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Energieverbrauch und CO2-Emissionen in Deutschland in der ersten Haelfte der neunziger Jahre


Bearbeiter

Hans-Joachim Ziesing



Der Energieverbrauch war in Deutschland im Jahre 1995 um 5 vH niedriger als 1989. Die Entwicklung verlief allerdings in den alten und neuen Bundeslaendern sehr unterschiedlich: Waehrend der Primaerenergieverbrauch in dieser Periode in den neuen Bundeslaendern um 44 vH gesunken ist, hat er gleichzeitig in den alten Bundeslaendern um 8 vH zugenommen. Anders als in Westdeutschland haben sich die Struktur des Energietraegereinsatzes sowie die sektorale Zusammensetzung des Energieverbrauchs in Ostdeutschland in der ersten Haelfte der neunziger Jahre grundlegend gewandelt. Besonders markant sind der rapide Fall des industriellen Energieverbrauchs und die drastische Verringerung des Versorgungsbeitrages der Braunkohle.

Mit dem im bisherigen Verlauf der neunziger Jahre insgesamt gesunkenen Energieverbrauch ging eine Reduktion der Kohlendioxidemissionen (CO2) einher. Die Bundesregierung strebt an, die CO2-Emissionen in Deutschland bis zum Jahre 2005 im Vergleich zu 1990 um ein Viertel zu verringern. Im ersten Drittel dieser Periode sind sie bereits um 11 vH zurueckgegangen. Allerdings ist auch dies lediglich auf die Entwicklung in Ostdeutschland zurueckzufuehren: Hier sanken die CO2-Emissionen von 1990 bis 1995 um 45 vH, waehrend sie in Westdeutschland noch etwas gestiegen sind (3 vH).

Ohne zusaetzliche Massnahmen wuerden sich Energieverbrauch und CO2-Emissionen in Deutschland in den kommenden zehn Jahren noch leicht erhoehen. Das angestrebte Emissionsminderungsziel wuerde dann verfehlt. Ein klimaschutzpolitischer Handlungsbedarf ist daher weiterhin gegeben.


Differenzierte Entwicklung des Energieverbrauchs ...

Im Jahre 1995 belief sich der Primaerenergieverbrauch in Deutschland nach ersten Schaetzungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen auf knapp 486 Mill. t Steinkohleneinheiten (SKE) [1]. Er war damit zwar um fast 7 Mill. t SKE oder um 1,4 vH hoeher als im Vorjahr, doch wurde das Verbrauchsniveau vom Ende der achtziger Jahre um rund 25 Mill. t SKE oder um 5 vH unterschritten (Tabelle 1).

Der Rueckgang im Zeitraum von 1989 bis 1995 ist das Resultat hoechst unterschiedlicher Entwicklungen in den beiden Landesteilen. In Westdeutschland war der Primaerenergieverbrauch im Jahre 1995 mit reichlich 413 Mill. t SKE um nahezu 31 Mill. t SKE oder um 8 vH hoeher als 1989. Dagegen sank er in Ostdeutschland um rund 56 Mill. t SKE oder um 44 vH auf 72 Mill. t SKE. Inzwischen scheint allerdings in den neuen Bundeslaendern die Talsohle des Energieverbrauchs erreicht worden zu sein; 1995 nahm hier der Primaerenergieverbrauch gegenueber dem Vorjahr erstmals wieder zu - allerdings nur leicht und zudem (wie in den alten Bundeslaendern) beguenstigt durch die im Jahresdurchschnitt kuehlere Witterung.

