die Zahl der abgeschlossenen Riester-Verträge auf zuletzt rund 16,5 Mio. gestiegen. Aber es gibt eine grundlegende Kritik gegen diese Form der Altersvorsorge, da die Produkte sehr komplex, die Renditen gering und gleichzeitig die Verwaltungskosten relativ hoch sind. Zudem werden die unteren Einkommensschichten, die von späterer Altersarmut zunehmend bedroht sind, nicht ausreichend erreicht. Viele Analysten bewerten daher die Maßnahmen zur Förderung der privaten Altersvorsorge als unzureichend. Andererseits besteht weiterhin ein Interesse daran, neben einer umlagebasierten Säule der Alterssicherung auch einen starken und ertragreichen kapitalgedeckten Pfeiler der Alterssicherung in Deutschland zu haben.

Ein mögliches Instrument, die Alterssicherung auf eine breitere Basis zu stellen sind Staatsfonds in der Form von Pensionsfonds. Hier lohnt sich der Blick ins Ausland. In vielen Ländern wurden Staatsfonds (Sovereign Wealth Funds, SWF) zu diesem Zweck etabliert. Pensionsfonds investieren in Kapitalmärkten, um mit der Rendite einen Teil der steigenden Rentenzahlungen in der Zukunft zu decken und so den Folgen des demografischen Wandels entgegenzuwirken. Die seit Ende der 1990er Jahre gegründeten Versorgungsrücklagen des Bundes und der einzelnen Bundesländer zum Ausgleich der steigenden Pensionsforderungen bei Beamten sind bereits existierende Ansätze dieses Pensionsfondstypus in Deutschland.

Ein anderer Weg ist es, ein staatlich verwaltetes oder staatlich reguliertes Standardprodukt zu schaffen, um zu möglichst geringen Verwaltungskosten einen transparenten und einfachen Zugang zum Kapitalmarkt zu ermöglichen und gleichzeitig eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Auch hier existieren zahlreiche Vorbilder im Ausland (bspw. Schweden).

Das Ziel des geplanten Vierteljahrshefts ist es, Erfahrungen sowohl mit kapitalgedeckten Staatsfonds und individuellen Vermögenskonten als auch mit Mischformen in unterschiedlichen Ländern zu präsentieren, und der Frage einer möglichen Implementation und deren Herausforderungen in Deutschland nachzugehen. Hierbei sollen Aspekte beleuchtet werden, wie der des abgedeckten Personenkreises, die Notwendigkeit einer obligatorischen Teilnahme und die Finanzierungsgrundlage, Renditen und Anlagestrategien, Verwaltung, Rechtssicherheit und wettbewerbsrechtliche Implikationen, etc.

Willkommen sind theoretische wie auch empirisch fundierte Beiträge. Politische Implikationen der Analysen sollen vorgestellt und diskutiert werden. Auch Positionspapiere aus Verbänden, Politik und Wirtschaft können eingereicht werden. Von Interesse sind vorrangig konkrete Beispiele von aktuellen oder ehemals existierenden Staatsfonds und individuellen Vermögenskonten.

Für das Vierteljahrsheft zeichnet das Herausgeberteam verantwortlich. Autorinnen und Autoren, die einen Beitrag einreichen möchten (in Deutsch oder Englisch), schicken bitte bis zum 31. August 2018 einen Abstrakt über den geplanten Beitrag (maximal 1 Seite) an Markus M. Grabka (mgrabka@diw.de). Die Autorinnen und Autoren erhalten kurzfristig eine Rückmeldung ob der Beitrag angenommen wird. Die fertigen Beiträge, die eine Länge von ca. 30.000 Zeichen nicht überschreiten sollen, müssen bis zum 15. Dezember 2018 eingereicht werden. Es schließt sich ein mehrstufiger Lektorats- und Überarbeitungsprozess an. Das Vierteljahrsheft soll voraussichtlich im ersten Halbjahr 2019 erscheinen.


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Mon, 09 Jul 2018 10:17:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.593894.de
Wenn die Medien negativ berichten, sinkt die Risikobereitschaft der Menschen http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.593084.de Wenn Zeitungen, Hörfunk- und TV-Sender verstärkt negativ über die wirtschaftliche Lage berichten, sinkt die Risikobereitschaft der Menschen. Zeichnen die Medien hingegen ein positives Bild, sind sie eher bereit, Wagnisse einzugehen. Das belegt eine kürzlich erschienene Studie auf Basis der Daten der für Deutschland repräsentativen Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am DIW Berlin. Die Studie wurde in der renommierten Fachzeitschrift „Journal of Economic Behavior and Organization“ veröffentlicht.


