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Wochenbericht des DIW Berlin 24/02

Konjunkturerholung im Euroraum nur zögerlich

Bearbeiter Kirsten Lommatzsch
Katja Rietzler
Nach Berechnungen des DIW Berlin ist das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum im ersten Quartal 2002 um 0,3 % gestiegen; dies entspricht einer laufenden Jahresrate von 1,2 %. Damit scheint die konjunkturelle Schwäche vom vergangenen Jahr allmählich abzuklingen. Die leichte Erholung ist vor allem auf den höheren Außenbeitrag zurückzuführen; während die Exporte im Euroraum um 1 % zunahmen, gingen die Importe deutlich zurück. Von den inländischen Nachfragekomponenten hingegen sind bislang kaum Wachstumsimpulse ausgegangen. So stagnierte der private Konsum im ersten Quartal, und die Entwicklung der Investitionen ist weiterhin abwärts gerichtet.

Der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im Euroraum im ersten Quartal 2002 um 0,3 % deutet darauf hin, dass die konjunkturelle Schwäche, die mit Rückgängen vor allem bei der Investitionstätigkeit und beim Außenhandel verbunden war, langsam abklingt. Mehrere Ursachen hatten bereits Ende 2000 die Verlangsamung ausgelöst, so eine Eintrübung des internationalen Umfelds infolge der Abschwächung in den USA, die Umbewertung der Wachstumsaussichten für den Informations- und Kommunikationssektor (IT-Sektor), eine drastische Ölverteuerung und nicht zuletzt auch eine straffere Geldpolitik. Verstärkend kamen Anfang 2001 in Europa die Tierseuchen hinzu. In der zweiten Jahreshälfte 2001, als die negativen Wirkungen allmählich nachließen, führten die Anschläge vom 11. September zu erneuten Verunsicherungen. Derzeit deutet jedoch vieles darauf hin, dass dies die konjunkturelle Erholung in erster Linie verzögert hat.

Die aktuellen Berechnungen zeigen, dass die konjunkturelle Abschwächung im Euroraum im Jahre 2001 stärker ausfiel, als es sich im Verlauf des vergangenen Jahres abzeichnete und wie es auch erste Berechnungen des Wachstums für das Jahr 2001 andeuteten (Abbildung 1). Ging man zu Jahresbeginn noch davon aus, dass es bis ins dritte Quartal 2001 positive Zuwachsraten im Euroraum geben würde, zeigt sich nun, dass das Wachstum schon im zweiten Quartal 2001 zum Stillstand kam. Die Stagnation setzte sich im dritten Quartal fort, und im vierten Quartal gab es einen Rückgang um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal.

Dass nun eine stärkere Abschwächung der Wirtschaftstätigkeit im Euroraum ausgewiesen wird, ist zum einen auf eine Korrektur der Wachstumsraten in einzelnen Mitgliedsländern zurückzuführen. So wurde im April dieses Jahres die Wachstumsrate in Frankreich deutlich nach unten korrigiert (Abbildung 1). Zum anderen ist es besonders bei konjunkturellen Wendepunkten schwierig zuzuordnen, inwieweit Rückgänge saisonalen oder konjunkturellen Charakter haben. Das in den Berechnungen der saisonbereinigten Entwicklung unterstellte Saisonmuster ist ein Durchschnitt der saisonalen Schwankungen über eine längere Periode. Dieser ist insofern sensitiv gegenüber neu hinzukommenden Daten, als auch diese in die Berechnung des Durchschnitts einbezogen werden. Somit kann es dazu kommen, dass im Nachhinein eine Korrektur der saisonbereinigten Entwicklung vorzunehmen ist.

Eurostat hat Ende Mai eine erste Schätzung des Wachstums im Euroraum vorgenommen; demnach lag das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2002 sogar nur um 0,2 % über dem im Vorquartal. Das bestätigt im Grunde die Einschätzung des DIW Berlin, dass die konjunkturelle Erholung zwar begonnen hat, allerdings bislang sehr verhalten geblieben ist. Der Unterschied zwischen den Daten des DIW und denen von Eurostat erklärt sich dadurch, dass Eurostat eine indirekte Saisonbereinigung durchführt, d. h. die saisonbereinigten Daten der nationalen statistischen Ämter aufaddiert. Da es zum Zeitpunkt der ersten Berechnung des Bruttoinlandsprodukts für den Euroraum nicht für alle Mitgliedstaaten offizielle Schätzungen gibt, wird aus den vorliegenden Daten auf die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im gesamten Euroraum geschlossen. Die Berechnungen des DIW hingegen beruhen auf einer direkten Saisonbereinigung des EU12-Aggregates (siehe Erläuterungen im Kasten).

Außenwirtschaft stimuliert Konjunktur im Euroraum Die Erholung im ersten Quartal dieses Jahres wurde hauptsächlich von der Außenwirtschaft getragen. Die Exporte nahmen um 1 % zu, nachdem sie in den vorangegangenen vier Quartalen ständig zurückgegangen waren; dagegen sanken die Importe weiter (-1,6 %). Der Außenbeitrag, von dem seit dem zweiten Quartal 2001 nur noch geringe oder sogar negative Impulse gekommen waren, lieferte mit fast einem Prozentpunkt einen erheblichen Wachstumsbeitrag. Neben dem Außenbeitrag wirkte nur noch der öffentliche Verbrauch positiv auf das Wachstum, wenn auch in geringem Umfang.

Der private Konsum verharrte im ersten Quartal 2002 auf dem Niveau vom Vorquartal. Das dürfte insbesondere auf die schwache Entwicklung der Beschäftigung und die zu Beginn des Jahres wieder anziehende Preisentwicklung zurückzuführen sein. Anders als Anfang 2001, als vor allem dank umfangreicher Steuererleichterungen in zahlreichen Mitgliedsländern der EWU der private Konsum trotz der einsetzenden Abschwächung und der Preisschübe die Gesamtnachfrage stützte, gibt es derzeit nichts, was dem privaten Konsum zusätzlichen Auftrieb verleihen könnte.

Negativ auf das Wachstum wirkten im ersten Quartal 2002 weiterhin die Anlageinvestitionen. Hinzu kam ein erheblicher Lagerabbau (Wachstumsbeitrag -0,5 %). Allerdings zeichnet sich bei den Ausrüstungen ein Ende des Rückgangs ab.

Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts ist die Industrie der konjunkturempfindlichste Bereich. Nach vier Quartalen in Folge mit Rückgängen hat sich die Lage im ersten Quartal wieder gefestigt. In der ersten Schätzung von Eurostat wird für die Industrie ein Wachstum von 0,6 % gegenüber dem Vorquartal ausgewiesen. Damit lag der industrielle Output aber immer noch deutlich unter dem entsprechenden Vorjahreswert.

Erholung in nahezu allen Mitgliedsländern Die konjunkturelle Abschwächung hatte Ende 2000 in nahezu allen Ländern des Euroraums eingesetzt. Auch der Konjunkturverlauf in der Zeit danach war in den meisten Ländern, insbesondere in den drei größten Mitgliedstaaten, ähnlich. Auf ein relativ robustes Ergebnis im ersten Quartal 2001 folgten bis Ende des Jahres nur noch schwache Zuwächse oder sogar Rückgänge. Trotz dieses bemerkenswerten konjunkturellen Gleichlaufs gab es jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Raten der Abschwächung. Das hängt vor allem davon ab, welches Gewicht die konjunkturabhängigen Komponenten wie die Investitionen auf der Verwendungsseite oder die Industrie auf der Entstehungsseite in der jeweiligen Volkswirtschaft haben. In den kleinen offenen Ökonomien wie den Niederlanden oder Finnland ist es zu einem drastischen Ende der Expansionsphasen gekommen. In Irland dürfte es im Verlauf des zweiten Halbjahres einen Rückgang gegeben haben. Vergleichsweise gering war die Abschwächung in Griechenland, was vor allem auf die erheblich gesunkenen Zinsen nach dem Beitritt zum Euroraum und die dadurch angeregte inländische Nachfrage zurückzuführen ist.

Der auffällige Gleichlauf im konjunkturellen Abschwung im Euroraum war auch dadurch bedingt, dass mögliche stützende Maßnahmen nur in sehr geringem Umfang zum Zuge kommen konnten. So waren die staatlichen Haushalte durch den Stabilitäts- und Wachstumspakt gebunden, und der private Konsum expandierte infolge kaum gestiegener Realeinkommen nur wenig.

Im ersten Quartal 2002 konnten in den meisten Mitgliedsländern wieder positive Zuwachsraten verzeichnet werden. Nach den ersten Schätzungen der nationalen statistischen Ämter stieg das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland um 0,2 %, in Frankreich um 0,4 % und in Italien um 0,2 %. Allerdings gibt es in den großen Ländern unterschiedliche Quellen für die Erholung. Während in Deutschland der private Konsum nun im dritten Quartal nacheinander rückläufig ist und sich die Erholung im Wesentlichen aus dem Außenbeitrag speist (mit um 1 % steigenden Exporten und um 3,1 % sinkenden Importen, jeweils gegenüber dem Vorquartal), hat in Frankreich der private Konsum leicht (+0,2 %) und der öffentliche Konsum deutlich (+0,6 %) zugenommen. Zudem sind hier mit dem verbesserten Konsum auch die Investitionen gestiegen. Von der Auslandsnachfrage hingegen kamen in Frankreich im ersten Quartal 2002 keine Impulse für das Wachstum.

In den kleinen offenen Volkswirtschaften, wo sich im vergangenen Jahr das Wachstum besonders stark abgeschwächt hatte, scheint die Erholung noch auszustehen. So gab es in den Niederlanden im ersten Quartal 2002 kein Wachstum, und in Finnland ist das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2002 nochmals - um 0,6 % - gesunken.

Bemerkenswert bei der Abschwächung im Jahre 2001 war, dass damit eine Ausweitung der Beschäftigung einherging, auch wenn die Zuwachsraten deutlich unter denen vom vergangenen Jahr lagen. Gleichzeitig erhöhte sich die Arbeitslosenquote im gesamten Euroraum vergleichsweise wenig. Im April 2002 betrug sie 8,3 %, das waren 0,3 Prozentpunkte mehr als im Sommer 2001.

Deutlicher Anstieg der Lohnstückkosten Die Entwicklung der Beschäftigung impliziert, dass die Arbeitsproduktivität im vergangenen Jahr zunächst schwächer zunahm und dann - seit dem zweiten Quartal - sogar permanent zurückging. Da sich der Anstieg der Löhne und der Arbeitsentgelte nur geringfügig verlangsamte, weisen die Lohnstückkosten seit dem Tief 2000 einen deutlichen Anstieg auf (Abbildung 2). Im ersten Quartal 2002 waren die Lohnstückkosten um 3,7 % höher als im Vorjahr; das ist der stärkste Anstieg seit dem zweiten Quartal 1993.

Eine Zunahme der Lohnstückkosten ist eine typische Erscheinung in konjunkturellen Abschwüngen. Darin kommt zum Ausdruck, dass die Unternehmen Personal nicht entlassen, solange sie davon ausgehen, dass die Ausfälle in der Produktion vorübergehend sind. Steigende Lohnstückkosten sind also ein konjunkturell bedingtes Phänomen, wenn diese Entwicklung mehr auf dem geringeren Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (und damit einer schwachen Entwicklung der Arbeitsproduktivität) beruht und weniger auf einem Anziehen der Löhne. Der Anstieg der Löhne je Arbeitnehmer im Euroraum liegt seit Anfang 1999 zwischen 2 % und 3 %, und es ist keine eindeutig beschleunigende Tendenz zu erkennen. So gesehen müssen von der derzeitigen Entwicklung im gesamten Euroraum noch keine Gefahren für die Preisstabilität ausgehen, sofern die Produktivität im Zuge des Aufschwungs wieder deutlich zunimmt.

Allerdings verbirgt die Zahl für die Lohnstückkosten im Euroraum insgesamt erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedsländern. So zeichnet sich insbesondere Deutschland durch einen unterdurchschnittlichen Anstieg der Lohnstückkosten aus. Im ersten Quartal 2002 nahmen diese

um 2,7 % gegenüber dem Vorjahreswert zu (Abbildung 3), während z. B. die Niederlande, Italien und Frankreich mit 4,8 %, 4,7 % und 4,4 % den Durchschnitt des Euroraums deutlich übertrafen. Diese divergierende Entwicklung ist vor allem

in unterschiedlichen Lohnsteigerungen begründet. So betrug im Jahre 2001 der Anstieg der Arbeitsentgelte je Beschäftigten in Deutschland 1,7 %, während die entsprechenden Zahlen für die Niederlande, Italien und Frankreich bei 5 %, 3,2 % und 2,8 % lagen.