Die kraeftige Verbrauchsminderung wurde in den neuen Laendern von einer drastischen Aenderung der Energietraegerstrukturen begleitet (Abbildung 1): War die Braunkohle im Jahre 1989 noch mit reichlich zwei Dritteln an der Deckung des dortigen Primaerenergieverbrauchs beteiligt, so fiel ihr Anteil auf 38 vH im Jahre 1995. Gleichzeitig ging die Braunkohlenfoerderung zurueck, von 300 Mill. t um rund 70 vH auf lediglich gut 87 Mill. t. Der Verbrauch von Mineraloelen und von Naturgasen war dagegen in den neuen Bundeslaendern im Jahre 1995 deutlich hoeher als 1989, und zwar um knapp 46 vH (Oel) und 34 vH (Gas). Der Anteil des Mineraloels am Primaerenergieverbrauch stieg in dieser Periode von 14 vH auf 36 vH und derjenige der Naturgase von gut 9 vH auf 22 vH. Kernenergie wird in Ostdeutschland seit 1991 nicht mehr genutzt. In Westdeutschland hat sich die Energietraegerstruktur im bisherigen Verlauf der neunziger Jahre dagegen wenig veraendert. Das Mineraloel ist mit einem Anteil von rund zwei Fuenfteln nach wie vor der dominierende Energietraeger, gefolgt vom Gas, das mit einem Anteil von beinahe einem Fuenftel inzwischen an zweiter Stelle steht. Es hat damit die Steinkohlen von dieser Position verdraengt. Die Kernenergie ist gleichbleibend mit rund 12 vH, die Braunkohlen sind mit etwa 8 vH am Primaerenergieverbrauch beteiligt. Alle uebrigen Energietraeger zusammen spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Unter sektoralen Aspekten sind zwischen den alten und neuen Bundeslaendern ebenfalls unterschiedliche Entwicklungen festzustellen (Tabelle 2 und Abbildung 2). In den vergangenen Jahren hat sich die Struktur des sektoralen Energieverbrauchs in Ostdeutschland erheblich gewandelt. So hat sich als Folge des Deindustrialisierungsprozesses der hohe Anteil des industriellen Energieverbrauchs am gesamten Endenergieverbrauch von knapp 43 vH im Jahre 1989 bis zum Jahre 1994 [2] etwa halbiert; bei einem Rueckgang der realen Bruttowertschoepfung in dieser Periode um etwa 50 vH wurde im verarbeitenden Gewerbe 1994 gut 70 vH weniger Energie eingesetzt als 1989; damit hat sich der spezifische Verbrauch um zwei Fuenftel vermindert. Deutlich zurueckgegangen ist auch der Energieverbrauch im Bereich der Haushalte und Kleinverbraucher, und zwar um rund 38 vH. Lediglich im Verkehr kam es im bisherigen Verlauf der neunziger Jahre zu einer - ueberdies kraeftigen - Expansion: Im Jahre 1994 wurde hier beinahe um die Haelfte mehr Energie verwendet als 1989. Der Anteil des verkehrsbedingten Energieverbrauchs am gesamten Endenergieverbrauch stieg in dieser Periode von knapp 11 vH auf fast 28 vH.

Auch in den alten Bundeslaendern gehoerte der Verkehr zu den expansiven Verbrauchssektoren: 1994 fiel hier der Energieverbrauch zwar seit vielen Jahren wieder einmal niedriger aus als im Vorjahr, doch war er im Vergleich zu 1989 um beinahe ein Zehntel hoeher. Vor dem Hintergrund wachsender Wirtschaftsleistung, insbesondere in den Dienstleistungsbereichen, und steigender Bevoelkerungszahlen kam es in Westdeutschland aber auch in dem - sehr heterogenen - Sektor der (privaten) Haushalte und Kleinverbraucher zu einer Verbrauchszunahme. Demgegenueber ist jedoch festzustellen, dass der Energieverbrauch in diesem Bereich im Jahre 1994 geringer war als noch Ende der siebziger Jahre. Bei einer - alles in allem - stagnierenden (realen) Bruttowertschoepfung war der Energieeinsatz im verarbeitenden Gewerbe leicht ruecklaeufig.

... und der Kohlendioxidemissionen

Im Jahre 1990 haben die CO2-Emissionen in Deutschland rund 1 000 Mill. t betragen; nach den Zielen der Bundesregierung sollen sie im Vergleich dazu bis zum Jahre 2005 um ein Viertel - also um rund 250 Mill. t - auf etwa 750 Mill. t gesenkt werden. Nach einer ueberschlaegigen Schaetzung duerften die CO2-Emissionen von 1990 bis 1995 bereits auf 892 Mill. t - also um gut 110 Mill. t oder um 11 vH gesunken sein [3]. Somit waeren schon nach dem ersten Drittel der Umsetzungsperiode fast 45 vH vom angestrebten Reduktionsziel realisiert worden.

Bei einer Bewertung dieser Entwicklung darf allerdings nicht uebersehen werden, dass sich die Emissionen ausschliesslich in Ostdeutschland vermindert haben (Tabelle 3 und Abbildung 3). Hier sind die CO2-Emissionen von knapp 300 Mill. t im Jahre 1990 (1989 waren es sogar 333 Mill. t) um 45 vH auf etwa 164 Mill. t im Jahre 1995 gesunken. Ursaechlich dafuer war der mit dem wirtschaftlichen Einbruch verbundene kraeftige Rueckgang des Primaerenergieverbrauchs (von 1990 bis 1995 um 36 vH). Die im Vergleich dazu noch staerkere Senkung der CO2-Emissionen ist eine Folge der raschen Veraenderung der Energietraegerstruktur zu Lasten der besonders kohlenstoffhaltigen Braunkohle. Bezogen auf eine Einheit Primaerenergie hat der CO2-"Gehalt" von 2,66 t CO2 je t SKE (1990) auf 2,27 t CO2 je t SKE (1995) abgenommen, also um 15 vH.