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Wed, 04 Jul 2018 09:43:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.593084.de
Mindestlohn lässt Stundenlöhne in Deutschland steigen, aber Monatsverdienste nicht im selben Maße http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.593464.de Stundenlöhne, vor allem niedrige Löhne, dank Einführung des Mindestlohns gestiegen – Für viele ist die Arbeitszeit aber gleichzeitig zurückgegangen, so dass Monatsverdienste nicht entsprechend zugenommen haben – Mindestlohn hat Einkommen und Lebensunterhalt von Niedriglohnbeschäftigten nicht spürbar verbessert 

Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland im Jahr 2015 hat zu einer Steigerung insbesondere niedriger Stundenlöhne geführt. Im Schnitt haben aber Niedriglohnbeschäftigte am Ende des Monats nicht spürbar mehr in der Tasche, weil die Arbeitszeit vielerorts zurückgegangen ist. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und der Universität Potsdam auf Basis von Daten der Längsschnittstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP). Bei den zehn Prozent der Beschäftigten mit den niedrigsten Löhnen (unterstes Dezil der Lohnverteilung) sind die Stundenlöhne zwischen 2014 und 2015 um sieben Prozent und zwischen 2015 und 2016 nochmal um rund sechs Prozent gestiegen – in den Jahren 2012 bis 2014, vor Einführung des Mindestlohns, betrug das Lohnwachstum im Durchschnitt nur 0,3 Prozent pro Jahr. In diesem untersten Dezil haben vor 2015 alle weniger als 8,50 Euro brutto pro Stunde (der Höhe des zum 1. Januar 2015 eingeführten Mindestlohns) verdient. Am oberen Ende der Verteilung ist das Bild ein anderes: Sind bei den zehn Prozent mit den höchsten Löhnen diese zwischen 2012 und 2014 im Durchschnitt um zwei Prozent gestiegen, war der Anstieg zwischen 2015 und 2016 unter einem Prozent.


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Wed, 04 Jul 2018 09:30:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.593464.de
Neu erschienen: Der SOEP Wave Report 2017 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.593245.de Der aktuelle SOEP Wave Report 2017 wurde veröffentlicht und steht zum Download bereit.
Er enthält einen Blick auf die wichtigen Entwicklungen in den SOEP-Core-Stichtproben, Neuerungen bei SOEP-IS, die aktuellen Methodenberichte von Kantar Public sowie Projekte und Aktivitäten des Forschungsdatenzentrums des SOEP. Eine Liste aller SOEPpapers und SOEP Survey Papers sowie ausgewählte wissenschaftliche Publikationen des letzten Jahres, die die SOEP-Daten nutzen, ergänzen den Report - alles in englischer Sprache.

Bitte hier herunterladen


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Mon, 02 Jul 2018 09:57:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.593245.de
Schlagwort „Open Source“: Algorithmen können und müssen anhand von Beispielfällen transparent gemacht werden: Kommentar von Gert G. Wagner http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.592968.de Man muss nicht mal besonders schreckhaft sein, um vor „selbstlernenden Computeralgorithmen“, die etwa die Kreditwürdigkeit eines Einzelnen bestimmen, Angst zu haben. Auch nüchterne Betriebswirte oder Ingenieure fürchten sich davor, dass „Künstliche Intelligenz“ sie nicht nur überflüssig macht, sondern auch, dass Computer, die sich selbst was Neues beibringen, die Macht übernehmen. Die Maschinen sind allerdings bei weitem noch nicht so schlau, und verstehen kann man sie auch. Man darf freilich nicht jede Schlagzeile über Big Data blind vertrauen. [...]

Der vollständige Kommentar von Gert G. Wagner aus dem DIW Wochenbericht 26/2018


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Wed, 27 Jun 2018 08:58:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.592968.de
Studie: Volksvertreter sind risikofreudiger als das Volk http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.591515.de Survey von Mitgliedern des Deutschen Bundestags und von Abgeordneten in vier Landtagen zeigt empirisch die erhöhte Risikobereitschaft von Politikerinnen und Politikern