Unterschiede in der Entwicklung der Lohnstückkosten sind vor allem deshalb von Bedeutung, weil die Lohnkosten eine wesentliche Determinante der preislichen Wettbewerbsfähigkeit sind. Wenn Erhöhungen der Lohnstückkosten auf die Preise überwälzt werden, haben divergierende Entwicklungen der Lohnstückkosten auch unterschiedliche Inflationsraten zur Folge. Auch die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Länder mit einem höheren Anstieg der Lohnstückkosten verschlechtert sich. In einer Währungsunion, in der der nominale Wechselkurs dies über eine reale Abwertung nicht mehr ausgleichen kann, wird so die Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit einen schmerzlichen Anpassungsprozess auslösen; er vollzieht sich über geringere Beschäftigung und über Lohn- und Preissteigerungen, die unter dem Durchschnitt der Union liegen.

Die Entwicklung der Preise und der preislichen Wettbewerbsfähigkeit hängt jedoch von einer Vielzahl von Determinanten ab; neben den Löhnen sind dies z. B. auch Steuern oder die Abhängigkeit von Importgütern und deren Preisentwicklung. Die Europäische Kommission betrachtet in ihren Berichten zur Entwicklung der Preise und der Wettbewerbsfähigkeit mehrere Größen: die Lohnstückkosten im verarbeitenden Gewerbe (das am stärksten dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt ist), die Lohnstückkosten in der gesamten Ökonomie und die Preise gemessen am Deflator des Bruttoinlandsprodukts. Tabelle 1 zeigt, wie sich die Wettbewerbsfähigkeit in den einzelnen Ländern des Euroraums im ersten Quartal 2002 im Vergleich zu den ersten Quartalen 2001 und 2000 entwickelt hat. Es wird ersichtlich, in welchem Ausmaß die Zurückhaltung bei den Tarifabschlüssen in Deutschland die preisliche Wettbewerbsfähigkeit erhöht hat. Es überrascht dann auch wenig, dass die Wachstumsimpulse in Deutschland vornehmlich von den Exporten kommen.

Gleichzeitig machen die Zahlen in Tabelle 1 deutlich, warum eine durchgreifende Erholung in den Niederlanden möglicherweise noch verzögert wird. In den vergangenen Jahren wurden dort - auch bedingt durch die Engpässe am Arbeitsmarkt - Lohnsteigerungen durchgesetzt, die weit über dem Durchschnitt des Euroraums lagen (Abbildung 3). Zusätzlich haben Sonderfaktoren wie eine spürbare Reform der Mehrwertsteuer zu Beginn des Jahres 2001 preissteigernd gewirkt. Beides hat die Wettbewerbsfähigkeit der Niederlande beeinträchtigt. Die drastische Abkühlung im vergangenen Jahr wird allerdings zu einer Korrektur der relativen Position innerhalb des Euroraumes beitragen.

Rückläufige Inflationsentwicklung Kennzeichnend für die Preisentwicklung im Euroraum ist seit Jahresbeginn 2002 eine ständige, wenn auch langsame Rückbildung der Inflationsraten (Abbildung 4). Allerdings wurde die seit Mitte des vergangenen Jahres bestehende Tendenz einer Dämpfung der Inflation im Januar 2002 vorerst unterbrochen. Nachdem die Preise im Euroraum Ende 2000 infolge der Ölverteuerung sowie der Aufwertung des US-Dollar zunächst kräftig gestiegen waren, lösten zu Beginn des Jahres 2001 die Tierseuchen einen Schub bei den Lebensmittelpreisen aus. In der zweiten Jahreshälfte klangen die Wirkungen des Ölpreisschocks ab, und die Inflationsraten bildeten sich wieder zurück. Im Euroraum lag die mit dem Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Inflationsrate im vierten Quartal 2001 bei 2,2 %. Der erneute Anstieg auf 2,6 % im ersten Quartal 2002 ist wiederum vor allem auf die Entwicklung der Lebensmittelpreise zurückzuführen, die um 4,6 % höher waren als im ersten Quartal 2001. Die Verteuerung der Lebensmittel ist im Wesentlichen eine Folge der schlechten Witterungsbedingungen in Südeuropa gewesen. Des Weiteren steht der erneute Anstieg der Inflationsrate in Verbindung mit der Anhebung von Verbrauchsteuern, insbesondere für Kraftstoffe und Tabakprodukte. Trotz dieser erneuten Preisschübe wurde die Tendenz in Richtung sinkender Inflationsraten nicht gebrochen. So schwächte sich der Anstieg des HVPI im April auf 2,4 % ab, und im Mai dürfte er nach ersten Berechnungen von Eurostat bei 2 % gelegen haben.

Die Entwicklung der Konsumentenpreise kontrastiert stark mit der der Produzentenpreise, die seit mehreren Monaten unter dem Vorjahresniveau liegen (April 2002: -0,7 %). Diese Unterschiede zeigen sich auch in der Entwicklung der in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung verwendeten Preisindizes. Während der Deflator des privaten Konsums im ersten Quartal 2002 um 2,4 % über dem Vorjahreswert lag, wurde bei den Investitionen ein Preisanstieg von nur 1,4 % verzeichnet.

Ausblick: Nachhaltige Erholung erst in der zweiten Jahreshälfte Viele Indikatoren sind weiterhin deutlich nach oben gerichtet. Allerdings erscheint es derzeit, als würde eine kräftige Erholung erst in der zweiten Jahreshälfte einsetzen, da sich die Aufwärtsentwicklung bei einigen Indikatoren zwischenzeitlich abgeschwächt hatte (Abbildung 5). Auch verläuft die Belebung der Industrieproduktion in einigen Ländern nur sehr zögerlich. Die Entwicklung der Auftragseingänge in der Industrie in Deutschland und Italien war im Februar und März noch leicht rückläufig; allerdings zeichnet sich für das zweite Quartal ein kräftiger Anstieg ab.