Anders als in den neuen Bundeslaendern waren die CO2-Emissionen in Westdeutschland im Jahre 1995 mit 728 Mill. t sogar noch - um 3 vH - hoeher als 1990. Allerdings ist nicht zu uebersehen, dass sich hier in der Vergangenheit - vor allem im Gefolge der beiden Oelpreiskrisen in den siebziger Jahren - die Entwicklung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen weitgehend von den verbrauchssteigernden Impulsen des gesamtwirtschaftlichen Wachstums geloest haben. Im Zeitraum von 1973 bis 1995 stand einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts um 58 vH lediglich ein um 9 vH hoeherer Primaerenergieverbrauch gegenueber, waehrend die CO2-Emissionen sogar um 8 vH gesunken sind. Demnach hat die gesamtwirtschaftliche Energieintensitaet [4] in dieser Periode um rund 30 vH oder jahresdurchschnittlich um 1,7 vH abgenommen; die gesamtwirtschaftliche CO2Intensitaet [5] verminderte sich sogar um 42 vH oder im jaehrlichen Mittel um 2,4 vH.

In den alten Bundeslaendern hat zum Rueckgang der CO2-Intensitaet auch die Veraenderung der Energietraegerstruktur zugunsten CO2- emissionsfreier oder -aermerer Energietraeger beigetragen; jedenfalls verminderte sich der CO2-"Gehalt" des Primaerenergieverbrauchs von 1973 bis 1995 - wenn auch mit deutlich abnehmenden Raten in den letzten Jahren - um 16 vH.

Trotz dieser unuebersehbaren Erfolge auf dem Wege zu einer rationelleren und emissionsaermeren Energieversorgung laeuft die Entwicklung in Westdeutschland bisher den propagierten Klimaschutzzielen entgegen.

Energieeffizienz in Ostdeutschland nach wie vor geringer als in Westdeutschland

In den neuen Bundeslaendern sind die Rueckgaenge von Energieverbrauch und CO2-Emissionen in den Jahren nach 1989 zwar wesentlich auf den Einbruch der wirtschaftlichen Aktivitaeten - insbesondere im industriellen Bereich zurueckzufuehren, doch ist auch festzustellen, dass sich die Effizienz der Energienutzung deutlich verbessert hat (Tabelle 4):

- Je Einwohner wurden 1989 in der DDR noch 7,7 t SKE Primaerenergie verbraucht, also rund ein Viertel mehr als in der damaligen Bundesrepublik (6,2 t SKE). Im Jahre 1995 betrug der Pro-Kopf-Primaerenergieverbrauch in den neuen Bundeslaendern dagegen nur noch 4,7 t SKE; dies sind fast zwei Fuenftel weniger als 1989 und ein Viertel weniger als in Westdeutschland, wo sich die Pro-Kopf-Werte gegenueber 1989 praktisch nicht veraendert haben.

- Die CO2-Emissionen je Einwohner, die 1989 in Ostdeutschland mit rund 20 t CO2 noch beinahe doppelt so hoch waren wie in den alten Bundeslaendern (11,1 t CO2), fielen bis 1995, um annaehernd die Haelfte, auf 10,6 t CO2.

Gemessen an diesen Indikatoren weist Ostdeutschland inzwischen also schon guenstigere Werte auf als Westdeutschland. Dieses Bild veraendert sich jedoch, wenn man die auf gesamtwirtschaftliche Groessen bezogenen Koeffizienten betrachtet:

- Die gesamtwirtschaftliche Energieintensitaet sank in den neuen Bundeslaendern von 1989 bis 1995 zwar um 37 vH, doch war sie zuletzt noch um rund drei Viertel hoeher als in den alten Bundeslaendern.

- Je Einheit realen Bruttoinlandsproduktes gingen die CO2- Emissionen in Ostdeutschland von 1989 bis 1995 um 45 vH zurueck. Damit lagen die Werte in Ostdeutschland zuletzt mehr als doppelt so hoch wie in Westdeutschland [6].