Mitglieder des Deutschen Bundestags und Landtagsabgeordnete sind einer wissenschaftlichen Studie zufolge deutlich risikofreudiger als die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Wie ein Survey von Abgeordneten ergab, liegt die Risikofreude von Volksvertreterinnen und Volksvertretern noch über der von selbständig Berufstätigen, die ihrerseits risikobereiter sind als Angestellte oder Beamtinnen und Beamte. Für die Studie hatten die Befragten ihr Risikoverhalten auf einer Skala von null (= gar nicht risikobereit) bis zehn (= sehr risikobereit) selbst eingeschätzt. Die Politikerinnen und Politiker kamen auf einen Durchschnittwert von 6,2, die Bürger und Bürgerinnen auf einen Durchschnittswert von 4,7. Eine höhere Risikobereitschaft findet sich in sämtlichen Risikobereichen, die für die Studie erfragt wurden: Autofahren, Geldanlagen, Sport und Freizeit, Karriere, Gesundheit und Vertrauen in die Mitmenschen. Für die Studie wurden unter anderem Daten der für Deutschland repräsentativen Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am DIW Berlin ausgewertet. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift Palgrave Communications veröffentlicht.


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Wed, 13 Jun 2018 09:55:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.591515.de
SOEPnewsletter 119 veröffentlicht http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.591245.de Wir freuen uns, dass der neueste  SOEPnewsletter 119, Juni 2018 erschienen ist.

Mit Informationen zu

  • der Datenweitergabe 2016 der SOEP-IS-Daten, die bereits erhältlich sind,
  • der Teilnahmemöglichkeit an einer Summer School über Migrationsforschung im Rahmen des InGRID-Projektes am DIW Berlin,
  • der Einladung zu einem internationalen Workshop über Längsschittdatenmanagement und -analyse (CNEF-Workshop) am DIW Berlin,
  • einigen Fehlerupdates zur letzten SOEP-Core-Datenweitergabe,
  • Workshops, Neuigkeiten und neue Publikationen mit dem SOEP,

und vielem mehr.


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Tue, 05 Jun 2018 12:41:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.591245.de
Fördern statt fordern http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.591189.de Der Gastbeitrag von Jürgen Schupp ist am 3. Juni 2018 im Forum der Süddeutschen Zeitung erschienen.

Ein sozialer Arbeitsmarkt, auf dem Mindestlohn gezahlt wird, könnte Hartz-IV-Beziehern aus der Grundsicherung heraushelfen

An diesem Montag findet im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestags eine öffentliche Anhörung zu Hartz IV und insbesondere zur Sanktionspraxis statt. Die Neuordnung des Sozialsystems wird 17 Jahre alt, und man muss festhalten: Im Zweiklang Fördern und Fordern, der Pate der neuen Architektur war, hat das Fordern die Oberhand gewonnen, während das Fördern zunehmend kleingeschrieben wird. Die angestrebte Symmetrie zwischen Rechten ("Ich habe ein Recht darauf, in einer schwierigen Phase meines Lebens finanziell und bei der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit unterstützt zu werden") und Pflichten ("Ich muss alle Möglichkeiten zur Beendigung oder Verringerung der Hilfebedürftigkeit ausschöpfen, um dem Steuerzahler nur so lange wie wirklich nötig auf der Tasche zu liegen") ist seit geraumer Zeit aus der Balance geraten. Die hohe Zahl der jährlich verhängten Sanktionen ist ein Beleg dafür.

Sanktionen werden im gegenwärtigen Grundsicherungssystem bei Pflichtverletzungen verhängt, und zwar in Form von Leistungskürzungen. Wie bereits vor drei Jahren bei einer ähnlichen Veranstaltung dürfte auch am Montag im Bundestag die Sinnhaftigkeit der Strafmaßnahmen infrage gestellt werden. Gerade die negativen Folgen drastischer Strafen gegenüber jungen Menschen dürften thematisiert werden. Auch eine viel grundsätzlichere Frage steht auf der Tagesordnung, nämlich, ob man von einem Existenzminimum überhaupt etwas kürzen darf. Das Bundesverfassungsgericht überprüft die Mechanismen ebenfalls.

Es gibt zahlreiche Studien zu den Auswirkungen von Sanktionen, aber keine beantwortet zuverlässig die Frage, ob diese wirklich einen Beitrag zu einer nachhaltigen Eingliederung in den Arbeitsmarkt leisten. Hinzu kommen weitere Fragen zu den sozialen, gesundheitlichen sowie psychosozialen Nebeneffekten der Sanktionspraxis, von der Angst bislang nicht Sanktionierter ganz zu schweigen.