Ein weiteres Indiz für eine eher verhaltene Erholung im zweiten Quartal ist die schleppende Entwicklung der Kredite (im April +5,5 % gegenüber dem Vorjahr, ein seit vier Monaten nahezu unveränderter Wert). Die Kapazitätsauslastung liegt unter dem mehrjährigen Durchschnitt - per se kein Anlass für zusätzliche Investitionen. Stützend wirkt hingegen, dass sich der Lagerabbau im ersten Quartal weiter beschleunigt hat.

Alles in allem dürfte sich das Wachstum im zweiten Quartal nur geringfügig beschleunigen. Die Impulse werden vor allem vom Ausland kommen. Bei der Investitionstätigkeit ist erst in der zweiten Jahreshälfte mit nennenswerten Beiträgen zum Wachstum zu rechnen. Beim privaten Konsum ist weiterhin nur eine leichte Zunahme zu erwarten: Die Beschäftigung wird in diesem Jahr im Euroraum nicht nennenswert ausgeweitet werden, und auch die Lohnabschlüsse dürften wiederum vergleichsweise moderat ausfallen.

Die von der Europäischen Kommission veröffentlichte Wachstumsprognose bestätigt dieses Szenario. Im zweiten Quartal wird demnach das Wachstum stärker sein als im ersten Quartal. Mit einem Anstieg von 0,3 % bis 0,6 % gegenüber dem Vorquartal liegt der Zuwachs jedoch unter den bislang angenommenen Raten. Höhere Wachstumsraten - in einer Größenordnung von 0,7 % bis 1 % - können erst im zweiten Halbjahr erwartet werden.

Kasten

Zur Berechnung der vierteljährlichen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) für die Europäische Währungsunion


Unlängst hat Eurostat seine erste Schätzung des Bruttoinlandsprodukts für den Euroraum und seine wichtigsten Aggregate für das erste Quartal 2002 veröffentlicht. Das DIW Berlin legt aus folgenden Gründen eine eigene Schätzung vor:

- Eurostat veröffentlicht keine Untergliederung der Bruttoanlageinvestitionen. Für die Beurteilung der aktuellen konjunkturellen Lage ist die Entwicklung der Ausrüstungsinvestitionen aber von großem Interesse.

- Eurostat rechnet die Reihen zu konstanten Preisen mit dem Durchschnittskurs von 1995 um, während die vierteljährlichen Reihen in jeweiligen Preisen zum jeweils gültigen Wechselkurs konvertiert werden. Diese Vorgehensweise bewirkt, dass die Deflatoren bis 1999 durch Wechselkurseffekte verzerrt werden.

- Die Eurostat-Aggregate werden aus nationalen VGR-Reihen gebildet, die mit unterschiedlichen Verfahren saisonbereinigt wurden. Eine Kalenderbereinigung wurde nur für einen Teil der Länder durchgeführt.

Das DIW Berlin hat mit seiner aktuellen Schätzung den Versuch unternommen, für die drei genannten Probleme eine Lösung zu finden. Ausgehend von den Ursprungswerten für die einzelnen Länder und Aggregate wurden die unbereinigten Reihen für den Euroraum geschätzt. Dabei lagen für Deutschland, Frankreich, Spanien und die Niederlande bereits offizielle VGR-Daten sowie für Italien und Belgien erste vorläufige Schätzungen (FLASH estimates) des Bruttoinlandsprodukts für das erste Quartal 2002 vor. [1] Diese wurden durch Schätzungen des DIW Berlin auf der Basis von aktuellen Konjunkturindikatoren ergänzt. Die detaillierten Daten für die Investitionen waren für die meisten Länder für denselben Zeitraum verfügbar wie die übrigen VGR-Daten. Für die Niederlande musste hier jedoch das erste Quartal 2002 geschätzt werden, da nur die Bruttoanlageinvestitionen insgesamt vorlagen. Für Belgien wurde eine Trennung nach Bau- und Ausrüstungsinvestitionen für den gesamten Zeitraum seit dem ersten Quartal 2000 anhand von Indikatoren sowie der Entwicklung der Bruttoanlageinvestitionen insgesamt vorgenommen. Im Gegensatz zur Vorgehensweise von Eurostat sind sowohl die nominalen als auch die realen Reihen mit den unveränderlichen Euro-Umrechnungskursen der jeweiligen Länder konvertiert worden. Dadurch ergeben sich für den Euroraum Deflatoren, die einem gewogenen Durchschnitt der nationalen Deflatoren mit variablen Gewichten entsprechen.

Da für Portugal und Luxemburg gar keine Ursprungswerte, für Griechenland keine vollständigen Reihen und für Irland keine ausreichend langen Reihen zur Verfügung standen, wurden die unbereinigten Quartalswerte für die EU-12 mit Hilfe der Jahreswerte für die EU-12, der unbereinigten Quartalswerte für die acht größten Länder des Euroraums und eines Verfahrens der temporalen Disaggregation von Zeitreihen geschätzt. Diese Methode wird in ähnlicher Form auch von Eurostat angewendet. [2]

Die so geschätzten Ursprungszeitreihen für die EU-12 wurden mit dem Verfahren TRAMO/SEATS direkt saison- und kalenderbereinigt. Die Kalenderbereinigung erfolgte mit Hilfe einer von der Europäischen Zentralbank zur Verfügung gestellten Reihe der Abweichungen des gewogenen Durchschnitts der Arbeitstage im Euroraum von ihrem langjährigen Durchschnitt. Diese Reihe wurde als externer Regressor bei der Saisonbereinigung eingesetzt.

Trotz der unterschiedlichen Vorgehensweisen von DIW und Eurostat ergibt sich für das Bruttoinlandsprodukt im Allgemeinen eine ähnliche Entwicklung der sich nach der Saisonbereinigung ergebenden Zuwachsraten. Allerdings zeigen die DIW-Daten einen stärkeren Einbruch im vergangenen Jahr, der streng genommen als Rezession bezeichnet werden kann (-0,01 % im dritten und -0,22 % im vierten Quartal 2001). Andererseits wird für das erste Quartal dieses Jahres mit einer Zuwachsrate von 0,3 % auch eine entsprechend stärkere Erholung ausgewiesen.