Zu der erheblich hoeheren CO2-Intensitaet in Ostdeutschland traegt die unter Emissionsaspekten nach wie vor unguenstigere Energietraegerstruktur bei: Die CO2-Emissionen je Einheit Primaerenergieverbrauch ueberstiegen dort 1995 den entsprechenden Wert in Westdeutschland um fast 30 vH; 1989 waren es freilich noch 45 vH.

Fazit

Insgesamt zeigen die Zahlen, dass sich in Ostdeutschland die gesamtwirtschaftliche Effizienz der Energienutzung im bisherigen Verlauf der neunziger Jahre schon betraechtlich verbessert hat. Dennoch besteht nach wie vor ein grosser Rueckstand gegenueber Westdeutschland. Das deutet auch auf noch bestehende Rationalisierungspotentiale hin, bei deren Nutzung selbst ein kraeftiges wirtschaftliches Wachstum in Ostdeutschland in den kommenden Jahren nicht zu einem steigenden Energieverbrauch und wieder zunehmenden CO2-Emissionen fuehren muss.

In der ersten Haelfte der neunziger Jahre haben die neuen Bundeslaender aufgrund der oekonomischen Sonderfaktoren den entscheidenden Beitrag zur bisherigen Reduktion der CO2- Emissionen geleistet. Schon wegen des inzwischen erreichten niedrigen Emissionsniveaus ist es wenig wahrscheinlich anzunehmen, dass sich dies auch nur annaehernd fortsetzen koennte. Das von der Bundesregierung angestrebte Ziel einer Reduktion der CO2-Emissionen um ein Viertel bis zum Jahre 2005 hat deshalb nur dann eine Realisierungschance, wenn in den alten Bundeslaendern bald eine entsprechende Emissionsminderung bewirkt wird.

Unterstellt man fuer die neuen Bundeslaender bis zum Jahre 2005 ein im Vergleich zu 1995 weitgehend unveraendertes Emissionsniveau, muesste der CO2Ausstoss in Westdeutschland in den verbleibenden zehn Jahren etwa um ein Fuenftel gesenkt werden. Ohne zusaetzliche energie- und umweltpolitische Massnahmen ist aber allenfalls mit einer Stagnation zu rechnen [7]. Die klimaschutzpolitischen Ziele der Bundesregierung wuerden damit - wie schon frueher befuerchtet - verfehlt. An Vorschlaegen zur Realisierung der ambitionierten Klimaschutzziele mangelt es nicht; nun kommt es darauf an, sie zuegig umzusetzen [8].

[1] Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen: Kuehlere Witterung laesst Primaerenergieverbrauch im Jahre 1995 steigen. Pressemitteilung vom 19. Dezember 1995.

- Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich bei den Angaben zum Energieverbrauch um Ursprungswerte, die weder um den Einfluss der Witterungsbedingungen, noch um Lagerbestandsveraenderungen im Bereich der Haushalte und Kleinverbraucher bereinigt sind.

- Im uebrigen beruht die Bewertung derjenigen Energietraeger, fuer die es keinen einheitlichen Umrechnungsmassstab wie den Heizwert gibt (das betrifft den Aussenhandel mit Strom sowie die Stromerzeugung auf Basis von Wasserkraft, Wind- und Sonnenenergie, Kernenergie und Muell), noch auf der sog. Substitutionsmethode, wonach als vereinfachende Hilfsgroesse fuer die primaerenergetische Bewertung der durchschnittliche spezifische Brennstoffverbrauch in konventionellen oeffentlichen Waermekraftwerken herangezogen worden ist. Um in Zukunft eine Uebereinstimmung mit internationalen Statistiken zu erreichen, bei denen seit einigen Jahren das sog. Wirkungsgradprinzip angewendet wird (wonach der Bewertung als repraesentativ erachtete physikalische Wirkungsgrade bei der Energieumwandlung zugrunde gelegt werden, und zwar bei der Kernenergie 33 vH, bei der Wasserkraft und den anderen erneuerbaren Energietraegern zur Stromerzeugung 100 vH), hat sich die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen entschlossen, vom Substitutionsansatz abzugehen und vom Energiebilanzjahr 1995 an ebenfalls das Wirkungsgradprinzip anzuwenden. Dadurch veraendert sich das Niveau des Primaerenergieverbrauchs insgesamt bei der gegebenen Energietraegerstruktur nicht grundlegend. Allerdings entstehen bei den jeweils von der Neubewertung betroffenen Energietraegern durchaus nennenswerte Abweichungen. Die Kernenergie wird nach dem Wirkungsgradprinzip deutlich unguenstiger bewertet als zuvor nach dem Substitutionsprinzip; umgekehrt werden der Stromaussenhandel, die Stromerzeugung auf Basis von Muell u.ae. sowie von Wasserkraft und anderen erneuerbaren Energietraegern nunmehr primaerenergetisch erheblich guenstiger bewertet.