Im vergangenen Jahr wurden rund 950 000 Sanktionen verhängt. In 639 000Fällen wurde dagegen Widerspruch eingelegt, dem in rund einem Drittel der Fälle stattgegeben wurde. Die Bundesregierung gibt zu, keine Erkenntnisse darüber zu haben, wie viel Personal- und Sachkosten durch die Klage- und Widerspruchsbearbeitungen jährlich entstehen.

Belegt ist allerdings, dass Sanktionen tatsächlich dazu führen, dass mehr Menschen eine Beschäftigung aufnehmen. Ob dies auch nachhaltig zu einer besseren beruflichen Integration führt als sanktionsfreie Förderung, wissen wir nicht. Fast zwei Drittel der Mittel der Bundesagentur für Arbeit fließen in die Verwaltung und lediglich 38 Prozent in die Vermittlung von Arbeit, auch dies ist ein Beleg dafür, dass die Balance nicht mehr stimmt.

Vier Milliarden Euro sollen jenen zugutekommen, die seit sechs Jahren arbeitslos sind

Zwar ist nicht zu erwarten, dass die Sanktionspraxis in dieser Legislaturperiode grundsätzlich infrage gestellt oder gar abgeschafft wird, aber es wäre für künftige Diskussionen viel gewonnen, wenn die Öffentlichkeit besser und umfassender über Wirkungen, Kosten und Nutzen von Sanktionen informiert würde. Modellprojekte sowohl mit einer milderen Sanktionspraxis als auch mit einer befristeten Aussetzung der Strafen könnten hierzu wertvolle Erkenntnisse liefern.

Nicht nur beim Fordern muss sich etwas ändern, auch die Mechanismen des Förderns müssen weiterentwickelt werden. Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil will im Sommer eine Reform der Grundsicherung für Arbeitssuchende vorlegen. Ziel ist es, den Hartz-IV-Bezieherinnen und -Beziehern ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis mit langfristiger Perspektive anzubieten - anstelle von "kurzatmigen Maßnahmen, die nichts bringen". Vier Milliarden Euro zusätzliche Mittel sollen denjenigen zugutekommen, die bereits mindestens sechs Jahre arbeitslos sind, in Form von rund 150 000 Stellen auf einem neuen sozialen Arbeitsmarkt. Gerade Langzeitarbeitslose stehen oft vor großen Hemmnissen, was die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit angeht, und brauchen dabei ein gezieltes Coaching.

Warum aber warten, bis jemand sechs Jahre ohne Arbeit gewesen ist, bevor er oder sie Anspruch auf eine solche Stelle hat? Es wird argumentiert, dass das Angebot sich in erster Linie an diejenigen richten soll, die auf dem regulären, dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt, praktisch nicht mehr zu vermitteln sind. Das mag plausibel sein, aber auch oder gerade "frische" Langzeitarbeitslose - Menschen, die seit maximal zwei Jahren ohne Job sind - sollten die Chance bekommen, rasch aus dem Leistungsbezug herauszukommen, der sich für die Betroffenen allzu oft zur Dauerschleife entwickelt.

Ein Modell für solche Passiv-Aktiv-Transfers, die es Menschen erlauben, nicht mehr nur passiv Leistungen zu empfangen, sondern für eine Tätigkeit entlohnt zu werden, hat der Berliner Bürgermeister Michael Müller vorgeschlagen. Ähnliche Modellprojekte haben in einigen Bundesländern bereits durchaus Erfolge gezeigt. Wird Mindestlohn gezahlt und wird die Tätigkeit in Vollzeit ausgeübt - ganz anders als bei den bestehenden Ein-Euro-Jobs -, gelingt es in der Regel den Betroffenen, aus dem System der Grundsicherung herauszukommen.

Wenn aber dieser soziale Arbeitsmarkt erst nach mehreren Jahren zugänglich ist, sollten die Erwartungen der großen Koalition an die gesellschaftliche Akzeptanz der Reform nicht zu hoch sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn ein solches Angebot ausschließlich freiwillige Teilnahme voraussetzt, aber auch dann, wenn die Nicht-teilnahme sanktioniert wird.

Die Inanspruchnahme dieses neuen Instruments sollte nicht nur ausschließlich auf freiwilliger Basis erfolgen, sondern auch eine Selbstverpflichtung zur Weiterqualifizierung enthalten. So hätten die Betroffenen eine faire Chance, rasch in den ersten Arbeitsmarkt zu wechseln und auch nicht auf einer subventionierten Stelle mit Mindestlohn "kleben zu bleiben". Die bisherige Länge der Erwerbskarriere könnte - wollte man nicht allen Langzeitarbeitslosen ein Angebot unterbreiten - auch zu den Anspruchskriterien zählen: Das würde sicherlich das in den letzten Jahren verloren gegangene Empfinden sozialer Gerechtigkeit stärken, denn der abrupte Übergang in Hartz IV, egal wie lange man davor gearbeitet hat, wird als unfair empfunden.