[1] Die am 7. Juni veröffentlichten Daten für Finnland konnten bei der Berechnung nicht mehr berücksichtigt werden.

[2] Vgl. R. Barcellan und G. L. Mazzi: Methodology for the estimation of totals for the European Economic and Monetary Union (EUR-11) and for the European Union (EU-15). In: Quarterly National Accounts ESA, Fourth Quarter 1997, 1/1998, Eurostat.


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Tabelle 1
Indikatoren der relativen Wettbewerbsfähigkeit einzelner Mitgliedsländer
gegenüber dem restlichen Euroraum im ersten Quartal 2002

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                  Veränderung gegenüber 1. Quartal 2001

                    Lohnstückkosten                 Deflator
            in der Gesamt-  im verarbeitenden  des Bruttoinlands-
              wirtschaft         Gewerbe            produkts

Belgien/
 Luxemburg        0,4              -0,1               -0,2
Deutschland      -1,4               0,5               -0,9
Griechenland      0,2              -2,6                1,1
Spanien           0,4               1,0                0,9
Frankreich       -0,4              -0,7               -0,7
Irland            3,2               0,2                2,6
Italien           0,1              -1,0               -0,1
Niederlande       2,3               1,6                2,6
Österreich       -1,2              -1,9               -0,6
Portugal          2,5               0,5                1,3
Finnland          1,4               1,3               -1,2

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                  Veränderung gegenüber 1. Quartal 2000

                    Lohnstückkosten                 Deflator
            in der Gesamt-  im verarbeitenden  des Bruttoinlands-
              wirtschaft         Gewerbe            produkts

Belgien/
 Luxemburg        0,5               1,2               -0,4
Deutschland      -3,4              -0,4               -2,9
Griechenland     -1,9              -6,9                0,1
Spanien           1,3               3,4                2,7
Frankreich       -0,7              -1,2               -1,6
Irland            5,6              -1,9                5,3
Italien           0,6              -1,4                0,7
Niederlande       5,7               4,2                6,6
Österreich       -2,0              -4,1               -1,1
Portugal          6,4               3,3                2,8
Finnland          2,9               1,3                0,3

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Ein Minuszeichen zeigt eine Verbesserung
 der preislichen Wettbewerbsfähigkeit an.

Quelle: Europäische Kommission.