[2] Aktuellere Angaben zum sektoralen Energieverbrauch liegen noch nicht vor.

[3] Die Angaben zur Entwicklung der CO2-Emissionen bis 1994 wurden (unter Anpassung an aktuellere Energieverbrauchsdaten) den vom Bundesministerium fuer Wirtschaft herausgegebenen "Energiedaten 95" (Tabelle 9, S. 46) entnommen. Die Emissionen fuer 1995 sind vom DIW auf der Grundlage der vorlaeufigen Schaetzung des Primaerenergieverbrauchs durch die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen vom Dezember 1995 hochgerechnet worden.

[4] Das Verhaeltnis von Primaerenergieverbrauch zum Bruttoinlandsprodukt in Preisen von 1991.

[5] Das Verhaeltnis der Summe der energiebedingten CO2-Emissionen zum Bruttoinlandsprodukt in Preisen von 1991.

[6] Bei einer Bewertung dieser Relationen sind allerdings gewisse Verzerrungen zu beruecksichtigen, die sich in den neuen Bundeslaendern aus den Differenzen zwischen dem Bruttoinlandsprodukt und dem Einkommen sowie der inlaendischen Gueterverwendung ergeben.

[7] Vgl. dazu auch die juengste Vorausschaetzung der Prognos AG: Die Energiemaerkte Deutschlands im zusammenwachsenden Europa - Perspektiven bis zum Jahr 2020. Untersuchung im Auftrag des Bundesministeriums fuer Wirtschaft. Basel, 23. Oktober 1995.

[8] Vgl. Schlussbericht der Enqute-Kommission "Schutz der Erdatmosphaere" des 12. Deutschen Bundestages Mehr Zukunft fuer die Erde. Nachhaltige Energiepolitik fuer dauerhaften Klimaschutz , Bonn, 1995, sowie Energiepolitik und Klimaschutz in Deutschland. Bearb.: Hans-Joachim Ziesing. In: Wochenbericht des DIW, Nr. 9/94; Oekologische Steuerreform auch im nationalen Alleingang! Bearb.: Stefan Bach, Michael Kohlhaas und Barbara Praetorius. In: Wochenbericht des DIW, Nr. 24/94; "Selbstverpflichtung" der Wirtschaft zur CO2-Reduktion. Kein Ersatz fuer aktive Klimapolitik. Bearb.: Michael Kohlhaas, Barbara Praetorius und Hans-Joachim Ziesing. In: Wochenbericht des DIW, Nr. 14/95; Klimaschutz nach der ersten UN- Vertragsstaatenkonferenz in Berlin. Bearb.: Hans-Joachim Ziesing. In: Wochenbericht des DIW, Nr. 20-21/95.

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Tabelle 1

Primaerenergieverbrauch in Deutschland

von 1989 bis 1995 nach Energietraegern

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in Mill. t SKE

1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995

(1) (1) (1)