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Tue, 05 Jun 2018 10:59:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.591189.de
SOEP-IS-Datenweitergabe 2016 ist verfügbar http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.591038.de Die SOEP-IS-Datenweitergabe 2016 enthält die Daten von Haushalten ab 1998 und bis 2016 und die Daten der innovativen Module von 2011 bis 2015.

Wir freuen uns auf Ihre Bestellung. Unser Bestellformular finden Sie hier.

Die genauere Informationen zum Datenzugang, zur Stichprobenentwicklungen, den innovativen Modulen und den enthaltenen Datensätzen finden Sie hier.


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Fri, 01 Jun 2018 04:32:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.591038.de
Fehlerupdate SOEP v33.1 (1984-2016) http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.584388.de In der aktuellen Datenweitergabe-Version wurden Fehler entdeckt, die über Skripte korrigiert werden können. Weiter Informationen finden Sie  hier


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Fri, 01 Jun 2018 04:05:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.584388.de
Wer mehr Zeit mit seinen Mitmenschen verbringt, kann das eigene Wohlbefinden stärken. http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.584818.de Wer mehr Zeit mit seinen Mitmenschen verbringt, kann das eigene Wohlbefinden stärken. Diese These stützt eine repräsentative Untersuchung auf Basis der SOEP-Daten. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Psychological Science“ veröffentlich.


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Thu, 24 May 2018 03:00:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.584818.de
Realeinkommen sind in Deutschland zwischen 1991 und 2015 gestiegen, niedrige Einkommensklassen haben aber nicht profitiert http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.584771.de Die verfügbaren Einkommen der Personen in privaten Haushalten sind in Deutschland im Durchschnitt und für die meisten Einkommensklassen gestiegen – Die Einkommen bei den 20 Prozent der Personen mit den niedrigsten Einkommen allerdings nicht – Steigender Anteil älterer Menschen und Zuwanderung entscheidend für diese Entwicklung – Zielgenauere Unterstützung von Zuwanderinnen und Zuwanderern ab dem Zeitpunkt ihrer Ankunft erforderlich

Die realen verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte sind in Deutschland im Zeitraum von 1991 bis 2015 um 15 Prozent gestiegen. Die meisten Einkommensgruppen haben davon profitiert, die untersten aber nicht. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis der letzten verfügbaren Daten der Längsschnittstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP). Unterteilt man die Bevölkerung in zehn gleich große Gruppen nach Höhe des Einkommens (Dezile), so haben die acht oberen Dezile Einkommenszuwächse erfahren – zwischen fünf Prozent für das dritte und 30 Prozent für das oberste Dezil, also die einkommensstärksten zehn Prozent. Bei den zehn Prozent der Personen mit den niedrigsten Einkommen, die monatlich im Durchschnitt real über rund 640 Euro verfügen, waren die Einkommen im Vergleich zum Jahr 1991 rückläufig; im zweiten Dezil haben sie stagniert. „Das heißt nicht zwangsläufig, dass die Menschen, die in den 1990er Jahren niedrige Einkommen erzielten, heute individuell schlechter gestellt sind, denn sie können sich mittlerweile in einer anderen Einkommensgruppe befinden,“ erklärt Studienautor Markus Grabka. „Aber es zeigt, dass bei weitem nicht alle von der positiven Einkommensentwicklung, die in den letzten Jahren im Wesentlichen dank der boomenden Wirtschaft und dem Rückgang der Arbeitslosigkeit stattgefunden hat, profitiert haben.“


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Thu, 24 May 2018 10:05:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.584771.de
„Seit den Neunzigerjahren ist der Anteil an Menschen mit niedrigen Einkommen deutlich gestiegen“: Interview mit Markus M. Grabka http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.584739.de Herr Grabka, wie hat sich das Durchschnittseinkommen der Personen in privaten Haushalten in Deutschland entwickelt?

Wenn wir den Zeitraum von 1991 bis 2015 betrachten, so ist die Entwicklung recht positiv. Im Durchschnitt können wir eine Steigerung um 15 Prozent beobachten. 80 Prozent der Einkommensgruppen haben reale Einkommenssteigerungen. Bei den oberen zehn Prozent sind es etwa 30 Prozent, und selbst im dritten Einkommensdezil verzeichnen wir eine reale Steigerung von rund fünf Prozent. Die unteren zehn Prozent der Einkommensgruppen haben real in den letzten Jahren leider verloren.