DIW Berlin 2002

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Anhangtabelle 1

Vierteljährliche volkswirtschaftliche Gesamtrechnung für den Euroraum Verwendung des Bruttoinlandsprodukts Ursprungswerte ------------------------------------------------------------------------------- 2000 2001 1999 2000 IV I II III IV Zu jeweiligen Preisen (Mrd. Euro) Privater Konsum (1) 3 749,2 3 905,4 934,4 902,4 935,7 940,5 970,7 Staatskonsum 1 301,9 1 358,6 342,9 311,1 319,1 314,5 357,2 Anlage- investitionen 1 414,5 1 434,4 359,1 324,7 359,1 348,0 382,7 Bauten 706,2 723,6 176,7 160,9 180,3 180,6 184,4 Ausrüstungen 708,3 710,7 182,4 163,7 178,8 167,4 198,3 Vorrats- veränderungen 37,9 -3,7 -13,5 32,3 5,4 11,0 -10,8 Inlandsnachfrage 6 503,6 6 694,8 1 622,9 1 570,5 1 619,3 1 614,0 1 699,8 Außenbeitrag 58,2 115,3 22,6 16,3 17,7 14,9 9,4 Exporte 2 440,7 2 540,7 563,8 572,4 603,3 602,8 662,0 Importe 2 382,4 2 425,4 541,2 556,2 585,6 588,0 652,7 Brutto- inlandsprodukt 6 561,8 6 810,1 1 645,5 1 586,8 1 637,1 1 628,8 1 709,1 Zu Preisen von 1995 (Mrd. Euro) Privater Konsum (1) 3 422,0 3 482,8 867,6 832,1 856,6 853,1 880,2 Staatskonsum 1 185,9 1 212,4 300,7 292,2 296,0 291,1 306,6 Anlage- investitionen 1 331,6 1 325,4 344,7 309,1 338,6 327,2 356,8 Bauten 647,6 644,4 166,0 149,3 165,9 165,6 166,7 Ausrüstungen 684,0 681,0 178,7 159,8 172,6 161,5 190,0 Vorrats- veränderungen 13,8 -17,6 -13,8 22,3 -1,4 6,8 -13,9 Inlandsnachfrage 5 953,3 6 003,0 1 499,2 1 455,6 1 489,8 1 478,2 1 529,7 Außenbeitrag 115,3 154,9 24,1 24,1 28,7 31,2 31,2 Exporte 2 282,3 2 339,3 547,3 545,3 567,1 560,0 610,0 Importe 2 167,1 2 184,4 523,1 521,2 538,4 528,8 578,7 Brutto- inlandsprodukt 6 068,6 6 157,9 1 523,4 1 479,8 1 518,5 1 509,4 1 560,9 Preisentwicklung (1995 = 100) Privater Konsum (1) 109,6 112,1 107,7 108,4 109,2 110,2 110,3 Staatskonsum 109,8 112,1 114,0 106,5 107,8 108,0 116,5 Anlage- investitionen 106,2 108,2 104,2 105,0 106,1 106,4 107,3 Bauten 109,0 112,3 106,4 107,8 108,6 109,0 110,6 Ausrüstungen 103,6 104,4 102,1 102,5 103,6 103,6 104,4 Inlandsnachfrage 109,2 111,5 108,3 107,9 108,7 109,2 111,1 Exporte 106,9 108,6 103,0 105,0 106,4 107,6 108,5 Importe 109,9 111,0 103,5 106,7 108,8 111,2 112,8 Brutto- inlandsprodukt 108,1 110,6 108,0 107,2 107,8 107,9 109,5 Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % zu jeweiligen Preisen Privater Konsum (1) 4,7 4,2 4,4 5,2 5,5 4,5 3,9 Staatskonsum 4,4 4,4 4,8 4,8 4,7 4,0 4,2 Anlage- investitionen 7,5 1,4 8,2 9,9 7,7 6,1 6,6 Bauten 5,5 2,5 7,2 9,7 5,2 3,7 4,3 Ausrüstungen 9,5 0,3 9,2 10,1 10,4 8,9 8,7 Vorrats- veränderungen . . . . . . . Inlandsnachfrage 5,5 2,9 5,4 6,2 5,9 5,2 4,7 Außenbeitrag . . . . . . . Exporte 17,6 4,1 12,3 18,9 17,2 16,9 17,4 Importe 20,2 1,8 14,9 20,6 19,7 19,7 20,6 Brutto- inlandsprodukt 4,9 3,8 4,8 5,9 5,3 4,5 3,9 Zu Preisen von 1995 Privater Konsum (1) 2,6 1,8 3,0 3,2 3,7 2,1 1,5 Staatskonsum 2,0 2,2 2,6 2,0 2,4 1,7 2,0 Anlage- investitionen 4,8 -0,5 6,9 7,6 5,1 3,5 3,5 Bauten 2,2 -0,5 5,3 6,4 2,1 0,6 0,4 Ausrüstungen 7,4 -0,4 8,5 8,7 8,2 6,7 6,3 Vorrats- veränderungen . . . . . . . Inlandsnachfrage 3,0 0,8 3,7 3,8 3,6 2,7 2,0 Außenbeitrag . . . . . . . Exporte 12,3 2,5 10,4 14,5 12,0 11,4 11,5 Importe 11,0 0,8 10,4 12,0 10,7 10,8 10,6 Brutto- inlandsprodukt 3,6 1,5 3,8 4,7 4,1 3,0 2,5 Preisentwicklung (1995 = 100) Privater Konsum (1) 2,1 2,3 1,4 1,9 1,8 2,3 2,4 Staatskonsum 2,3 2,1 2,2 2,8 2,2 2,3 2,2 Anlage- investitionen 2,5 1,9 1,2 