Westdeutschland

Steinkohlen 73,4 74,0 76,4 72,1 70,6 70,6 70,0

Braunkohlen 32,5 32,1 32,8 33,3 31,4 31,7 31,6

Mineraloele 153,2 160,6 168,5 168,3 170,4 168,2 169,1

Naturgase 66,4 69,4 74,6 73,4 76,6 76,1 80,4

Kernenergie 48,2 47,2 47,3 51,0 49,1 48,6 49,5

Wasserkraft (2) 5,4 4,8 5,2 4,3 6,2 7,4 8,4

Sonstige 3,9 4,1 4,2 4,2 4,3 4,5 4,4

Insgesamt 382,8 392,2 409,1 406,6 408,6 407,1 413,4

Ostdeutschland

Steinkohlen 5,3 4,7 3,1 2,9 2,1 2,4 2,5

Braunkohlen 87,7 77,1 52,7 41,0 35,9 31,8 27,7

Mineraloele 17,9 17,7 20,7 23,7 24,7 25,6 26,0

Naturgase 11,9 9,7 8,4 8,7 10,3 12,3 16,0

Kernenergie 4,8 2,2 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0

Wasserkraft (2) 0,4 0,8 -0,8 -0,5 -0,3 -0,5 -0,3

Sonstige 0,1 0,1 0,3 0,4 0,3 0,3 0,4

Insgesamt 128,3 112,3 84,5 76,2 73,1 71,9 72,4

Deutschland

Steinkohlen 78,7 78,7 79,5 75,0 72,7 73,0 72,5

Braunkohlen 120,2 109,2 85,5 74,3 67,3 63,5 59,3

Mineraloele 171,1 178,3 189,2 192,0 195,1 193,8 195,2

Naturgase 78,3 79,1 83,0 82,1 86,9 88,4 96,4

Kernenergie 53,0 49,4 47,3 51,0 49,1 48,6 49,5

Wasserkraft (2) 5,8 5,6 4,4 3,8 5,9 6,9 8,1

Sonstige 4,0 4,2 4,5 4,6 4,6 4,8 4,8

Insgesamt 511,1 504,5 493,6 482,8 481,7 479,0 485,8

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Anteile in vH

1989 1991 1993 1995

(1) (1)

Westdeutschland

Steinkohlen 19,2 18,7 17,3 16,9

Braunkohlen 8,5 8,0 7,7 7,6

Mineraloele 40,0 41,2 41,7 40,9

Naturgase 17,3 18,2 18,7 19,4

Kernenergie 12,6 11,6 12,0 12,0

Wasserkraft (2) 1,4 1,3 1,5 2,0

Sonstige 1,0 1,0 1,1 1,1

Insgesamt 100,0 100,0 100,0 100

Ostdeutschland

Steinkohlen 4,1 3,7 2,9 3,5

Braunkohlen 68,4 62,4 49,1 38,3

Mineraloele 14,0 24,5 33,8 36,0

Naturgase 9,3 9,9 14,1 22,1

Kernenergie 3,7 0,0 0,0 0,0

Wasserkraft (2) 0,3 -0,9 -0,4 -0,4

Sonstige 0,1 0,4 0,4 0,6

Insgesamt 100,0 100,0 100,0 100,0

Deutschland

Steinkohlen 15,4 16,1 15,1 14,9

Braunkohlen 23,5 17,3 14,0 12,2

Mineraloele 33,5 38,3 40,5 40,2

Naturgase 15,3 16,8 18,0 19,8

Kernenergie 10,4 9,6 10,2 10,2

Wasserkraft (2) 1,1 0,9 1,2 1,7

Sonstige 0,8 0,9 1,0 1,0

Insgesamt 100,0 100,0 100,0 100,0

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Abweichungen in den Summen durch Rundungen.

(1) Vorlaeufig.

(2) Einschliesslich Stromaussenhandelssaldo.

Quellen: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen; Institut fuer Energetik,

Leipzig; Berechnungen des DIW.

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Tabelle 2

Energieverbrauch in Deutschland von 1989 bis 1994 nach Sektoren

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1989 1990 1991 1992 1993 1994

(1) (1)