Das Interview mit Markus M. Grabka wurde im Wochenbericht 21/2018 veröffentlicht. Hier gibt es das Interview als PDF-Dokument und als Podcast.


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Thu, 24 May 2018 09:56:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.584739.de
Soziale Mobilität in Deutschland: Durchlässigkeit hat sich in den letzten 30 Jahren kaum verändert http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.584241.de DIW-Studie untersucht relative und absolute soziale Mobilität im Berufsstatus der Jahrgänge 1939 bis 1971 in Westdeutschland – Vor allem für untere Statusgruppe verringert sich die soziale Durchlässigkeit hinsichtlich des Berufsstatus – In allen untersuchten Geburtsjahrgängen stiegen absolut betrachtet mehr Personen auf als ab – Männer steigen öfter ab als früher, Frauen steigen öfter auf

Von starker sozialer Durchlässigkeit mit Blick auf den Berufsstatus ist Deutschland immer noch weit entfernt. Das ist das Fazit einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die die soziale Mobilität in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg auf Basis der Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) untersucht hat. Dabei haben Autorin Sandra Bohmann und Autor Nicolas Legewie nicht nur die absolute soziale Mobilität unter die Lupe genommen, also inwieweit sich die tatsächliche soziale Stellung im Vergleich zu den Eltern verändert hat. Sie betrachteten auch die relative soziale Mobilität, also inwiefern Kinder im Vergleich zu anderen aus der gleichen Generation besser gestellt sind, als dies bei ihren Eltern der Fall war. So können die verhältnismäßigen Aufstiegswahrscheinlichkeiten in einer Gesellschaft untersucht werden.


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Wed, 16 May 2018 10:03:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.584241.de
„Sozialer Auf- und Abstieg: Angleichung bei Männern und Frauen.“ Interview mit Nicolas Legewie http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.584337.de Herr Legewie, Sie haben die soziale Mobilität im Berufsstatus untersucht. Was versteht man unter dem Begriff soziale Mobilität?

Unter sozialer Mobilität verstehen wir den Unterschied zwischen dem beruflichen Status von Personen und dem beruflichen Status ihrer Eltern. Wir haben untersucht, inwieweit sich der berufliche Status von Personen in Deutschland zum beruflichen Status ihrer Eltern unterscheidet. Dabei interessiert uns zum Beispiel die absolute soziale Mobilität, das heißt, wie viele Personen im Vergleich zu ihren Eltern einen höheren oder einen niedrigeren oder den gleichen beruflichen Status erreichen. Uns interessiert aber auch die relative soziale Mobilität, das heißt, inwiefern sich die Wahrscheinlichkeiten einen bestimmten beruflichen Status zu erreichen unterscheiden, je nachdem welchen beruflichen Status die Eltern innehatten.

Das Interview mit Nicolas Legewie wurde im DIW Wochenbericht 20/2018 veröffentlicht. Hier gibt es das Interview als PDF-Dokument und als Podcast


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Wed, 16 May 2018 09:58:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.584337.de
Ehemaliger SOEP-Interimsleiter gestorben - Trauer um Wolfgang Zapf http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.584082.de Ende April verstarb Wolfgang Zapf kurz nach seinem 81. Geburtstag. Die Längsschnittstudie SOEP verliert einen langjährigen Förderer und stets verlässlicher Unterstützer.

Wolfgang Zapf hat das SOEP in den frühen 80er Jahren gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus der Soziologie und Ökonomie aus der Taufe gehoben und auf dessen Messkonzepte nachhaltig eingewirkt. Wolfgang Zapf prägte mit dem von ihm propagierten Lebensqualitätskonzept ganz wesentlich die Inhalte der Langzeitstudie SOEP. Nach dem Weggang von Hans-Jürgen Krupp im Jahr 1988 aus dem DIW Berlin stand Wolfgang Zapf wie selbstverständlich für rund ein Jahr -  trotz seiner vielfältigen Verpflichtungen als Präsident des WZB - als wissenschaftlicher Interimsleiter solidarisch hinter der am DIW angesiedelten damaligen SOEP-Projektgruppe. Als langjähriges SOEP-Beiratsmitglied konnten wir stets auf seinen Rat und Expertise zählen.


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Tue, 08 May 2018 03:16:00 +0200 http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.584082.de