2,2 2,5 2,5 3,0 Bauten 3,2 3,0 1,8 3,0 3,0 3,0 3,9 Ausrüstungen 1,9 0,8 0,6 1,3 2,0 2,1 2,2 Inlandsnachfrage 2,4 2,1 1,6 2,3 2,3 2,5 2,6 Exporte 4,7 1,6 1,7 3,8 4,7 4,9 5,4 Importe 8,2 1,0 4,1 7,6 8,2 8,1 9,0 Brutto- inlandsprodukt 1,3 2,3 0,9 1,1 1,1 1,4 1,4 ------------------------------------------------------------------------------- 2001 2002 I II III IV I Zu jeweiligen Preisen (Mrd. Euro) Privater Konsum (1) 942,3 978,3 977,8 1 007,0 968,3 Staatskonsum 325,1 333,5 328,2 371,9 338,7 Anlage- investitionen 338,2 367,7 349,9 378,7 330,8 Bauten 166,3 185,0 185,1 187,3 165,3 Ausrüstungen 171,8 182,7 164,8 191,3 165,5 Vorrats- veränderungen 31,0 -2,3 1,5 -33,9 16,9 Inlandsnachfrage 1 636,5 1 677,2 1 657,4 1 723,7 1 654,7 Außenbeitrag 23,2 25,7 28,7 37,8 45,2 Exporte 637,3 648,7 616,1 638,5 623,2 Importe 614,1 623,1 587,5 600,7 578,0 Brutto- inlandsprodukt 1 659,7 1 702,9 1 686,0 1 761,5 1 699,9 Zu Preisen von 1995 (Mrd. Euro) Privater Konsum (1) 849,2 871,9 866,3 895,3 852,5 Staatskonsum 298,8 302,5 298,1 313,0 303,6 Anlage- investitionen 314,5 340,0 322,7 348,2 303,3 Bauten 149,2 165,0 164,9 165,4 144,4 Ausrüstungen 165,3 175,0 157,9 182,8 158,9 Vorrats- veränderungen 18,6 -8,2 0,6 -28,7 8,3 Inlandsnachfrage 1 481,1 1 506,2 1 487,8 1 527,9 1 467,8 Außenbeitrag 34,7 37,0 42,4 40,8 43,3 Exporte 587,5 593,2 566,9 591,7 574,6 Importe 552,8 556,2 524,5 550,9 531,3 Brutto- inlandsprodukt 1 515,7 1 543,2 1 530,2 1 568,7 1 511,1 Preisentwicklung (1995 = 100) Privater Konsum (1) 111,0 112,2 112,9 112,5 113,6 Staatskonsum 108,8 110,2 110,1 118,8 111,6 Anlage- investitionen 107,5 108,1 108,4 108,7 109,1 Bauten 111,5 112,1 112,3 113,2 114,4 Ausrüstungen 104,0 104,4 104,4 104,7 104,2 Inlandsnachfrage 110,5 111,4 111,4 112,8 112,7 Exporte 108,5 109,4 108,7 107,9 108,5 Importe 111,1 112,0 112,0 109,0 108,8 Brutto- inlandsprodukt 109,5 110,3 110,2 112,3 112,5 Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % zu jeweiligen Preisen Privater Konsum (1) 4,4 4,6 4,0 3,7 2,8 Staatskonsum 4,5 4,5 4,4 4,1 4,2 Anlage- investitionen 4,2 2,4 0,5 -1,1 -2,2 Bauten 3,3 2,6 2,5 1,6 -0,6 Ausrüstungen 5,0 2,2 -1,6 -3,5 -3,7 Vorrats- veränderungen . . . . . Inlandsnachfrage 4,2 3,6 2,7 1,4 1,1 Außenbeitrag . . . . . Exporte 11,3 7,5 2,2 -3,5 -2,2 Importe 10,4 6,4 -0,1 -8,0 -5,9 Brutto- inlandsprodukt 4,6 4,0 3,5 3,1 2,4 Zu Preisen von 1995 Privater Konsum (1) 2,1 1,8 1,6 1,7 0,4 Staatskonsum 2,3 2,2 2,4 2,1 1,6 Anlage- investitionen 1,7 0,4 -1,4 -2,4 -3,5 Bauten -0,1 -0,6 -0,5 -0,8 -3,2 Ausrüstungen 3,4 1,4 -2,3 -3,8 -3,9 Vorrats- veränderungen . . . . . Inlandsnachfrage 1,7 1,1 0,6 -0,1 -0,9 Außenbeitrag . . . . . Exporte 7,7 4,6 1,2 -3,0 -2,2 Importe 6,1 3,3 -0,8 -4,8 -3,9 Brutto- inlandsprodukt 2,4 1,6 1,4 0,5 -0,3 Preisentwicklung (1995 = 100) Privater Konsum (1) 2,3 2,7 2,4 2,0 2,4 Staatskonsum 2,2 2,3 1,9 2,0 2,5 Anlage- investitionen 2,4 2,0 1,9 1,4 1,4 Bauten 3,4 3,2 3,0 2,4 2,6 Ausrüstungen 1,5 0,8 0,7 0,3 0,2 Inlandsnachfrage 2,4 2,4 2,0 1,5 2,0 Exporte 3,3 2,8 1,0 -0,6 0,0 Importe 4,1 3,0 0,7 -3,3 -2,1 Brutto- inlandsprodukt 2,1 2,4 2,1 2,6 2,7 ------------------------------------------------------------------------------- (1) Konsumausgaben der privaten Haushalte und der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck. Quellen: Eurostat; nationale Statistiken; Berechnungen des DIW Berlin. DIW Berlin 2002 ===============================================================================