in Mill. t SKE

Westdeutschland

Primaerenergieverbrauch 382,8 392,2 409,1 406,6 408,7 406,5

Verbrauch und Verluste

im Energiesektor (2) 109,8 111,8 116,0 114,7 115,1 115,2

Nichtenergetischer Verbrauch 26,5 27,0 26,0 26,9 26,0 28,4

Endenergieverbrauch 246,5 253,5 267,1 265,0 267,6 262,9

Verarbeitendes Gewerbe (3) 77,9 76,8 77,3 76,1 72,5 73,9

Verkehr 67,9 71,3 72,9 74,9 76,3 74,4

Haushalte und Klein-

verbraucher (4) 100,7 105,3 117,0 114,1 118,8 114,6

Ostdeutschland

Primaerenergieverbrauch 128,3 112,3 84,5 76,2 73,0 71,4

Verbrauch und Verluste

im Energiesektor (2) 44,8 37,9 29,4 27,5 24,2 22,7

Nichtenergetischer Verbrauch 6,0 5,7 4,4 4,2 3,6 4,5

Endenergieverbrauch 77,4 68,6 50,8 44,6 45,2 44,2

Verarbeitendes Gewerbe (3) 33,0 24,7 14,7 11,3 10,3 9,6

Verkehr 8,3 9,8 10,0 11,2 11,8 12,3

Haushalte und Klein-

verbraucher (4) 36,0 34,1 26,1 22,1 23,1 22,3

Deutschland

Primaerenergieverbrauch 511,1 504,5 493,6 482,8 481,7 477,9

Verbrauch und Verluste

im Energiesektor (2) 154,7 149,7 145,4 142,1 139,3 137,9

Nichtenergetischer Verbrauch 32,6 32,7 30,4 31,1 29,6 32,9

Endenergieverbrauch 323,9 322,1 317,9 309,6 312,8 307,1

Verarbeitendes Gewerbe (3) 111,0 101,6 91,9 87,3 82,8 83,5

Verkehr 76,2 81,2 82,8 86,1 88,1 86,7

Haushalte und Klein-

verbraucher (4) 136,7 139,4 143,1 136,2 141,9 136,9

Anteil am Primaerenergieverbrauch in vH

Westdeutschland

Endenergieverbrauch 64,4 64,6 65,3 65,2 65,5 64,7

Nichtenergetischer Verbrauch 6,9 6,9 6,4 6,6 6,4 7,0

Verbrauch und Verluste

im Energiesektor (2) 28,7 28,5 28,4 28,2 28,2 28,3

Ostdeutschland

Endenergieverbrauch 60,3 61,1 60,1 58,5 61,9 61,9

Nichtenergetischer Verbrauch 4,7 5,1 5,2 5,5 4,9 6,3

Verbrauch und Verluste

im Energiesektor (2) 34,9 33,7 34,8 36,1 33,2 31,8

Deutschland

Endenergieverbrauch 63,4 63,8 64,4 64,1 64,9 64,3

Nichtenergetischer Verbrauch 6,4 6,5 6,2 6,4 6,1 6,9

Verbrauch und Verluste

im Energiesektor (2) 30,3 29,7 29,5 29,4 28,9 28,9

Anteil am Endenergieverbrauch in vH

Westdeutschland

Verarbeitendes Gewerbe (3) 31,6 30,3 28,9 28,7 27,1 28,1

Verkehr 27,5 28,1 27,3 28,3 28,5 28,3

Haushalte und Kleinverbraucher (4) 40,9 41,5 43,8 43,1 44,4 43,6

Ostdeutschland

Verarbeitendes Gewerbe (3) 42,6 36,0 28,9 25,3 22,8 21,7

Verkehr 10,7 14,3 19,7 25,1 26,1 27,8

Haushalte und Kleinverbraucher (4) 46,5 49,7 51,4 49,6 51,1 50,5

Deutschland

Verarbeitendes Gewerbe (3) 34,3 31,5 28,9 28,2 26,5 27,2

Verkehr 23,5 25,2 26,0 27,8 28,2 28,2

Haushalte und Kleinverbraucher (4) 42,2 43,3 45,0 44,0 45,4 44,6

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Abweichungen in den Summen durch Rundungen.

(1) Vorlaeufig (Stand: Mai 1995). Abweichungen zu Tabelle 1 wegen

unterschiedlichen Erfassungszeitpunktes.

(2) Einschliesslich statistische Differenzen.

(3) Einschliesslich uebriger Bergbau.

(4) Einschliesslich militaerische Dienststellen.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen; Institut fuer Energetik,

Leipzig; Berechnungen des DIW.

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Tabelle 3

Energiebedingte Kohlendioxidemissionen in Deutschland

von 1989 bis 1995 nach Energietraegern

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in Mill. t Anteile in vH

1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1989 1991 1993 1995

(1) (1) (1) (1) (1)

Westdeutschland

Kohlen (2) 300 300 310 298 288 294 292 43,7 41,9 39,9 40,2

Mineraloele 285 300 317 315 319 313 315 41,5 42,9 44,3 43,3

Naturgase 101 104 112 111 114 114 120 14,7 15,2 15,8 16,6

Insgesamt 686 704 739 724 721 722 728 100 100 100 100

Ostdeutschland

Kohlen 289 255 180 144 123 109 96 86,8 78,6 68 58,7

Mineraloele 31 33 38 43 44 46 47 9,3 16,6 24,3 28,6

Naturgase 13 11 11 11 14 16 21 3,9 4,8 7,8 12,7

Insgesamt 333 299 229 198 181 171 164 100 100 100 100

Deutschland

Kohlen (2) 589 555 490 442 411 404 389 57,8 50,6 45,6 43,6

Mineraloele 316 333 355 358 363 359 362 31 36,7 40,2 40,6

Naturgase 114 115 123 122 128 130 141 11,2 12,7 14,2 15,8

Insgesamt 1019 1003 968 922 902 893 892 100 100 100 100

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Abweichungen in den Summen durch Rundungen.

(1) Vorlaeufig.

(2) Stein- und Braunkohlen einschliesslich sonstige Energietraeger.

Quellen: BMWi; Umweltbundesamt; Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen;

Berechnungen des DIW.

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Tabelle 4

Kennziffern zum Energieverbrauch

und zu den Kohlendioxidemissionen in Deutschland

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1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995

(1) (1) (1)

Primaerenergieverbrauch

in Mill. t SKE

Westdeutschland 382,8 392,2 409,1 406,6 408,6 407,1 413,4

Ostdeutschland 128,3 112,3 84,5 76,2 73,1 71,9 72,4

Deutschland 511,1 504,5 493,6 482,8 481,7 479 485,8

Primaerenergieverbrauch je Einwohner

in t SKE

Westdeutschland 6,2 6,2 6,4 6,3 6,2 6,2 6,2

Ostdeutschland 7,7 7,0 5,3 4,8 4,7 4,6 4,7

Deutschland 6,5 6,4 6,2 6,0 5,9 5,9 5,9

Primaerenergieverbrauch je Einheit Bruttoinlandsprodukt (2)

in t SKE je Mill. DM

Westdeutschland 161 156 155 151 155 150 151

Ostdeutschland 423 441 410 343 307 278 265

Deutschland 190 182 173 166 167 162 161

Kohlendioxidemissionen

in Mill. t CO2

Westdeutschland 686 704 739 724 721 722 728

Ostdeutschland 333 299 229 198 181 171 164

Deutschland 1019 1003 968 922 902 893 892

Kohlendioxidemissionen je Einwohner

in t CO2

Westdeutschland 11,1 11,1 11,5 11,2 11 11 11

Ostdeutschland 20 18,6 14,4 12,6 11,6 11 10,6

Deutschland 13 12,6 12,1 11,4 11,1 11 10,9

Kohlendioxidemissionen je Einheit Bruttoinlandsprodukt (2)

in t CO2 je Mill. DM

Westdeutschland 288 279 279 269 273 267 265

Ostdeutschland 1097 1175 1112 892 761 663 601

Deutschland 379 362 339 316 313 301 296

"Kohlendioxidgehalt" des Primaerenergieverbrauchs (3)

in t CO2 je t SKE

Westdeutschland 1,79 1,8 1,81 1,78 1,76 1,77 1,76

Ostdeutschland 2,6 2,66 2,71 2,6 2,48 2,38 2,27

Deutschland 1,99 1,99 1,96 1,91 1,87 1,86 1,84

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1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995

(1) (1) (1)

Primaerenergieverbrauch

1990 = 100

Westdeutschland 98 100 104 104 104 104 105

Ostdeutschland 114 100 75 68 65 64 64

Deutschland 101 100 98 96 95 95 96

Primaerenergieverbrauch je Einwohner

1990 = 100

Westdeutschland 99 100 103 101 101 100 101

Ostdeutschland 111 100 76 69 67 66 67

Deutschland 102 100 97 94 93 93 93

Primaerenergieverbrauch je Einheit Bruttoinlandsprodukt (2)

1990 = 100

Westdeutschland 103 100 99 97 99 97 97

Ostdeutschland 96 100 93 78 70 63 60

Deutschland 105 100 95 91 92 89 89

Kohlendioxidemissionen

1990 = 100

Westdeutschland 97 100 105 103 102 102 103

Ostdeutschland 111 100 77 66 61 57 55

Deutschland 102 100 97 92 90 89 89

Kohlendioxidemissionen je Einwohner

1990 = 100

Westdeutschland 99 100 104 100 99 98 99

Ostdeutschland 108 100 78 68 62 59 57

Deutschland 102 100 96 91 88 87 86

Kohlendioxidemissionen je Einheit Bruttoinlandsprodukt (2)

1990 = 100

Westdeutschland 103 100 100 96 98 95 95

Ostdeutschland 93 100 95 76 65 56 51

Deutschland 105 100 94 87 87 83 82

"Kohlendioxidgehalt" des Primaerenergieverbrauchs (3)

1990 = 100

Westdeutschland 99 100 101 99 98 98 98

Ostdeutschland 98 100 102 98 93 89 85

Deutschland 100 100 98 96 94 93 92

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(1) Vorlaeufig.

(2) Bruttoinlandsprodukt in Preisen von 1991.

(3) Verhaeltnis von Kohlendioxidemissionen zu Primaerenergieverbrauch.

Quellen: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen; BMWi, Umweltbundesamt;

Institut fuer Energetik, Leipzig; Berechnungen des DIW.

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DIW Berlin

Wochenbericht 04/96