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Anhangtabelle 2

Vierteljährliche volkswirtschaftliche Gesamtrechnung für den Euroraum Verwendung des Bruttoinlandsprodukts Saisonbereinigte Werte ------------------------------------------------------------------------------- 1999 2000 II III IV I II III IV Zu jeweiligen Preisen (Mrd. Euro) Privater Konsum (1) 886,8 900,7 911,3 922,1 933,5 942,9 951,7 Staatskonsum 309,5 313,4 317,2 320,4 323,8 326,9 330,7 Anlage- investitionen 324,1 332,8 337,4 346,8 351,0 355,9 361,5 Bauten 165,2 168,6 170,6 174,6 175,4 177,0 180,2 Ausrüstungen 158,9 164,2 166,9 172,2 175,6 178,9 181,2 Vorrats- veränderungen 1,3 2,5 8,0 0,7 8,2 13,9 19,2 Inlandsnachfrage 1 521,8 1 549,3 1 573,9 1 589,9 1 616,6 1 639,6 1 663,1 Außenbeitrag 25,6 23,2 20,4 22,9 17,2 11,3 5,4 Exporte 506,0 529,5 547,7 573,6 596,5 622,9 649,5 Importe 480,4 506,2 527,3 550,7 579,3 611,5 644,2 Brutto- inlandsprodukt 1 547,4 1 572,6 1 594,3 1 612,8 1 633,8 1 651,0 1 668,5 Zu Preisen von 1995 (Mrd. Euro) Privater Konsum (1) 827,0 837,7 843,5 848,4 856,0 858,3 860,6 Staatskonsum 288,9 291,1 293,5 294,3 296,0 296,4 299,0 Anlage- investitionen 314,3 320,4 324,3 329,4 331,6 334,4 336,8 Bauten 156,8 159,2 160,2 162,3 161,5 161,8 163,1 Ausrüstungen 157,4 161,2 164,0 167,1 170,1 172,6 173,8 Vorrats- veränderungen -0,1 0,4 4,0 -1,6 2,4 6,1 9,0 Inlandsnachfrage 1 430,1 1 449,7 1 465,3 1 470,5 1 486,0 1 495,2 1 505,5 Außenbeitrag 20,0 21,1 20,9 30,9 29,1 27,1 27,8 Exporte 497,4 515,2 529,6 546,2 561,5 579,2 598,0 Importe 477,5 494,1 508,7 515,3 532,4 552,1 570,2 Brutto- inlandsprodukt 1 450,0 1 470,8 1 486,2 1 501,4 1 515,1 1 522,3 1 533,3 Preisentwicklung (1995 = 100) Privater Konsum (1) 107,2 107,5 108,0 108,7 109,1 109,9 110,6 Staatskonsum 107,1 107,7 108,1 108,8 109,4 110,3 110,6 Anlage- investitionen 103,1 103,9 104,1 105,3 105,9 106,4 107,3 Bauten 105,3 105,9 106,4 107,6 108,6 109,4 110,5 Ausrüstungen 101,0 101,8 101,7 103,1 103,2 103,7 104,3 Inlandsnachfrage 106,4 106,9 107,4 108,1 108,8 109,7 110,5 Exporte 101,7 102,8 103,4 105,0 106,2 107,5 108,6 Importe 100,6 102,5 103,7 106,9 108,8 110,8 113,0 Brutto- inlandsprodukt 106,7 106,9 107,3 107,4 107,8 108,5 108,8 Veränderung gegenüber dem Vorquartal in % zu jeweiligen Preisen Privater Konsum (1) 0,9 1,6 1,2 1,2 1,2 1,0 0,9 Staatskonsum 1,1 1,2 1,2 1,0 1,1 1,0 1,2 Anlage- investitionen 1,7 2,7 1,4 2,8 1,2 1,4 1,6 Bauten 1,9 2,1 1,1 2,4 0,5 0,9 1,8 Ausrüstungen 1,5 3,3 1,6 3,2 2,0 1,9 1,3 Vorrats- veränderungen . . . . . . . Inlandsnachfrage 0,7 1,8 1,6 1,0 1,7 1,4 1,4 Außenbeitrag . . . . . . . Exporte 3,8 4,6 3,4 4,7 4,0 4,4 4,3 Importe 3,8 5,4 4,2 4,4 5,2 5,6 5,3 Brutto- inlandsprodukt 0,8 1,6 1,4 1,2 1,3 1,1 1,1 Zu Preisen von 1995 Privater Konsum (1) 0,3 1,3 0,7 0,6 0,9 0,3 0,3 Staatskonsum 0,1 0,7 0,8 0,3 0,6 0,2 0,9 Anlage- investitionen 1,8 2,0 1,2 1,6 0,7 0,8 0,7 Bauten 1,2 1,5 0,7 1,3 -0,5 0,2 0,8 Ausrüstungen 2,4 2,4 1,7 1,9 1,8 1,4 0,7 Vorrats- veränderungen . . . . . . . Inlandsnachfrage 0,2 1,4 1,1 0,4 1,1 0,6 0,7 Außenbeitrag . . . . . . . Exporte 2,9 3,6 2,8 3,1 2,8 3,2 3,2 Importe 2,4 3,5 3,0 1,3 3,3 3,7 3,3 Brutto- inlandsprodukt 0,4 1,4 1,0 1,0 0,9 0,5 0,7 Preisentwicklung (1995 = 100) Privater Konsum (1) 0,6 0,3 0,5 0,6 0,3 0,7 0,7 Staatskonsum 1,0 0,5 0,4 0,7 0,5 0,8 0,3 Anlage- investitionen -0,1 0,7 0,2 1,2 0,5 0,6 0,8 Bauten 0,7 0,6 0,5 1,1 1,0 0,7 1,1 Ausrüstungen -0,9 0,8 -0,1 1,3 0,2 0,5 0,6 Inlandsnachfrage 0,5 0,4 0,5 0,7 0,6 0,8 0,7 Exporte 0,9 1,0 0,6 1,6 1,2 1,2 1,0 Importe 1,3 1,8 1,2 3,1 1,8 1,8 2,0 Brutto- inlandsprodukt 0,4 0,2 0,3 0,1 0,4 0,6 0,3 ------------------------------------------------------------------------------- 2001 2002 I II III IV I Zu jeweiligen Preisen (Mrd. Euro) Privater Konsum (1) 964,1 973,6 979,7 987,2 993,2 Staatskonsum 334,3 337,9 341,3 344,7 348,3 Anlage- investitionen 361,6 359,9 357,5 357,0 355,7 Bauten 181,0 180,7 181,0 182,0 181,6 Ausrüstungen 180,6 179,2 176,5 175,0 174,1 Vorrats- veränderungen -1,6 3,5 3,1 -5,2 -12,6 Inlandsnachfrage 1 658,4 1 674,9 1 681,7 1 683,7 1 684,6 Außenbeitrag 30,2 24,7 25,8 34,2 51,4 Exporte 640,8 642,5 635,3 624,4 630,7 Importe 610,6 617,8 609,5 590,3 579,3 Brutto- inlandsprodukt 1 688,7 1 699,6 1 707,5 1 717,8 1 736,0 Zu Preisen von 1995 (Mrd. Euro) Privater Konsum (1) 867,4 870,1 871,2 874,0 874,0 Staatskonsum 301,0 302,4 303,7 305,2 305,9 Anlage- investitionen 336,3 333,0 329,7 328,0 325,6 Bauten 162,8 161,2 160,7 160,8 159,0 Ausrüstungen 173,5 171,9 169,0 167,2 166,6 Vorrats- veränderungen -6,0 -1,5 -1,8 -6,7 -14,6 Inlandsnachfrage 1 498,7 1 504,0 1 502,7 1 500,5 1 491,0 Außenbeitrag 42,3 37,4 38,5 37,3 51,5 Exporte 591,1 588,7 584,8 577,6 583,2 Importe 548,8 551,3 546,3 540,3 531,6 Brutto- inlandsprodukt 1 540,9 1 541,4 1 541,2 1 537,8 1 542,5 Preisentwicklung (1995 = 100) Privater Konsum (1) 111,1 111,9 112,5 113,0 113,6 Staatskonsum 111,1 111,7 112,4 112,9 113,8 Anlage- investitionen 107,5 108,1 108,4 108,8 109,2 Bauten 111,2 112,1 112,7 113,1 114,2 Ausrüstungen 104,1 104,3 104,4 104,7 104,5 Inlandsnachfrage 110,7 111,4 111,9 112,2 113,0 Exporte 108,4 109,1 108,6 108,1 108,1 Importe 111,3 112,0 111,6 109,3 109,0 Brutto- inlandsprodukt 109,6 110,3 110,8 111,7 112,5 Veränderung gegenüber dem Vorquartal in % zu jeweiligen Preisen Privater Konsum (1) 1,3 1,0 0,6 0,8 0,6 Staatskonsum 1,1 1,1 1,0 1,0 1,1 Anlage- investitionen 0,1 -0,5 -0,7 -0,1 -0,4 Bauten 0,5 -0,2 0,2 0,5 -0,2 Ausrüstungen -0,3 -0,8 -1,5 -0,8 -0,5 Vorrats- veränderungen . . . . . Inlandsnachfrage -0,3 1,0 0,4 0,1 0,1 Außenbeitrag . . . . . Exporte -1,3 0,3 -1,1 -1,7 1,0 Importe -5,2 1,2 -1,3 -3,1 -1,9 Brutto- inlandsprodukt 1,2 0,7 0,5 0,6 1,1 Zu Preisen von 1995 Privater Konsum (1) 0,8 0,3 0,1 0,3 0,0 Staatskonsum 0,7 0,5 0,4 0,5 0,2 Anlage- investitionen -0,2 -1,0 -1,0 -0,5 -0,7 Bauten -0,2 -1,0 -0,3 0,1 -1,1 Ausrüstungen -0,2 -0,9 -1,7 -1,1 -0,4 Vorrats- veränderungen . . . . . Inlandsnachfrage -0,5 0,4 -0,1 -0,1 -0,6 Außenbeitrag . . . . . Exporte -1,2 -0,4 -0,7 -1,2 1,0 Importe -3,7 0,5 -0,9 -1,1 -1,6 Brutto- inlandsprodukt 0,5 0,0 0,0 -0,2 0,3 Preisentwicklung (1995 = 100) Privater Konsum (1) 0,5 0,7 0,5 0,4 0,6 Staatskonsum 0,4 0,6 0,6 0,5 0,8 Anlage- investitionen 0,2 0,5 0,3 0,4 0,4 Bauten 0,6 0,8 0,5 0,4 0,9 Ausrüstungen -0,2 0,2 0,1 0,3 -0,2 Inlandsnachfrage 0,2 0,6 0,5 0,3 0,7 Exporte -0,2 0,7 -0,5 -0,5 0,0 Importe -1,5 0,7 -0,4 -2,1 -0,3 Brutto- inlandsprodukt 0,7 0,6 0,5 0,8 0,7 ------------------------------------------------------------------------------- (1) Konsumausgaben der privaten Haushalte und der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck. Quellen: Eurostat; nationale Statistiken; Berechnungen des DIW Berlin. DIW Berlin 2002 ===============================================================================

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